Auf der Suche nach der Realität

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Gerhard
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Auf der Suche nach der Realität

von Gerhard (13.12.2007, 18:17)
Titel: Auf der Suche nach der Realität
Autor: Gerhard Philipp

Verlag: BoD
ISBN: 978-3-8334-9329-4
Seiten: 268
Preis: 17,90

Klappentext:

Die Farben, die wir in unserer Realität sehen, gibt es in Wirklichkeit nicht. Sie entstehen nur in unserem Gehirn. Ebenso Geräusche und Gerüche, die wir wahrnehmen.

Aber wie sieht unsere Welt dann wirklich aus? Gibt es eine objektive Wirklichkeit? Wie real ist unsere Realität? Ist das Universum unendlich und gab es tatsächlich einen Anfang? Was aber war vor diesem Anfang? Nichts? Kann aus Nichts etwas entstehen?

Unsere Welt und auch wir bestehen nach wissenschaftlicher Auffassung aus Atomen, doch was sind diese Atome? Teilchen oder Wellen. Was also sind wir? Was ist das Ich, das uns von anderen unterscheidet und wo finden wir es? Besteht unsere Welt tatsächlich aus Materie? Aber was ist Materie? Was ist Raum und gibt es die Zeit wirklich?

Was ist diese Welt in der wir leben? Eine Illusion, ein Traum oder nur ein Computerprogramm im Zentralrechner Gottes?


Inhalt:

Wenn ihr eine Blume auf der Wiese betrachten, seht ihr ihre Farbe und ihre Form und gebt aufgrund dieser Eigenschaften der Blume einen Namen. Doch was seht ihr wirklich, wenn ihr z.B. eine rote Rose betrachten? Ist die Farbe Rot eine Eigenschaft der Rose? Wenn ihr ein Blütenblatt entfernt, ist es immer noch eine Rose, entfernt ihr ein zweites, ein drittes.... wann ist es keine Rose mehr?

Ihr fahrt von Hamburg nach München, fliegt von Frankfurt nach Mallorca. Doch was ist das zwischen Hamburg und München? Was ist das zwischen Frankfurt und Mallorca? Was ist das zwischen den Sternen im Weltall? Was ist der Raum in dem wir leben?

Was ist das Universum? Hat es eine Grenze? Hatte es einen Anfang?

Wir hetzen durch unser Leben und reden davon, dass "Zeit Geld ist". Aber was ist eigentlich Zeit? Gibt es die Zeit wirklich oder ist sie nur eine große Illusion?

Was ist unsere Wirklichkeit in der wir leben? Was sind wir? Zweifellos sind wir Wesen aus Fleisch und Blut. Bestehen wir aber nur aus Fleisch und Blut oder haben wir auch eine Seele? Erschaffen wir mit dieser Seele unsere Wirklichkeit? Woher können wir wissen, dass es eine Außenwelt gibt, dass unser Partner nicht nur in unserer Phantasie vorhanden ist, sondern wirklich existiert?

Wir sehen uns, können uns anfassen und berühren... wir fühlen uns.. und doch sind wir zusammengesetzt aus unzähligen Atomen. Aber was sind diese Atome? Sind es Teilchen, sind es Wellen? Sind wir alle vielleicht nur Schwingungen im Traum Gottes oder gar nur Objekte in seinem Zentralrechner? Und was ist Leben eigentlich?

Gibt es eine objektive Realität? Eine Realität, die für alle gleich ist oder lebt jeder in seiner eigenen realen Welt?

Ich möchte mit diesem Buch eine naturwissenschaftlich-philosophische Reise an die Grenzen unserer Wirklichkeit machen und versuchen, die eben getellten Fragen zu beantworten.

Die moderne Wissenschaft bestätigt immer wieder, dass unsere Welt bizarrer und rätselhafter ist, als wir es uns vorstellen und dass das, was die Naturwissenschaft uns heute sagt, noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Franz W. Bauer

Auf der Suche nach der Realität

von Franz W. Bauer (13.12.2007, 19:47)
Klingt hoch interessant, lieber Gerhard!

