Nochmal NOVUM

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Gigger
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Nochmal NOVUM

von Gigger (27.05.2008, 18:57)
Der Novum Verlag war ja hier öfter mal ein Thema (u.a. erst kürzlich durch meine Frage bezgl. einer ANthologie, aber auch beeits früher).
Ich hatte den Verlag angeschrieben und erst nachher gesehen, dass es wohl auf einen Druckkostenzuschuss hinausläuft.
Nun habe ich Post bekommen: bla bla usw: "insgesamt sehr interessant und gut bearbeitet" bla bla.

Beitrag meinerseits: € 5490 bzw. drei Raten a € 1830!!

Na bravo! Laut der Kalkulation müsste ich etwas mehr als 2000 Bücher verkaufen, bevor ich auf NULL wäre.

Natürlich kommt das für mich nicht in Frage. Aber es ist ja interessant, welche AUflage und Preise kalkuliert wurden:

Auflage 3000
Ladenpreis: € 23,90 (mein Honorar : 2,61)
Paperback 13,5x21,5; ca. 600 Seiten

Wer das Forum regelmäßig verfolgt, weiß, wie lange ich mich mit Seiten, Kürzen usw. herumgeschlagen habe. Deshalb finde ich diese ANgaben interessant, auch wenn sie mir für BOD oder Shaker nichts bringen.

Fazit: eine der zahlreichen Erfahrungen die man als Erstautor so macht. Und, ach ja, ich habe den Buchmessenkalender 2008 bekommen. :(
Ich behalte die positiven Textzeilen in meinem Herzen (auch wenn sie vielleicht nur Standardtext sind) und ziehe weiter...
Zuletzt geändert von Gigger am 02.06.2008, 20:43, insgesamt 1-mal geändert.

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GabrielaT
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Re:

von GabrielaT (02.06.2008, 15:11)
Hallooho!

Nicht wundern, nicht ärgern - sondern als Warnung nehmen: Keine Druckkostenzuschussverlage !! Und wenn dann nur einen, bei dem man jemanden oder noch besser mehrere Leute kennt, der/die bereits gute Erfahrungen mit dem Verlag gemacht haben!!!!!!!! - und noch etwas SOFORT abklären, dass man für die 2. Auflage selbstverständlich nichts mehr bezahlt!!! Jeder logisch denkende Mensch sieht nämlich hier, dass man NIE auf Null kommen würde sondern alle anderen verdienen und man selbst nur zahlen darf. Man erlebt interessante Dinge :roll:

...und ja nicht demotivieren lassen!

Lieben Gruß

Gabriela
"Der Klügere gibt nach" .. ist das Schlimmste das uns passieren kann! www.das-krullemuck.de

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Gigger
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Re:

von Gigger (02.06.2008, 16:10)
Hallo Gabriela,

danke für die aufmunternden Worte. Habe heute dem Verlag gemailt und auch bereits eine Antwort bekommen.
u.a. steht dort:
Wir haben Ihr Manuskript aus jährlich über 2.500 einlangenden als eines jener herausgefiltert, dem wir eine Chance am Markt geben, für das wir eine Zielgruppe sehen. Eine Garantie für einen Erfolg können leider weder wir noch irgend jemand anderer geben. Wir bieten Ihnen eine Plattform, um Ihr Manuskript in einem professionellen Umfeld zu veröffentlichen.

Es folgt dann noch die ANkündigung eines Alternativangebotes. Keine Ahnung, wie das aussehen wird, aber ich lass mich mal überraschen.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (02.06.2008, 19:34)
Interessant, Gigger!
Eine 3000er Auflage ... hm, wenn 3000 Bücher gedruckt werden, könnte man sie bereits im Offsetdruck machen, damit wären sie wesentlich billiger als im Digitaldruck. Wenn 3000 Stück im Digidruck gemacht werden, halte ich das für ... wirtschaftlichen Blödsinn. Und wenn Offset, dann erscheint mir der Verkaufspreis viel zu hoch. Selbst wenn im Offset ca. 4-5 € pro Buch (im Ausland noch viel, viel billiger) bezahlt wird, sind die 23,90 einfach zu viel.

Also stellt sich die Frage, ob tatsächlich 3000 Stück gedruckt werden. blink3 Hinzu kommt, dass 3000 Stück für eine Startauflage eines Erstlingswerk bei einem DKZV ohnehin viel zu viel ist. Hört sich toll an, ist aber Murks, schließlich müssen die Schinken ja noch irgendwie und wo gelagert werden. Ich glaube Seshmosis meinte mal, dass eine 3000er Auflage bereits Heyne-Format hat. Also, wenn Novum davon überzeugt ist, 3000 Stück zu verkaufen, warum dann Zuschuss? Und wenn nicht, warum dann 3000?

Ich vermute mal folgendes - kann mich aber natürlich auch irren: Es werden keine 3000 Stück gedruckt, vielleicht 100 - 500. Denn wenn tatsächlich die 3000 hergestellt würden, wären die veranschlagten 5500 € wiederum sehr günstig.

