Tipps für erste Lesung benötigt

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


Thesken

Tipps für erste Lesung benötigt

von Thesken (04.09.2008, 14:09)
Ich brauche mal ein paar Tipps von euch lieben Kollegen angle:

Im Oktober darf ich wahrscheinlich eine Lesung in unserer Stadtbücherei halten, im Rahmen der deutschlandweiten Aktion "Deutschland liest". Soweit, so gut. Da es meine erste Lesung wird, würde mich mal interessieren, wie ihr das so handhabt:

Lest ihr mehrere Stellen aus eurem Buch vor? Wenn ja, wonach wählt ihr die Stellen aus? Oder lest ihr nur eine längere Stelle vor? Erzählt ihr auch Hintergründe, die nicht im Buch stehen?

Bei meinem Buch handelt es sich um einen Fantasyroman, Zielgruppe Jugendliche und Erwachsene.

Bin für jeden Tipp dankbar, da ich tierisches Lampenfieber habe und ja eventuell sogar einen Teil des Publikums kennen werde ...

Liebe Grüße,
Theresa

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (04.09.2008, 14:27)
thumbbup erstmal Herzlichen Glückwunsch

Lampenfieber an sich ist nichts schlimmes, wenn Du Dich davon nicht fertig machen läßt

Bekannte im Publikum können für Dich auch der Anknüpfungspunkt sein, damit Du Dich traust, von Deinem Buch in die Menge zu schauen.
Das finden die Zuhörer auch toll, mal Deine Augen zu sehen....

Du kennst Dein Buch am Besten, es soll Appetit machen, das Buch zu lesen, also nimm eine Stelle, wo die Zuhörer mit hineingenommen werden und höre auf, wo es ein wenig schmerzt, dass man nicht weiterhört.

Ein paar Hintergrundinformationen, warum und wieso Du gerade das geschrieben hast, solltest Du bringen, denn manche wollen das Buch dann lesen, weil sie Dich kennen und auch mehr wissen als die Leser, die bei der Lesung nicht dabei waren.

Viel Freude bei der Vorbereitung und eine gute Stimme, nette Zuhörer bei der Lesung.
Viele Grüße
Birgit
Mimi und der große Brand
Geschichten für ....
www.blix-derneueselbstverlag.de
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Dozen-Roses

Re: Tipps für erste Lesung benötigt

von Dozen-Roses (04.09.2008, 14:28)
Thesken hat geschrieben:
Ich brauche mal ein paar Tipps von euch lieben Kollegen angle:

Im Oktober darf ich wahrscheinlich eine Lesung in unserer Stadtbücherei halten, im Rahmen der deutschlandweiten Aktion "Deutschland liest". Soweit, so gut. Da es meine erste Lesung wird, würde mich mal interessieren, wie ihr das so handhabt:

Lest ihr mehrere Stellen aus eurem Buch vor? Wenn ja, wonach wählt ihr die Stellen aus? Oder lest ihr nur eine längere Stelle vor? Erzählt ihr auch Hintergründe, die nicht im Buch stehen?

Bei meinem Buch handelt es sich um einen Fantasyroman, Zielgruppe Jugendliche und Erwachsene.

Bin für jeden Tipp dankbar, da ich tierisches Lampenfieber habe und ja eventuell sogar einen Teil des Publikums kennen werde ...

Liebe Grüße,
Theresa


Ich kann mich der Frage nur anschließen? Fängt man eine Lesung aus seinem Buch auf jeden Fall von vorne im Buch an oder einfach rausgepickte Kapitel? :roll:
Und - wie lange sollte eine Lesung maximal sein?

Oh ... wir sollten die Suchfunktion benutzen. Etwa nicht?

Gruß D. R.

Versailles
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Re:

von Versailles (04.09.2008, 14:36)
Hallo cheezygrin

zuerst einmal Glückwunsch und RUHIG BLUT!!!

