Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

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Wassn
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Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Wassn (15.11.2020, 16:35)
Hi,

ich habe dieses Jahr mein erstes Buch geschrieben und auch illustriert.
Es handelt von einer Familie, die sich Meerschweinchen als Haustiere anschaffen möchte. Die Geschichte begleitet diese Familie im Sinne des Tierschutzes bei diesem Prozess.
Ich habe versucht, nachdem alles fertig war, einen Verlag für mein Buch zu finden, leider ohne Erfolg.
Ablehnungsgründe waren:
1. Das Buch hat für ein Bilderbuch zu viel Text, also ist es kein Bilderbuch
2. Das Alter der Interessensgruppe ist nicht genau festlegbar: Jugend, Kinder - oder Erwachsenenbuch?
3. Für ein Sachbuch, hat es zu viele Bilder.
4. Das Buch würde in die Konkurrenz vorhandener Autoren treten, was auf keinen Fall gewollt ist.
5. Das Buch ist fertig formatiert, getextet und Illustriert. Auch das Cover steht. Kaum "Einmischung" von einem Verlag möglich....

Da ich aber mein Buch endlich in den Händen halten möchte und auch der Tierschutzverein, bei dem ich ehrenamtlich tätig bin, es haben möchte... denke ich nun darüber nach, es selbst heraus zu geben.
Da ich das Buch als Hartcover- Buch haben möchte, ist Amazon als "Herausgeber" ausgeschieden.
Das Internet ist riesig und wirkt wie ein undurchdringbarer Jungle auf mich, so dass ich mich jetzt hilfesuchend an euch wende.
Eine ISBN Nummer, incl Strichcode habe ich gekauft.

Nun meine Frage:
Das Buch sollte auch ein "Impressum" haben, richtig? Normalerweise übernimmt diesen Part der Verlag.
Zum Impressum gehört eine "erreichbare Postanschrift".
Da ich nun keinen Verlag oder ähnliches habe, müsste ich meine persönliche Postadresse dort angeben, richtig?
Das möchte ich allerdings nur sehr ungern. Ich arbeite mit Familien in einem "sozial schwierigen Umfeld" und möchte daher meine Privatadresse nicht so veröffentlichen.
Welche Möglichkeiten habe ich nun?
Seit September ist das Buch fertig für den Druck und es "gammelt" nun hier vor sich hin.
Vielen Dank euch im Voraus!

Barbara (Wassn)

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Monika K.
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Monika K. (15.11.2020, 16:43)
Da du dich im Forum von BoD befindest, wäre es naheliegend, dich über eine Veröffentlichung bei BoD zu informieren. Dort kannst du mit eigener ISBN und eigenem Verlag dein Buch veröffentlichen, wenn dir das lieber ist. Doch dann besteht weiterhin das Problem mit der Adresse im Impressum. Deshalb wäre meiner Meinung nach die einfachste Lösung, das Buch als Autor und mit BoD als Verlag zu veröffentlichen. Meines Wissens ist es dabei jedoch nicht möglich, eine eigene ISBN zu verwenden, aber da lasse ich mich gern korrigieren. Im Normalfall erhält man bei der Variante "BoD Classic" die ISBN von BoD. Im Impressum steht dann BoD als Verlag und nicht du mit deiner Adresse. Hier ein Beispiel, wie das Impressum bei der Variante aussieht:
https://www.bod.de/autoren/buch-veroeff ... ttung.html

Viele Grüße
Monika
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Wassn
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Wassn (15.11.2020, 16:51)
Hi,
danke für die schnelle Antwort! Daran habe ich auch schon gedacht. Allerdings wir das Format, was ich für das Buch gedacht habe, nicht angeboten:
Din A4 Querformat.
Aber ich glaube, ich mache mal einen Kontakt und frage einmal nach. Vielleicht findet sich ja auch eine Lösung.

