Weltmarionetten

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Albert Ulrich
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Weltmarionetten

von Albert Ulrich (07.07.2008, 11:57)
Titel: Weltmarionetten-Über die Freiheit des Menschen und andere Nichtigkeiten
Autor: Albert Ulrich

Verlag: Books on Demand
ISBN: 978-3-8334-8978-5
Seiten: 96
Preis: 12,90

Klappentext:

Was würde geschehen,wenn ein Mensch mit einem anderen tauschen würde?Es bliebe,so eine der Grundthesen dieses Buches,alles,wie es ist,denn es gibt nichts,das getauscht werden könnte.Diese scheinbar banale Erkenntnis birgt viel Wissen-das Wissen,dass nichts von der Personalität zu der Grundwirklichkeit des Universums gehört.Dass der Mensch ein Stück Welt ist,das seine Existenz einer Ansammlung von Atomen verdankt.Dass die Atome und ihre Bewegungen das sind,was den Menschen ausmacht,und nicht eine aus dem Naturzusammenhang herausgebrochene Innenwelt.

In seinen prägnanten Essay beschreibt Albert Ulrich eindrücklich das Selbstbild des Menschen,das erstaunlicherweise weitgehend unbefleckt von der wissenschaftlichen Sichtweise geblieben ist.Trotz aller Gegenbeweise bleibt der Mensch seiner intuitiven Vorstellung von sich als "unbewegtem Beweger" verhaftet.Dabei ist alles ganz anders:Nicht der Mensch denkt die Welt,sondern die Welt denkt ihn.Doch diese "kopernikanische Wende für den Menschen",so Ulrich,ist noch nicht in den Köpfen der Mehrheit angekommen.

Inhalt:

Einleitung
Unschuldig
Wann bin ich?
Der Tod
Verändere ich die Welt?
Intermezzo
Mut zur Lücke
Welttraum
Ich bin ein Zombie und das ist gut so
Die Augen der Welt
Das anthropische Prinzip
Losigkeit

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Zoba
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Re:

von Zoba (07.07.2008, 12:47)
Hi,

interessante Frage.

Was wäre denn geschehen, wenn man Hitler und Gandhi ausgetauscht hätte? Was wenn Hitler auf ein bereits vorhandenes, rigoroses Kastendenken getroffen wäre? Und Gandhi sich keine Gedanken über Salz hätte machen müssen, sondern in einem im Verhältnis zu Indien relativ gesehen demokratischeren Land ohne Okkupation wiedergefunden hätte?

Wäre Goebbels dann irgendwann als Schriftsteller anerkannt worden? Hätte die Riefenstahl eine makellose Karriere hingelegt oder wäre als Frau unter ferner liefen eingenordet worden? Hätten wir dann heute noch ein britisches Empire und wie sähe es dann mit der Rolle der USA aus?

Oder hätte es einfach einen anderen Hitler in Deutschland gegeben, einen anderen Gandhi in Indien?
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (07.07.2008, 12:53)
Es bliebe,so eine der Grundthesen dieses Buches,alles,wie es ist,denn es gibt nichts,das getauscht werden könnte.


Es gibt einen guten Grund, warum die Dinge so passieren, wie sie passieren.
Wie will man denn bitte Seelen transferieren?!

Sicherlich eine Überlegung, die zu vielen Ideen und Reizvorstellungen anregt, aber wie das Zitat oben schon belegt, gibt es nichts zum Austauschen.

Nicht der Mensch denkt die Welt,sondern die Welt denkt ihn.

thumbbup

Grüße!

Albert Ulrich
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Re:

von Albert Ulrich (07.07.2008, 16:45)
Vielen Dank für die Kommentare und das Lob.
Ich freue mich,dass der Klappentext zu Gedanken angeregt hat.

Eine These dieses Buches ist,dass es so etwas wie Seelen gar nicht gibt;deshalb fehlt die "Tauschware".


Liebe Grüße,
Albert

frangsen
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Re:

von frangsen (07.07.2008, 17:52)
Keine Persönlichkeit?
Das möchte ich nicht glauben.

