Book on Demand Autoren schlechter als andere?

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El Creeco
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Book on Demand Autoren schlechter als andere?

von El Creeco (08.01.2008, 03:09)
Hallöchen,
:?
Ich möchte mich heute mal mit einer Frage an alle Kolleginnen und Kollegen wenden:
in einigen Buchforen, die ich hin und wieder überfliege, wurde kürzlich heftig über klassische Verlagshäuser und on demand Verlage diskutiert. Was mir dabei auffiel, war, dass viele Leser offenbar der Meinung sind, dass alle Book on Demand Autoren deutlich schlechter seien, weil sie ja nicht von einem Verlag "genommen" worden seien.
Wie steht ihr dazu, und was könnte man eurer Meinung nach gegen dieses Vorurteil tun? Sicher gibt es über die on demand Verlage einige Dinge auf dem Markt, die vorher durchgefiltert worden wären, andererseits finde ich, dass auch sehr viel über "richtige" Verlage veröffentlicht wird, was es nicht wert ist. (Sagen auch viele Buchhändler die ich kenne).
Mir geht es hauptsächlich darum, dass man als BoD Autor nicht automatisch als schlechterer Autor abgestempelt wird, und die Bücher von daher gar nicht erst gelesen werden.
Was haltet ihr davon? :?
liebe Grüße
El Creeco
Wo Licht ist, muss der Schatten weichen

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (08.01.2008, 08:02)
Solche Behauptungen werden gern aufgestellt. Das zeugt von einer gewissen arroganz derer, die glauben, es geschafft zu haben, wenn sie als Heyne-Taschenbuch für 99 Cent auf dem Grabbeltisch liegen. Und die Restauflage selbst kaufen durften.

Nein, Sarkusmus ist da nicht angebracht. Schließlich gibt es genug wirklich erfolgreiche Autoren in großen Verlagshäusern. Es sei ihnen von Herzen gegönnt!

Auch wenn vollkommen relativ ist, wer wirklich gut oder schlecht ist, dann haben Autoren, die unlektoriert und mit eigenem Dickkopf selbst veröffentlicht haben, natürlich einen gravierenden Nachteil. Das, was sie fabriziert haben, hat in den meisten Fällen vorher niemand bewertet. Als Book On Demand kann heute jeder alles schreiben, sei es auch der größte Müll oder eine echte Fehlerschleuder. Das fällt natürlich auch auf die "Perlen" unter den Selbstveröffentlichern zurück.

Ich will jetzt nicht behaupten, daß es automatisch Qualität bedeutet, wenn jemand bei einem der großen Verlage etwas herausgebracht hat. Doch zumindest ist der Autor mit seinem Werk bei jemanden angekommen, der von seinem Erfolg überzeugt ist.

Vielfach entscheiden sich Autoren zum Book On Demand, weil sie von den Verlagen abgelehnt wurden. Dabei sollte zumindest ehrlich über die Gründe einer Ablehnung nachgedacht werden. Auch wenn es heutzutage nur rund 2500 Bücher braucht, um in eine Bestsellerliste zu kommen, wollen Verlage in erster Linie verkaufen. Wenn dan ein Produkt vielleicht nach vorsichtiger Einschätzung rund 100 Leser findet, dann rechtfertigt das nicht die Produktion und die Werbung.

Manch ein Book On Demand-Autor ist mit 100 verkauften Werken jedoch schon mehr als zufrieden. Ich wäre es nicht.

Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Autoren. Die Kritikfähigkeit und die wirtschaftliche Beurteilung durch Dritte. Ob "besser" oder "schlechter" können nur die Leser entscheiden. Und hier haben die Verlags-Autoren einen echten Vorteil. Sie liegen bei allen Buchhandlungen aufgrund des hohen Werbeetats in den Auslagen.

