Erfahrungen mit Schreibwerkstätten

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augustina
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Erfahrungen mit Schreibwerkstätten

von augustina (29.11.2008, 10:31)
Hallo, angehende Autoren,

falls das Thema hier nicht schon besprochen wurde - welche Erfahrungen habt ihr mit den zahlreich angebotenen Schreibwerkstätten und Schreibseminaren? Über die Newsletter von Uschtrin bin auf die Leipziger Text-Manufaktur gestoßen und habe mich spontan für einige Kurse angemeldet. Das scheint mir eine solide Sache zu sein. Profis aus dem Verlagswesen, bekannte Schriftsteller wie W. Kaminer, und der Preis ist auch für (noch!) Schmalbeutelautoren absolut machbar.

Was haltet ihr von dieser Art der Weiterbildung? Das scheint sich richtiggehend als Verdienstquelle für mehr oder minder erfolgreiche Schriftsteller zu entwickeln. Pro und contra würden mich interessieren.

Eure book: Augustina

Dozen-Roses

Re: Erfahrungen mit Schreibwerkstätten

von Dozen-Roses (29.11.2008, 10:45)
augustina hat geschrieben:
Hallo, angehende Autoren,

falls das Thema hier nicht schon besprochen wurde - welche Erfahrungen habt ihr mit den zahlreich angebotenen Schreibwerkstätten und Schreibseminaren? Über die Newsletter von Uschtrin bin auf die Leipziger Text-Manufaktur gestoßen und habe mich spontan für einige Kurse angemeldet. Das scheint mir eine solide Sache zu sein. Profis aus dem Verlagswesen, bekannte Schriftsteller wie W. Kaminer, und der Preis ist auch für (noch!) Schmalbeutelautoren absolut machbar.

Was haltet ihr von dieser Art der Weiterbildung? Das scheint sich richtiggehend als Verdienstquelle für mehr oder minder erfolgreiche Schriftsteller zu entwickeln. Pro und contra würden mich interessieren.

Eure book: Augustina


Ich habe vor drei Jahren an der Fernhochschulue in Hamburg ein schriftstellerisches Grundstudium absolviert. Das zahlt sich auf jeden Fall aus. Und ... die Unterlagen, welche man dazu erhält, hat man auch später immer wieder zur Hand, wenn Fragen aufkommen.
Kostet natürlich Geld. Mittlerlweile so an die hundert Euro im Monat, glaube ich. book:

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noteingang
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Re:

von noteingang (29.11.2008, 11:00)
Ich war einige Zeit auch am Überlegen, finde aber die Preise wirklich frech.
Eines meiner beiden Nebenfächer während des Studiums war germantistische Linguistik und das hat schon einmal gar nichts gebracht, bin da etwas skeptisch, was denn genau beigebracht werden soll.

Ich glaube weiter, dass alle Informationen, die es dort gibt, auch günstig in Büchern nachgeschlagen werden können. Den einzigen wirklichen Vorteil sehe ich in der Bewertung und Bearbeitung von Texten seitens des Seminars.

Aber für das Geld, was man dort ausgibt, findet man bestimmt auch gute Lektoren, die Texte mit Tips berichtigen.

Es gibt mitlerweile so viele Bücher, die Tips geben und man kann sich ja durchaus Studenten (Germantistik, Journalismus etc), die gegen einen kleinen Obolus Texte lesen und Tips geben. Ich glaube da kommt man noch immer billiger weg.

Sollte Geld wiederum gar keine Rolle spielen, sind die Seminare bestimmt nicht schlecht. Ich zumindest habe mich entschieden es auf die kostengünstige Methode zu machen und wenn man bedenkt, dass selbst hier kaum jemand wirklich Massen an Büchern verkauft oder gar davon Leben kann, fragt man sich natürlich, wozu muss man so ein Seminar machen, wenn es eh nur ein Hobby ist.

Ich glaube weiter, dass wirklicher Erfolg von Büchern kaum von sogenannten Literaturtips abhängt, sondern schlicht vom Marketing und einer wirklich genialen (Zeitgeist etc) Idee. Und Kreativität schult meines Wissens kein Seminar der Welt.

Las gestern Feuchtgebiete, wenn man bedenkt, dass dort noch ein Lektor rübergeschaut hat, wage ich gar nicht daran zu denken, wie das in der Rohfassung aussah. Das bekommt jeder Abiturient sprachlich hin, und der vermeintliche Tabubruch und das daraus resultierende Buschfeuer der Mundpropaganda kann man nicht lernen.
Das Buch, mal nebenher ist so etwas von grottenschlecht, denn wenn die Tabubrüche nur müdes Lächen (in meinem Falle) hervorlocken, hat das Buch garnichts, wirklich Null. Und die ganzen Ekligkeiten finde ich eher handzahm.

