Manuskriptform

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Hiob
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Manuskriptform

von Hiob (22.11.2008, 11:11)
Liebes Forum.

Ich möchte mein Manuskript in eine Form bringen, in der ich es bei den Verlagen vorstellen kann. Leider finde ich immer nur widersprüchliche Angaben. Und ich kenne die aktuellen Gepflogenheiten nicht, die ändern sich doch bestimmt ständig. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Ich suche Angaben zu

Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Seitenränder, „wo steht die Seitenzahl“, „muss auf jede Seite eine Kopfzeile/soll diese etwa Angaben zum Autor enthalten und suche „Vorschriften“ zu Kapitelgliederungen.

Muss ich eigentlich mein Manuskript immernoch tatsächlich ausdrucken? Oder kann man es inzwischen auch mit einem USB-Stick, CD oder per Mail (doc.-Datei?) versenden?

Ich hab zwar hier ein Buch liegen, was die wichtigsten Sachen dazu enthält, es ist aber m.E. schon zu alt (2001).

Viele Grüße
Hiob

LOFI

Re:

von LOFI (22.11.2008, 11:38)
Hi,

eine sogenannte Normseite hat 30 Zeilen mit je 60 Anschlägen, inkl. Leerzeichen. Demenstprechend musst du die Zeichengröße und den Zeilenabstand wähle, dass das ungefähr hinkommt.

Leerzeilen, die durch Absätze entstehen, zählen als Zeile.

VG

Lorenz

LOFI

Re:

von LOFI (22.11.2008, 11:45)
Schau auch mal hier, dort kannst du dir eine Normseitenvorlage für Word und Openoffice runterladen.

http://www.literaturcafe.de/

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (22.11.2008, 11:56)
Schau mal in diesen Link ich denke auch sein10 Punkte TÜV ist interessant
Denn er ist ja nun definitiv erfolgreich.


http://www.andreaseschbach.de/schreiben/schreiben.html
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

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JessM
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Re:

von JessM (22.11.2008, 12:42)
LOFI (Moderator) hat geschrieben:
Hi,

eine sogenannte Normseite hat 30 Zeilen mit je 60 Anschlägen, inkl. Leerzeichen. Demenstprechend musst du die Zeichengröße und den Zeilenabstand wähle, dass das ungefähr hinkommt.


Yup, kann ich nur zustimmen.
Hier einmal eine Normseite vom Heyne Verlag: Normseite

Das ist von dem Wettbewerb, der zurzeit statt findet, übernommen, sonst kann ich nur den Tipp geben, beim jeweiligen Verlag immer nachfragen, was sie bevorzugen.

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Judith
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Re:

von Judith (22.11.2008, 12:51)
Hallo Hiob,

bei beinahe allen Verlagen muss man tatsächlich alles in Papierform schicken. Am besten nachfragen oder auf der Website des Verlages nachsehen. Üblich ist: Ein Anschreiben, ein Exposé, kurze Vita und eine Textprobe von 5 - 30 Seiten (je nach Verlag). Wenn du deine Unterlagen zurück haben möchtest, frankierten Rückumschlag dazulegen. Ansonsten im Begleitschreiben sagen, dass Rücksendung nicht notwendig ist.

Grüßle,
Judith
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Hiob
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Re:

von Hiob (22.11.2008, 13:31)
Dankeschön, das ging ja schnell.
Aus der Vorlage kann ich gleich einiges rauslesen, das ist prima.


Diese Leseprobe, müssen das die ersten 5-30 zusammenhängenden Seiten sein oder kann ich mir da z.B. 3 separate Textstellen herausnehmen?

Gibt es eine Vorlage für die Vita? Ich will mich ja nicht „selber“ bei dem Verlag bewerben. *schmunzel*

Gibt es für eine Gliederung bestimmte Vorschriften?

Viele Grüße vom frisch eingeschneiten
Hiob

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (22.11.2008, 14:40)
Hiob hat geschrieben:
Diese Leseprobe, müssen das die ersten 5-30 zusammenhängenden Seiten sein oder kann ich mir da z.B. 3 separate Textstellen herausnehmen?


