Darf man Prominente im Buch erwähnen?

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PrairieMoon
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Darf man Prominente im Buch erwähnen?

von PrairieMoon (26.06.2008, 20:11)
Hallo zusammen!

Nach meiner ersten Anfrage (siehe hier) hab ich nun die zweite...

Darf man Prominente in seinem Buch erwähnen? Wir haben in unserem Skript da und dort die Protagonisten Musik hören lassen, und im Zuge dessen auch erwähnt, was bzw wer gehört wird (zB "...im Hintergrund lief ein Song von XY..." oder ähnliches).

Ist das erlaubt oder kann es da rechtlichen Ärger geben? Wir haben keine Songtexte oder CD-Titel im Skript stehen, sondern wirklich nur den bzw die Namen der Interpreten.

Bin wiedermal für jede Antwort dankbar :)

lg,
~PrairieMoon~
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LOFI

Re:

von LOFI (26.06.2008, 20:21)
Hallo,

ganau das habe ich in meinem ersten Roman auch getan. Ich habe mich beim Management des Künstlers erkundigt, und das hat zugestimmt, in dem Rahmen, wie ich es machen wollte. Ich würde dringend anraten, da vorher einfach mal nachzufragen. Meine Bestätigungsmail habe ich zur Sicherheit aufbewahrt.

LG

Lorenz

Gerhard
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Re:

von Gerhard (26.06.2008, 20:47)
Also, ich weiß nicht so recht. Beim Management der Beatles nachzufragen, ob ich den Satz "Karl, hörte wieder einmal eine CD seiner geliebten Beatles in einer ohrenbetäubenden Laustärke" benutzen darf, finde ich schon, wie soll ich sagen, albern.

Müsste ich dann auch bei der Deutschen Bank nachfragen, wenn das Auto des Gangster in Frankfurt an der Deutschen Bank Zentrale vorbeiflitzt?

Also ich glaube, Personen der Zeitgeschichte, kann man so benutzen. Und ich glaube, wenn man sie in einem postiven Umfeld beschreibt, wird kein Promi was dagegen haben.

Aber ich bin halt kein Jurist.
Herzliche Grüße
Gerhard

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Die Welt ist anders, als sie uns erscheint. "Auf der Suche nach der Realität" , ISBN 978-3833493294

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Zoba
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Re:

von Zoba (26.06.2008, 20:49)
Hi,

ich denke Gerhard hat recht. Personen der Zeitgeschichte dürfen in solcher Weise erwähnt werden. Du schreibst ja keine unauthorisierte Bio.
Gruß,

Zoba

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LOFI

Re:

von LOFI (26.06.2008, 20:56)
Aber:

Ich wollte dies auch schon mal mit einem anderen Künstler machen, der hat aber abgelehnt. Also nachfragen kost nix. Außerdem rät auch BOD an (glaube, habe ich dort irgendwo gelesen), vor Nennung in der Öffentlichkeit stehender Personen, sicher zu gehen, dass das in Ordnung ist.
Gerade heutzutage, wo wegen jeder Kleinigkeit gerne abgemahnt wird, würde ich mich da absichern.

Albern fand die Frau im Management meine Anfrage übrigens nicht.

LG

Lorenz

Gerhard
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Re:

von Gerhard (26.06.2008, 21:10)
Es ist sicher eine Gratwanderung, da hast du recht. Und ich glaube, da gibt es auch Unterschiede zwischen Büchern und Zeitungen, denn ich glaube nicht, dass ein Journalist bei Britney Spears nachfragt, wenn er mal wieder über ihre Probleme schreiben will.

Auch Paparazzis machen doch Fotos ohne zu fragen.

Wenn ich also einen Roman über einen Mann schreiben will, der sich mit Verzücken an seine 60er und 70ger Jahre erinnert und schmachtend an Donovan, Bee Gees, Dave Dee & Co und die vielen anderen denkt, muss ich bei allen nachfragen?????
Herzliche Grüße

Gerhard



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LOFI

Re:

von LOFI (26.06.2008, 21:18)
Wohl kaum,

aber heutzutage schläft sichs besser mit einer Sicherheit cheezygrin .
Kommt sicher auch auf den Künstler an. Kann ja auch sein, dass das Management sich gar nicht meldet, dann ist es wohl mehr oder weniger egal.

Aber man hat ja schon Pferde ko... gesehen, gelle?


LG Lorenz

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PrairieMoon
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Re:

von PrairieMoon (26.06.2008, 21:18)
Hallo...

LOFI hat geschrieben:
Gerade heutzutage, wo wegen jeder Kleinigkeit gerne abgemahnt wird, würde ich mich da absichern.

Ganz genau deswegen kam ich auf die Frage. Und obwohl wir nur amerikanische bzw kanadische Künstler erwähnt haben und die Wahrscheinlichkeit, daß unser Buch mal bis dort hin gelangt, eher gering ist, wollte ich doch sichergehen. Ich war zwar bislang auch davon ausgegangen, daß man Personen der aktuellen Zeitgeschichte erwähnen kann, aber sicher ist sicher...

lg,
~PrairieMoon~
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LOFI

Re:

von LOFI (26.06.2008, 21:26)
@PrairieMoon

Schreib doch dem Webmaster/Verantwortlichen der offiziellen Homepage eine kurze Mail mit deiner Anfrage. Meldet er sich, weißße Bescheid, meldet er sich nicht, bist du so schlau wie vorher. Probiers halt.