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JulyRose
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Re:

von JulyRose (29.11.2008, 11:52)
Schreibkurse sind immer gut.

Germanistikstudenten über irgendwelche Texte schauen zu lassen, halte ich für fragwürdig. Es gab mal diese herrliche Studie, dass Lehramtstudenten im ersten Semester tatsächlich null Ahnung hatten, wenn's um deutsche Grammatik ging. (traurig, aber wahr.)

Kleine Anmerkung zu "Feuchtgebiete": Tatsächlich ist die Erzählerin dieses Romans nun mal ein Teenager, und in der Hinsicht hat Charlotte Roche die Erzählstimme perfekt ausgelegt. Nur schade, dass das die Wenigsten kapieren ;-)

LG, Juliane
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hawepe
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Re: Erfahrungen mit Schreibwerkstätten

von hawepe (29.11.2008, 12:06)
Hallo Augustina,

augustina hat geschrieben:
Was haltet ihr von dieser Art der Weiterbildung?


Eine pauschale Antwort ist meiner Meinung nach unmöglich.

Das hängst ganz davon ab, was man von einem solchen Seminar erwartet. Möchte man eher Theorie lernen, wünscht man etwas über Schreibtechniken oder literarische Formen zu erfahren, möchte man eigene Texte verfassen und diskutieren?

Dann hängst es sehr stark von den Referenten und Seminarleitern ab. Bekannte Namen garantieren nur, dass sich viele Teilnehmer anmleden und die Preise ein wenig höher sein können. Ein guter Autor ist keineswegs immer ein guter Lehrer.

Ebenso hängt es von den anderen Teilnehmern ab. Wenn man ein oder zwei Selbstdarsteller hat, kann man meistens nach Hause gehen, wenn der Seminarleiter nicht radikal durchgreift.

Meiner Erfahrung nach sind jedenfalls Autorengruppen effektiver. Auch da hängt es natürlich davon ab, wie die einzelnen Mitglieder sich einbringen. Ich war früher in der Roten Nelke und später im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt und fand die Textdiskussionen meistens sehr produktiv. Da es kein Geld kostet, sind solche Kreise meistens sehr viel lockerer. Man wagt dann auch mal Wege, deren Ziele völlig offen sind.

Beste Grüße,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (29.11.2008, 12:35)
Ohne Umschweife - ich halte von derartigen Kursen so gut wie nichts.

Die "Fernschulen"-Inhalte sind einander - bis auf die Kosten - ziemlich ähnlich, ebenso wie die vielen gedruckten Ratgeber es sind.

Ich habe vor Jahren auch Schreibgruppen der Volkshochschule geleitet.
Die Erwartungen und die Voraussetzungen der Teilnehmer waren derart unterschiedlich, so dass es leichter gewesen wäre, "einen Sack Flöhe zu hüten". Es gab darunter selbsternannte "Dichter", die Arbeiten von "Amateuren" in Grund und Boden verdammten. so dass bald ein sehr gereiztes Klima entstand.

Andererseits lobhudelten angehende "Heimatdichter" sich gegenseitig derartig an, dass jede von mir geäußerte Kritik an den Texten als "Hochverrat" angesehen wurde.

(Angehende) Autoren sind nun mal Individualisten. Und diese sollte man nicht "unter einen Hut" bringen wollen. Das habe ich jedenfalls daraus gelernt.

Mit diesen Feststellungen will ich jedoch niemandem die Freude am "gemeinsamen Schreibenlernen" nehmen. Es kann ja sein, dass der/die eine oder andere davon profitiert.

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JulyRose
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Re:

von JulyRose (29.11.2008, 12:41)
Damit hat hwg bestimmt recht, was den Sack Flöhe betrifft.

Aber: ich freu mich schon auf meinen Sack Flöhe cheezygrin

Und hier ist es wie bei so vielen anderen Schriftstellerthemen: jeder muss für sich seine Wahrheit finden.

Herzlich
Juliane
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noteingang
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Re:

von noteingang (29.11.2008, 13:23)
JulyRose hat geschrieben:

Kleine Anmerkung zu "Feuchtgebiete": Tatsächlich ist die Erzählerin dieses Romans nun mal ein Teenager, und in der Hinsicht hat Charlotte Roche die Erzählstimme perfekt ausgelegt. Nur schade, dass das die Wenigsten kapieren ;-)

LG, Juliane


Kapieren? Ich verstehe das schon, habe zum einen aber eine andere Meinung. Ich dachte damals nicht so, so perfekt kann sie also nicht ausgelegt haben und andere, die das Buch auch lasen sind da meiner Meinung.

Desweiteren ist die Story des Buches lediglich eine Aneinanderreihung von Ekelsequenzen, die ja aufklärerischen Charakter haben sollen, im Endeffekt aber dazu nicht taugen, da bis auf diese Szenen das Buch wirklich garnichts bietet.