Hast du dich auch mit der buddhistischen Sicht beschäftigt? Hast du in deinem Buch etwas zum Konstruktivismus zu sagen? Bist du mit Ken Wilbers Weltbild vertraut?

Nun, ich weiß schon - kaufen und lesen wär angesagt. book: Werd ich vielleicht auch tun - aber heuer nimmer. Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg mit diesem Buch!

LG Franz :D

Gerhard
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Re:

von Gerhard (13.12.2007, 20:46)
Hallo Franz,

natürlich kenne ich Ken Wilber und sein Weltbild und dem Buddhismus stehe ich näher als anderen Philosophien oder Religionen. Aber ich möchte in meinem Buch eigentlich keine Weltbilder gegenüberstellen, sondern zeige aus naturwissenschaftlicher Sicht wo die Grenzen eben dieser Naturwissenschaft sind. Ein Beispiel: In fast allen Büchern wird vom Urknall erzählt, also jenem großen Knall, mit dem unser Universum angefangen haben soll. Leider ist das aber nur ein Modell mit sehr viel mehr Fragen als Antworten. Wir wissen absolut noch nicht, ob es einen Urknall wirklich gab.

Noch ein Beispiel: Die Zeit vergeht unterschiedlich. Das sagt die berühmte Relativitätstheorie von Einstein. Wenn aber Zeit für jeden unterschiedlich verläuft, was ist dann Zeit? Gibt es Zeit wirklich?

Dein Körper besteht aus Atomen. Doch ob Atome wirklich Teilchen oder Wellen sind, vermag kein Physiker heute wirklich zu sagen. Was also bist du, was sind wir?

So in diesem Sinne erzähle ich in meinem Buch über die Grenzen der Wissenschaft.

Herzlichst
Gerhard

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (13.12.2007, 21:01)
Hallo Gerhard,
werd immer neugieriger. Mit meinen bescheidenen philosophischen Erkenntnisse habe ich mich mit mir vorerst darauf geeinigt, dass der Ursprung - und alles was folgte und folgt - Schwingungen sein müssten. Doch damit ist natürlich die Frage aller Fragen noch immer nicht geklärt.

LG Grete

Franz W. Bauer

Soeben bei Amazon bestellt

von Franz W. Bauer (13.12.2007, 21:16)
Lieber Gerhard,

ich habe dein Buch Auf der Suche nach der Realität soeben bei Amazon bestellt.
Wenn du magst, informier ich dich, sobald es bei mir nächstes Jahr ankommt! book:

Herzlich :D
Franz

Gerhard
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Re:

von Gerhard (14.12.2007, 12:02)
Lieber Franz,

klar freue ich mich, wenn ich erfahre, wann das Buch bei dir angekommen ist. :D

So langsam spüre ich aber nun auch so eine gewisse Nervosität, denn irgendwie ist es schon eigenartig, dass ein Buch schon öffentlich zugänglich ist, während man selbst die gedrucke Ausgabe noch nicht einmal gesehen hat. Das war bei meinen bisherigen Büchern einfacher, da konnte man die Verantwortung fürbestimmte Teile der Buchproduktion abgeben.... aber da musste ich später auch teilweise erkennen, dass denen, obwohl Profis, doch auch ein paar Dinge "durch die Lappen" gegangen sind.

Übrigens, seit heute ist auf der BoD Webseite das Coverbild meines Buches nun auch zu sehen. Ich hoffe, in den nächsten Tagen wird das dann auch bei Amazon und den anderen drin sein.

Herzlichst
Gerhard

rudi zimmerman
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Re:

von rudi zimmerman (15.12.2007, 19:33)
Hallo Gerhard,
ich habe heute das erste mal hier reingeschaut und finde Dein Thema sehr interessant.
Zum Thema Deines Buches würde ich spontan sagen:
wir
wissen
bereits sehr viel mehr als wir
wahrnehmen
und uns
vorstellen
können.
Du hast völlig recht: außerhalb unseres Körpers befindet sich etwas (die Realität), und dieses Etwas verwandeln wir (unser Hirn) in Farben, Gerüche usw.. (wir konstruieren eine "empirische Realität" - Kant)
Wir betreiben jedoch Wissen-schaft und wissen inzwischen, dass es elektromagnetische Wellen sind, die wir in Farben umwandeln und Konzentrationen chemischer Substanzen, die wir in Gerüche umwandeln usw..
Wir wissen sogar auch, dass Licht 2 Erscheinungsformen gleichzeitig hat (und da würde ich Dir widersprechen), nur an dieser Stelle tritt noch ein Problem auf:
wir können uns diese Doppelerscheinungsform nicht mehr vorstellen.
Wir wissen also mehr über die Realität, als wir uns vorstellen können.

