Gibt es Verlage ohne Erstdruckkostenbeteiligung?

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floatexpert
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Gibt es Verlage ohne Erstdruckkostenbeteiligung?

von floatexpert (17.03.2008, 17:14)
Mich würde brennend interessieren ob jeder (große) Verlag solche Beteiligungen verlangt?!

Und wenn ja, gibt es da Preisunterschiede?

Grüße

Viola

hwg
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Re:

von hwg (17.03.2008, 17:56)
Kein herkömmlicher Verlag verlangt Druckkostenzahlungen vom Autor.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (17.03.2008, 18:35)
Hi Viola,
ich muss hwg recht geben. "Verlag" kommt von "vorlegen", d.h., dass ein Verlag die Kosten für eine Veröffentlichung komplett übernimmt, sowie Werbung etc., und dann hofft, dass er das vorgelegte Geld wieder hereinbekommt. Optimal ist es natürlich, wenn das Buch sogut läuft, dass der Leser nach weiteren Büchern des Autoren verlangt.
Unter anderem ist es deshalb so schwierig, als "Normalmensch" einen Verlagsvertrag zu bekommen. Was nicht heißt, dass es nicht auch klappen kann.
Viele große Verlage gehen lieber ein geringes Risiko ein, und "kaufen" Lizenzen von Autoren aus dem Ausland, die bereits erfolgreich waren. Oder sie verlassen sich auf ihre Stammautoren. Stephen King wird schreiben können, was er will, er verkauft sich trotzdem. Oder gibt es da einen Menschen, der bereits bekannt ist, auf einem anderen Sektor? Z.B. Sänger, Schauspieler, Moderator, Sportler oder Dieter Bohlen? Bücher von diesen Leuten verkaufen sich eher als von Unbekannten - ganz klar. Ein Verlag muss trotz allem wirtschaftlich arbeiten. Die "Kunst" steht da an eher untergeordneter Stelle.
(Das ist natürlich sehr verallgemeinert, ganz so einfach ist es sicher nicht. Auch große Verlage haben Interesse an neuen Autoren. Aber sie überlegen es sich halt dreimal, bis sie investieren.)

Auf der anderen Seite ist das System, dass man für sein Buch bezahlt, so verkehrt nicht. Gerade die vielen Autoren, die wirklich was können, aber eben (vielleicht) "marketingmäßig" nicht so vielversprechend sind, können so ihr Buch auf den Markt bringen.
Und ja, natürlich wird hier viel mit dem Ego des Autoren gespielt. (Jeder Mensch hat das Recht, sein Buch zu veröffentlichen. Aber nicht jeder sollte auf sein Recht bestehen.) Grundsätzlich zu sagen, dass ein DKZV schlecht ist, ist aber so nicht ganz richtig. Es gibt schwarze Schafe, ja. Aber es gibt auch viele, die sich für ihre Autoren einsetzen, und sich wirklich nur die Unkosten "erstatten" lassen.
Im Grunde kannst du jederzeit selbst einen Verlag gründen. Mit einer vernünftigen Startauflage (50-100 St.) ISBN, VLB, Gewerbeanmeldung, etc, bist du für unter 1000€ locker dabei. Allerdings musst du dich um alles kümmern: Werbung, Versand, Mahnwesen, VLB-Meldung, Gespräche mit Buchhändlern, etc.
Wenn du die Zeit und die Lust dazu hast, dann ist das eine tolle Sache.
Oder du bezahlst eine Firma dafür, dass die sich um all das kümmert.

Also: Nein, es ist nicht üblich, dass du für die Veröffentlichung in einem Verlag etwas bezahlst. Aber für viele ist es eben die einzigste Möglichkeit. Und solange die Kosten dafür überschaubar und nachvollziehbar sind, ist nichts dagegen einzuwenden.

Preisunterschiede: Oh ja, die gibt es. Du kannst locker 15000 € (!) für eine Veröffentlichung bezahlen. Oder weit unter 1000 €. Hier gilt es zu vergleichen, was du tatsächlich für Leistungen bekommst. Auch kannst du für 100 € ein Buch veröffentlichen. Die Frage dabei ist, was dir sonst noch geboten wird. Ein Manuskript "blind" - wie bekommen - abzudrucken, ist meiner Meinung nach von einem Verlag so weit entfernt wie Köln von Thailand ... oder so blink3

Gruß
Hakket

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (17.03.2008, 18:50)
Definition laut wikipedia:

>Das Wort „verlegen“ bedeutet im Mittelhochdeutschen „Geld ausgeben“ oder „etwas auf seine Rechnung nehmen“.<

Also: der Verleger gibt Geld aus, nicht der Autor. Der soll welches vom Verleger bekommen.

