Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

Buchblock, Cover, Print on Demand, E-Book-Konvertierung: Euer Forum rund um die Bucherstellung.


Dan-cer
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Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Dan-cer (05.11.2018, 16:51)
Hallo! Gerade habe ich bei BoD mein erstes Buch hochgeladen und beauftragt. Leider gab es Hinweise, dass einige Fotos eine ungenügende Auflösung haben.
Ich möchte gern mit möglichst wenig Zusatzarbeit das Resultat verbessern.
Dazu als Vorab-Info:
Erstellt habe ich das Buch mit LibreOffice im Format A4. Die Bilder sind alle im JPG-Format. Dann habe ich es exportiert nach PDF mit verlustfreiem Export der Bilder.
Mit "PDF XChange Editor" habe ich schließlich in das Format A5 übertragen.

Ich hätte von vornherein in A5 schreiben sollen, oder? Leider hab ich das nicht gemacht.

Im Grunde geht es ja bei den Mängeln "nur" um die Bild-Auflösung. Hat jemand eine Idee, wie ich das Ergebnis auf einfache Weise verbessern kann?

Vielen Dank im Voraus!

Margret
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Margret (07.03.2019, 18:20)
Das Problem ist libre. Irgendwo auf den BoD-Seiten wird darauf hingewiesen, dass man möglichst nur Word nimmt und es werden auch bestimmte PDFs genannt. Mein Cover habe ich über paint gemacht, gespeichert, dann mit Gimp geöffnet und darüber ein PDF erzeugt. Am Bildschirm sah es o. k. aus.
Wenn du kein Word hast, frag mal in euren Bibliotheken nach, einen Officezugang haben ganz viele. Sogar einen Internetzugang mit freien Arbeitsplätzen.

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Hannelore Goos
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Hannelore Goos (07.03.2019, 20:31)
Vielleicht ein richtiges Setzprogramm, statt eines Schreibprogramms? Auch wenn es für Laien ganz nett ansieht - richtigen Buchsatz kriegt man mit WORD nicht hin.
Es gibt Menschen, die denken gern, und Menschen, die schreiben gern. Leider sind das nicht immer dieselben. book:
(Aus einem Gartenforum)

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mtg
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von mtg (07.03.2019, 21:18)
Margret hat geschrieben:
Irgendwo auf den BoD-Seiten wird darauf hingewiesen, dass man möglichst nur Word nimmt

Nein, das steht nirgendwo – und ich muss Hannelore recht geben. Word ist ein Schreib-, aber definitiv kein Satzprogramm. Man kann vielen BoD-Büchern ansehen, dass sie mit Word »gesetzt« wurden.

BoD stellt lediglich Word-Vorlagen zur Verfügung, weil die Kunden zu 95% absolute Laien sind, Word aber auf dem eigenen Computer haben.

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Oldenfelde
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Oldenfelde (08.03.2019, 11:19)
Über gute und günstige Textsatzsysteme wurde hier schon einige Male geschrieben. Word gehört definitiv nicht dazu.

Wenn ich meinen Favoriten erwähne, findet das auch nicht immer Anklang - weil sich wohl nur Wenige trauen, mal etwas Neues auszuprobieren. Das Programm ist topaktuell, aber über dreißig Jahre alt. Es kann eigentlich alles, was man von einem Satzsystem erwartet - aber niemand kann daran verdienen und deshalb findet man keine kommerzielle Werbung. Im Web kann man es kostenlos herunterladen. Ich schreibe bereits mein zweites Buch damit, obwohl ich LaTeX erst Mitte letzten Jahres kennen gelernt habe.

Die oder der Erste hier aus dem Forum, der sich traut, mal einen Blick in die Möglichkeiten des Programms book: zu werfen, und der sich per Mail bei mir meldet, dem sende ich kostenlos eines meiner ersten FUN-Versionen von Ende 2018 zu. Das Buch ist speziell für Buchautoren geschrieben.

