Ein Spezialist für Kleinverlage

ISBN, VLB, Barsortiment, E-Book-Verleih und Buchhandel: Alles rund um den Buchvertrieb.


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Anneliese
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Ein Spezialist für Kleinverlage

von Anneliese (09.04.2007, 12:32)
Liebe Mitstreiter!

Ein Internetbuchhändler, der auf kleine Verlage und im Selbstverlag herausgebrachte Bücher spezialisiert ist, hat sich bei uns gemeldet. Er war über die Website zu unserem ersten Lyrikband

http://www.lyriktanz.de.vu

gestolpert. Wir haben sein Angebot angenommen und hoffen nun, dass er irgendwann etwas verkauft. Die Adresse ist

http://www.LuuBooks.de

Vielleicht hilft das ja jemandem weiter.

Eure Anneliese

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (24.12.2007, 10:05)
Bei LuuBooks in Deutschland und in der Schweiz sind auch alle Bücher aus dem De Holtes Verlag gelistet.

Die Zusammenarbeit ist hübsch einfach :D

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (24.12.2007, 13:32)
Moin, moin!
Ja, Luubooks hatte mich auch einmal angeschrieben und ich fühlte mich auch erstmal geschmeichelt. Allerdings habe ich dann Abstand davon genommen, meine Bücher bei ihm einstellen zu lassen. Es ist zwar nicht besonders teuer - eigentlich vertretbar - aber man muss sich halt fragen, ob es was bringt.
Ich meine, bei vielen (und vor allem meist besuchten) Internetbuchändlern werden die Bücher automatisch gelistet, und das kostenlos. Ebenso fallen nicht die hohen Rabatte an, die Luubooks erwartet - falls es noch so ist. Wenn ich diese Rabatte mit einrechnen müsste, könnte ich die Buchpreise in meinem Verlag nicht mehr halten, und ich wüsste nicht, wem damit geholfen wäre. Eigentlich niemandem.
Nun ja, also, ich möchte Luubooks nicht kritisieren, den Einwurf, dass sie sich um "besondere" Bücher "besonders" kümmern, macht ja schon Sinn.
Die Frage bleibt jedoch, ob es etwas bringt.
Wenn ich mich recht entsinne, kostet ein Titel bei Luubooks 35€. Man muss nur hochrechnen, wieviele Bücher man (abzüglich des Luubooks-Rabatt, Druckkosten, etc.) über Luubooks verkaufen müsste, um die Investition wieder hineinzubekommen. blink3 Auch meine ich mich dunkel daran zu erinnern, dass man sich aussuchen kann, den Versand selbst zu übernehmen. Ok, aber wenn man das tut, warum will Luubooks dann Geld dafür haben? Nur, weil das Buch auf der Webseite steht? Ja, stimmt, sie sind auch auf der Büchermesse vertreten?

Hmmm, ich weiß nicht, ob es Sinn macht ...

Aber das nur am Rande ... und ich lasse mich gerne anderweitig überzeugen. Ich weiß auch nur, was ich glaube zu wissen.

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (24.12.2007, 13:48)
Hmm, das ist mir neu. Bei uns läuft das anders und wir haben hingegen mit dem Advanced Prgramm von amazon arge Probleme. Die nehmen nämlich satte 55 % und finden ihren Lagerbestand nicht.

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (24.12.2007, 14:44)
CeKaDo hat geschrieben:
Die nehmen nämlich satte 55 % und finden ihren Lagerbestand nicht.


Das ist genau der Grund, weshalb ich von dem - eigentlich prima klingenden - Amazon Angebot Abstand genommen habe... Da Du auch noch die Versandkosten tragen musst, landest Du - wen Du Pech hast - schnell im Negativ-Bereich.

Matthias

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Judith
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Re:

von Judith (24.12.2007, 23:54)
Ich habe ein paar Fragen zum Thema Kleinverlage.

