Autor: Hauptberuf oder Nebenjob

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


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nepomuk
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Autor: Hauptberuf oder Nebenjob

von nepomuk (22.04.2008, 19:59)
Hallo,

durch Zufall (Google) bin ich auf das Forum gestoßen und finde es echt erfreulich und hilfreich, wie viele Tipps und Erfahrungswerte es hier gibt.

Kurz: Ich bin auch gerade dabei mein erstes Buchwerk zu vollenden und kann daher hoffentlich hier noch die eine oder andere Frage loswerden. Später kann ich dann vielleicht auch selbst mit ein paar Tipps weiterhelfen ;-)

Mich würde vor allem einmal interessieren, wie viel Zeit ihr so in eure Projekte steckt und ob es bei manchen vielleicht sogar schon den Status des Hobbys/der Leidenschaft überschritten hat und ihr schon euren Lebensunterhalt mit dem Schreiben verdienen könnt?

Verknüpft noch mit der Frage, wie man das ganze steuerlich am Besten handhabt (Vorsteuer ziehen, Kleinunternehmen anmelden, oder dergleichen,...).

Grüße

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greatK
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Re:

von greatK (22.04.2008, 20:48)
Hallo und ein nettes Willkommen im Pool.

Ich selbst habe in mein erstes (richtige) Buch knapp ein Jahr investiert, immer wieder die Nächte um die Ohren gehauen. Es ist nur ein Hobby, das sehr zeitintensiv ist, obwohl nur wenig Zeit zur Verfügung steht. Momentan habe ich zwar einige Ideen für was Neues im Kopf, schreibe aber leider nicht. blink3
Den Lebensunterhalt können nur wirklich sehr wenige Schreiber alleine über ihre Bücher sichern.

Dir viel Erfolg noch.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (22.04.2008, 21:04)
Hallo, Moin und herzlich willkommen Im Pool, Nepomuk.

Um deine Frage dirtekt zu beantworten: In Deutschland könne gerade mal rund 1% (!) aller Autoren vom Schreiben leben.
Ich kann dir mal bei Gelegenheit auseinanderbröseln wieviel du real als Autor pro Buch verdienst, aber ich sage dir direkt, dass du die Taschentücher bereit halten solltest. :cry:
Vom Schreiben leben zu können ist ein Traum, mit einem Buch gar reich zu werden ein Luftschloss, das nicht einmal eine Wolke als Fundament hat - wahrlich.
W. Hohlbein z.B. kann von seiner Schreibertei leben, aber er muss ich gewaltig den A... aufreißen, dass es so bleibt.

Klingt traurig, aber bevor du dir falsche Hoffnungen machst, gehe davon aus, dass das Schreiben ein Hobby ist und bleibt. Wenn du soviel damit verdienst, dass du mal fürstlich Essen gehen kannst, ist es schon ein großer Erfolg.

Schreiben sollte dir in erster Linie Spaß machen, das ist viel wichtiger. cheezygrin

Gruß
Hakket

hwg
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Re:

von hwg (23.04.2008, 07:15)
Guten Morgen Nepomuk - und einen herzlichen Willkommensgruß aus der Steiermark!

Was mich betrifft: Ich bin seit Jahrzehnten hauptberuflich und freischaffend Autor und Journalist. Mein Entschluss, das zu werden, fiel be-
reits in jungen Jahren nach dem Motto: Entweder ganz oder
gar nicht. Zu 90 Prozent schreibe ich so genannten Unterhaltungs-
Lesestoff, davon sind wiederum etwa 80 Prozent Auftragsarbeiten.

Dazu sind keine gewerberechtlichen Anmeldungen erforderlich.
Fürs Finanzamt fülle ich die Einkommenssteuererklärung aus und
lege dieser eine Einnahmen-Ausgaben-Aufstellung bei. Damit hat
es sich.

Vom Bücherverkauf allein können die wenigsten hauptberuflichen Autoren ihren Lebensunterhalt bestreiten. "Richtig Geld" verdienen sie mit
Auftragsarbeiten für Rundfunk, TV und viel gelesenen Zeitschriften. Viele dieser - auch bereits prominenten - Autoren veröffentlichen meist unter mehreren Pseudonymen.

Ich sehe mich als Dienstleister an den Lesern und halte wenig von Ego-Trips unter einem "künstlerischen Mäntelchen".

