Roman oder Kurzgeschichte?

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Nekromant
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Roman oder Kurzgeschichte?

von Nekromant (25.11.2008, 00:59)
Ich dachte immer, dass man als Autor mit dem Schreiben von Kurzgeschichten beginnen sollte, wurde aber dann eines besseren belehrt. Man solle einfach schreiben was man will. Romane seien sowieso eine bessere Übung als Kurzgeschichten.
Was sagen andere dazu? Ist es ratsam zu Beginn mal einen Roman von 200 Seiten zu Papier zu bringen?

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hawepe
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Re: Roman oder Kurzgeschichte?

von hawepe (25.11.2008, 08:25)
Hallo Nekromant,

Nekromant hat geschrieben:
Ist es ratsam zu Beginn mal einen Roman von 200 Seiten zu Papier zu bringen?


Ich empfehle 180 Seiten cheezygrin

Nein, solche Fragen lassen sich nicht wirklich beantworten. Natürlich ist es immer ratsamer, mit kurzfristig zu realisierenden Projekten zu beginnen. Eine Kurzgeschichte lässt sich innerhalb weniger Wochen ein halbes Dutzend mal umschreiben, für einen Roman müsste man dafür schon mindestens einige Monate veranschlagen.

Aber man darf eben auch nicht persönliche Interessen ignorieren. Als angehender Berufsautor muss man sich vermutlich in allen Formen mal versucht haben, aber solange es sich um ein Hobby handelt, sollte meiner Meinung nach der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen.

Beste Grüße,

Heinz.

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Conny
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Re:

von Conny (25.11.2008, 08:29)
Also, ich habe mit einem Roman begonnen, ihn aber wegen "Kundenkoller" hinten angestellt. Jetzt läuft es ganz ordentlich, und ich werde erst einmal weiter Kurzgeschichten schreiben. Da hat Heinz Recht, Kurzgeschichten sind übersichtlicher cheezygrin .

Was nicht heißen will, dass Romane für mich für alle Zeit gestorben sind ... cheezygrin

LG, Conny
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint- Exupéry

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LOFI

Re:

von LOFI (25.11.2008, 08:50)
Ich habe auch mit einem Roman begonnen, er sollte nur so um die 120 Seiten lang werden, aber dann sind es doch 260 geworden. Die ersten 20 Seiten waren die Schlimmsten, danach gings täglich 3 bis 10 Seiten weiter.

VG

Lorenz

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (25.11.2008, 09:57)
Ich bin mehr der kurze Geschichten und Kurzgeschichten Typ,
habe im Rahmen des Nanowrimo Novembers einfach mal gestartet,
meine Idee für eine längere Geschichte zu formulieren und
bin im Augenblick ohne Überarbeitung bei über 30 000 Wörtern,
die ich hoffe noch auf 50 000 bis Ende November zu steigern.
Was sich dann daraus entwickelt ist noch offen,
aber es haben sich ganz neue Welten aufgetan book:
Es kommt auf die Geschichte an, die man erzählen möchte
und die Leser, die ich ansprechen möchte, welche Form ich wähle.
Ich möchte mich nicht beschränken nur eine Art zu schreiben,
neben einander ist viel Platz für alle... cheezygrin
Mimi und der große Brand
Geschichten für ....
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Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (25.11.2008, 10:36)
Ich kann dazu nur sagen: Vorsicht dem, der sich aus voller Leidenschaft an den ersten Roman wagt! Selbst wenn man gewisse Regeln einhält und sich einen detaillierten Plan der Handlung und Spannungsbögen aufbaut, kann es vorkommen, dass man sich in seinen Formulierungen sehr weit verläuft.

Aus meinem anfänglich 300-seitigen Roman wurden so - bisher rechnerisch - 900 Seiten. Bei meiner Geschichte würde es sogar noch gut funktionieren, weil ich sie in zwei oder drei Bänden veröffentlichen könnte ...

Ich finde auch, dass man mit kurzfristig realisierbaren Projekten beginnen sollte, wie Heinz anmerkte, um einfach ein Gefühl dafür zu bekommen und sich schrittweise weiterzuentwickeln.

Beste Grüße,
Thorsten

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (25.11.2008, 11:14)
Hi Nekromant,
schreib einfach.
Du wirst sehen, was passiert. Solange du nicht durch irgendwen oder irgendwas gezwungen wirst, eine bestimmte Anzahl von Zeichen zu liefern, mach das, was sich für dich richtig anfühlt.

Wenn du dir vornimmst einen Roman zu schrieben, dann mach das. Bläh ihn ruhig auf. Streichen kann man dann immer noch - was ich ohnehin empfehle. Das ist zwar schmerzhaft - tut dem Manuskript in den meisten Fällen aber gut.

Wenn du beim Roman feststellst, dass du zu ausschweifend bist, kannst du dann auch mal eine Kruzgeschichte schreiben. Durch die lernst du - bzw. wirst gezwungen -, dich kurz zu halten.