Als mich die Großen abgelehnt hatten, ging ich schnell dazu über, meine Bücher selbst über BoD auf den Markt zu werfen. Lediglich zwei Kleinverlage hatte ich mit meinen Vorlesegeschichten noch angeschrieben; der eine davon machte mir ein "Angebot" über 2.500 Euro - die ich hätte zahlen sollen. :shock:: Ich machte ihnen klar, dass BoD billiger sei. :twisted:

Beim Tanzroman machte ich bei Kleinverlagen schon gar keine Versuche mehr, da mir aufgefallen war, wie schlecht sie z.B. in Onlineshops und Buchhandlungen vertreten sind. Da sind wir ja mit BoD noch besser dran: Gelistet in unzähligen Onlineshops, über Libri sind die Bücher auch beim örtlichen Buchhandel bestellbar.

Nun ist es aber leider so, dass man als BoD-Autor weder von großen Verlagen noch von "Autoren, die es geschafft haben" anerkannt wird. Meine Fragen wären:
    - Wenn man für sein Buch einen Kleinverlag gefunden hat, kann man dann selbst etwas dazu tun, dass es bei möglichst vielen Shops gelistet ist? Oder kann das nur der Verlag?

    - Gibt es außer der Anerkennung noch weitere Vorteile, bei einem Kleinverlag zu unterschreiben als selbst mit Hilfe von BoD o.ä. zu vermarkten?

    - Wird man von Presse etc. anders behandelt?


Grüßle,
Judith
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CeKaDo

Re:

von CeKaDo (25.12.2007, 00:12)
Na, das sind ja gleich drei Fragen auf einmal :D

Als freier Mitarbeiter in einem Kleinverlag und als Autor in einem solchen will ich gern Antwort für meine Entscheidungsgründe geben.

Ich habe mich vor dem Entschluß, zum De Holtes Verlag zu gehen, ausführlich über Eigenverlag, BOD und die vielen anderen Anbieter informiert. Ich habe enorm viel gelesen und in Foren über die eine oder andere Art, es nicht zu machen, erfahren.

Letztendlich stand ich vor Wahl: Entweder etwas Geld in einen Dienstleister zu investieren oder auf das Wunder warten. Dann habe ich mir von "meinem" Verlag (wie von einigen anderen auch) einen Kostenvoranschlag machen lassen, der auf dem BOD-Paket Deluxe basierte. Also komplettes Lektorat, ISBN, Shops und allen Pipapo. Worauf man mir antwortete, daß man garkeine Pakete anbietet, sondern einen einzigen Festpreis für alles habe, was der Verlag so bietet. Staffelung höchstens nach unten, wenn der Autor aufregend gut zugearbeitet hat.

Ich bin jetzt knapp ein Jahr dabei. Ich habe nichts mehr bezahlt, außer den gebuchten Leistungen, die auch der Website offen darliegen. Meine Rechnung ist voll aufgegangen und ich bin in fast allen gängigen Onlineshops vertreten. Die nehmen nämlich alle Daten aus dem VLB und mailen bei Bedarf den Verlag an.

Ich habe als einzigen Nachteil die Tatsache, daß "mein" Verlag kein solch enormes Werbeetat wie Heyne und Co. haben. Aus diesem Grunde liegen meine bücher und die meiner Autorenkollegen nicht in jedem Buchhandel zu hunderten herum. Der Vorteil sind 30 Prozent Autorenrabatt und 15 Prozent Tantieme. Klare und eindeutige Verträge ohne Knebel und ohne Zwangsabnahmen.

Für mich arbeitet der Verlag, was die Anmeldung bei VLB und vielen Partnershops angeht. Ich kümmere mich nur um meine eigenen Vertriebswege.

Aufgrund einer vielfältigen Autorenschaft kann ein Verlag die Bekanntheitsgrade einzelner Autoren für das gesamte Verlagsprogramm nutzen. So führen Pressemitteilungen leichter zum Ziel und steter Tropfen höhlt hier schneller die Reaktionssteine aus. So gibt "mein" Verlag stetig zu allen Veranstaltungen der Autoren und zu gemeinsamen Projekten regionale und überregionale Pressemeldungen heraus. Wir haben ein Autoren-Lesungslokal, dessen Wirt ebenfalls eigenständig Pressemeldungen über Lesungen und mehr herausgibt.

Zusammenfassend ist es mir ganz wichtig zu betonen: Entscheidend ist das Preis-/ Leistungsverhältnis, die Transparenz des Verlagsangebotes, die Anzahl interessanter bisheriger Veröffentlichungen im Verlag und natürlich das Wohl- bzw. Bauchgefühl.