Wer Neues nicht wagt, am Alten verzagt.
(Marion Gitzel, deutsche Schriftstellerin, *1947)
https://latex-buch.de/
Als Autor finde ich auch diese Signatur sehr passend:
Aus Zeitgründen sehe ich meistens von der Korrektur von Schreibfehlern ab. Man möge es mir fazein.

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Siegfried
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Siegfried (08.03.2019, 19:10)
Vielleicht kann hier mal jemand erläutern, wo die qualitativen Unterschieden liegen, wenn ein Buchblock in Word, Open Office, Libre Office, InDesign, Scribus, LucidPress, VivaDesigner, Quark Express, LaTex erstellt wird.

Mir geht es hier nicht (ausdrücklich "nicht") um die Handhabung, sondern um das fertige Ergebnis. Und es geht mir bei dem Endprodukt nicht um einen Buchblock, der mit Grafiken, Fußnoten, Tabellen, mathematischen Formeln usw. gespickt ist, sondern um schlichte erzählende Literatur (kurz: Fließtext).

Was ist im Endergebnis beim Buchblock eines Romans von 200 Seiten bei den o. g. Programmen der entscheidende Unterschied? Woran erkennt man diese 95 Prozent Autoren, die schlechten Buchsatz gemacht haben (und damit meine ich nicht menschengemachte Fehler im Layout).

Ich habe gerade eine Webseite gefunden, da wird ebenfalls gesagt, Word sei für Buchlayout schlecht. Begründung: Word ist kein Satzprogramm, Word ist eine Textverarbeitung. Das ist die gesamte Begründung. IMHO recht schief. Nur weil die Schublade eine andere Beschriftung hat, ist das produzierte Ergebnis also schlecht? Ich behaupte ja auch nicht, ein Fiat 500 ist kein Auto, weil er keine 200 Stundenkilometer schafft.

Zweites Argument auf dieser Webseite: Word hat nur eine begrenzte Anzahl von Schriftarten. Wie viele Schriftarten benötigt der Autor / die Autorin für die Gestaltung eines Kurzgeschichten-Sammelbandes? 2.000? 4.000 ?

Drittes Argument: Wenn man den Text verändert, verrutschen die Bilder. Richtig, das passiert. Aber in einem Roman oder einem Kurzgeschichtenband habe ich gar keine Bilder. Was jetzt?

Viertes Argument: Die Word-Versionen sind untereinander nicht kompatibel, wenn es um Layoutfragen geht. Richtig. Aber wechselt man beim Layout eines Romanes zwischen diversen Word-Versionen? Habe ich jedenfalls noch nie gemacht.

Fünftes Argument: InDesign ist beim Layouten besser als Word, weil ... und hier heißt es tatsächlich auf der Webseite: Weil InDesign mehr kann. Und deshalb besser geeignet ist. Punktum. Nicht gerade eine schlüssige Begründung.

Folgebegründung zum fünften Argument: Bei InDesign kann man die Seitenformate und die Seitengröße so einstellen, wie sie später im Buch aussehen sollen. Das kann Word nicht. Ist das so? InDesign verhindert Schusterjungen und Hurenkinder - was Word nicht kann (ich habe da andere Erfahrungen mit der Absatzflusskontrolle in Word, aber egal).

Sechstes Argument (dieses Argument steht nicht auf der Webseite): Wenn jeder Autor / jede Autorin das eigene Buch selbst gestaltet, entgehen den Layoutern massig Aufträge. Deshalb ist Word ein ungeeignetes Layoutprogramm. Honni soit qui mal y pense!

Deshalb nochmals meine Bitte:
Was ist im Endergebnis eines Fließtext-Buchblocks der entscheidende Unterschied, dass man auf Word verzichten sollte?

