Was bringt eine Lesung?

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


Athenaios
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Was bringt eine Lesung?

von Athenaios (28.04.2007, 23:34)
Hallo, ich frage mich manchmal, ob es was bringen würde, sich um eine eigene Lesung zu bemühen.

Also ich stelle mir das so vor: Per Ochsentour eine Buchhandlung finden, die das mit einem macht, dann lesen, Publikum vielleicht 5-10 Personen. Verkaufte Exemplare am Abend: 2. Und sonst? Nun ja.

Wer hat schon Erfahrungen gemacht?
Lohnt es sich? Unter welchen Umständen?
Was sollte man beachten?
Meine Internetseite mit meinen Büchern über Platons Atlantis:
http://www.atlantis-scout.de/

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Amos
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Re:

von Amos (29.04.2007, 08:32)
Was bringt eine Lesung?
Die Frage ist sehr weitläufig.
Mir als Autor oder dem Publikum? Ich denke mal von mir als Autor
Als Autor:
sammle ich Erfahrung mit dem Buchhandel, sammle Erfahrung mit meinen eigenen Texten, wann lese ich die sonst laut vor?
Bei anschließenden Gesprächen mit dem Publikum sammle ich Anregung für das weitere Autorenleben.
Letzlich verkaufe ich sogar noch Bücher. Wenn es nur zwei sein sollten, kann es durchaus sein, das Nachkäufe die Anzahl erhöhen.
Die örtliche Presse ist manchmal da oder der Autor versorgt die Presse mit einem Artikel nach der Lesung.
An Lesungen rankommen ist nicht unbedingt eien Ochsentour.
Netzwerke nützen. Örtliche Buchhandlungen, die müssen den Autor doch von diversen Buchkäufen gut kennen, dazu der persönliche Bekanntenkreis in ganz Deutschland, die können auch Lesungen anbieten. Zielgruppenorientiert, z.b. im Seniorenheim, im Kindergarten, in Schulen und natürlich in Buchhandlungen. Der Verkauf ist nicht primär das Ziel, das bekannt werden ist das Ziel. Dann stellt sich alles weitere von alleine ein. Ein website mit button Presse ist hilfreich, siehe, www.amos-ruwwe.de Presse
Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.
ISBN 3-8334-4103-8
www.amos-ruwwe.de

hwg
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Re:

von hwg (29.04.2007, 14:02)
Meine Lesungen sind bisher von Buchhandlungen, Literaturvereinigungen, städtischen Kulturreferaten, Geldinstituten und Schulen organisiert worden. Ich selber war oft über die Einladungen dazu überrascht, denn direkt "beworben" habe ich mich eigentlich nie.

Da ich auch in regionalen Zeitschriften regelmäßig veröffentliche, dürfte ich einen relativ breiten Bekanntheitsgrad haben. Und da spielt höchstwahrscheinlich auch die Mundpropaganda eine wesentliche Rolle. Manchmal sind schon - so in der steirischen Landeshauptstadt Graz, aber auch in Wien, Salzburg und anderen kleineren Orten, bis zu 100 Zuhörer gekommen. Vielleicht hat dabei manchmal auch das musikalische Rahmenprogramm mit in- und ausländischen Ensembles "mitgeholfen".

Den Verkauf der Bücher und Zeitschriften überlasse ich grundsätzlich dem jeweiligen Veranstalter bzw. Buchhändler vor Ort. Zudem lese ich nur - bis auf kariative Ausnahmen - gegen ein vereinbartes Honorar vor. Schließlich will und muss ich von meiner Schreiberei den Unterhalt bestreiten - und das wird auch respektiert.

hwg
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Re:

von hwg (29.04.2007, 14:17)
Nachbemerkung: Da ich ja auch als Journalist tätig bin, schreibe ich selbstverständlich nicht über meine eigenen Lesungen. Dazu sind schon die Kolleginnen und Kollegen aus den Redaktionen bereit.

Von Autoren selbst angefertigte und an Redaktionen verschickte Beiträge über eigenes Schaffen werden zwar beachtet, im Regelfall jedoch von Redakteuren nach Rückfragen bearbeitet. Bei Lesungen bekommt meistens ein Mitarbeiter der Redaktion den Auftrag zur Teilnahme.

So besuche ich in unserer weitläufigen Region beispielsweise im Monat oft bis zu 20 Lesungen von sehr bekannten bis noch ganz "frischen" Autor(inn)en. Darunter sind nicht wenige mit BoD-Büchern, wovon an manchem Abend oft bis zu 50 Exemplare verkauft werden.

Ich wohne in Rottenmann, einer 1000 Jahre alten Bergstadt im Bezirk Liezen. Der Bezirk Liezen ist flächenmäßig der größte von Österreich (größer als das Bundesland Vorarlberg), hat allerdings insgesamt nur rund 85.000 Einwohner. Die steirische Hauptstadt Graz, zweitgrößte Stadt nach Wien, liegt via Autobahn etwa 100 Kilometer weiter südlich, also auch keine große Entfernung für obersteirische Literaten, denen etwas an Kontaktvertiefung liegt. Im deutschsprachigen Raum ist Graz schon oft als "heimliche europäische Literaturhauptstadt" bezeichnet worden. Viele, heute international anerkannte Autoren (ein Beispiel: Peter Handke) sind aus dem "Forum Stadtpark", bekannt auch durch die Zeitschrift "manuskripte", hervorgegangen. Und der Grazer Literaturverlag Droschl ist auch in Deutschland gut bekannt.