Ich würde immer auch den direkten Kontakt mit direkten Fragen suchen. Und ich würde mir auf jeden Fall mal ein oder zwei Bücher aus dem Verlagsprogramm anschauen.

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Judith
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Re:

von Judith (25.12.2007, 00:23)
Hallo Carsten,

die Frage wäre: welche Vorteile bietet dein Verlag gegenüber BoD? Von den Norderstedtern wird ja auch immer brav alles bei jedem Onlineshop angemeldet, man erscheint im "Verlags"-eigenen Katalog, ebenso auf deren Website mit Info etc.

Grüßle,
Judith
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CeKaDo

Re:

von CeKaDo (25.12.2007, 10:00)
Das entscheidet letztlich jeder für sich selbst. Denn die Wünsche der Autoren sind so unterschiedlich und vielfältig wie ihre Bücher :D

Ein sehr wichtiger Vorteil ist für mich die kurze Lieferzeit auch an den "Besteller in Hintertupfingen". Die Bücher werden auf Vorrat gedruckt und im Lager vorgehalten. Im Normalfalle ist jede Bestellung, die bis 16.00 Uhr eingeht auch am gleichen Tage noch in der Postfiliale abgegeben, somit am anderen Tag beim Besteller. Bei Neukunden ist es abhängig vom Geldeingang. Doch auch hier gilt: Geld angekommen, sofort Ware unterwegs.

Wie gesagt, andere Vor- oder Nachteile entscheidet jeder selbst.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (25.12.2007, 12:49)
Moin Judith,
im Grunde hat Cekado schon alles gesagt, was es zu dem Thema zu sagen gibt. 2500€ für eine Veröffentlichung zu zahlen, halte ich für entschieden zu hoch. Man muss sich dann wirklich fragen, ob dieser Verlag überhaupt noch Interesse an dem Verkauf der Bücher hat. blink3
Auch hier kann ich Cekado wieder nur zustimmen: Ein kleiner Verlag hat natürlich nicht das Budget, großflächige Werbung zu schalten. Da ist eben Kleinarbeit gefragt, der Presse wieder und wieder "auf den Wecker" gehen. (Zumindest, was die örtliche Presse angeht, habe ich es wohl geschafft, denn "mein" Redakteur meldet sich immer mal wieder bei mir) Wieder und wieder Informationen und Ansichtsexemplare an Büchereien senden und ... das Beste hoffen. Zwingen kann man leider niemanden, und die Sichtweise der meisten Buchhändler ist ja auch verständlich: Warum sollen sie Kleinverlage bevorzugen, wenn sie von den Großen viel bessere Konditionen erhalten? Buchhändler wollen in erster Linie Geld verdienen. Mit welchen Büchern sie das letztlich tun, ist denen relativ schnurz.
Die Bücher, die ich verlege, sind im VLB gelistet und landen automatisch in diversen Shops. Und inzwischen scheine ich mich soweit durchgesetzt zu haben, dass regelmäßig Bestellungen von Buchhandelsketten reinkommen (zB. Thalia), die normalerweise einen großen Bogen um Kleinverlage machen, und die ich nicht explizit angeschrieben habe. Auch ich drucke Bücher auf Vorrat, Bestellungen werden am selben Tag noch bearbeitet, auch das trägt meiner Meinung dazu bei, den Rof der Kleinverlage zu verbessern. Zwei, drei, vier Wochen Lieferzeit ist nicht akzeptabel.
Cekado meinte, man soll auf seinen Bauch hören. Genau! Sehe ich auch so.
Du solltest ein gutes Gefühl haben, wenn du dein Buch verlegen lässt.
Es ist ja ein bekanntes "Problem": Wenn klar ist, dass jemand für seine Veröffentlichung bezahlt hat (egal ob BOD oder woanders) gilt er gemeinhin als nicht verlegt oder eben als "nicht würdig". Zum Teil mag das sogar stimmen, zum Teil finde ich es ziemlich daneben, so zu argumentieren. Wirklich "verlegt", also ohne Zuschuss - wenn man so will - wird im Allgemeinen schließlich nur das, was sich auch gut verkaufen lässt. Schreiben ist aber Kunst, und Kunst lässt sich leider nicht immer gut verkaufen.
Es gibt genügend ZV, die alles drucken und z.T. in erschreckender Qualität (Satz, Layout, Umschlag, Inhalt) Ich habe mir von Anfang an den Anspruch gesetzt, eben das nicht zu tun. Ich suche mir die Bücher aus, die ich verlege. Ich lehne auch ab, selbst wenn ich dadurch Geld verliere/nicht bekomme. Eben weil ich den "schlechten" Ruf des "Bezahlens" kenne, will ich einen anderen Weg gehen. Was bringt es mir und dem Autor, wenn ich (subjektiv) schlechte Bücherr auf den Markt bringe. Auf lange Sicht gesehen würde ich dabei gegen mich selbst arbeiten. Ich sitze zum Teil Wochen an Manuskripten um das (meiner Meinung nach) Bestmögliche aus einem Buch zu machen. Von einem realen "Stundenlohn" kann man dann schon gar nicht mehr reden. Mein tatsächlicher Verdienst wäre gleich null - ich MUSS die Bücher verkaufen, erst dann verdiene ich, und ich muss dir nicht sagen, dass man mit dem Verkauf von Büchern nicht reich wird.
Zwar biete ich auch reine Druckdienstleistungen an - also "blind" nach PDF - aber in der Regel bekommt der Autor dann keine ISBN von mir und "verlegen" tue ich das Buch dann auch nicht - es sei denn, ich bin 100% zufrieden damit.
Scheinbar hat sich dieses Vorgehen auch schon herumgesprochen - laut Google - und mir wurde schon an einer Stelle bescheinigt, dass es sich beim Tordenfjord Verlag demnach um einen seriören ZV handeln könnte, weil er auch ablehnt.
Nun ja, wie man es macht ist es verkehrt - was will man? Kunden oder einen guten Ruf? :cry:
Ich hoffe, du verzeihst mir jetzt meine Selbstbeweihräucherung, aber das wollte ich noch loswerden.