Könnte es sein, dass nach Ablauf des Vertrages dir angeboten wird, die "übriggebliebenen" Bücher der 3000er Auflage dem Verlag noch mal abzukaufen?
Könnte es sein, dass bei einem "Ja" deinerseits erst dann die tatsächliche Restauflage gedruckt wird?

Ich frage nur .... cheezygrin

Gruß
Hakket

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PvO
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Re:

von PvO (02.06.2008, 19:40)
Wiedermal gibt es dem nichts hinzuzufügen, Hakket. Nur noch eins: Finger weg von DKZV!!!

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (02.06.2008, 19:58)
Na ja... öhm, so grundsätzlich kann man das auch nicht sagen ... oder sagen wir lieber: Dienstleistungsverlage sind nicht immer verkehrt. cheezygrin

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Gigger
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Re:

von Gigger (02.06.2008, 20:50)
Hallo Hakket,

deine Gedanken sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Danke für die Stellungnahme. Eine Kontrolle, wieviele effektiv gedruckt werden, dürfte für den AUtor auch nicht einfach zu sein, außer er bestellt sofort mal eine große Menge und wartet auffällig lange.

Ich warte nun einfach mal ab, wie das zweite Angebot ausschaut.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (02.06.2008, 21:09)
... außer er bestellt sofort mal eine große Menge und wartet auffällig lange.

Das dürfte aber kein Problem darstellen. Wieviel würdest du denn bestellen? 100? 1000? 2000? Das Problem dabei ist, dass der Verlag die bestellten Bücher dann einfach drucken lässt, er bekommt sie ja ohnehin nochmal bezahlt, selbst wenn der Autor z.B. 50% Rabatt auf den VP bekommt. Die realen Druckkosten liegen IMMER min. 50% unter dem VP.
Also mal davon ausgegangen, dass doch im Digitaldruck gedruckt wird, hast du innerhalb einer Woche deine Bücher.
Letztlich fehlt dir aber immer noch der Beweis, dass von deinem Geld auch 3000 Stück gedruckt wurden.

Frag doch einfach mal nach, ob sie die Startauflage nicht wesentlich niedriger ansetzen können. Wenn sie dann mit dem Argument Offsetdruck kommen, kannst du auf den VP verweisen. cheezygrin

PS. Ich habe mal grob überschlagen: Bei 600 Seiten im Digidruck kommst du auf einen ca. VP von 20-25€. Das würde aber bei 3000 Stück auf Herstellungskosten im fünfstelligen Bereich schließen lassen. Also KANN eigentlich keine 3000er Auflage gedruckt werden. Bei dem veranschlagten Preis schätze ich eine 100er Auflage.

Gruß
Hakket

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Gigger
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Re:

von Gigger (02.06.2008, 21:19)
Startauflage niedriger? Das werde ich bei Bedarf machen, wenn das neue Angebot eingetrudelt ist. Deine Rechnung stimmt schon sehr nachdenklich.
Das scheint ja wirklich so, als ob die AUflage nur dazu dienen würde, den Zuschuss in die Höhe zu treiben.

Grüße

Gigger

PS: hab dich aber noch nicht vergesen, Hakket!

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (03.06.2008, 12:26)
Ein oder zwei Dinge möchte ich noch sagen:
Du musst dir darüber klar sein, dass 600 Seiten ein ziemlicher Hammer sind.
Wenn dir Lektorat, Satz, Layout, Umschlaggestaltung, Vertrieb, Werbung, etc. mit angeboten wird für das Geld, ist das Angebot gar nicht so schlecht. Okay, vielleicht geht es hier und da noch billiger, aber ein DKZV verdient nun mal am ehesten mit dem Geld des Autoren und nicht mit dem Verkauf der Bücher.
Ich verstehe nur nicht, warum so viele DKZV immer mit einer Auflage winken. Das ist doch Unsinn. Die meisten Autoren kennen doch das Digitaldruckprinzip.
Warum also eine Auflage anbieten? Es ist doch viel einfacher und sinnvoller - und vor allem erhrlicher -, wenn man eine Lieferbarkeit für die vereinbarte Vertragslaufzeit zusichert.

Gruß
Hakket

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hawepe
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Re:

von hawepe (03.06.2008, 13:27)
Hallo Hakket,

Hakket (Moderator) hat geschrieben:
Ich verstehe nur nicht, warum so viele DKZV immer mit einer Auflage winken. Das ist doch Unsinn. Die meisten Autoren kennen doch das Digitaldruckprinzip.
Warum also eine Auflage anbieten? Es ist doch viel einfacher und sinnvoller - und vor allem erhrlicher -, wenn man eine Lieferbarkeit für die vereinbarte Vertragslaufzeit zusichert.


Weil es viele Menschen gibt, die gerne betrogen werden cheezygrin

Wenn ein DKZV ihnen sagen wuerde, wir drucken, wenn ein Kunde es haben moechte, wird das als "Wenn es wirklich mal ein Kunde lesen moechte, koennen wir es ja mal drucken, aber daran glauben tun wir nicht" verstanden.

