Unterschiedliche Preise in Onlineshops

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homi
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Unterschiedliche Preise in Onlineshops

von homi (25.04.2021, 21:21)
Mein Buch wird bei mehreren Onlineshops angeboten, aber zu unterschiedlichen Preisen. Wie kann das sein?

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Monika K.
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Re: Unterschiedliche Preise in Onlineshops

von Monika K. (25.04.2021, 22:08)
Wenn es sich um Verkäufer aus dem Ausland handelt, die dein Buch über einen sogenannten "Marketplace" anbieten, ist es legal, da die Buchpreisbindung dort nicht gilt.
Wenn es sich um gebrauchte Exemplare handelt, gilt die Buchpreisbindung nicht.
Wenn du den Preis kürzlich geändert hast, kann es ein paar Tage lang vorkommen, dass an manchen Orten der alte und an anderen der neue verlangt wird.

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Siegfried
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Re: Unterschiedliche Preise in Onlineshops

von Siegfried (25.04.2021, 22:24)
homi hat geschrieben:
Mein Buch wird bei mehreren Onlineshops angeboten, aber zu unterschiedlichen Preisen. Wie kann das sein?


Leider sind deine Angaben unzureichend, um eine abschließende Antwort zu geben.

Welche Online-Shops sind das? Nur deutsche bzw. dem deutschen Recht unterliegende Shops oder auch ausländische Shops?

Wie alt ist das Buch bzw. seit wann wird es angeboten?

In Deutschland gilt bei Büchern (noch) die Preisbindung (Buchpreisbindungsgesetz) Das Buch muss überall zum gleichen Preis angeboten werden. Ist das Buch seit mehr als 18 Monaten auf dem Markt, gilt die Buchpreisbindung als aufgehoben (§ 8 BuchPrG).

Ist das Buch über einen ausländischen Verlag veröffentlicht worden, der in einem Land ohne Buchpreisbindung sitzt (z. B. Großbritannien), gilt die deutsche Buchpreisbindung nicht.

Ist das Buch bei einem deutschen Verlag erschienen und an einen ausländischen Händler verkauft worden, der es dann nach Deutschland re-importiert, gilt die Buchpreisbindung (EuGH, Urteil vom 10. Januar 1985, Az. C-229/83)

Handelt es sich bei dem Buch um ein Mängelexemplar, gilt die Buchpreisbindung nicht.

Steht der Händler vor der Schließung seines Geschäftes, muss er die Buchpreisbindung wegen des Räumungsverkaufes nicht beachten (Urteil des OLG Hamm vom 5. Juni 2012, Az. I-4 18/12)

Es wäre für eine Beantwortung deiner Frage eindeutig von Vorteil, wenn etwas mehr Informationen vorliegen würden.

Beste Grüße
Siegfried
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homi
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Re: Unterschiedliche Preise in Onlineshops

von homi (26.04.2021, 14:30)
Mein Buch ist seit voriger Woche, Donnerstag, verfügbar. Noch ganz jung :D

18,95 auf thalia.at
18,40 auf morawa.at
17,90 auf bod.de
17,90 auf michaelsbund.de
auf Amazon steht "derzeit nicht verfügbar" ich hoffe das ändert sich rasch :shock::

17,90 ist mein festgesetzter Preis.
So wie es aussieht, ist mein vorgegebener Preis nur auf deutschen Seiten gültig, Österreich macht was es will.

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Siegfried
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Re: Unterschiedliche Preise in Onlineshops

von Siegfried (26.04.2021, 18:33)
homi hat geschrieben:
So wie es aussieht, ist mein vorgegebener Preis nur auf deutschen Seiten gültig, Österreich macht was es will.


Österreich macht, was es will?

Quatsch.

Auch hier hilft es, etwas Recherche im Internet zu betreiben und sich schlau zu machen, bevor man so etwas behauptet. Österreich hat wie Deutschland ein Buchpreisbindungsgesetz. Dort heißt es "Bundesgesetz über die Preisbindung bei Büchern" und hat deutlich abweichende Regeln gegenüber dem deutschen Buchpreisbindungsgesetz.

Hier nachzulesen:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... r=20000789

Unterschiede gibt es auch bei der Umsatzsteuer. Während in Deutschland die Umsatzsteuer auf Bücher 7 Prozent beträgt, lautet sie in Österreich auf 10 Prozent. Allein dadurch gibt es schon Preisunterschiede. Aktuell ist der Prozentwert in Österreich wegen Corona auf 5 Prozent gesenkt worden (gilt bis 31.12.2021).

Hier nachzulesen:
https://www.buchreport.de/news/oesterre ... rlaengert/

Da es sich bei dem Buch um ein Importwerk handelt, gibt der deutsche Verlag (hier BoD - oder auch du selbst) den Preis für Österreich vor - wenn er ihn denn vorgibt.

17,90 Euro (D) abzgl. der 7 Prozent USt führt zu einem Nettopreis von 16,7289 Euro, also gerundet 16,73 Euro. Erhöht man den Preis um die ursprünglichen österreichischen 10 Prozent USt für Bücher, kommt man auf 18,40 Euro. Ist das Buch tatsächlich mit 18,40 Euro an die österreichischen Händler rausgegangen? Müsstest du als Self-Publisher wissen. Oder gibt es nur den deutschen Preis in Höhe von 17,90 Euro?

Wenn das Buch vom deutschen Verlag mit 18,40 Euro für den österreichischen Markt konzipiert ist, müssen sich die Österreicher daran halten. Interessant ist, dass das "Bundesgesetz über die Preisbindung bei Büchern" nur Unterschreitungen des festgelegten Verkaufspreises anspricht. In § 3 Abs. 2 ist der österreichische Importeur gehalten, den vorgegebenen Verkaufspreis des Verlags einzuhalten.

Gibt es keine Vorgabe des deutschen Verlages an den österreichischen Händler (und hier wird es interessant), ist es diesem untersagt, das Buch günstiger als im Ursprungsland (hier D) anzubieten. Von einem Verbot, einen höheren Preis zu nehmen, steht da nichts.

Rechnet der österreichische Händler die deutsche Umsatzsteuer aus dem Verkaufpreis heraus, kommt er auf einen Nettowert von 16,73 Euro (gerundet). Schlägt er jetzt die österreichische Umsatzsteuer drauf (aktuell 5 Prozent), ist er mit dem Bruttoverkaufspreis von 17,57 Euro (gerundet) günstiger als der Buchhändler in Deutschland. Das ist ihm aber laut Gesetz strikt untersagt. Also ist der Preis frei für eine eigene Festlegung. 16,73 Euro plus 10 Prozent Umsatzsteuer (alter Wert der Buch-Umsatzsteuer in Österreich) gleich 18,40 Euro (morawa.at). Andere Anbieter hauen eben noch ein wenig mehr drauf (thalia.at). Dürfen sie ja.

Also erst recherchieren, dann mit Vorwürfen kommen: "Österreich macht, was es will". Nein, macht es nicht. :D

Beste Grüße
Siegfried
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