Können wir einfach mal ein paar PDF-Dokumente gegenüberstellen und daran eindeutig belegen: Das ist der Nachteil von Word und das ist der Vorteil eines professionellen Satzprogramms? Wie gesagt: Belletristische Literatur ohne Schnickschnack. Wäre nett. Denn ich lerne gerne hinzu.
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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mtg
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von mtg (08.03.2019, 20:48)
Ich kann aus eigener Erfahrung nur Folgendes beisteuern:

Ich arbeite seit vielen Jahren mit QuarkXPress, weil es als DTP-Programm schlicht alle Notwendigkeiten enthält, einen ordentlichen Satz zu erstellen. Dazu gehören optimierte Spationierung, gleichmäßiger Buchstaben- und Wortabstand, Ligaturen, ordentlicher Bildumfluss (okay, bei Belletristik eher sekundär), dazu gehören aber auch die exakte Bestimmung des Durchschuss', korrekte Trennungen und kontrollierter Zeilenfall. Und es gibt noch mehr professionelle Kriterien, die so manchen Hobbyautor überfordern würden.

Kurz: Mit einem Programm wie QuarkXPress – und das gilt für DTP-Programme aller Art – ist es möglich, auf alle Notwendigkeiten des professionellen Buchsatzes einzugehen. Für 95% aller Hobby-Autoren mag so etwas uninteressant sein – aber wer sich ein bisschen mit der Materie auskennt, weiß, dass auch die Optik eine wichtige Rolle spielt.

Bei Word gibt es Blocksatz, der ohne Rücksicht auf Verluste den Wortabstand verändert (Beispiel 4, 2. Absatz) … dazu gibt es Autoren, die Blocksatz völlig ignorieren (was darauf schließen lässt, dass sie noch nie ein Buch in Händen gehalten haben), wilde Zeilenabstände produzieren, von Zeileneinzügen nie etwas gehört haben usw usf.

Ich kann dazu u.a. ein Werk des Kollegen Heinen-Anders (Beispiel 1) oder das vor einiger Zeit in diesem Forum besprochene Berlin-Buch der Anette R. (Beispiel 2) anführen, deren handwerkliche Qualität auf »Hobby-Autoren«-Ebene liegen. Ich beziehe mich hier ausschließlich auf die handwerkliche Qualität und nicht auf den Inhalt (das ist ein ganz anderes Thema und gehört nicht in diese Diskussion) – aber: Auch die Präsentation entscheidet über die Glaubwürdigkeit des Inhalts. Zum Vergleich: Mein »Frischfleisch war ich auch mal« (Beispiel 3 – aus einer Leseprobe, daher ohne Paginierung)

Und bevor ein falscher Zungenschlag ins Spiel kommt: Ich bin nicht unfehlbar, und ich weiß das. Aber ich habe eben auch bei der formalen Qualität meine Prinzipien. Nach über 35 Jahren in der Werbebranche – die überaus meisten davon in der Selbstständigkeit – darf ich die auch haben. Übrigens: Den Anspruch, den ich an Andere stelle, stelle ich auch an mich – sogar noch vorher.

Und: Die Anzahl verfügbarer Schriften ist kein Argument. Es gibt Dutzende von freien Fonts, und es gibt haufenweise bezahlbare Fonts. Dass der Kauf von Schriften für Hobbyautoren eher sekundär ist, ist verständlich. Aber trotzdem sind Arial, Times Roman, Tahoma oder Cambria schlicht und ergreifend keine Schriften für den Buchsatz.

Noch einmal: Jeder darf auch bei der Bucherstellung machen, was er oder sie will. Das ist das Schöne am on-demand-Prinzip. Aber man darf sich dann eben auch nicht wundern, wenn – oder dass – man als Autor nicht ernst genommen wird.
Dateianhänge
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Beispiel 2.png
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Monika K.
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Monika K. (08.03.2019, 21:11)
Hallo, Matthias,

würdest du bitte deinen Text in Word kopieren, alles Machbare dort einstellen und das Ergebnis deiner Originalseite gegenüberstellen? Das wäre sehr nett. Denn dann kann man an einem praktischen Beispiel sehen, wovon du in deiner Antwort sprichst.
Wenn ich Siegfrieds Frage richtig verstehe, geht es hier nicht um Bücher, deren Autoren nicht mit Word umgehen können oder nicht wissen, wie ein Buch auszusehen hat, sondern um Werke, bei denen alles, was Word zu bieten hat, auch genutzt wird. Sonst vergleichen wir hier Äpfel mit Birnen. Bei deiner Software kann man nämlich auch Flattersatz einstellen, wenn man es nicht besser weiß. Das spricht nicht gegen deine Software, sondern gegen den Nutzer.