Bei mir hilft u.a.
Nichts Kribbeliges trinken,
Tee oder stilles Wasser (leicht temperiert)
keine Schokolade essen
tief und ruhig atmen
langsam und betont lesen
schon etwas eher da sein, um auch innerlich "anzukommen", denn unter Streß lesen verdirbt die Stimmung.

Ansonsten schau' doch mal in der Suche unter "Lesungen" - das Thema ist hier schon mehrfach und ziemlich ausführlich behandelt worden book:

Nervosität und Lampenfieber sind völlig normal und fördern mitunter auch die Konzentration.

Liebe Grüße und toi-toi-toi
Amalia
DIE COMTESSE ab sofort als "EDITION BOD"
www.comtesse-heloise.de

Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen (2007)

Thesken

Re:

von Thesken (04.09.2008, 14:55)
Also, erst einmal Danke für eure Tipps und Glückwünsche cheezygrin

Gesucht hatte ich nach Lesungen schon mal, aber so ganz schlau bin ich danach trotzdem nicht gewesen ... book: es gibt jede Menge Beiträge zu dem Thema, aber wenn man die alle durchgelesen hat, weiß man immer noch nicht genau, welche Stellen man vorlesen sollte oder wonach man sie auswählt, also verzeiht diesen Thread angle:

Mein Verlobter kommt mit zu der Lesung, also werde ich zumindest einen Punkt im Publikum haben, wo ich hingucken und mir Mut holen kann :wink:

Liebe Grüße,
Theresa

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Judith
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Re:

von Judith (04.09.2008, 15:03)
Hallo Theresa,

bei mir ist es einfach, da ich bestimmte Kapitel oder Geschichten auswählen kann. Bei durchgehenden Romanen habe ich bisher bei Lesungen erlebt, dass entweder ein prägnantes Kapitel vorgelesen wurde, oder - häufiger - dass einzelne Textstellen (ca. vier) vorgelesen und der Rest in kurzen Worten erzählt wurde - außer dem Schluss.

Die Dauer kommt auf die Altersgruppe an. Bei Jugendlichen bis Erwachsenen kann man eineinhalb Stunden lesen, aber dann sollte dazwischen kurz aufgelockert werden (Bilder, Musik, Gespräch mit anderer Person o.ä.), ansonsten besser nur eine gute Stunde.

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

hwg
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Re:

von hwg (04.09.2008, 15:07)
Die interessanten (Vor-)Leseabende sind für mich jene, bei denen der Autor lediglich "Appetithappen" vorträgt, damit er das Publikum auf den Buchinhalt neugierig macht.

Schließlich soll ja das Buch gekauft werden.

Wenn er dann noch im Plauderstil über die Beweggründe seines Schreibens und die Entstehungsgeschichte des Werkes Auskunft gibt und sich den Zuhöreren einem Frage- und Antwort-Spiel stellt, kann ein einem (höchstens) einstündigem erfolgreichen Abend eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Alles ist besser als eine "verkrampfte", nur aus elendslangen Textpassagen bestehende Präsentation, bei der das Publikum
mit der Zeit "unruhig" wird.

Thesken

Re:

von Thesken (04.09.2008, 15:21)
Hey, danke Judith und hwg, genau solche Informationen brauche ich thumbbup

Dann werde ich mich die Tage mal hinsetzen und mein Buch nach geeigneten Stellen durchsuchen, die nicht zuviel verraten ...

Liebe Grüße,
Theresa

powbase
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Registriert: 25.03.2008, 12:07

Re:

von powbase (04.09.2008, 15:21)
"Bei Jugendlichen bis Erwachsenen kann man eineinhalb Stunden lesen, aber dann sollte dazwischen kurz aufgelockert werden (Bilder, Musik, Gespräch mit anderer Person o.ä.), ansonsten besser nur eine gute Stunde."