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SandraR
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Re:

von SandraR (08.01.2008, 08:03)
Versuch es mal mit folgenden Argumenten:
1. Der Autor hat volle Kontrolle ueber sein Werk (bei BoD) bis hin zum Schutzumschlag.
2. Umweltschutz: Papier wird nur bei Bestellung bedruckt, somit schohnt es die Waelder.
3. Warum Zeit und Nerven fuer Verlagssuche aufwenden? Besser das naechste Buch schreiben.
4. Ein Agent ist wie ein Kindermaedchen, nur noch teurer
5. BoD funktioniert 100 Prozent via Internet, warum auf eingefahrenen Geleisen fahren, und nicht im Heute leben.
6. Ob ein Buch gut oder schlecht ist, letztlich entscheidet der Leser.
7. Mehr Demokratie im Buchdruck, den nicht die Verlage verlegen was dem Verleger gefaellt, so haben auch Buecher gegen den Mainstream eine Chance.
8. Auch herkoemmliche Verlage verlegen unglaublich viele dumme und seichte Buecher.

Vorangig der Umweltschutzgedanke duerfte einige Diskussionen ausloesen, den er ist tatsaechlich ein sehr gutes Argument fuer BoD.
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

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hawepe
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Re: Book on Demand Autoren schlechter als andere?

von hawepe (08.01.2008, 08:45)
Hallo,

El Creeco hat geschrieben:
in einigen Buchforen, die ich hin und wieder überfliege, wurde kürzlich heftig über klassische Verlagshäuser und on demand Verlage diskutiert.


Die Frage ist hier ebenfalls schon so oft und ausfuehrlich diskutiert worden, dass ich jetzt keine Lust habe, alles noch einmal zu wiederholen.

Meiner Erfahrung nach sind 99 Prozent der Book-on-Demand-Titel einfach grottenschlecht, wobei die Zahl nicht als statistischer Wert gemeint ist.

Auf Amazon gibt es ja die Inside-Suche, mit der man sich viele Buecher genauer anschauen kann. Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler sind leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Die Typographie ist laienhaft, ebenso sind es die Illustrationen.

Das zum Formalen.

Inhaltlich setzt es sich haeufig fort. Die Formulierungen sind platt und wenig zielsicher, lassen Sprachgefuehl und Stilsicherheit vermissen.

Aus verschiedenen Gruenden habe ich mir besonders Lyrik angeschaut. Meistens steht aber nur Lyrik auf dem Umschlag. Die Gedichte selbst mag ich nicht als solche bezeichnen, weil es von Metrik- und Rythmusfehlern wimmelt, die Sprache ungelenk ist und die Verdichtung fehlt.

Bei alledem geht es nicht darum, ob mir ein Text gefaellt oder nicht. Nur weil es Kunst ist, muss es einem nicht auch gefallen. Und nur weil es einem gefaellt, muss es nicht auch Kunst sein.

Natuerlich erscheint auch bei klassischen Verlagen vieles, was voller Maengel ist. Aber es geht um die Relationen.

Beste Gruesse,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (08.01.2008, 08:58)
Hallo,

SandraR hat geschrieben:
6. Ob ein Buch gut oder schlecht ist, letztlich entscheidet der Leser.


Klar, eine Million Fliegen koennen nicht irren :-)

Nicht Goethe ist der grosse Schriftsteller, sondern Bohlen.

Vorangig der Umweltschutzgedanke duerfte einige Diskussionen ausloesen, den er ist tatsaechlich ein sehr gutes Argument fuer BoD.


Was wuerde man nur ohne den Umweltschutz machen?

Nun muss man mir nur noch erklaeren, wie einerseits Kritik an den Buchhaendlern geuebt werden kann, dass sie sich keine Book-on-Demand-Buecher auf Vorrat hinlegen, andererseits aber das auf Vorrat drucken von Buechern den klassischen Verlagen angekreidet werden kann.

Beste Gruesse,

Heinz.

Kolan

Re:

von Kolan (08.01.2008, 09:34)
Hallo!

...wobei man wirklich sagen muß, daß auch bei den Manuskripten, die von Verlagen angenommen werden, nicht alles Gold ist, was glänzt...

Speziell im Fachbuchbereich kommt es definitiv mehr auf bekannte Namen an, als auf Sinn oder Inhalt - wie ich immer wieder feststellen durfte. Ich habe in dem Bereich mehrfach für "echte" Verlage Manuskripte freiberuflich lektoriert und kam manchmal aus dem Kopfschütteln echt nicht mehr raus. Zum Teil sind die "Autoren" kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn ihn in halbwegs korrektem Deutsch zu formulieren...

