Lampenfieber/Erste Lesung

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Milchbäuerin
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Lampenfieber/Erste Lesung

von Milchbäuerin (23.02.2020, 15:30)
Hallo alle zusammen! Wie es der Zufall will, habe ich die Riesenchance, als "special guest" mein Buch vor (erwartet) 80-90 Personen vorzustellen (die kommen, um sich einen Vortrag einer Bestsellerautorin anzuhören). Ich bin mir SEHR sicher, dass die Presse auch anwesend sein wird. Beste Werbung also. Ich habe natürlich sofort zugesagt, mache mir aber jetzt (zwei Monate vorher) schon fast in die Hose vor Aufregung. (Ich habe bisher vor fast zehn Jahren mal eine Lesung vor 8 Freunden gehalten, that's it.) Wie geht ihr mit eurer Aufregung um? Ist euch schon mal die Stimme weggeblieben? Was macht ihr in so einem Fall? Würde mich freuen, wenn jemand seine Erfahrungen teilen würde!

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Siegfried
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Re: Lampenfieber/Erste Lesung

von Siegfried (23.02.2020, 16:25)
Hi!

Mein Ratschlag:
Sich gründlich vorbereiten und üben, üben, üben.

Mit "vorbereiten" meine ich: Die richtigen Stellen aus dem Buch heraussuchen, den Text durcharbeiten (d. h. sich Markierungen in den Text machen, wo man schneller werden muss, wo man langsamer werden muss, wo man Luft holen kann, wo man stark betont, wo man ruhig und gleichmäßig vorträgt).

Sich vorab überlegen, wie man die Zuhörer begrüßt, was man zu ihnen sagen will (z. B. wird man von Dritten vorgestellt oder macht man das selbst?). Wie stellt man das eigene Buch vor, wie beschreibt man den Inhalt des eigenen Buches, wie den Inhalt der vorangegangenen Szene, damit die Zuhörer der Lesung besser folgen können.

Üben: PC vorhanden? Headset vorhanden? Programm zum Aufnehmen von gesprochenem Text vorhanden (Empfehlung: Audacity - kostenlos und registrierungsfrei). Sich selbst vorlesen und aufnehmen, dann anhören. Wie klingt das? Erster Schock: Die eigene Stimme klingt anders, als man sie sonst selbst hört. Die Notizen unter "vorbereiten" überprüfen. Passt da alles? Wie klingt z. B. die Einleitung, wenn man beim Vortrag lächelt?

Letztlich: Nervosität beim Vortrag ist ganz normal. Ruhig gegenüber den Zuhörern zugeben, dass man das zum ersten Mal macht und daher vielleicht der eine oder andere Versprecher reinrutscht.

Beim Vorlesen nicht stur ins Buch oder ins Manuskript schauen, sondern immer wieder ins Publikum blicken. Am besten in die Mitte der Stuhlreihen oder ans Ende - nicht auf die Leute in der ersten Reihe. Hochblicken empfiehlt sich immer bei langsamen Passagen.

Sich keinesfalls durch Störer aus dem Konzept bringen lassen. Wenn jemand hustet, hustet er eben. Steht jemand auf und geht raus, geht er eben. Einfach weitermachen.

An den passenden Stellen kleinen Schluck Wasser trinken. Langes Reden macht einen trockenen Mund. Bitte nur stilles Wasser oder Saft trinken - nichts mit Kohlensäure.

Wenn die Nervosität sich nicht legen will, sich ganz auf den Text konzentrieren. Nicht an die Zuhörer denken, sondern sich vorstellen, man würde den Text der eigenen Großmutter vorstellen.

Gibt es nach der Lesung noch eine Frage-Antwort-Runde? Wenn ja, auch hier ruhig und gelassen bleiben. Fiese Fragen mit Standardfloskeln beantworten: "Eine Antwort auf diese Frage würde den Rahmen der Veranstaltung sprengen." Sich nicht auf ein 1:1-Gespräch einlassen (es fragt immer wieder die gleiche Person). In so einem Fall: "Diese Frage können wir nach der Veranstaltung gerne erörtern." Will jemand was Böses ("Ich habe mich bei Ihrem Vortrag grässlich gelangweilt!"), die Frage ins Publikum zurückwerfen ("Haben andere das auch so empfunden?"). Alter Trick: Wenn es in der Diskussion scheppert und kracht, die Gruppe gegeneinander ausspielen (konkret jemand anschauen: "Sehen Sie das auch so?").

Für mich ist eine Lesung letztlich nichts anderes als eine Präsentation. Und Präsentationen mache ich seit mehr als 30 Jahren (und schule sie inzwischen). Der wichtigste Punkt ist immer: gelassen bleiben.

Viel Erfolg!
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mtg
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Re: Lampenfieber/Erste Lesung

von mtg (23.02.2020, 17:11)
Siegfried hat geschrieben:
Der wichtigste Punkt ist immer: gelassen bleiben.


Ich möchte noch ein Zitat von Brigitte Mira ergänzen: »Man ist ein Mensch – und keine Maschine.« Fehler , Versprecher, Verhaspler können passieren, sind aber kein Beinbruch. Viele Leute finden es spannend, wenn etwas nicht ganz glatt läuft, sondern man dem/der Vortragenden anmerken kann, dass es eben »live« und keine Konserve ist. Manche machen daraus sogar eine Kunst.

Siegfried hat geschrieben:
Viel Erfolg!

Dem schließe ich mich an.

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Anke Höhl-Kayser
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Re: Lampenfieber/Erste Lesung

von Anke Höhl-Kayser (24.02.2020, 13:40)
Die Empfehlungen meiner Vorredner beinhalten im Grunde schon alles Wichtige. Lampenfieber ist normal, selbst nach der hundertsten Lesung. Es hilft einem auch dabei, konzentriert zu bleiben.

Meine persönliche Erfahrung: den Humor bewahren, dann kann einen nichts aus der Kurve tragen. Mit dem Publikum zusammen lachen, wenn mal was schiefgehen sollte.

Milchbäuerin
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Re: Lampenfieber/Erste Lesung

von Milchbäuerin (24.02.2020, 16:36)
Danke, danke, danke für die Tipps! Da wird die Vorfreude fast größer als das Lampemfieber bash:

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