Nicht der Mensch denkt die Welt,sondern die Welt denkt ihn.


Das klingt ein wenig nach der Marx'schen These vom Sein, das das Bewusstsein bestimme.

Albert Ulrich
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Re:

von Albert Ulrich (07.07.2008, 19:26)
frangsen hat geschrieben:
Keine Persönlichkeit?
Das möchte ich nicht glauben.

Nicht der Mensch denkt die Welt,sondern die Welt denkt ihn.


Das klingt ein wenig nach der Marx'schen These vom Sein, das das Bewusstsein bestimme.


Hallo frangsen,

Die Frage ist: Gibt es etwas neben/über den neuronalen Prozessen im Gehirn? Meine Antwort:Nein!

Der zitierte Satz hat mit Marx wenig zu tun.

Liebe Grüße,
Albert

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (07.07.2008, 19:44)
Hab den Thread jetzt nicht gelesen, sondern nur den Klappentext.
Hmmmph, für mich als Existenzialist ist das ja mal wieder diese äußerst enttäuschende Perspektive. Wenn man sich nur eine genügend elaborierte Beschreibung der intuitiven Selbstsicht aneignet - wie etwa die von Sartre, kann man damit auch durchaus was anfangen. je klarer einem die eigene Freiheit ist, desto größer ist sie auch tatsächlich. Das ist so! sage ich mal ganz plump. Den Menschen zwingt nichts, sich einer deterministischen Perspektive zu unterwerfen, außer vielleicht der verdrängte Allwissenheits- und womöglich Allmachtsanspruch der Deterministen, die so reden, als könnten sie von ihrer oder irgendeiner Perspektive aus alle Kausalität überblicken, um so zu dem Schluss zu kommen, alles sei determiniert. Methodischer Zweifel führt nicht gerade dorthin, sondern als Erstes zur Erkenntnis der eigenen Wirklichkeit und Gültigkeit.

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (07.07.2008, 19:56)
Hab´ den Thread jetzt gelesen. Nimm mir bitte nicht übel, dass ich die genaue Gegenposition einnehme. Das ist niemals persönlich im ernsthaften Diskurs. Wollte noch erwähnen: im Existenzialismus behält die Naturwissenschaft trotz der absoluten Gültigkeit menschlicher Freiheit komplett recht. "Das Sein und das Nichts" ist ja auch ein dicker, komplizierter Schinken, aber m.E. nicht zu ignorieren. "Poesie" kann man nur die ersten 100 Seiten nennen, dann folgt die gewissenhafte Analyse.

Albert Ulrich
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Re:

von Albert Ulrich (07.07.2008, 20:11)
Zeitl0ch hat geschrieben:
Hab´ den Thread jetzt gelesen. Nimm mir bitte nicht übel, dass ich die genaue Gegenposition einnehme. Das ist niemals persönlich im ernsthaften Diskurs. Wollte noch erwähnen: im Existenzialismus behält die Naturwissenschaft trotz der absoluten Gültigkeit menschlicher Freiheit komplett recht. "Das Sein und das Nichts" ist ja auch ein dicker, komplizierter Schinken, aber m.E. nicht zu ignorieren. "Poesie" kann man nur die ersten 100 Seiten nennen, dann folgt die gewissenhafte Analyse.


Hallo ZeitlOch,

ich nehme es Dir nicht übel,dass Du meine Position nicht teilst.Mir ist durchaus klar,dass das ein kontroverses Thema ist,zu dem man unterschiedlicher Auffassung sein kann und darf.
Ich habe "Das Sein und das Nichts" gelesen,finde es aber nicht besonders überzeugend (Bitte sei Du mir jetzt nicht böse)

Liebe Grüße,
Albert

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (07.07.2008, 20:31)
Bin ich dir nicht böse, auch wenn es mein Bibelersatz ist. Bin ja auch Philosoph, wenn ich das Studium auch abgebrochen habe. smart2

frangsen
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Re:

von frangsen (07.07.2008, 21:13)
Hallo Albert,

Die Frage ist: Gibt es etwas neben/über den neuronalen Prozessen im Gehirn? Meine Antwort:Nein!