Immer den Anfang schicken. Und die Leseprobe am besten genau an der Stelle beenden, wo es gerade richtig spannend ist (der Lektor muss nach "Mehr! Mehr!" gibbern. cheezygrin )

Hiob hat geschrieben:
Gibt es eine Vorlage für die Vita? Ich will mich ja nicht „selber“ bei dem Verlag bewerben. *schmunzel*


Auf gar keinen Fall eine Vita wie bei einer Stellenbewerbung schicken.
Hiob hat geschrieben:
Gibt es für eine Gliederung bestimmte Vorschriften?


Vorschriften gibt es nicht. Allerdings sollten Anschreiben, Lebenslauf und Exposé/Synopsis bestimmte Inhalte und Formen haben.

Anschreiben:

- weißes Papier, Standardschriftart
- Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeiten im Briefkopf
- nicht einfach an den Verlag schicken, sondern wenn irgend möglich direkt an den zuständigen Lektor (vorher beim Verlag nachfragen)
- Anschreiben maximal eine Seite lang
- AIDA-Prinzip beachten
- Begründung, warum du genau diesen Verlag ausgewählt hat (auf keinen Fall darauf hinweisen, dass das Manuskript noch an 20 andere Verlage ging oder dass schon zehn Absagen gekommen sind!!!)
- evtl. Bezug herstellen zu anderen Büchern im gewählten Verlag
- nichts Negatives schreiben (Selbstkritik, Hinweis auf Schwachstellen), aber auch nicht in den Himmel loben

Kurzvita:

- Name
- Geburtsjahr (genauer braucht es erstmal nicht)
- Ausbildung und jetziger Beruf
- bisherige Veröffentlichungen, Preise und Lesungen (wichtig!)
- kein Hinweis auf Veröffentlichungen im Internet (womöglich noch auf der eigenen Webseite), bei DKZV oder Selbstverlagen; die werden von Lektoren oftmals negativ bewertet

Exposé / Synopsis:

- maximal vier bis fünf Seiten lang
- Arbeitstitel des Buches
- geplante bzw. konkrete Seitenzahl des Manuskriptes
- Zielgruppe für das Buch benennen (Wichtig! Lektoren müssen auch wirtschaftlich denken)
- keine Dialoge!
- keine Details!
- im Präsens schreiben
- bei einem belletristischen Roman die Kernaussage (zentraler Konflikt) der erzählten Geschichte sowie die Handlung in ihrer dramaturgischen Struktur darstellen (auslösendes Ereignis, Wendepunkte in der Handlung, Krise und Auflösung)

Leseprobe:

- ca. 20 bis 40 Seiten
- Standardmanuskriptform: 30 Zeilen zu je 60 Zeichen in einer Nichtproportionalschrift, mindestens 1,5fache Zeilenschaltung, einseitig bedruckt, rechter Rand deutlich breiter als der linke Rand, kein Blocksatz, keine Trennungen (auch keine automatischen!), Deckblatt mit Autorenname und Kontaktadresse, auf der Manuskriptseite Name, Adresse und Buchtitel im Seitenkopf, Seiten durchgehend nummerieren
- die Leseprobe nicht heften, klammern, binden oder sonstwie fest zusammenpappen. Lektoren wollen Einzelblätter! Gummiband drum herum reicht!
- das Manuskript muss sauber aussehen. Seiten mit Flecken, Eselsohren oder sichtbaren Korrekturen austauschen!

Weder im Anschreiben noch im Exposé / in der Synopsis werden finanzielle Dinge angesprochen. Das Thema kommt erst, wenn es um den konkreten Verlagsvertrag geht.