Oder schreibe eine Kurzgeschichte. Wenn du den Eindruck hast, dass sie eigentlich mehr hergibt - dann versuche einen Roman daraus zu machen.

Es kann durchaus sein, dass du dich dann bei einer bestimmten Seiten (Zeichen)-Zahl einpegelst.

Bei mir sind es meist um die 250-300 TbSeiten.

Grundsätzlich sollte aber (vielleicht?) das erste große Projekt als Übung angesehen werden. Es muss nicht zwingend veröffentlicht werden. Beim ersten Projekt merkst du, was dir liegt und was nicht.

Gruß
Hakket

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MW
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Re:

von MW (25.11.2008, 12:31)
ich würde auch einfach drauf los schreiben und schauen was passiert. sicherlich sind kurzgeschichten zunächst einfacher, da überschaubarer. bei einem roman gilt es eine menge vorarbeit zu leisten. aber warum nicht?! einfache machen. ich denke, du wirst rasch feststellen, ob´s läuft - oder du dich mit einem romanprojekt übernommen hast. mein erster roman (knapp 500 seiten) war jedenfalls ein großer spaß - allerdings auch ein sehr langwieriger. so habe ich über 3 drei jahre beinaher 10.000 (!) seiten an informationen gesammelt. da kann einem schon einmal die luft ausgehen. aber am ende ist man natürlich mächtig stolz (....auch wenn ich eine ganze menge am ende wieder rausgeschmissen habe) aber nunja... so ist das nun einmal ;-) eine tolle schreibübung und ein guter einstieg in die materie war es dennoch!
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Judith
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Re:

von Judith (25.11.2008, 12:50)
Hallo Nekromant,

bei mir ist es eine Zeitfrage. Ich komme nicht so oft zum Schreiben. Wenn ich mal ein Wochenende Zeit und Lust zum Schreiben habe, dann entsteht eine Kurzgeschichte (in meinem Fall meist eine Vorlesegesichichte für Kinder). Bei kleinen Ferien (ca. 1 Woche) kommt ein Erstlesebuch heraus (ca. 25.000 - 30.000 Zeichen). Und in großen Ferien (Sommerferien, 4 Wochen an denen ich halbtags Zeit zum Schreiben habe) ein großes Projekt, also kompletter Roman mit ca. 200.000 Zeichen.

Wenn du nicht dranbleiben kannst, also - wie ich - nur alle paar Wochen Zeit zum Schreiben hast, dann fange mit Kurzgeschichten an. Wenn du regelmäßig mindestens dreimal wöchentlich à zwei Stunden einrichten kannst, dann kannst du dich vielleicht an ein größeres Projekt wagen, wenn dir danach ist.

Grüßle,
Judith
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Dozen-Roses

Re: Roman oder Kurzgeschichte?

von Dozen-Roses (25.11.2008, 13:32)
Nekromant hat geschrieben:
Ich dachte immer, dass man als Autor mit dem Schreiben von Kurzgeschichten beginnen sollte, wurde aber dann eines besseren belehrt. Man solle einfach schreiben was man will. Romane seien sowieso eine bessere Übung als Kurzgeschichten.
Was sagen andere dazu? Ist es ratsam zu Beginn mal einen Roman von 200 Seiten zu Papier zu bringen?


Also, mein erstes Werk war ein Romand (Verdammt ich lieb´ Dich). Allerdings habe ich auch fast ein Jahr daran gearbeitet. Zwischendurch schrieb ich einige kleine Geschichten, die mir in den Kopf kamen oder auch mal, angespornt durch einen Schreibwettbewerb, eine acht Din-A-4 Kurzgeschichte in eins runter.

Dieses vorgenommene Schreiben liegt mir eher nicht. Es sei denn, das Thema stimmt. Ich könnte kein Sience Fiction (oder wie schreibt man das) schreiben. Würde ich nie mit fertig werden. Weder seh ich solche Filme noch lese ich solche Bücher. angle:

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (25.11.2008, 15:17)
Hallo,
ich möchte an dieser Stelle nur noch mal erwähnen, dass eine kurze Geschichte und eine Kurzgeschichte in etwa soviel mit einander zu tun haben wie Die GLocke von Schiller und das Weihnachtsglöckchen zur Bescherung.
In beiden kommen die gleichen Buchstaben vor, mehr aber nicht.
Manchmal arbeitet man an einer Kurzgeschichte länger, als an einem Roman... wenn sie gut werden soll.
Der Stoff zeigt einem, was er werden möchte...
also einfach erst mal drauflos mit dem Schreiben.
Gruß Birgit cheezygrin
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.11.2008, 17:28)
Birgit Fabich hat geschrieben:
Hallo,
ich möchte an dieser Stelle nur noch mal erwähnen, dass eine kurze Geschichte und eine Kurzgeschichte in etwa soviel mit einander zu tun haben wie Die GLocke von Schiller und das Weihnachtsglöckchen zur Bescherung.


Für den Satz hast du dir eine Menge Sternchen verdient! thumbbup

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LG
Siegfried

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