Hallo, das Problem was viele Autoren haben, ist, dass sie sicherlich nicht 1 bis 1,5 Stunden vorlesen können, weil ihre Bücher dafür zu kurz sind. Man sollte ja nicht das komplette Buch offenbaren.
Bei 1,5 Stunden muss man dann schon sehr sehr langsam lesen :)
Ich würde ein kurzes knappes Kapitel vorlesen und ein wenig mehr zu den Beweggründen erzählen, warum man dieses Buch geschrieben hat etc.
Viel Glück

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (04.09.2008, 18:35)
Hallo,
ich kenne mehrere Hobbymusiker. Da findet sich meistens jemand der Spaß dran hat zwischen einzelnen Kapiteln etwas zum Besten zu geben.

Nur vorher das Repertoir absprechen. Hatte ich beim ersten Mal nicht berücksichtigt, so hat der Gute seine schwersten Klassischen Stücke ausgegraben - das passte so gar nicht zu meinen heiteren Kurzgeschichten ... die Hörer fielen von einem Extrem ins andere ... :lol:

LG Grete

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LordKotz
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Also

von LordKotz (04.09.2008, 21:58)
ich habe nun schon 3 Lesungen hinter mir und die 4. ist 13-14.09 in Hambug *Werbung macht* :lol:

Aber im Ernst, häufig versaut der Autor durch sein Vortragen die Geschichte!!! Habe Michael Ende lesen hören ... es war grauenhaft!
Selbst lese ich auch nicht wirklich gut, aber hab bisher auch niemanden gefunden der das für mich macht, weil ich denke der Autor sollte fähig sein sein Werk zu präsentieren.
Am besten trinkst Du vorher nur "Stille" Getränke und während der Lesung auch nichts, weil es schon zu unfreiwilligen LAchern führen kann wenn der Magen gluggert oder jemand aufstoßen muß während einer Lesung.
Bisher hab ich es immer so gehandhabt das erst gelsen wurde(in meinem Fall ein bunter Mix) und dann in einer offenen Runde fragen gestellt werden durften und oder div. Texte besprochen wurden wie sie auf den Leser wirkten usw.
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

Leilah

Re:

von Leilah (05.09.2008, 00:02)
Ein paar Dinge aus der Praxiserfahrung heraus, die möglicherweise banal klingen, aber superwichtig sein können:

- Wie oben schon erwähnt wurde: Nichts "Blubberiges" vorher oder dazu trinken!
- Ein gefülltes Glas zu Beginn der Lesung auf dem Tisch neben sich haben! (Neulich vergessen, und nach 30 Minuten klebte die Zunge am Gaumen. :wink: )

- Garderobe: Vorher erkundigen. War neulich bei einer (auch ansonsten) grauenhaft schlechten Newcomerinnen-Lesung. Sie als Mittelpunkt des Abends war die Einzige im Schlumperlook mit verwaschenen Jeans und ausgeleiertem Pullover. Hat sich selbst zwischen den Gästen in Abendgarderobe sichtlich deplatziert gefühlt. Hätte super auf ein Segelboot gepasst, aber nicht zum Festabend des Literaturhauses. :(

- Lass Dich vom Veranstalter begrüßen und vorstellen. Das ist viel weniger peinlich als es selbst zu tun.
- Steh nicht vor Beginn der Lesung wie bestellt und nicht abgeholt im Raum herum. Eleganter ist es, erst zur Begrüßung aus dem Nichts zu erscheinen (Hinterzimmer, von draußen etc.)

- Lächeln und zeigen, dass man stolz auf das Werk ist. Keinesfalls das eigene Werk niedermachen mit Worten wie "Anfängerwerk", "Versuch", "keinen Verlag gefunden", "hoffe, es gefällt...", "wenn etwas nicht klar ist, unterbrechen Sie mich ruhig...". No, no, no, niemals!!!
Die junge Dame auf dem angesprochenen Event neulich ließ sich sogar zu der Aussage hinreißen: "...habe dann, weil kein Verlag es wollte, es selbst bei BoD machen lassen. Die drucken ja alles für Geld..." Autsch!

- Verkaufsmaterial oder wenigstens Bestellzettel auf jeden Fall dabei haben, allerdings etwas diskret seitlich und nicht etwa unterm Lesepult oder so.