LG

Lorenz

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Also da

von LordKotz (26.06.2008, 21:41)
bin ich mir nicht Sicher.
In wie weit man da nachfragen sollte/muß oder nicht.
Habe mal einen befreundeten Rechtsverdreher befragt bzzgl. der Geschichten aus dem Märchenwald.
Dieser sagte Satire darf zwar fast alles aber um ärger zu vermeiden sollte ich die Namen der öffentlichen Personen denen ich ans Bein pinkeln will zumindest soweit verfremden das da niemand kommen kann vonwegen "Du!Du!Du"
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

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Zoba
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Re:

von Zoba (26.06.2008, 21:53)
Hi,

irgendwer hat hier irgendwo vor Kurzem ein Urteil zur Benutzung von Bildmaterial Prominenter auf dem Cover eines Buches eingestellt.

Darin finden sich exakt jene Regeln wieder, die für das Erwähnen von Personen der Zeitgeschichte in einem solchen Zusammenhang gelten.

Also nicht übertreiben mit der Ängstlichkeit! Wenn die Hauptfigur auf einem Stones-Konzert war, dann war die Hauptfigur auf einem Stones-Konzert. Ginge es nicht, dies zu schreiben, dann dürfte ich es HIER im Forum auch nicht schreiben, denn mit dem Forum wird über Adsense auch Geld verdient!

Etwas völlig anderes ist es, wenn du ein Buch schreibst, das von Keith Richards handelt. Dann würde ich in der Tat mal vorsichtig anfragen.
Gruß,



Zoba



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FMJork
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Re:

von FMJork (26.06.2008, 21:55)
Natürlich darfst Du Prominente in der von Dir erwähnten Art erwähnen, ohne irgend jemanden um Erlaubnis zu fragen.
Du solltest Sie nur nicht direkt erscheinen lassen, d.h. in die Handlung einbeziehen.
Ich sehe kein Problem, wenn es heißt: "Aus dem Radio ertönte die Stimme von ....., während das und das passierte."
"An der Wand hing ein Autogrammfoto von......... "
"Aus der Zeitung lächelte ihm...... entgegen . usw. usw."
Es sind nun mal Personen des öffentlichen Lebens.

LOFI

Re:

von LOFI (26.06.2008, 21:57)
Natürlich ist "relativ", ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht und es dann lieber mit diesem Künstler gelassen.

LG

Lorenz.

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PrairieMoon
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Re:

von PrairieMoon (26.06.2008, 22:07)
Hallo...

LordKotz hat geschrieben:
Dieser sagte Satire darf zwar fast alles aber um ärger zu vermeiden sollte ich die Namen der öffentlichen Personen denen ich ans Bein pinkeln will zumindest soweit verfremden das da niemand kommen kann vonwegen "Du!Du!Du"

Naja, um Satire geht es bei uns ja nicht, und vor den Koffer pinkeln wollten wir auch niemandem...

FMJork hat geschrieben:
Natürlich darfst Du Prominente in der von Dir erwähnten Art erwähnen, ohne irgend jemanden um Erlaubnis zu fragen.(...)Es sind nun mal Personen des öffentlichen Lebens.

Davon war ich auch ausgegangen, da es ja um Personen und nicht um geschützte Marken geht. Wie aber sieht das mit Songtiteln der jeweiligen Interpreten aus? Da dürfte vermutlich eine Genehmigung notwendig werden?

Zoba hat geschrieben:
irgendwer hat hier irgendwo vor Kurzem ein Urteil zur Benutzung von Bildmaterial Prominenter auf dem Cover eines Buches eingestellt.
Darin finden sich exakt jene Regeln wieder, die für das Erwähnen von Personen der Zeitgeschichte in einem solchen Zusammenhang gelten.

Das Urteil würde mich interessieren, weißt Du zufällig noch, wo das gepostet wurde?

LOFI hat geschrieben:
Natürlich ist "relativ", ich habe die gegenteilige Erfahrung gemacht und es dann lieber mit diesem Künstler gelassen.

Hat er auf Deine Anfrage negativ reagiert oder hattest Du es erst ohne Anfrage probiert und dann Theater bekommen? Und war es ein deutscher Künstler oder einer von anderswo?

lg,
~PrairieMoon~
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Zoba
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Re:

von Zoba (26.06.2008, 22:09)
Hi LOFI,

wenn du einen renommierten Künstler fragst, ob er in der "No-Name-Schmonzette" eines sich selbst verlegenden Autors auftauchen will, dann wird dir jeder Manager/PR-Mann/Künstler sagen, daß nein. So sehen die das nämlich. Würde Stephen King oder JK Rowling fragen, dann wäre derselbe Manager/PR-Mann/Künstler hocherfreut.

Machst du es einfach, dann wird er sich 10x überlegen, ob er ein Verfahren anstrengt, daß er zu 100% verlieren wird.

Oder anders gesagt: du hast die Absage selbst provoziert.
Gruß,



Zoba



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