Eine Dreißigjährige schreibt ihre (o-ton 80% autobio. erfahrungen) nieder und packt sie in den Kopf einer Achtzehnjährigen, nicht nur mein Deutschprofessor würde sagen unstimmig! Es passt hinten und vorne nicht. Man lese nur mal die ganzen Kritiken, die meisten Verkäufe passierten durch den Werbewahn, den fast alle sind enttäuscht.

Ergo im Moment doch wieder nur ein Beleg dafür, dass es fast egal ist, was man schreibt und es fast ein Glücksspiel ist, was erfolgreich wird. Qualität setzt sich eben nicht durch, und würde nicht charlotte drauf stehen, die ja in bestimmten Szenen einen fast idolhaften Ruf inne hat, wäre das Buch ein Flop, das weiß jeder.

Im Endeffekt will ich damit nur sagen, was bringt so ein Kurs? Die eigenen Bücher werden dadurch sicher nicht besser, denn das besser verbessern dir auch Lekoren, wenn das Fundament so viel hergibt, dass es was besonderes ist. Und die Kreativität solch ein Fundament zu erstellen, kann man nicht lernen. Und die paar Fallen, in die man so treten kann, stehen in jedem x-beliebigen Ratgeber. Z.B vorher Geschichte ausdenken, nicht einfach drauflosschreiben etc etc.

Richtige Bestseller und auch Longseller sind mal abgesehen von Autoren mir Namen, eben fast immer ganz besondere "neue" Geschichten. In den alten Ratgebern bekommt man doch nur vorgesetzt, was schon geschrieben wurde.

Wozu sonst machen, wenn man nicht drauf abziehlt ein Buch zu veröffentlichen, was sich auch verkauft? Hm gute Frage, als pures Hobby muss die eigene Kasse stimmen, dann ist es sicher nicht schlecht, aber ob die vermeintlich verbesserten Ergebnisse dann den Kostenaufwand rechtfertigen ist eine ganz andere Frage. Ich bin felsenfest davon überzeugt nein. Für das Geld lieber einen guten Lektor bezahlen oder anständig Werbung machen.

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JulyRose
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Re:

von JulyRose (29.11.2008, 13:39)
noteingang hat geschrieben:
Für das Geld lieber einen guten Lektor bezahlen oder anständig Werbung machen.


Das nebeneinanderzustellen, finde ich gewagt. Das eine macht das Buch u.U. besser. Das andere u.U. erfolgreicher.

Frage ist halt, was man wirklich will ...

LG, Juliane
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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (29.11.2008, 14:12)
Ich bin der Auffassung, dass Schriftstellerei schon etwas mit Kunst zu tun hat, und letztere eben auch mit Können. So etwas kann man in Schreibschulen durchaus - zumindest teilweise - lernen. Allerdings finde ich es vollkommen richtig, dass seriöse Schulen mit kompetenten Referenten eben auch dafür bezahlt werden müssen. Ansonsten laufen wir Gefahr, den volkshochschulischen Sack Flöhe einzuhandeln. Im Übrigen machen solche Kurse, sofern sie gut und professionell geführt sind, auch sehr viel Spaß.

Hier alternativ das Lektorat zu nennen, finde ich nicht sachgerecht, denn zum Lektor muss man ja erst "vorgelassen" werden, d.h. die eigene Schreibe sollte schon dergestalt sein, dass man mit seinem Exposé von den Verlagen überhaupt in Betracht gezogen wird.

Haifischfrau

(die keine Schreibschule besucht)

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noteingang
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Re:

von noteingang (29.11.2008, 14:19)
Dann lasst doch mal bitte eine statistische Erhebung vollziehen, die die Korrelation zwischen Besuch sogenannter Schreibschulen und verkauften Exemplaren überprüft.

Natürlich lernt man da etwas, wäre schlimm wenn nicht, die Frage ist halt nur, ob diese Riesensummen gerechtfertigt sind, und ja für mich sind das Riesensummen. Wenn hier von 100 und mehr €s pro Monat gesprochen wird.

In der Zeit und mit dem Geld kann man sich etliche Bücher kaufen, die intensiv lesen und dabei lernen.

Mit Lektoren meinte ich nicht die bei Verlagen, meinte halt freischaffende, die mit dem Geld anstelle dieser Seminare bezahlt werden. An deren Verbesserungen, wenn sie Kommentiert sind, kann man sicher eine Menge lernen. Mal überschlagen 1200 € pro Jahr, da gibt es bestimmt sehr gute individuelle Beratung, die wenn man sie richtig annimmt ungemein ergiebig sein kann.

Womit rechtfertigen die eigentlich die Preise? Mit den paar Lehrmaterialien? Nene ich bin davon halt nicht überzeugt, außer ich gewinne die nächsten Tage mal im Lotto.