Lieben Gruß
Hakket

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Judith
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Re:

von Judith (25.12.2007, 13:27)
Hallo Hakket,

ich habe mal das Buch mit der ISBN 978-3-939948-00-1 (Sherlock) herausgesucht. Es ist bei Amazon nicht lieferbar, bei libri und bol.de gar nicht in der Liste. Das ist genau der Grund, warum ich nicht zu einem Kleinverlag möchte.

Und meine Fragen von oben wurden leider auch noch nicht beantwortet.

Grüßle,
Judith
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Laura
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Re:

von Laura (25.12.2007, 13:51)
Hallo Judith, also grundsätzlich ist ein Unterschied zwischen einem "normalen" Kleinverlag, bei dem der Autor nichts für die Veröffentlichung bezahlen muss, und solchen, die Dienstleistungen gegen geld anbieten.

Der Vorteil einer Veröffentlichung bei ersterem Kleinverlag ist vor allem der, dass es dich nichts kostet und du kannst auf eine Veröffentlichung bei einem regulären wenn auch kleinen Verlag verweisen, das macht sich gut, wenn du es dann doch wieder mal bei einem großen Verlag versuchen willst. Auch bieten die Kleinverlage ein Lektorat, das entweder vom Verleger selbst oder einem (freien) Mitarbeiter gemacht wird, das ist besser als nichts wenn auch selten perfekt.

Natürlich ist es auch für einen selbst so eine Art Beruhigung, wenn einen ein Kleinverlag akzeptiert, man weiß, dass das Buch nicht nur einem selbst gefällt. Dies ist der Hauptgrund, warum ich regelmäßig bei Anthologiewettbewerben mitmache, wenn es da auch nicht um Romane sondern nur um Kurzgeschichten geht. Aber ich kann dann feststellen, ob mein Stil ankommt.

Was die generellen von dir angesprochenen Vorteile von BoD gegenüber Kleinverlagen angeht, so können viele Kleinverlage da nicht mithalten, manche aber schon.

