Zeitform

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jode50
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Zeitform

von jode50 (24.06.2021, 12:31)
Hallo liebes Forum,

wieder einmal kämpfe ich in einigen Passagen meines Manusscripts mit der Zeitform. Die Geschichte spielt in der Gegenwart, enthält aber Rückblenden, zu Ereignissen, die weit in der Vergangenheit liegen. Nach meinem Verständnis ist das die abgeschlossenen Vergangenheitsform. Dann muss ich das doch im Passiv schreiben!?

Hier ein kleines Beispiel:
Die Tatsache, das Elliots Entschuldigung glaubwürdig geklungen und darüber hinaus garantiert hatte, das Derartiges ohne Vorsatz geschehen war.

Das klingt furchtbar, könnte mann das auch in der einfachen Vergangenheitsform schreiben?

Die Tatsache, das Elliots Entschuldigung glaubwürdig klang und darüber hinaus garantierte, das Derartiges ohne Vorsatz geschah.

Das klingt schöner, finde ich, aber ist es richtig?

Schon mal vielen lieben Dank für die Hilfe.

Jochen

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mtg
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Re: Zeitform

von mtg (24.06.2021, 14:40)
Irgendwo fehlt mir ein zweites »s« und vor allem: ein Verb zur Tatsache … ;-)

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Monika K.
Beiträge: 3761
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re: Zeitform

von Monika K. (24.06.2021, 18:32)
Hallo!

Mir geht es wie Matthias. Beschäftige dich bitte mit dem Unterschied zwischen "das" und "dass", und dein Hauptsatz besteht lediglich aus einem Subjekt ohne Prädikat.

Was "Passiv" mit der Vergangenheitsform zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Man sollte es eher sparsam einsetzen.

Ansonsten gilt die Regel: Wenn man im Präteritum erzählt, verwendet man für Zurückliegendes das Plusquamperfekt. Wenn man im Präsens erzählt, verwendet man für Zurückliegendes das Perfekt. Doch man hat einen gewissen Spielraum, wenn die zeitliche Zuordnung eindeutig ist. Denn längere Passagen im Plusquamperfekt wirken schnell sperrig. Da kann man auch mit sprachlichen Mitteln die zeitliche Zuordnung vornehmen.

Bei deinem Beispiel kann man sich durchaus fragen, ob eine Entschuldigung nur dann klingt, während sie geäußert wird, oder im übertragenen Sinn auch später noch klingt und garantiert. Doch ob etwas konkret geschehen war oder prinzipiell geschah, ist ein Unterschied. Dazu bräuchte man den Kontext.

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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