Gruß und viel Erfolg
rudi
Zuletzt geändert von rudi zimmerman am 15.12.2007, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.

rudi zimmerman
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Re:

von rudi zimmerman (15.12.2007, 19:43)
Hallo Grete,
Du sagst: "... der Ursprung - und alles was folgte und folgt - Schwingungen sein müssten."
Zum Ursprung kann ich nichts sagen. Aber wenn wir das Feste immer genauer untersuchen, stellen wir fest, dass dieses gar nicht fest ist, sondern aus Quarks bzw. Schwingungen besteht und zum größten Teil aus nichts.
Das im Mikrobereich also unbegreifliche wird im Makrobereich begreifbar, anfassbar. Wie das geht, weiß ich auch nicht :?
Vielleicht weiß es Gerhard?

Gruß
rudi

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (15.12.2007, 20:02)
Hallo Rudi,
willkommen im Forum! Noch ein Autor mit diesen spannenden Themen thumbbup Ich bin begeistert!

aus Quarks bzw. Schwingungen besteht und zum größten Teil aus nichts.


Auch Schwingungen bestehen aus "Etwas" ebenso wie das "Nichts".
Wie das geht :( weiß ich auch nicht - ist eine rein intuitive Behauptung.

LG Grete

Gerhard
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Re:

von Gerhard (15.12.2007, 20:45)
Hallo Rudi und Grete,

:wink: :wink: Da gibt es ein grandioses neues Buch von einem sehr aufstrebenden tollen Autor auf dem Markt. Kam vor kurzem erst raus und hat deshalb leider noch eine lange Lieferzeit. Huuuuch, der Autor heißt ja wie ich..... seltsam :wink: :wink:

Aber ich will jetzt mal einiges richtig stellen. Licht hat keine zwei Erscheinungsformen gleichzeitig. Licht erscheint uns nur als Teilchen oder Wellen, je nach dem Experiment, das wir durchführen. Aber was Licht nun ist, wissen wir nicht. Und je nachdem welches Experiment wir durchführen erscheinen uns auch die Atome, aus denen wir bestehen, auch als Teilchen oder Wellen. Was Atome aber wirklich sind.... wir wissen es nicht. Und dass Atome aus Quarks bestehen.... offen gestanden, das wissen wir auch noch nicht wirklich. Noch niemand hat bis heute in einem Experiment einzelne Quarks gesehen. Das Quarkmodell ist nur ein mögliches Modell von vielen anderen Modellen.

Und ob es eine Realität außerhalb unseres Körpers gibt.... das ist genau das, was ich in diesem Buch zu klären versuche.

Und nun widerspreche ich dir, wenn du sagt, wir wissen also mehr über die Realität, als wir uns vorstellen können. In meinem Buch zeige ich eben, dass wir über die Realität eigentlich gar nichts wissen. Und da ich Physiker bin, zeige ich das anhand von physikalischen und biologischen Themen.

Herzliche Grüße
Gerhard

rudi zimmerman
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Re:

von rudi zimmerman (16.12.2007, 12:30)
Hallo Gerhard,
Du hast natürlich recht darin, dass wir verschiedene Verhaltensweisen des Lichts durch verschiedene Experimente nur nacheinander nachweisen können und meine Formulierung "gleichzeitig" im zeitlichen Sinn falsch ist.
Wenn Du jedoch meinst, es existiere gar keine Realität außerhalb unseres Bewusstseins und dies möchtest Du in Deinem Buch nachweisen, kann ich Dir nicht folgen. Dass wir diese objektiv existente Realität nicht vollständig wahrnemen können, hat ja bereits Kant erklärt (das "Ding an sich") und auch, dass unsere wissenschaftliche Tätigkeit von der empirischen Realität ausgeht, also von dem, was wir wahrnehmen. Dass Du dies als Wissenschaftler in Zweifel ziehst, wundert mich.
Ergebnis kann auch immer nur eine Verifizierung (oder Falsifizierung) von Hypothesen sein, und nie die Erkenntnis etwa einer "absoluten Wahrheit".
Nach dem, was wir nicht wissen können und auch nicht durch Wahrnehmung erfahren können, brauchen wir auch nicht zu suchen, das wäre in meinen Augen Zeitverschwendung.