Ich denke, die Entscheidung Kleinverlag oder BoD muss jeder für sich und vor allem immer am konkreten Einzelfall, dh., dem jeweiligen Manuskript, entscheiden.

Dann kommt es natürlich auch darauf an, wie lange du auf die Veröffentlichung warten willst. Auch bei Kleinverlagen dauert es in der Regel mehrere Monate, bis du überhaupt eine Entscheidung bekommst, und das kann dann auch eine Ablehnung sein. Gruß Laura

PS: Bei Kleinverlagen empfiehlt es sich, sich vorher mal ein Buch von dort anzuschauen. Ich wäre im Sommer beinahe bei einem Verlag gelandet, der seine Heftromane (um einen solchen handelte es sich da) selbst am Computer druckt und der Einband besteht auch nur aus einfachem, dünnem Computerpapier. Da habe ich dann Abstand genommen. Wenn du Anbstand nimmst von einem Verlag, hast du dir aber auch einen Feind geschaffen, und im Internet macht das schnell die Runde.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (25.12.2007, 14:14)
Moin Judith,
wenn du bei Amazon mal guckst, wirst du sehen, dass du das Buch schon über Amazon bestellen kannst (mverlagsauslieferung). Wenn du natürlich möchtest, dass Amazon dir das Buch liefert, hast du natürlich recht. Aber ist das für einen Besteller die entscheidene Frage? Würdest du, wenn du ein Buch haben willst, NICHT bestellen, weil es nicht von Amazon direkt geliefert wird? Allerdings hatte ich schon mal an anderer Stelle angeführt, dass ich die Bücher selbst liefere. Ich kann mich erinnern, dass hier über BOD "gemeckert" wurde, weil die Lieferung so lange dauert.
Libri bestellt bei mir. Wenn eine Buchhandlung bei Libri anfragt, bekomme ich von Libri die Bestellung, ebenso IBU, u.a.. Meine Bücher stehen unter anderem in buchhandel.de und direktshopper und vielen kleinen Anbietern, nur sehe ich es nicht ein, z.B. luubooks dafür zu bezahlen, weil ich dann im Gegenzug die Bücher teurer machen müsste.
Wenn ich ein Buch haben will, gebe ich z.N. den Titel bei Google ein. Nur weil Libri es nicht hat, bestelle ich es nicht? Mir persönlich ist es egal, wer mir das Buch liefert.
Der Zusammenhang von BOD und Libri besteht deshalb, weil BOD Libri gehört - das macht die Sache natürlich einfacher, vor allem, weil BOD Libri den Buchhandelsrabatt (45%?) einräumt. Der Rabatt bleibt sozusagen in der Familie. Ich kann und will Libri keine 45% Rabatt geben, viele Kleinverlage können das auch nicht. Also listet sie Libri nicht. Natürlich behandelt Libri die Verlage bevorzugt, die ihnen gute Konditionen bieten - logisch. Damit ist aber nur Libri geholfen, weder dem Verlag noch den Autoren, die von dem Kuchen ein dann noch kleineres Stück erhalten.
Irgendwo hier im Forum hatten wir das Thema auch schon mal angesprochen. Ich kaufe ISBNummern, ich zahle für die VLB-Listung. Rein rechtlich (?) gesehen, müssten also meine Bücher in jedem Buchhandel - ob Internet oder nicht - bestellbar sein. Meine Bücher stehen im VERZEICHNIS FÜR LIEFERBARE BÜCHER. Wenn sich jemand weigert, sie zu liefern, kann ich dagegen nicht viel tun. Libri und Co. werden in dieser Beziehung auch ihr eigenes Süpchen kochen. Ich meine, eigentlich müsste man doch eher diesen Anbietern den Vorwurf machen, dass sie eben NICHT aufs VLB zurückgreifen, anstatt den Kleinverlagen zu sagen: Eure Bücher gibts da ja gar nicht. Leider habe ich nicht die Mittel und die Nerven, dagegen zu klagen. (Es ist ohnehin merkwürdig, dass es laut Libri meine Bücher scheinbar nicht gibt, sie aber trotzdem bei mir bestellen ... blink3 )