Verspricht der DKZV dagegen eine Auflage von 3000, wird das als Zusicherung verstanden, dass das Buch ein Renner wird und die Etablierung als Schriftsteller nur noch eine Frage der Zeit ist.

Kritische Selbsteinschaetzungen sind eines der groessten Probleme, vor denen die Menschen stehen (da moechte ich mich selbst gar nicht ausnehmen).

Beste Gruesse,

Heinz.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (03.06.2008, 14:10)
Absolut, Heinz!

Ich habe Stunden am Telefon damit verbracht (BEVOR ein Vertrag unterschrieben wird), Autoren zu erklären, dass sie damit rechnen müssen, dass niemand ihr Buch kauft. Klar, die Chance, dass es ein Renner wird, besteht immer, ist aber extrem gering - leider. Mit Qualität hat das nichts zu tun.

Man muss einfach davon ausgehen, dass ein Zuschuss für eine Publikation ein Zuschuss ist, und zu 99% ein Zuschuss bleibt.

Manche Autoren wollen das nicht hören und manche lassen sich "bekehren".
Und manche meinen, dass eine Auflage wie bei Harry Potter das Normale ist.
Und wieder andere glauben, sie werden mit ein-zwei Büchern reich und berühmt. Genau damit sollte man direkt am Anfang "aufräumen".
Es gibt m.M. nach nichts schlimmeres, als Hoffnungen zu wecken, die nciht zu erfüllen sind.

Gruß
Hakket

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Gigger
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Re:

von Gigger (03.06.2008, 19:05)
hallo, danke euch beiden.
Ich bin doch so realistisch, dass ich weiß, dass ich nicht die große Kohle machen werde. Bin jedenfalls froh, Hakket, dass du mir die Sache noch einmal so schön durchgerechnet hast.
Habe gerade zwei ALternativangebote heute bekommen:

Die einmaligen Produktionskosten verringern wir auf Euro 4490,- (exkl. 10%MWSt), zahlbar in 3 Raten (bei Vertragsabschluss, bei Korrekturabzug und bei Erscheinung). Dafür verzichten Sie auf Ihr Autorenhonorar der ersten 1000 verkauften Exemplare. Ab dem 1001 Stk. erhalten Sie dann 10% Autorenhonorar.

* Sie brauchen keinen Zuschuss zu den Produktionskosten zu leisten; dafür erhalten Sie bei Erscheinung Ihres Buches selbst 350 Stk. mit ihrem Autorenrabatt von 30% (Bezahlung in 3 Raten im Laufe der Produktion, Lieferung der Bücher sofort nach Erscheinungstermin bzw. bei Fälligkeit der 3. Rate). Diese Bücher können Sie dann verschenken, oder natürlich noch besser verkaufen, wodurch Sie sehr schnell einen Gewinn erzielen können. Selbstverständlich können Sie jederzeit weitere Bücher mit Ihrem Rabatt vom Verlag beziehen. Auch erhalten Sie das vereinbarte Honorar jährlich ausbezahlt.

Das erste Angebot vergesse ich gleich wieder. Das zweite sieht auf den ersten Blick verlockend aus. Ich zahle nichts als Zuschuss und muss "nur" 350 Bücher abnehmen. Wenn ich aber dann rechne, komme ich doch auf ca. € 5800. Die Frage ist nun, wieviele Bücher werde ich verkaufen können. Ich arbeite in einem Betrieb mit über 2000 Mitarbeitern, sodass ich doch damit rechne, das eine oder andere loszuwerden, auch wenn ein Teil der Angestellten italienischer Muttersprache ist.
Den Rest könnte man ja dann im Laufe der Zeit loswerden, evtl. auch den Buchhandlungen andrehen?

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hawepe
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Re:

von hawepe (03.06.2008, 19:12)
Hallo Gigger,

Gigger hat geschrieben:
Das zweite sieht auf den ersten Blick verlockend aus. Ich zahle nichts als Zuschuss und muss "nur" 350 Bücher abnehmen. Wenn ich aber dann rechne, komme ich doch auf ca. € 5800. Die Frage ist nun, wieviele Bücher werde ich verkaufen können.


Die Frage ist, warum du dein Buch nicht einfach bei einem Book-on-Demand-Dienstleister herausbringen willst?

Hast du denn mal die Kosten verglichen?

Beste Gruesse,

Heinz.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (03.06.2008, 19:15)
Hallo Gigger!

30% decken i.d.R. nicht den Buchhandelsrabatt.
Du könntest die Bücher gerade mal privat verkaufen.
Das Angebot ist auch nicht wirklich besser. Außerdem haben sie sich doch irgenwie selber verraten? Wenn du für 350 Bücher 5800€ bezahlst, für 3000 Bücher aber nur 5500€? blink3

Ich rate dir die Produktion selbst zu übernehmen. Ich kann dir eine Druckerei nenen - über PN, wenn du willst.

Gruß
Hakket

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