(Diese Hinweise kommen nicht von mir, sondern von einer Literaturagentin im Rahmen eines Schreibseminars)

LG
Siegfried

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Judith
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Re:

von Judith (22.11.2008, 15:30)
Alles was Siegfried geschrieben hat, kann ich so bestätigen. Nur eine Ergänzung: Man sollte möglichst den Anfang des Manuskripts schicken, aber dann kann man auch noch ein Kapitel aus der Mitte, das man für besonders gelungen/wichtig/interessant... hält hinzunehmen. Das wurde mir auch von Verlagen schon ausdrücklich gesagt.

Grüßle,
Judith
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Hiob
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Re:

von Hiob (22.11.2008, 16:39)
Da hab ich gleich einiges zusammen, vielen Dank. Das genügt mir schon.


Ich muss mal was anderes fragen. Es passt hier nicht her, vielleicht könnt ihr aber trotzdem dazu schreiben.

Wenn ich so bei verschiedenen Autoren im Netz lese und die allg. Stimmung aufnehme, geht es den meisten neben der Auflage um „ihren Namen“. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass es ihnen recht leicht fällt, sich darzustellen.

Ich hab an Lesungen oder Werbung im Radio, Messen oder weiß der Geyer was die Verlage sich einfallen lassen, eigentlich kein Interesse. Ich möchte lediglich wissen, ob ich es schaffe, dass meine Gedanken jemand (freiwillig) druckt und liest.

Sollte ein Verlag Interesse haben, verlangt der dann automatisch von vorn herein alle diese „Werbeauftritte“ oder kann man sich da ausschließen? Oder wie wahrscheinlich ist es, dass man bei/nach einer Veröffentlichung überhaupt eine Lesung halten muss? Andererseits..., hab ich überhaupt eine Chance auf Veröffentlichung, wenn ich so öffentlichkeitsscheu bin (und lieber im Dunkeln herumhuschen würde)?

Sicher ist das nicht das erste, worüber man sich bei der Abgabe eines Blätterstapels Gedanken machen muss, wenn es jedoch das erste ist, was mich davon abhält , interessiert mich das schon.

Soweit
Hiob
Zuletzt geändert von Hiob am 22.11.2008, 16:45, insgesamt 1-mal geändert.

LOFI

Re:

von LOFI (22.11.2008, 16:42)
Hiob hat geschrieben:
Sollte ein Verlag Interesse haben, v


Statistisch ist es etwa so, dass von 3000-4000 eingesandten Manuskripten in Deutschland pro Jahr nur 1 bis 3 von den Verlagen genommen werden.

VG

Lorenz

Dozen-Roses

Re: Manuskriptform

von Dozen-Roses (22.11.2008, 17:13)
Hiob hat geschrieben:
Liebes Forum.

Ich möchte mein Manuskript in eine Form bringen, in der ich es bei den Verlagen vorstellen kann. Leider finde ich immer nur widersprüchliche Angaben. Und ich kenne die aktuellen Gepflogenheiten nicht, die ändern sich doch bestimmt ständig. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Ich suche Angaben zu

Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Seitenränder, „wo steht die Seitenzahl“, „muss auf jede Seite eine Kopfzeile/soll diese etwa Angaben zum Autor enthalten und suche „Vorschriften“ zu Kapitelgliederungen.

Muss ich eigentlich mein Manuskript immernoch tatsächlich ausdrucken? Oder kann man es inzwischen auch mit einem USB-Stick, CD oder per Mail (doc.-Datei?) versenden?

Ich hab zwar hier ein Buch liegen, was die wichtigsten Sachen dazu enthält, es ist aber m.E. schon zu alt (2001).

Viele Grüße
Hiob


Hallo Hiob!
Wenn du dein Manuskript in ausgedruckter Form zu Verlagen schickst, dann nicht in Duplexdruck. Das mögen die durchweg gar nicht. Am besten noch ein Exposé dazu und eine Kurzvita von dir.

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hawepe
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Re:

von hawepe (22.11.2008, 17:17)
Hallo Hiob,

Hiob hat geschrieben:
Sollte ein Verlag Interesse haben, verlangt der dann automatisch von vorn herein alle diese „Werbeauftritte“ oder kann man sich da ausschließen?