Das ist eine Frage des Glaubens, und Deiner Antwort möchte ich nicht glauben.

Viele Grüße

Frank

Albert Ulrich
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Re:

von Albert Ulrich (08.07.2008, 09:42)
frangsen hat geschrieben:
Hallo Albert,

Die Frage ist: Gibt es etwas neben/über den neuronalen Prozessen im Gehirn? Meine Antwort:Nein!


Das ist eine Frage des Glaubens, und Deiner Antwort möchte ich nicht glauben.

Viele Grüße

Frank


Hallo frangsen,

Ich glaube :lol: ,dass das eine Frage ist,die man wissenschaftlich bearbeiten kann.Alles was die Naturwissenschaften bisher zutage gefördert haben,stützt meine Auffassung.
Wenn Du schreibst Du möchtest meiner Antwort nicht glauben,dann ist Deine Ablehnung dadurch motiviert,dass Du meine Antwort unbefriedigend findest,und nicht weil Du sie unplausibel findest.

Viele Grüße,
Albert

Albert Ulrich
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Re:

von Albert Ulrich (09.07.2008, 09:16)
Zeitl0ch hat geschrieben:
Nimm mir bitte nicht übel, dass ich die genaue Gegenposition einnehme.


Der kleinste Schritt ist der der zum Gegenteil führt.(Zitat aus Weltmarionetten) Also sollte einer von uns seine Meinung ändern,würde er wahrscheinlich bei der Meinung des anderen ankommen.
Es gibt Positionen die sehr viel weiter voneinander entfernt sind als gegenteilige.

Liebe Grüße,
Albert

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (09.07.2008, 09:48)
Das Zitat ist gar nicht schlecht. Kürzlich erklärte mir in einer Diskussion jemand seine Position, die er "radikalen Materialismus" nannte. Für sich konnte er die existenzphilosophische Position damit in Einklang bringen. Er war einfach der Überzeugung, alles sei Materie, räumte dabei aber z.B. die (quantenphysikalisch begründete) Möglichkeit der Existenz anderer Welten ein - als mathematisch ableitbare andere Erscheinungsformen des Materiellen. Ich denke, ihm würde auch einfallen, wie man "Freiheit" da noch einbauen könnte. Ich halte das für eine bewundernswerte Synthese zweier bislang häufig widerstreitender Postionen.
Im Übrigen bin natürlich auch ich nicht der Ansicht, Personen könnten das Bewusstsein tauschen, habe aber zugegebenermaßen keine wissenschaftliche Begründung dafür.

Albert Ulrich
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Re:

von Albert Ulrich (10.07.2008, 20:03)
Zeitl0ch hat geschrieben:
Das Zitat ist gar nicht schlecht. Kürzlich erklärte mir in einer Diskussion jemand seine Position, die er "radikalen Materialismus" nannte. Für sich konnte er die existenzphilosophische Position damit in Einklang bringen. Er war einfach der Überzeugung, alles sei Materie, räumte dabei aber z.B. die (quantenphysikalisch begründete) Möglichkeit der Existenz anderer Welten ein - als mathematisch ableitbare andere Erscheinungsformen des Materiellen. Ich denke, ihm würde auch einfallen, wie man "Freiheit" da noch einbauen könnte. Ich halte das für eine bewundernswerte Synthese zweier bislang häufig widerstreitender Postionen.
Im Übrigen bin natürlich auch ich nicht der Ansicht, Personen könnten das Bewusstsein tauschen, habe aber zugegebenermaßen keine wissenschaftliche Begründung dafür.


Die Theorie von Hugh Everett besagt ja,dass sich das Universum bei jedem Quantenereignis teilt.Das hieße:Alles was möglich ist,ist auch realisiert.Ob man das Freiheit nennt oder nicht,bleibt einem selbst überlassen. (Ich bin nicht so begeistert von der Everettschen Theorie;ich halte zwar die Existenz von vielen "Universen" durchaus für plausibel,aber dass Universen sich bei Quantenereignissen teilen,halte ich für nicht sehr wahrscheinlich)

Liebe Grüße,
Albert

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