- Nicht der Vorstellung erliegen, das gesamte Buch vorstellen zu müssen. Wie hwg schon ganz richtig sagte: Appetithäppchen! Die erwähnte Autorin ist in Windeseile (und chronologisch) von einer Textstelle zur nächsten gehetzt und hat die Stellen dazwischen präzise zusammen gefasst. Man hatte auch den Eindruck, sie will das Ganze einfach schnell hinter sich bringen.

- Bei Kindern darf die Gruppengröße je nach Alter eine Schulklasse nicht übersteigen.
- Andererseits: "Profis" rennen auch bei nur fünf Zuhörern nicht hinaus, sondern lesen genau so als würden sie vor 500 sitzen.

- Falls an dem Abend für Deine Gage Eintritt genommen werden sollte, dann lass Dich bloß niemals darauf ein, selbst zu kassieren. Das ist sooooo peinlich! Und nicht Deine Aufgabe.

- Und schließlich: Das ist Dein Abend, Dein Auftritt. Genieß es. Lesungen können nämlich auch verdammt viel Spaß machen.

Liebe Grüße und viel Erfolg, Leilah

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Judith
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Re:

von Judith (05.09.2008, 01:07)
Hallo Leilah,

stimmt alles! Aber ... demnächst darf/muss ich vor zwei Schulklassen lesen. Bin mal gespannt, wie das klappt ... dozey:

Grüßle,
Judith
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hawepe
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Re:

von hawepe (05.09.2008, 07:28)
Hallo Leilah,

du hast es sehr schoen zusammengefasst. Aus meiner, wenn auch lange zurueckliegenden Leseerfahrung nur noch ein paar Ergaenzungen.

Leilah hat geschrieben:
- Steh nicht vor Beginn der Lesung wie bestellt und nicht abgeholt im Raum herum. Eleganter ist es, erst zur Begrüßung aus dem Nichts zu erscheinen (Hinterzimmer, von draußen etc.)


Oder die Zeit vor der Lesung nutzen, schon mit einigen Besuchern ins Gespraech zu kommen. Das geht ganz gut, wenn ein Vertreter des Veranstalters die Besucher am Eingang begruesst und dabei mit einem Satz den Autor vorstellt.

- Verkaufsmaterial oder wenigstens Bestellzettel auf jeden Fall dabei haben, allerdings etwas diskret seitlich und nicht etwa unterm Lesepult oder so.


Am besten ist es natuerlich, wenn man einen Partner mitbringt, der sich gegen Ende der Veranstaltung (oder auch schon zur Pause) sichtbar mit einigen Buechern plaziert. Es gibt immer Besucher, die es eilig haben.

- Andererseits: "Profis" rennen auch bei nur fünf Zuhörern nicht hinaus, sondern lesen genau so als würden sie vor 500 sitzen.


Aber die Sitzordnung darf man veraendern, soweit moeglich.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.09.2008, 09:30)
Mein Ratschlag:

Vorher üben - üben - üben.

Am besten mit irgend einem Aufzeichnungsgerät wie einem Cassettenrecorder, Tonband oder mit dem PC und sich dann anhören, wie man gelesen hat. Die Allermeisten lesen zu schnell, artikulieren falsch oder zu schwach, holen an den falschen Stellen Atem.

Wenn man weiß, welchen Text man lesen will, sich Zeichen in den Text machen, wo eine Pause kommt, wo man schneller, wo man langsamer lesen kann oder muss. Wo man lauter wird, wo man leiser wird. Und - was viele bei Lesungen ganz vergessen - an welchen Stellen man Blickkontakt mit dem Publikum aufnehmen muss.

Ich persönlich finde solche eigenen Lesungen immer ungeheuer spannend, weil ich direkt erfahren kann, wie der Text beim Zuhörer ankommt. Lachen die Leute an den richtigen Stellen? Werden sie an den richtigen Stellen leise? Stöhnen sie auf, wenn es plötzlich gefährlich oder gruselig wird? Höre ich ein Aufatmen, wenn der Held sich aus der Gefahr gerettet hat?

Viel Erfolg!

Siegfried

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