So pauschal lässt sich deine Frage nicht beantworten, aber bei belletristischen Werken sind Lesungen nicht unüblich. Schließlich will der Verlag die Bücher erkaufen und Lesungen sind immer eine gute Werbung.

Andererseits..., hab ich überhaupt eine Chance auf Veröffentlichung, wenn ich so öffentlichkeitsscheu bin (und lieber im Dunkeln herumhuschen würde)?


Das weiß der Verlag erst einmal nicht, es sei denn, du bietest dein Manuskript bereits so an, dass dies nicht zu übersehen ist. Dann, denke ich, dürften die Veröffentlichungschancen noch geringer sein.

Ansonsten würde ich mir da jetzt noch nicht den Kopf zerbrechen. Erst einmal musst du einen Verlag finden und dann muss dein Buch auch in das Sortiment aufgenommen werden. Die Kataloge für 2009 sind lange fertig, d.h. vor 2010 hast du ohnehin kaum Chancen.

Beste Grüße,

Heinz.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (22.11.2008, 18:24)
Hiob hat geschrieben:
Ich hab an Lesungen oder Werbung im Radio, Messen oder weiß der Geyer was die Verlage sich einfallen lassen, eigentlich kein Interesse. Ich möchte lediglich wissen, ob ich es schaffe, dass meine Gedanken jemand (freiwillig) druckt und liest.

Sollte ein Verlag Interesse haben, verlangt der dann automatisch von vorn herein alle diese „Werbeauftritte“ oder kann man sich da ausschließen? Oder wie wahrscheinlich ist es, dass man bei/nach einer Veröffentlichung überhaupt eine Lesung halten muss? Andererseits..., hab ich überhaupt eine Chance auf Veröffentlichung, wenn ich so öffentlichkeitsscheu bin (und lieber im Dunkeln herumhuschen würde)?


Als ich das gelesen habe, da schoss mir sofort ein ganz anderer Gedanke durch den Kopf:

Wieso wagt sich jemand, der von sich behauptet, öffentlichkeitsscheu zu sein, mit seinen Büchern in das Licht der Öffentlichkeit?

Werbeauftritte, Lesungen, Messetermine - all das ist simples Beiwerk gegen das, was dir auch ohne jeden Öffentlichkeitsauftritt passieren kann:

Wie gehst du mit der Situation um, wenn dein Buch - erschienen unter deinem Namen - in aller Öffentlichkeit in der Luft zerfetzt und der Autor durch entsprechende Artikel, z.B. in deiner Heimatzeitung, der Lächerlichkeit preisgegeben wird?

Das ist in meinen Augen ein viel größeres Problem, als irgendwo in einem Buchladen vor 50 oder 200 Leuten eine Stunde lang auf dem Buch vorzulesen. Die Leute sind ja gekommen, weil sie das Buch gut finden und nun den Autor live-haftig erleben wollen.

Schau dir nur an, was hier im Forum abgeht, wenn jemand einen Text vorstellt und dafür eine etwas härtere negative Kritik kassiert. Hier haben wir eine überschaubare Gruppe von Lesern. Hier kann der Autor direkt auf die Kritik reagieren. Was aber machst du, wenn der Redakteur des Feuilleton deiner Heimatzeitung dein Buch und dich auseinander nimmt und du plötzlich von deinen Nachbarn merkwürdig oder mitleidsvoll angeschaut wirst?

Wer etwas veröffentlicht, steht im Licht der Öffentlichkeit. Das ist nun mal so. Und das sollte man sich vorher überlegen. Der Schritt zu Werbeaktionen, Lesungen, Messeterminen ist dann ein ganz kleiner.

LG
Siegfried

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (22.11.2008, 19:05)
Siegfried hat folgendes Geschrieben:
Wieso wagt sich jemand, der von sich behauptet, öffentlichkeitsscheu zu sein, mit seinen Büchern in das Licht der Öffentlichkeit?

Das ist genau die Frage(Nagel auf den Kopf getroffen)
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

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