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PvO
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Re:

von PvO (23.04.2008, 09:06)
Schreiben ist ein Hobby und wie es mit vielen Hobbys ist, kosten sie erst mal Geld. Die Kosten halten sich zwar in Grenzen, aber es kann u.U. schon einiges an Zeit vergehen, bis man schwarze Zahlen schreibt. Einen nennenswerten Verdienst wird man kaum einfahren.

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Alina
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Re:

von Alina (23.04.2008, 14:20)
Hi,

für mich ist das Schreiben derzeit noch ein Hobby, das ich jedoch durchaus in einer professionellen Art betreibe. Das bedeutet, daß ich sehr viel Zeit investiere in Recherche etc. Auch das Schreiben dauert bei mir noch sehr lang, da ich extrem perfektionistisch bin und die Seiten teilweise stundenlang korrigiere, rausstreiche und neu schreibe. Bis zu ersten Veröffentlichung ist es noch ein weiter Weg. *seufz*

Trotzdem heb ich schon mal aus Prinzip diverse Kassenbons für Sach-Literatur oder Papier auf. Man weiß ja nie, ob das nicht doch recht schnell zu einer "betrieblich veranlassten Ausgabe" wird. Ich weiß zwar auch, dass man es erst absetzen kann, wenn man sich "richtig" als freischaffender Autor beim Finanzamt meldet, aber zumindest kann ich schon mal den geplanten Laptop, den ich ausschließlich zum Schreiben verwenden werde, als Abschreibungsobjekt betrachten. :lol:

houdini
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Re:

von houdini (26.04.2008, 14:07)
@Hakket
Hmm,also der W.Hohlbein sollte es nun aber wirklich nicht schlecht gehen.
Wieso denkst du das er immer noch richtig klotzen muss um davon zu leben?
Grade bei Ihm denke ich das er einer der wenigen ist die eben den viel erhofften Reichtum erlangt haben.
Sein Gesammtwerk hat doch eine Auflage von etwa 35 Millionen Büchern soweit ich weiss. Wenn er von jedem nur 0,50 Cent bekommen hätte....
Viel verfilmt wurde ja nicht bisher, aber sicher hat er öfter schon Filmoptionen verkauft.

Allgemein ist der Markt natürlich schwierig, wie bei allen Medien. Die wenigsten Filmemacher, Musiker ect können davon gut leben. Das ist eben das bekannte Bild vom hungernen Künstler.
Es kommt drauf an was man will.
Ich halte auch nicht viel Ego Kunst. Ich kann natürlich ein tolles Buch schreiben welches künstlerisch super gut ist aber es verkauft sicht nicht.
Dann stelle ich es mir in den Schrank und bin furchbar stolz.

Wer richtig verkaufen will muss quasi für den Markt produzieren. Nach den Trends gehen. "Kunst" sollte ja immer FÜR das Publikum gemacht werden.

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nepomuk
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Re:

von nepomuk (27.04.2008, 11:18)
Danke für eure Antworten!!

Den Traum damit großartig Geld zu verdienen, habe ich auch nach den ersten Leseeinheiten zum Thema "Autor werden" begraben. Also, die Taschentücher sind schon aufgebraucht ;-) Doch trotzdem bin ich sehr gespannt, wie die Resonanz ausfällt (nicht unbedingt nur finanziell).

@hwg: Was genau ist der Unterhaltungsstoff, den du meinst? Schreibst du z.B. Geschichten/Biographien, die andere in Auftrag geben? Und Einnahmen-Ausgaben-Aufstellung , da führt man am Besten über das Jahr eine Excel-Tabelle und hebt die Belege auf?

Ganz oder gar nicht ist genau der Punkt. Wenn es einen relativ sicheren Weg gäbe, das Schreiben als Hauptberuf zu praktizieren, würde ich ihn möglicherweise einschlagen. So klebe ich an meinem momentan sicheren Job und opfere große Teile meiner Freizeit, um meine Ideen zu Papier zu bringen.

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (27.04.2008, 12:38)
"So klebe ich an meinem momentan sicheren Job und opfere große Teile meiner Freizeit, um meine Ideen zu Papier zu bringen."

... so wie wahrscheinlich die meisten hier ... :P

Ich habe in diesem Monat statistisch gesehen jeden Tag ein Buch verkauft und feue mich einfach total darüber - nebenbei schreibe ich mehrmals die Woche kleine Texte und ... genieße es einfach. Und - das nächste Buch kommt bestimmt ...!

Schönen So wünscht Barbara

hwg
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Re:

von hwg (27.04.2008, 15:40)
Hallo Nepomuk!