Und auch im Belletristik-Bereich habe ich sowas schon erlebt.

Aber der Vorteil ist ganz klar, daß ein Lektor hier alles nochmal überprüft und lesbar macht - während das ja in der Regel bei Book on Demand-Büchern gar nicht oder nur in Ansätzen geschieht. Das soll aber den extremen "Wildwuchs" hier nicht entschuldigen! Natürlich gibt es bei Book on Demand viel Schrott, aber sicherlich wären einige Bücher durchaus - angemessen überarbeitet - auch für Verlage interessant.

Schönen Tag noch!
Stefanie

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hawepe
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Re:

von hawepe (08.01.2008, 09:58)
Hallo Stefanie,

Kolan hat geschrieben:
Ich habe in dem Bereich mehrfach für "echte" Verlage Manuskripte freiberuflich lektoriert und kam manchmal aus dem Kopfschütteln echt nicht mehr raus. Zum Teil sind die "Autoren" kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn ihn in halbwegs korrektem Deutsch zu formulieren...


Wobei man natuerlich auch sagen muss, dass teilweise Honorare gezahlt werden, die ein Witz sind. Es gibt Verlage, die ihren Autoren inzwischen ganz offen empfehlen, einfach von anderen Autoren abzuschreiben, um auf ihr Geld zu kommen.

Aber der Vorteil ist ganz klar, daß ein Lektor hier alles nochmal überprüft und lesbar macht - während das ja in der Regel bei Book on Demand-Büchern gar nicht oder nur in Ansätzen geschieht.


Eben, das ist der Knackpunkt.

Beste Gruesse,

Heinz.

Laura
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Re:

von Laura (08.01.2008, 10:17)
Um noch mal auf Foren zurückzukommen:

In einem mir bekannten Forum wird, nach einer Phase, in der alles schlecht gemacht wurde, nun plötzlich jede Veröffentlichung bejubelt, egal, wo. Auch wenn das Werk oder die Geschichte beim unprofessionellsten Hobbyverlag oder sogar beim ebook - Verlag veröffentlicht worden ist.

Übrigens nimmt Delia, die Vereinigung für Liebesromanautoren, zumindest neuerdings auch ebooks als Anwärter für ihren Preis.

Passt vielleicht nicht ganz hierher bringt mich aber zum Nachdenken hinsichtlich der Qualitätsansprüche, die Autoren und befreundete Mitautoren an sich selbst und ihre Veröffentlichungen stellen und auch diejenigen, die "Literaturpreise" zu vergeben haben.

Fest steht, dass durch das Internet und die vielen Kleinverlage so etwas wie eine zweite Literaturszene entstanden ist und dadurch die Qualität immer mehr abnimmt. So gesehen, müsste am verzeifeln und das Schreiben ganz aufgeben. Gruß Laura

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PvO
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Re:

von PvO (08.01.2008, 10:59)
dass viele Leser offenbar der Meinung sind

Das ist ein weiterverbreiteter Irrglauben. Dem Leser ist es egal, wie das Buch entstanden ist. Ich hab's schon mal gesagt. es ist wie im Restaurant, dort ist dem Gast auch egal, ob sein Essen auf Gas Elektro oder Holz gekocht wurde, Hauptsache es schmeckt.
Diese Diskussionen werden doch nur zu ca 99% in diversen Foren von Schreibinteressierten Kollegen geführt. Ich wage zu behaupten, dass der Durchschnittleser gar nicht weiß, was BOD überhaupt bedeutet.
Was über Lektorat gesagt wurde, stimmt auch nur zum Teil. Ich hab für einige meiner Bücher Lektoren privat engagiert. Glaubt ja nicht, dass die Fehlerfrei sind. Traurig aber wahr.

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (08.01.2008, 11:29)
Dem Leser ist es egal, aus welchem Verlag das Buch stammt oder hergestellt wurde. Das ist auf diese Weise schon richtig. Allerdings wird ein Leser gern bei einem Buch, das ihm gefällt, wieder auf ein anderes Buch des gleichen Verlages zurück greifen. Umgekehrt funktioniert das natürlich auch. So habe ich beispielsweise die, meiner Meinung nach, bislang schlechtesten Krimis im Goldmann-Verlag gefunden. Also mache ich künftig einen Bogen darum.