Ob man von der Presse anders behandelt wird, kann ich so nicht beurteilen, weil ich als Autor und Verleger eben selbst nur zu der einen Gruppe gehöre. Ich denke, es kommt immer darauf an, wen man als Gesprächspartner hat.
BOD ist sehr bekannt. Bei BOD wissen die meisten Leute, dass das Buch im Selbstverlag erschienen ist. Ein kleiner (eher unbekannter) Verlag KANN da einen Vorteil haben, weil sich vielleicht viele Leute nicht die Mühe machen, nachzuprüfen, ob es ein ZV ist oder nicht.
Aber ich denke auch, dass hier ein gewisses "Wahrnehmungsproblem" bei den Lesern und/oder Journalisten besteht. Tatsächliche Aufmerksamkeit bekommt ein Autor natürlich eher, wenn er mit Namen wie Heyne, Lübbe, Fischer, Ulstein,etc winken kann. Wenn man den Verlag nicht kennt, kann das Buch ja auch nichts taugen? Letztendlich bedeutet das, nur die großen Verlage bestimmen, was "gut" und "lesenswert" ist, nur die bestimmen, die die meisten Vitamin B Pillen geschluckt haben. - Toll. cheezygrin

Lieben Gruß
Hakket
Zuletzt geändert von M-F Hakket am 25.12.2007, 14:46, insgesamt 2-mal geändert.

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (25.12.2007, 14:31)
Autoren, die in anerkannten Kleinverlagen - und eben nicht bei Dienstleistern - veröffentlichen, haben zudem eher Chancen, zu
Stipendien von öffentlicher oder privater Hand, oft verbunden mit
einem Aufenthalt in einem bezahlten und mit monatlicher finanzieller
Unterstützung ausgestatteten "Literatenhaus", zu kommen.

Von derartigen Möglichkeiten sind Eigenverleger und BoD- bzw.
DKZ-Autoren in der Regel ausgeschlossen.

Auch mit Beiträgen in Rundfunk und/oder TV kommt man meistens
nur dann unter, wenn man bereits in einem anerkannten Verlag
oder in überregionalen Zeitschriften veröffentlicht hat.

Eine Veröffentlichung in einem "echten" Verlag garantiert den
Auftraggebern eben eher eine professionelle Autorenarbeit.

Druckkostenzuschussunternehmen drucken eben alles, sobald
sie dafür kassiert haben. "Echte" Kleinverlage dagegen achten
schon auf ihren Ruf, wollen sie auf dem Markt bestehen.

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (25.12.2007, 16:02)
"Anerkannte Kleinverlage" und "Dienstleister", schließt sich das aus?

Ich bezweifele das!

Wenn wir von bol reden, treten wir in die Suppe des großen Machers von Knebelverträgen. Bei bol gelistet zu sein hat m.E. nicht unbedingt etwas mit viel Verkauf und viel Ehre zu tun.

Wir dürfen, wie oben bereits angesprochen, nicht vergessen, daß viele Buchhandlungen sich vehement weigern, überhaupt in eine andere (auf ihren Rechnern vorhande) Liste als die ihres Stammlieferanten zu schauen! Ich habe mehrere Testkäufe hinter mir, die hier deutlich Spreu und Weizen trennen. Wobei die Spreu der Buchläden auch anschließend noch nicht einmal Kommisionsware gegen 40 % Rabatt hinlegen wollten!

Auf solche Verkäufer kann ich verzichten.

Amazon ist niemals das Maß aller Dinge und wer sich schon einmal intensiv mit diesem chaotsichen Laden beschäftigt hat, der nimmt nichts mehr ernst, was dort beschrieben wird. Man übernimmt die Daten aus dem VLB und gibt grundsätzlich bei anderen Verlagen als den direkten Geschäftspartnern eine Lieferzeit von 3-6 Wochen an. Selbst wenn die Bücher dort hingesandt wurden und auf Lager sind! Das verunsichert die Kunden natürlich maßlos und so entsteht das Gerücht, kleine Verlage (und damit sind alle gemeint, die nicht Heyne, Bertelsmann, Bastei-Lübbe usw. heißen) würden nicht liefern.

Dagegen hilft nur die Zuverlässigkeit vieler kleiner Verlage und ein stetiges Arbeiten wie oben von Hakket beschrieben.

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