Viele Grüße
Monika
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mtg
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von mtg (08.03.2019, 21:18)
Mein Beispiel ist bereits auf PNG geändert und damit vergleichbar. Ich habe zudem ein weiteres Beispiel eingefügt mit typischen Word-Blocksatz.

Ich habe Siegfried anders verstanden: Er möchte Beispiele, an denen man sieht, dass Word nicht die Ergebnisse bringt, die ein professionelles Satzprogramm liefert. Ob man Flattersatz bei einem Programm einstellen kann oder nicht, ist völlig sekundär. Das kann man bei Word auch …

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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von mtg (08.03.2019, 21:34)
Ergänzung: Wenn jemand mit Word umgehen kann, mag er (oder sie) auch zufriedenstellende Ergebnisse erzeugen können. Die Realität der on-demand-Bücher zeigt aber, dass es die Wenigsten können … oder kümmert.

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Monika K.
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Monika K. (08.03.2019, 21:50)
Das vierte Beispiel wurde mir eben nicht angezeigt. Ich sah nur drei.

Die ersten beiden Seiten sind nicht aussagekräftig, weil die Autoren Flattersatz verwenden. Momentan sehe ich zwei Beispiele (1 + 2), die für mich indiskutabel sind, weil die Autoren keine Ahnung von Word haben, und zwei Seiten (3 + 4), die unterschiedlich gestaltet sind, sodass ich sie schlecht vergleichen kann. Beim vierten Beispiel frage ich mich, ob die automatische Silbentrennung genutzt oder generell von Hand getrennt wurde, da die fünfte Zeile geradezu nach einer Trennung des folgenden Worts schreit. Da würde ich zumindest von Hand eingreifen, wenn Word nicht richtig trennt. Auch die Anführungszeichen sind unschön. Da wurden nicht alle Möglichkeiten genutzt, meine ich.

Ich würde gern denselben Text einmal mit deiner Software und einmal mit Word gesetzt sehen - unter Nutzung sämtlicher Möglichkeiten, die Word bietet. Wenn das zu viel Mühe macht, verzichte ich natürlich gern. Es hätte mich nur einmal interessiert, wie sehr die Unterschiede ins Auge stechen, wenn man Word beherrscht. (Dass ein Buch doof aussieht, wenn man Word nicht beherrscht, ist mir klar und bedarf keines Vergleichs.)

Ich lese hier mal weiter mit und bin auf weitere Antworten gespannt.

Viele Grüße
Monika

edit: Eben sah ich deine neue Antwort. Ich schicke meine jetzt aus Zeitmangel trotzdem unverändert ab. Bei dem Punkt sind wir uns einig. Hier im Forum wird aber immer wieder behauptet, dass Word generell ungeeignet sei. Nicht so sehr von dir, aber von anderen. Wenn jemand mit einer Software nicht umgehen kann, ist das Ergebnis nie zufriedenstellend. Das gilt für jede Software. Ich wundere mich häufig über Autoren, die ein Buch nach dem anderen produzieren, ohne auch nur ein Gramm dazuzulernen. Dafür kann Word nichts. Da fehlt die Lernbereitschaft. Und das sagt bei einem Sachbuch sogar auch etwas über den Inhalt aus, finde ich.
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von mtg (08.03.2019, 22:36)
Liebe Monika,

speziell Dein »edit« unterschreibe ich vollinhaltlich.