Barbara (Wassn)

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Monika K.
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Monika K. (15.11.2020, 16:58)
Fragen kostet nichts. Wundere dich jedoch nicht, wenn die Antwortzeit jetzt im Weihnachtsgeschäft recht lang ist.
Beim Coverrechner finde ich den Hinweis:
"Die freie Formatwahl ist exklusiv für Verlagskunden möglich.
minimale Größe: 10,8 x 17 cm
maximale Größe: 21,6 x 29,7 cm"
Große Hoffnungen mache ich dir daher nicht. Trotzdem viel Erfolg! thumbbup
https://www.bod.de/hilfe/coverberechnung.html

Viele Grüße
Monika
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holz
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von holz (15.11.2020, 18:10)
Maximale Breite bei freier Formatwahl = 21,6 cm.
Bei anderem Anbieter (tredition) = 21,0 cm.

Zweites Problem ist der kalkulierte BoD-Ladenpreis. Bei diesem Format (A4) und Hardcover über 20 Euro, also eher Blei im Regal.
Günstiger wäre eine Verkleinerung auf 21x15 cm.

Wenn es A4 Quer sein soll, bleibt nur Druckerei. Für niedrige Druckkosten musst du da aber mit großer Auflage in Vorleistung gehen.

Wassn
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Wassn (15.11.2020, 19:43)
Hi,

ich muss mal genau nachdenken, aber ich glaube, es wird schwierig. Wahrscheinlich bleibt mir am Ende nur, es selbst drucken zu lassen.
Ich habe alle Bilder im Buch selbst gemalt, sie sind teilweise so groß, wie eine ganze Seite.
Es sind alles richtige Bilder, mit Acrylfarben gemalt, also nicht am PC erstellt. Ich kann sie daher nicht so leicht an ein anderes Format anpassen, dann verzieht und verschiebt sich alles.
Ich habe mir leider nicht vorher die Formatvorgaben angeschaut.......
Wenn ich das Format der Bilder verändern wollen würde, müsste ich an die 30 Bilder noch einmal malen. :shock::

Da bin ich mental noch nicht soweit, dass ich daran hindenken mag. Mal schauen, wie ich das gewuppt bekomme. Ich muss die Tage mal in mich gehen.

Aber vielen Dank schon einmal. Ich merke auch, dass sich mein "Wirrwarr" etwas anfängt zu entknoten. Auf jeden Fall besser, als eine Sackgasse.

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Monika K.
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Monika K. (15.11.2020, 19:56)
Farbseiten treiben bei BoD übrigens den Verkaufspreis des Buchs in die Höhe.

Ich weiß natürlich nicht, wie das Buch konkret gestaltet ist. Vielleicht würde mein folgender Vorschlag doof aussehen. Doch man kann die eingescannten Zeichnungen natürlich auf jede beliebige Größe verkleinern, ohne etwas zu verzerren. Wenn du also das A4 Querformat der Zeichnungen auf A5 Querformat verkleinerst und für das Buch das A4 Hochkantformat wählst, könntest du die andere Hälfte der Seite mit Text oder einer zweiten Zeichnung füllen. Dazu müsstest du natürlich den Buchblock komplett neu gestalten, jedoch keine neuen Bilder malen. Nur so eine Idee.

Viel Glück!

Monika
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Hannelore Goos
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Hannelore Goos (15.11.2020, 21:32)
Wassn hat geschrieben:
Ich habe alle Bilder im Buch selbst gemalt, sie sind teilweise so groß, wie eine ganze Seite.
Es sind alles richtige Bilder, mit Acrylfarben gemalt, also nicht am PC erstellt. Ich kann sie daher nicht so leicht an ein anderes Format anpassen, dann verzieht und verschiebt sich alles.