Aber wie so oft auf und in der Welt, gibt es viele Wege, ein Buch auf den Markt zu bringen.
Mark Twain z.B. hat für seinen Huckleberry Finn extra einen Verlag gegründet, weil ihm die Verlagshonorare zu gering und die Verdienstspanne der Verleger zu hoch waren. Also wurde er zum (erfolgreichen!) Selbstverleger. Er schaltete sogarnoch teilweise den Buchhandel aus und schickte Vertreter über Land, die sein neues Buch an der Haustür anpriesen.

@ Hakket

Hier gilt es zu vergleichen, was du tatsächlich für Leitungen bekommst.


Das ist mal ein netter Vertipper ... Es lebe die Elektroliteratur! :D

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (17.03.2008, 18:53)
@ Seshmosis:
"Verlegen" könnte auch heißen, dass man irgendwas irgendwo hingelegt hat, und es nicht mehr wieder findet. cheezygrin

Die Leitungen sind bereinigt, es fiel mir selbst noch auf - Editbutton sei dank. cheezygrin

Gruß
Hakket

floatexpert
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mhh,interessant.Wer kennt folgenden Verlag?

von floatexpert (17.03.2008, 19:05)
also irgendwie ist das echt dubios.

ich habe meine Manuskripte an den august von goethe verlag in Frabkfurt geschickt, für zwei davon erhielt ich nach etwa 6 Wochen die Lektoratszusage und einen Verlagsvertrag. Eben mit jeweils 5000€ Erstdruck-Eigenanteil..
Also leisten konnte ich mir das bisher nicht.
Einen Sponsor zu finden (Tipp des Verlages) ist alles nur nicht einfach.

Kennt jemand von euch diesen Verlag?

LG Viola

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (17.03.2008, 19:08)
Hakket (Moderator) hat geschrieben:
@ Seshmosis:
"Verlegen" könnte auch heißen, dass man irgendwas irgendwo hingelegt hat, und es nicht mehr wieder findet.


Natürlich - und vieles mehr, z.B. wenn mir etwas peinlich ist, kann ich auch verlegen werden.
Aber meine Definition bezog sich auf die Herkunft des Wortes "Verlag".

lverlag
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Re: mhh,interessant.Wer kennt folgenden Verlag?

von lverlag (17.03.2008, 19:09)
floatexpert hat geschrieben:
also irgendwie ist das echt dubios.

ich habe meine Manuskripte an den august von goethe verlag in Frabkfurt geschickt, für zwei davon erhielt ich nach etwa 6 Wochen die Lektoratszusage und einen Verlagsvertrag. Eben mit jeweils 5000€ Erstdruck-Eigenanteil..
Also leisten konnte ich mir das bisher nicht.
Einen Sponsor zu finden (Tipp des Verlages) ist alles nur nicht einfach.

Kennt jemand von euch diesen Verlag?

LG Viola


Das ist ein klassischer DKZ-Verlag. Persönlich habe ich mit diesem Verlag keine Erfahrungen, aber Google findet dazu jede Menge Meinungen.

beste Grüße
André

floatexpert
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Was ist in Gottes Namen ein DKZ-Verlag?

von floatexpert (17.03.2008, 19:11)
Hi Andrè

Was ist denn ein DKZ-Verlag? blink3
Und ist so ein Verlag dann eher gut oder schlecht?

LG Viola

lverlag
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Re: Was ist in Gottes Namen ein DKZ-Verlag?

von lverlag (17.03.2008, 19:16)
floatexpert hat geschrieben:
Hi Andrè

Was ist denn ein DKZ-Verlag? blink3
Und ist so ein Verlag dann eher gut oder schlecht?

LG Viola


Hallo Viola,

Hakket hat das sehr gut beschrieben.