Zu den Beispielen 3 und 4: Vergleiche bitte die Wortabstände im zweiten Absatz des Beispiels 4 mit Beispiel 3. Ob das in 4) erzwungene Silbentrennung ist oder nicht, ist sekundär. Hier gibt sich jemand mit etwas zufrieden, ohne sich Gedanken zu machen. Es kommt nicht so sehr darauf an, was ein Programm kann, sondern was der User daraus macht. Und wir alle wissen, dass der häufigste Computerfehler etwa 60 cm vor dem Monitor sitzt.

Ich werde aber meinen Text jetzt nicht in ein Word-Korsett zwängen, weil mich Word aus den unterschiedlichsten Gründen niemals wirklich interessiert hat … und ich auch nicht wüsste, warum ich mich mit einem für mich uninteressanten und vor allem unzureichenden Programm befassen sollte. Ich habe beruflich oft genug die Situation, dass Kunden auf ein Word-Dokument bestehen, das ich mühsam in eine ansprechende Form bringen muss … in der Hoffnung, dass es am anderen Ende der Leitung auch genau so ankommt. Ein Word-Dokument ist schlicht nicht stabil; die Optik ist u.a. auch vom Empfangsgerät abhängig. Selbst Schriftschnitte sind nicht identisch.

Ich erinnere mich an ein Manuskript, das in Word gesetzt eigentlich als Druckvorlage dienen sollte, bei dem ich aber bei jedem Öffnen einen anderen Zeilen- und Seitenfall bekam. Das war für mich der endgültige Beleg, dass es keinen Sinn hat, ein ungeeignetes Programm zu einer Perfektion zu erlernen, die ich niemals brauchen werde. Es war leichter, aus 168 Seiten Word 184 Seiten Quark zu generieren und dabei noch Fotos und Illus problemlos einzusetzen, als sich zu bemühen, Word zu stabilisieren.

Word ist und bleibt kein DTP-, sondern lediglich ein Textverarbeitungsprogramm. Das kann es dafür aber auch sehr gut. Ich bekomme Manuskripte, die ich setzen soll, viel lieber in Word als einem anderen Programm, weil der Dateiaustausch in der Korrektur- und Freigabephase gut funktioniert. Aber wenn es ans »Eingemachte« geht, bleibe ich lieber bei »the real thing«. Jeder hat da seines. Und wer Word nutzt, soll das gerne machen und muss mit dem Ergebnis leben. Aber professionell ist es in den seltensten Fällen … zumindest nach dem, was ich bisher gesehen habe.

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Monika K.
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Monika K. (08.03.2019, 23:10)
Ich sehe gerade, dass ich mich oben falsch ausgedrückt habe, und bitte um Entschuldigung. Ich meinte beim 4. Beispiel nicht die fünfte Zeile, sondern die fünfte nach der Leerzeile.

Ein Word-Experte ist locker in der Lage, meine Bücher in die richtige chronologische Reihenfolge zu bringen, ohne aufs Datum zu schauen, weil ich im Laufe der Jahre ständig dazugelernt habe. Das ist nichts, worauf ich stolz bin. Meine ersten Bücher sind grauenhaft. Aber ich habe mich zumindest bemüht, mich zu verbessern. Ob ich jetzt alle Tricks kenne, weiß ich nicht sicher und bin stets für Hinweise dankbar. Die Anleitungen von BoD sind übrigens sehr hilfreich, finde ich. Leider gab es die in meiner Anfangszeit noch nicht.

Mit diesen Punkten kämpfe ich bei Word:
1. Was du bereits angesprochen hast: Der Austausch von Word-Dateien ist nicht empfehlenswert und lässt einen irgendwann an Geister glauben. Ich verschicke daher ausschließlich die fertige PDF-Datei, wenn ich für Gemeinschaftsprojekte den Buchblock erstelle.
2. Die Absatzkontrolle (Vermeidung von "Witwen und Waisen") sorgt in meiner Version (2016) manchmal für unlogische Ergebnisse. Dafür habe ich noch keine Lösung gefunden.
3. Ganz vereinzelt funktioniert die automatische Silbentrennung nicht korrekt, da Word nicht alle Wörter und vor allem Namen kennen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei anderen Programmen niemals manuell eingegriffen werden muss, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.