Gruß
rudi

Gerhard
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Re:

von Gerhard (16.12.2007, 13:51)
Hallo Rudi,

rudi zimmerman hat geschrieben:
Wenn Du jedoch meinst, es existiere gar keine Realität außerhalb unseres Bewusstseins und dies möchtest Du in Deinem Buch nachweisen, kann ich Dir nicht folgen. Dass wir diese objektiv existente Realität nicht vollständig wahrnemen können, hat ja bereits Kant erklärt (das "Ding an sich") und auch, dass unsere wissenschaftliche Tätigkeit von der empirischen Realität ausgeht, also von dem, was wir wahrnehmen. Dass Du dies als Wissenschaftler in Zweifel ziehst, wundert mich.


Vielleicht solltest du tatsächlich mal mein Buch lesen, darin zeige ich nämlich, dass es keine objektive Realität außerhalb unseres Bewußtseins geben kann. Jeder von uns hat seine eigene Realität. Hast du nicht auch schon mal erlebt, dass du dich mit jemanden treffen wolltest und am verabredeten Punkt gewartet hast, der andere aber nicht kam. Dann aber entdeckst du ihn, fragst entrüstet warum er so spät kommt, der andere sagt aber, dass er schon lange hier sei und auf dich gewartet hat. Jeder von euch war da in seiner eigenen Realität.

Ein anderes Beispiel: Woher weißt du, dass deine Lebenspartnerin wirklich existiert? Du siehst sie, kannst sie fühlen... denkste... irgendjemand könnte dein Gehirn so stimuliert haben, dass du glaubst eine Lebenspartnerin zu haben. Solche Versuche hat man in den 60er Jahren an Hühnern und anderen Tieren gemacht. Man hat ihnen Elektroden in den Kopf gesetzt und bestimmte Hirnareale mit einem leichten Strom gereitzt... die Hühner verhielten sich plötzlich als würden sie einem feindlichen Huhn gegenüberstehen.... da war aber keines.


rudi zimmerman hat geschrieben:
Nach dem, was wir nicht wissen können und auch nicht durch Wahrnehmung erfahren können, brauchen wir auch nicht zu suchen, das wäre in meinen Augen Zeitverschwendung.


Wie willst du wissen, ob wir etwas nicht wissen können und auch niemals wissen werden, nur weil wir es bis jetzt noch nicht wissen? Deinen Satz halte ich wissenschaftlich für bedenklich. Vor 300 Jahren hat niemand was von elektrischem Strom gewußt... nach deinem Satz hätte man damals also garnicht danach suchen sollen.

Und unsere Wahrnehmung ist das schlechteste Instrument die Realität zu erkennen... auch da zeige ich in meinem Buch ein paar erstaunliche wissenschaftliche Versuche.

Und ich sage es hier noch mal eindringlich: Bis auf das letzte Kapitel, wo ich etwas spekuliere, sind alle anderen Kapitel im Buch auf den neuesten wissenschaftlichen Fakten basierend.

Vielleicht sollte ich dir mein Buch zum Geburtstag schenken :wink:

Herzliche Grüße
Gerhard

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Ein sehr spannendes Thema..

von christine (16.12.2007, 17:22)
..das hier diskutiert wird! Nach längerer Abwesenheit hier im forum habe ich die einzelnen Beiträge mit großem Interesse gelesen.
Was ist Realität? Gibt es sie überhaupt? Hat jeder Mensch seine eigene Realität? Gibt es die absolute Wahrheit?