Ob das Buch als Book On Demand gedruckt ist, fällt mir erst auf, wenn es 12 Wochen Lieferzeit hat oder auf dem Cover steht, weil ich weiß was das ist.

Es ist meiner Erfahrung nach auch richtig, daß in Schreibforen fast ausschließlich Schreiber ihren Senf abgeben. Oder gibt es hier einen "Nur-Leser"?

Kolan

Re:

von Kolan (08.01.2008, 11:31)
Tja, sogar gute, d.h. akribische Lektoren sind eben auch nur Menschen... cheezygrin
Allerdings kann ich selbst gut damit leben, wenn der Lektor noch eine Rechtschreibmacke übersieht (das ist "menschlich". Außerdem bezweifle ich persönlich sehr, daß man ein z.B. 300 Seiten Buch komplett fehlerfrei bekommt. Zumal etliche Schreibweisen auch rein ein "Gschmäckle" sind) - die Behebung von z.B. Logikfehlern und die Einhaltung der deutschen Grammatik ist für mich persönlich ein wichtiges Kriterium.

Ansonsten: Stimmt. Ich denke auch, dem Otto-Normal-Durchschnittsleser ist es egal, ob ein Buch nun von Knaur oder von BoD kommt. Die wissen nämlich in der Regel nicht, was das überhaupt ist - ein Book on Demand.
Allerdings hat er hierbei vielleicht leider eine größere Chance, den sogenannten "Griff ins Klo" zu machen???

VG!
Stefanie

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hawepe
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Re:

von hawepe (08.01.2008, 11:31)
Hallo Peter,

PvO hat geschrieben:
dass viele Leser offenbar der Meinung sind

Das ist ein weiterverbreiteter Irrglauben. Dem Leser ist es egal, wie das Buch entstanden ist. Ich hab's schon mal gesagt. es ist wie im Restaurant, dort ist dem Gast auch egal, ob sein Essen auf Gas Elektro oder Holz gekocht wurde, Hauptsache es schmeckt.


Auch wenn ich begeisterter Hobbykoch bin, werde ich wohl nie einen Restaurantbesitzer finden, der es mit mir als Koch versuchen wird. Und die wenigstens Buchhaendler versuchen es mit Book-on-Demand-Titeln.

Ich hab für einige meiner Bücher Lektoren privat engagiert. Glaubt ja nicht, dass die Fehlerfrei sind.


Lektor kann sich meines Wissens jeder nennen. Und selbst eine geschuetzte Berufsbezeichnung garantiert nicht, dass derjenige sich nach seiner Pruefung vor 40 Jahren jemals weitergebildet hat.

Nach meiner Erfahrung stehen wirklich gute Lektoren meistens irgendwo unter Vertrag oder sind auf Monate hinaus ausgelastet. Und sie sind entsprechend teuer.

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (08.01.2008, 12:07)
Den letzten Satz vorhin unterstreiche ich doppelt! :lol:

Lektorieren ist kein Freizeitvergnügen sondern mitunter
mühselige und langwierige Arbeit. Auch wenn man ein
noch so guter Schreiber ist, gegenüber dem eigenen
Text ist man oft, was Stilsicherheit betrifft (von sonstigen Feh-
lern ganz zu schweigen), geradezu "blind".

Wenig hilfreich sind auch gefällige Gegenleser, denn dann
kann es passieren, dass die geäußerten "Empfehlungen"
dem Ursprungstext mehr schaden als nützen.

Ein ordentlicher Lektor ist von Aufträgen überhäuft. Das
verdankt er seinem über Jahre hindurch erworbenen Ruf,
auch wenn die Berufsbezeichnung ebenso wenig "geschützt"
ist wie jene des Schriftstellers.