Wenn ich bisher in Diskussionen gefragt habe, woran man bei einem Buch erkennen kann, dass der Buchblock mit Word erstellt wurde, bekam ich immer Antworten wie "fehlende Registerhaltigkeit", "Straßen", "fehlende Silbentrennung" oder sogar "Flattersatz". Nein, daran erkennt man nicht Word, sondern einen Nutzer, der nicht weiß, wie man das einstellt bzw. vermeidet. Und da hilft auch nicht der Rat, eine andere Software zu verwenden. Wenn er sich in die genauso schlecht einarbeitet, sieht das Ergebnis auch nicht besser aus.

Vielen Dank für deine ausführlichen Antworten, Matthias. thumbbup

Viele Grüße
Monika
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von Oldenfelde (08.03.2019, 23:21)
Siegfried hat geschrieben:
Vielleicht kann hier mal jemand erläutern, wo die qualitativen Unterschieden liegen, wenn ein Buchblock in Word, Open Office, Libre Office, InDesign, Scribus, LucidPress, VivaDesigner, Quark Express, LaTex erstellt wird.


Wäre ich Romanschreiber, würden wohl meine Word, QXP und LaTeX Dokumente alle vergleichbar aussehen. Wenn ein Buchblock, erstellt mit einem dieser Programme, nicht gut aussieht, sind das handwerkliche Fehler und haben nichts mit dem verwendeten Programm zu tun.

Ich bin nach Word und QuarkXPress bei LaTeX gelandet, weil nur damit meine Anforderungen erfüllt werden konnten.

Aber was ich in den Beispielen von Matthias sehe, könnte mir mit LaTeX nicht passieren.

Da gibt es teilweise einen Zeileneinzug im neuen Absatz und dann wieder einen Zeilenabstand zwischen Absätzen (Beispiel 4). Oder es tauchen wirklich unschöne Wortabstände auf, weil Word die Wortabstände nur zeilenweise berücksichtigt und eine abgeschlossene Zeile nicht mehr neu berechnet. LaTeX berechnet die Wortabstände erst, wenn ein kompletter Absatz fertig ist und kann dadurch die Wortabstände viel besser verteilen und dafür sorgen, dass diese innerhalb eines Absatzes fast immer gleich sind.

Ich nutze nur deshalb LaTeX, da dieses Programm es mir leichter macht, als z. B. Word, einen guten Satzspiegel zu erstellen. Und gerade für Romanschreiber, die fast nur texten, ist die Lernphase zwischen den Programmen kaum unterschiedlich, da man sehr vieles nicht benutzen muss, was die Nicht-Word-Programme zusätzlich können. Die Eingabe aller Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen auf der Tastatur ist bei LaTeX nicht anders, als bei Word und Co. Warum sollte also eines der Programme für Textschreiber schwieriger zu nutzen sein, als ein anderes Programm?

Und mit Sicherheit sind die teuren Programme nicht zwingend besser, als die günstigen oder sogar kostenlosen, solange der Schreiberling der Gleiche bleibt. Ich freue mich schon auf den Test von Scribus, der ab Jahresmitte bei mir eingeplant ist.
https://latex-buch.de/
Als Autor finde ich auch diese Signatur sehr passend:
Aus Zeitgründen sehe ich meistens von der Korrektur von Schreibfehlern ab. Man möge es mir fazein.

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mtg
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Re: Wie vermeide ich Verluste bei Bildauflösung mit LibreOffice?

von mtg (08.03.2019, 23:25)
Monika K. hat geschrieben:
Nein, daran erkennt man nicht Word, sondern einen Nutzer, der nicht weiß, wie man das einstellt bzw. vermeidet. Und da hilft auch nicht der Rat, eine andere Software zu verwenden. Wenn er sich in die genauso schlecht einarbeitet, sieht das Ergebnis auch nicht besser aus.

Danke, Monika. Das ist ein Punkt, den ich in meine Argumentation übernehmen sollte. thumbbup

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