Nun, ich bin keine Physikerin oder studierte Philosophin sondern Mentaltrainerin. Doch ist es eine Tatsache, dass zwei (oder mehr)Menschen eine Situation oder eine andere Person völlig unterschiedlich beschreiben oder deren Verhalten unterschiedlich interpretieren werden (umso unterschiedlicher, je mehr Menschen daran beteiligt sind) Beispiel: Zeugen bei einem Autounfall oder bei einer Rauferei etc.
Alle glauben, das selbe gesehen zu haben und doch haben alle etwas anderes wahr genommen.
Und hier liegt der Knackpunkt: Etwas WAHR-nehmen (man beachte dieWeisheit der Sprache) bedeutet, es für sich als wahr annehmen. Wahrnehmen kann ich jedoch nur etwas, was in meinem Bewusstsein "vorhanden ist". Ich muss es also mit einem bereits bestehenden "Bild" vergleichen können. Dem entsprechend bewerte ich es auch. Und aus dieser jeweiligen Bewertung oder Beurteilung entsteht "meine subjektive Realität". Kann ich es mir "vor-stellen", dann kann ich es auch glauben und für wahr annehmen.
Daher meine ich, dass es auf jeden Fall sehr viel mehr in unserem wunderbaren Kosmos gibt, als unser Verstand jemals erfassen kann, ganz gleich, ob es dafür - bis jetzt - einen wissenschaftlichen Beweis gibt oder nicht.

Herzliche Grüße
Christine
Liebe Grüße - Christine

Um klar zu sehen, genügt oft schon ein Wechsel der Blickrichtung
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Re: Ein sehr spannendes Thema..

von Gerhard (16.12.2007, 22:40)
christine hat geschrieben:
Und hier liegt der Knackpunkt: Etwas WAHR-nehmen (man beachte dieWeisheit der Sprache) bedeutet, es für sich als wahr annehmen. Wahrnehmen kann ich jedoch nur etwas, was in meinem Bewusstsein "vorhanden ist". Ich muss es also mit einem bereits bestehenden "Bild" vergleichen können. Dem entsprechend bewerte ich es auch. Und aus dieser jeweiligen Bewertung oder Beurteilung entsteht "meine subjektive Realität". Kann ich es mir "vor-stellen", dann kann ich es auch glauben und für wahr annehmen.


Hallo Christine,

es ist noch viel schlimmer. In meinem Buch beschreibe ich Versuche von Psychologen, die Versuchspersonen drei Geschichten aus deren Leben erzählt haben. Eine Geschichte davon war jedoch erstunken und erlogen. Einem Jungen hat man z.B erzählt, er sei als Kind in einem Kaufhaus verloren gegangen. Einige Zeit später fragte man ihn nach ein paar Geschichten aus seinem Leben und er erzählte just diese Geschichte, beschrieb sogar den Mann, der ihn gefunden und zur Information gebracht hat. Er beschrieb ihn mit allen Einzelheiten... aber, der Junge ist niemals im Kaufhaus verloren gegangen. Als man ihm das dann sagte, konnte er es nicht glauben, denn er sähe doch den Mann, der ihn gefunden hatte, deutlich vor sich.

Das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, hat nichts mit objektiver Realität zu tun. Die gibt es nämlich nicht.

Herzlichst
Gerhard

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Re:

von christine (17.12.2007, 16:25)
Das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, hat nichts mit objektiver Realität zu tun. Die gibt es nämlich nicht.


Da bin ich 100% deiner Meinung, Gerhard. Es ist IMMER eine ganz persönliche Realität.
Das kommt ja auch in deinem Beispiel sehr verständlich rüber. Die erfundene Geschichte im Kaufhaus war für den Jungen offensichtlich so "real", dass er sie für sich als wahr übernommen hat. Er hat dem Psychologen ganz fest geglaubt, dass das alles wirklich passiert ist.

Und es zeigt zugleich ganz deutlich, dass wir unser Unterbewusstsein ganz gezielt "programmieren" können - mit positiven wie auch mit negativen Denkmustern, mit tatsächlich erlebten als auch mit erfundenen Erfahrungen.

Herzlichst - Christine
Liebe Grüße - Christine



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