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Adriana
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Re:

von Adriana (29.04.2007, 14:21)
Also, wir (d.h. meine 3 Co-Autoren und ich) hatten am 25.04 in einer öffentlichen bibliothek unsere erste Lesung. Ich muss sagen, dass es eine aufregende und sehr schöne Erfahrung war. Der Raum war voll und mehr als die Hälfte der Besucher haben anschließend spontan unser Buch gekauft. :)

Es ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, sein Buch bekannter zu machen - und gerade Lyrik entfaltet seine volle Wirkung erst durch gute Rezitation.
Man muss natürlich einiges an PR machen, wenn eine relevante Zahl von Besuchern kommen soll. Das heißt: Flyer in der Stadt verteilen, Termine ins Internet stellen und natürlich: Mundpropaganda, Mundpropaganda, Mundpropaganda :) .

Die größte "Schwierigkeit" ist wohl, geeignete Räumlichkeiten zu finden. Vor allem solche, wo man keine Saalmiete zahlen muss :wink: .
Wir hatten in unserem Fall Glück, weil die Bibleothekarin eine Bekannte von uns ist. Zur Zeit stehen wir auch mit einer größeren Buchhandlung in "Verhandlungen" und hoffen, der Erfolg wiederholen zu können.

hwg
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Re:

von hwg (29.04.2007, 14:30)
Also, ich bevorzuge Lesungen in Gaststätten (Extrazimmer), wo es die Besucher gemütlicher haben und, so wie ich, auch rauchen können (jedenfalls derzeit noch).

Schrecklich finde ich Schulräume und dergleichen, in denen die Zuhörer in Reih und Glied sitzen müssen und dabei, besonders wenn der Vortragende immer leiser und leiser wird, was oft der Fall ist, gegen das Einschlummern ankämpfen.

Autoren sind leider oft wenig talentierte Vorleser, da wäre es oft gescheiter, sie würden einen geübten Rezitator aus dem Bekanntenkreis "einstellen". Jedenfalls ist das meine aus vielen Lesungen gewonnene Erkenntnis.

Auch wenn Hörbücher momentan boomen, ein eifriger Leser ist nicht immer ein guter Zuhörer - und natürlich auch umgekehrt.

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ChrisK
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Re:

von ChrisK (29.04.2007, 15:35)
Unter http://www.kopietz-sommer.com/index.php?option=com_content&task=category&sectionid=3&id=7&Itemid=49, findet ihr IMHO hochkompetenten Infos über Autorenlesungen.
Gruß
Chris

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hawepe
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Re:

von hawepe (01.05.2007, 13:00)
Hallo,

Adriana (Moderator) hat geschrieben:
Die größte "Schwierigkeit" ist wohl, geeignete Räumlichkeiten zu finden. Vor allem solche, wo man keine Saalmiete zahlen muss :wink: .


Meine eigenen Lesungserfahrungen (zusammen mit einigen Kollegen) liegen zwar schon einige Jahre zurueck, aber ich denke, so viel hat sich seitdem nicht veraendert.

das Finden von Raeumlichkeiten war jedenfalls nie ein Problem. Allerdings haben wir, abgesehen von ganz seltenen Ausnahmen, auch immer Partner gesucht, die selbst ueber ein interessiertes Publikum verfuegten.

Buchhandlungen, Vereine, Interessengruppen usw. waren meistens gute "Abnehmer" fuer unser Lesungsangebot. Selbst Geld bezahlt haben wir nie, ganz selten aber mal selbst welches erhalten. Und sonst eben unsere eigenen Buecher verkauft.

Gut ist es immer, mindestens zu zweit zu sein, weil es immer Besucher gibt, die frueher gehen. Und waherend man liest oder diskutiert, kann man eben schlecht verkaufen.

Beste Gruesse,

Heinz.

sauniere
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Re: Was bringt eine Lesung?

von sauniere (25.07.2017, 14:43)
Eine Lesung bringt immer etwas. Man verkauft dort auch regelmäßig Bücher, wenn auch öfters in kleinerem Umfang. Aber der persönliche Kontakt mit seinem Publikum, also der Leserschaft, ist immens wichtig. An der Reaktionen der Zuhörer kann man auch ersehen, wie das geschriebene Werk ankommt und was man auch beim nächstenmal besser machen könnte.

Sich nur hinzusetzen, Däumchen zu drehen und darauf hoffen, dass sich das Buch von alleine verkauft, ist das Falscheste, was man tun kann. Wenn man ein Buch publiziert hat, dann steht man damit in der Öffentlichkeit und muss es auch vorstellen.

sauniere
Beiträge: 4
Registriert: 16.05.2017, 17:14

Re: Was bringt eine Lesung?

von sauniere (26.07.2017, 16:21)
Sein Buch bei Lesungen richtig zu präsentieren, kann man üben. Dazu gibt es Kurse für Rhetorik an den Volkshochschulen. In größeren Städten gibt es sog. "Kulturläden", wo man Lesungen abhalten kann. Das sind öffentliche Einrichtungen, die verschiedene Veranstaltungen durchführen. Dort gibt es auch festgelegte Honorare, die zwar nicht dem eines Bestseller-Autors bei Lesungen entsprechen, aber mit 50 bis 100 Euro auch nicht zu verübeln sind. Wenn man die Lesung humorvoll und abwechslungsreich gestaltet, ist dies eine gute Werbung fürs eigene Buch und man verkauft immer mal wieder etwas dabei.

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