DKZV = Druckkostenzuschußverlag :-)

Wie bereits angemerkt, kann man DKZ-Verlage nicht per se als schlecht oder Abzocke bezeichnen. Man muß nur in jedem Falle sehr genau prüfen welche Gegenleistung man für sein Geld bekommt. Und es gibt eben auch schwarze Schafe in der Branche, die ihr Geld mit den Zuschüssen der Autoren verdienen, und es nicht darauf anlegen Bücher zu verkaufen.

beste Grüße
André

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (17.03.2008, 19:17)
@ Viola:
Der Verlag, den du angesprochen hast, gehört zur Frankfurter Verlagsgruppe. Das ist ein "Riesenkonzern" (mit vielen Anwälten), der noch eine Menge anderer Verlag unter sich vereint.
Leider solltest du auf die Bewertung, die du von ihnen bekommen hast, nichts geben. Die finden ALLES toll. (Ich hatte mich auch bei denen beworben ...)
Außerdem dürften die Frankfurter zu den teuersten Verlagen überhaupt gehören.
Kann es sein, dass sie dir eine Startauflage von 1000 Stück genannt haben? Und kann es sein, dass du nach Ablauf der Vertragszeit die übriggebliebenen Bücher dem Verlag (nochmal) abkaufen kannst? 1000 Stück hört sich toll an, ist aber utopisch.
Nun, ich will dir nichts ausreden, die Frankfurter haben sicher ihre Daseinsberechtigung und machen ihre Sache wohl gut, sonst gäbe es sie nicht schon so lange.
(Alle hier gemachten Angaben beruhen auf eigenen Erfahrungen. Selbstverständlich kann sich inzwischen vieles geändert haben.)

Aber du kannst es wesentlich billiger haben.

Gruß
Hakket

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (17.03.2008, 19:19)
Preisvergleiche sind extrem wichtig geworden. Auch die Reaktion auf Fragen seitens des Autoren, sowie die Klarheit der gegebenen Informationen sollte entscheidend sein.

Hier hilft das Forum ungemein, da hier recht schnell "gute" und "schlechte" Verlage benannt werden oder auch per Privatnachricht benannt werden können.

Die Vielfalt der Möglichkeiten ist unglaublich hoch und ich bin geschockt von Beträgen wie 5.000 oder 15.000 €. Sicher sind auch 400 € eine riesige Menge Geld, wenn man es nicht hat. Andererseits nutze ich für fast jeden meiner Lebensbereiche einen Dienstleister, der mir seine Leistungen in Rechnung stellt. Warum sollte es in der heutigen Zeit ausgerechnet bei Büchern anders sein?

floatexpert
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hallo Andrè

von floatexpert (17.03.2008, 19:19)
Und wie finde ich nun heraus ob dieser Frankfurter Verlag eine korrekte Gegenleistung erbringt?

Hat jemand von euch ein Buch in dieser Weise verlegen lassen?
Bzw. welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Viola

julia07
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Re:

von julia07 (17.03.2008, 19:42)
Meine Meinung zu DKZV:

So groß kann der Wunsch, unbedingt ein Buch veröffentlichen zu wollen, bei mir nicht sein, dass ich diese Variante je wählen würde.

Sicher gibt es auch "weiße" Schafe in der DKZ-Familie, aber das Gros hat nichts als Abzocke im Sinn.

Wer nach intensiver Suche tatsächlich einen wirklich seriösen DKZ-Verlag gefunden hat, möge trotzdem den angebotenen Vertrag extrem genau studieren. Mir sagten Leidtragende, dass sie nie mehr den angebotenen Vertrag unterschreiben, sondern auf dem Mustervertrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bestehen würden. Ich habe gerade wieder in Leipzig mehrere wahre Horrorstories gehört und selbst ohne solch ein Horrorszenario bleibt der Vertrieb doch hauptsächlich am Autoren hängen. Wenn der/die sich nicht rührt, werden am Ende einige hundert Bücher geschrottet. Wo also ist der Vorteil?

Mein Fazit ist deswegen:
entweder book on demand bzw. ganz und gar selbst machen oder so lange einen "richtigen" Verlag suchen, bis ich fündig werde. Für ein Buch, an dem ich gerade schreibe, wähle ich sogar die letzte Variante. blink3

Ansonsten kann ich nur dringend raten, das Internet zu befragen cheezygrin

LG,
Julia

Stefan Lamboury

Gibt es

von Stefan Lamboury (17.03.2008, 20:24)
Schau mal unter www.tredition.de dort kannst du kostenlos veröffentichen. Von der Brentano Gesellschaft kann nur abraten, die gehören zu den Delikatessen was Unternehmergeist angeht. Die ziehen dir das Geld aus der Tasche und tschüss.

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