Für den Druck müssen sie sowieso eingescannt und digitalisiert werden. Man kann jedes Bild ohne Verzerrung beliebig vergrößern oder verkleinern.

epubli bietet als Format DIN A4 quer an. Als Hardcover mit 30 Farbseiten kommt da aber jedenfalls ein Endpreis gegen 50€ heraus. Das kauft kein Mensch. Dann bekämst du natürlich eine ISBN von ePubli. In der ISBN ist nämlich der Verlag verschlüsselt.

Wenn du selbst drucken und binden lässt, wird es kaum billiger. Dann kannst du deine ISBN verwenden, denn dann bist du ein Verlag. Allerdings müsstest du dich dann auch selbst um den Eintrag ins "Verzeichnis lieferbarer Bücher" (VLB) kümmern, das der Buchhandel für seine Bestellungen verwendet (nicht kostenlos und jährlich zu erneuern). Um die Angabe deiner Adresse kämst du natürlich nicht herum.

Also ich würde mir das alles gut überlegen.

Mein Vorschlag wäre so ähnlich wie der von Monika: Nimm das größte Normalformat quer (21 x 15 cm) und passe alles entsprechend an. Gesetzt werden muss das Buch ja wohl sowieso noch.

Gruß
Hannelore
Gendern nein: Bloß weil sich jetzt auch Männer als Bundeskanzlerin bewerben, muss man doch nicht das Wort ändern! :twisted:

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DuaneHanson
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von DuaneHanson (16.11.2020, 15:06)
Nimm doch einfach das Tierheim als Anschrift. Denn, sind wir mal ganz ehrlich, bei einem Meerschweinchenbuch wird kaum einer auf die Idee kommen, dich wegen irgendwas zu verklagen, so lange die Texte und Bilder ausschließlich von dir sind. Aber wenn ich deinen Text im Forum so lese, glaube ich, dass dein Buch ein Korrektorat braucht. Das brauchen fast alle Bücher.

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Monika K.
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Monika K. (16.11.2020, 18:03)
Ich würde nicht empfehlen, unter einer fremden Adresse einen Verlag zu gründen. Dabei geht es um ein bisschen mehr als nur um Beschwerden über die Illustrationen. Und als Autor braucht man ohnehin keine Adresse anzugeben.

Viele Grüße
Monika
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von Wassn (18.11.2020, 07:59)
Hi,
das Problem ist, dass wenn ich alles selbst mache, ich keine andere Adresse anzugeben habe, als meine eigene.
Aber ich werde sehen, was der beste Weg dabei ist. Im Moment überdenke ich das Format und das Layout, so dass ich es anderen Gegebenheiten anpassen kann. Es verliert dadurch zwar ein ganzes Stück an Individualität, aber damit kann ich sehr wahrscheinlich leben.
Morgen habe ich einen Termin bei einem Anwalt und da werde ich weitere Punkte besprechen, also die Rechtslage abklären, was für Möglichkeiten ich habe.
Vielen Dank schon einmal, dass ich mich mit euch austauschen kann, das hilft mir auf jeden Fall weiter, Klarheit in meine Gedankenschlingen zu bekommen!

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mtg
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Re: Durchblick im Selbstpublisher-Jungle

von mtg (18.11.2020, 08:16)
Du hättest natürlich die Möglichkeit, Autor zu sein, aber das Tierheim als Herausgeber anzugeben und – bei Einverständnis – dessen Adresse zu verwenden. Wenn z. B. von jedem Buch ein oder zwei Euro an das Tierheim gehen, wäre das sogar ein Verkaufsargument. Und: Das Tierheim wäre eine Anlaufstelle für Menschen, die das Buch kaufen möchten.

Ich habe das vor einkgen Jahren bei einem Projekt gemacht; das hat u.a. dazu geführt, dass einerseits die Presse ganz anders auf das Buch aufmerksam geworden ist und andererseits der Herausgeber mehr Aufmerksamkeit für sein Anliegen bekam.

Und was die Verlagsadresse betrifft: Es gibt Co-working Spaces.

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