Ja, 90 Prozent meiner Texte (Kurzgeschichten, Feuilletons, Glossen etc.) sind Aufttragsarbeiten für Zeitschriften.

Für einen Verlag schreibe ich unter mehreren Pseudonymen Unterhaltsromane verschiedener Generes.

Außerdem arbeite ich auch als Journalist für österreichische Zeitungen auf den Gebieten Kultur, ab und zu Wirtschaft und Regionales ( letzteres allerdings nur für steirischen Zeitungen).

Ich habe mich deshalb für das Dasein als Freelancer entschieden (vor etlichen Jahrzehnten schon) um möglichst von einem einzigen Verlag unabhängig zu sein und auch für merere Zeitschriften und Zeitungen schreiben zu können. Klappt ganz gut - bisher jedenfalls!

Gruß Hans

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (27.04.2008, 16:52)
Trotzdem heb ich schon mal aus Prinzip diverse Kassenbons für Sach-Literatur oder Papier auf. Man weiß ja nie, ob das nicht doch recht schnell zu einer "betrieblich veranlassten Ausgabe" wird. Ich weiß zwar auch, dass man es erst absetzen kann, wenn man sich "richtig" als freischaffender Autor beim Finanzamt meldet, aber zumindest kann ich schon mal den geplanten Laptop, den ich ausschließlich zum Schreiben verwenden werde, als Abschreibungsobjekt betrachten.

Hallo Aline,
du kannst als Betriebsausgaben immer nur die Ausgaben des lfd. Jahres (also bei der Einkommenssteuererklärung für 2007 auch nur die darin gemachten Ausgaben) angeben. Für Fachliteratur brauchst du immer eine Rechnung / Quittung, auf welcher der genaue Titel und Verfasser des Buches ausgewiesen sind. Als freischaffender Mensch kannst du dich jederzeit anmelden beim Finanzamt, aber wenn du nur Ausgaben (über längere Zeit) und keinerlei Einnahmen hast, wird das Finanzamt vermutlich mal freundlich nachfragen.

Ich freue mich, dass du hier ins Forum gekommen bist und wünsche dir viel Erfolg.

Um vom Schreiben leben zu können, müsste ich jeden Monat 2000 Bücher verkaufen (man muss ja Steuern und RV und RV und PV abführen).
Bei einem Sachbuch, das sich an eine begrenzte Klientel wendet, ist das absolut unmöglich.

Viele Grüße
Maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Alina
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Re:

von Alina (27.04.2008, 17:10)
Haifischfrau hat geschrieben:
Hallo Aline,
du kannst als Betriebsausgaben immer nur die Ausgaben des lfd. Jahres (also bei der Einkommenssteuererklärung für 2007 auch nur die darin gemachten Ausgaben) angeben. Für Fachliteratur brauchst du immer eine Rechnung / Quittung, auf welcher der genaue Titel und Verfasser des Buches ausgewiesen sind. Als freischaffender Mensch kannst du dich jederzeit anmelden beim Finanzamt, aber wenn du nur Ausgaben (über längere Zeit) und keinerlei Einnahmen hast, wird das Finanzamt vermutlich mal freundlich nachfragen.

Ich freue mich, dass du hier ins Forum gekommen bist und wünsche dir viel Erfolg.


Vielen Dank, Marianne. :)

Ich bin bereits freiberufliche Grafikdesignerin und kenn mich da Gott sei Dank schon etwas aus. Wenn man nur Ausgaben produziert, heißt das dann vielleicht irgendwann "Liebhaberei", aber hat nix mehr mit Geschäft zu tun, ich weiß. ;)

Auf jeden Fall hab ich großen Respekt vor jedem, der davon leben kann. Ist vorallem ein hartes Handwerk. Das merke ich mit jeder Seite, die mein Buch wächst...

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (27.04.2008, 17:57)
Hallo Aline, na dann musst du zusätzlich gar nix machen beim Finanzamt.

Aber sei bitte so lieb und schreibe meinen Namen richtig:
der vierte Buchstabe ist ein Y. Danke

schöne Grüße
maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Alina
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Re:

von Alina (27.04.2008, 18:41)
Geht klar, Maryanne. Ich werds mir merken. :wink:

hwg
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Re:

von hwg (28.04.2008, 06:43)
Belege sammeln ist immer gut - vor allem müssen sie dann 7 Jahre lang aufbewahrt werden, denn das ist die Zeitspanne, welche das Finanzamt bei einer Überprüfung zurückverfolgt. Jedenfalls gilt das bei uns. Ich denke aber auch in D.

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