M-F Hakket
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Registriert: 20.08.2009, 13:37

Re:

von M-F Hakket (08.01.2008, 12:17)
Der "Leser" ist keine Einzelperson. Er ist die Masse. Und die Masse ist "dumm" - im übertragenen Sinne. Ja, es stimmt, dass viele der "Selbstverleger" unwichtiges, schlechtes "Zeug" schreiben. Und ja, es stimmt, dass unter den "Selbstverlegern" viele wahre Perlen vorhanden sind. Ja, auch bei Heyne, Lübbe und Co wird "Schrott" verlegt, auch wenn der Schrott professioneller ist. (Auf der anderen Seite kann ein Hobbyautor, der ohne Hilfe ein gutes Buch auf den Markt gebracht hat, sich gleich doppelt auf die Schulter klopfen.)
Wenn sich ein Leser halbwegs auskennt, wird er schon im Vorfeld sagen, dass ein Buch, das im Selbstverlag erschienen ist, schlecht sein muss. (Ich kenne das selbst: Viele Autoren sagen mir, dass sie deshalb nicht für eine Veröffentlichung bezahlen, weil sie dann als "nicht verlegt" gelten.) Das meine ich mit "dummer" Masse (ich meine jetzt nicht diese Autoren, ihre Sicht ensteht ja durch die Meinung der Masse). Wobei man der Masse auch keinen Vorwurf machen kann - irgendwie erstellt sich ja jeder eine Richtlinie. Jeder weiß, dass es Ausnahmen gibt, aber will man ständig daran erinnert werden? Verkompliziert ja nur ...
Große Verlage achten nicht auf Qualität, sonder auf Verkaufschancen. Aber das wurde hier ja schon gesagt.
Fehler in Büchern sind nicht zu vermeiden, aber wie Cekado an anderer Stelle schon mal meinte, verwundert doch die Blindheit mancher Autoren, was die Nachbearbeitung ihres Manuskriptes angeht, sehr. Und nicht nur das trägt zu dem schlechten Ruf der Bod-Autoren bei. (Sichwort Lieferprobleme cheezygrin )

Mehr regen mich die Autoren auf, die subjektiv schlecht schreiben, nach Meinung fast aller Testleser kein Talent besitzen und sich dann darüber beklagen, dass sie kein Geld für ihre "Arbeit" bekommen. Die Tatsache, dass Autoren, die wirklich gut schreiben, und es dennoch nicht schaffen, "richtig" verlegt zu werden, ist eine traurige. So geht dem Leser einiges verloren.

Es ist, wie bei vielem im Leben eine Gradwanderung. Versucht man es selbst und riskiert eine Ablehnung aufgrund der "dummen" Masse? Oder verzichtet man lieber? Oder wie?

(In diesem Zusammenhang dollte der Trööt über Talent nochmals genauer studiert werden cheezygrin )

Es ist schön, dass heutzutage jeder ein Buch veröffentlichen kann. Das Recht sollte jeder haben. Aber man sollte nicht immer auf sein Recht bestehen.

hwg
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Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (08.01.2008, 12:37)
Meine Meinung zu Druckkostenzuschussunternehmen und deren Autoren dürfte hier inzwischen bekannt sein.

Leser = Masse kann ich aber nicht unterschreiben. Geübte Buchliebhaber, deren es angesichts von nur rund 12 Prozent Bücherlesern in der Bevölkerung nicht g a r so viele gibt, finden auch unter BoD-Produkten und in Kleinverlagen erschienen Werken ihre "Perlen". Aber nur dann, wenn sich ein Autor bereits bewährt hat.

Bei Erstveröffentlichungen ist es immer schwer, einen breiten Leserkreis sofort zu erreichen. Große Verlagshäuser können dabei auf ihre bewährten Marketingstrategien setzen und so einen "Neuling" pushen.

Allerdings ist dieser dann meistens angehalten, sobald wie möglich ein neues, womöglich gleichwertiges, wenn nicht gar 'besseres' Werk nachzureichen. Gelingt ihm dies nicht, ist er bald wieder "out" und
wahrscheinlich von Lesern vergessen.

BoD-Autoren steht es selbstverständlich frei, so viele "Eigenbau"-Bücher drucken zu lassen, wie es ihnen gefällt. Doch wenn sich so gar keine
Käufer einstellen (von wegen Masse :lol: , die jedoch für einen Erfolg notwendig ist), wird der die dafür notwendigen finanziellen und sonstigen Bemühungen wahrscheinlich über kurz oder lang einstellen. Und mit
"Eintagsfliegen" verschafft man sich kaum Aufmerksamkeit und schon gar nicht einen nennenswerten, länger anhaltenden Zuspruch. Da kann der Text noch so toll sein.

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