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (29.11.2008, 14:38)
JulyRose hat geschrieben:
noteingang hat geschrieben:
Für das Geld lieber einen guten Lektor bezahlen oder anständig Werbung machen.


Das nebeneinanderzustellen, finde ich gewagt. Das eine macht das Buch u.U. besser. Das andere u.U. erfolgreicher.

Frage ist halt, was man wirklich will ...

LG, Juliane

Ohne jemanden auf die Füße zu treten:Natürlich beides.
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

augustina
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Re:

von augustina (29.11.2008, 15:02)
Wissen, was man wirklich will. Das ist es wohl. Welche Ziel-, Interessen- oder Altersgruppe möchte der Autor erreichen, in welchem Genre sich etablieren. Und weiß er das, was ohnehin schwer ist, dann möchte er verdammt gut sein. Mein Mann sagt: Du schreibst ganz ordentlich, aber du traust dir nix zu und deshalb wirds auch nix mit deine Bücher!
Diese Schmeichelei schickt mich immer wieder auf die Suche nach professionellem Rat und helfender Kritik.

"Feuchtgebiete" sind der Renner des Jahres. Frage: Welches Buch schenkt Frau Roche ihrer erwartungsvollen Leserschaft danach? Ich gehöre zu denjenigen, die das (ausgeborgte) Buch nach den ersten Ekelseiten zurückgegeben haben. Die Frau hat ihr Geld rein. Doch wird (will?) Frau Roche sich auch künftig auf dem Buchmarkt etablieren? Ich bin gespannt!

Wer eben das ernsthaft möchte, und nicht meint, von angeborener literarischer Größe ausgehen zu können, sollte das "Handwerk" des Schreibens - als solches betrachte ich es - lernen, wo geht. Die Fernschreibschule Hamburg hat mir 1990 die handwerklichen Grundlagen vermittelt, die zu lernen sich jeder Anfänger herablassen sollte. Ratgeber zum Thema Schreiben lese ich immer noch fleißig.
Nun wollte ich den nächsten Schritt gehen und mich sozusagen hautnah mit Schreibfreudigen und Schreibkundigen austauschen.

Schade, dass ihr offenbar von vornherein nicht viel von Text-Werkstätten und literarischen Kursen haltet, und dass es hier kaum Leute gibt, die welche besucht haben. Ich werde auf das Thema zurück kommen und berichten, wenn ich die Leipziger Textmanufaktur besucht habe. Übrigens -zehn Tageskurse 1.500 EUR. Dafür bekomme ich meine nächstgen 350 Seiten Roman nicht professionell lektoriert. Und mit den Billiganbietern bin ich aber so was von reingefallen! ...

Bis bald!
Augustina

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noteingang
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Re:

von noteingang (29.11.2008, 15:12)
augustina hat geschrieben:
Wer eben das ernsthaft möchte, und nicht meint, von angeborener literarischer Größe ausgehen zu können, sollte das "Handwerk" des Schreibens - als solches betrachte ich es - lernen, wo geht.

Übrigens -zehn Tageskurse 1.500 EUR. Dafür bekomme ich meine nächstgen 350 Seiten Roman nicht professionell lektoriert. Und mit den Billiganbietern bin ich aber so was von reingefallen! ...

Bis bald!
Augustina


Du meinst ernsthaft sich auf dem Buchmarkt zu etablieren hängt davon ab? Ich bitte dich, das ist einer unter ganz ganz vielen Gesichtspunkten. Die 1500 € wirst du so wie ich es hier aus den unzähligen Kommentaren rausgelesen habe, wahrscheinlich nie wieder reinholen. Und ich glaube dennoch, dass man für 1500 € ne Menge bekommt, eventuell 3 verschiedene halbprofessionelle Lektoren nebeneinander, deren Ergebnisse du dann persönlich zusammenführen kannst.

Weshalb ich zu diesem Thema so viel schreibe? Ich finde es zum einen amüsant und zum anderen wirklich traurig, wie Menschen hier ausgenommen werden. Frage mal wie viele richtig gute Schauspieler nie eine Schauspielschule besucht haben, oder wie viele wirkliche "etablierte" Autoren Schreibschulen besucht haben. Man kann aus einem Esel halt kein Rennpferd machen, so sehe ich das. Und hier wird genauso wie manche hier verschriene Verlage mit den Träumen der Menschen gespielt. Wirklich erfolgreich sind nämlich keine Handwerker sondern Künstler, die durch Glück, Werbung, Schicksal etc was weiß ich, einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sind. Ich wette es gibt da draußen tausende, die man meisterhafte Handwerker nennen kann und dennoch bekommen die keinen Stich.

Fliege lieber nach Afrika, spende einen Teil des Geldes und schreibe über die Erfahrungen dort ein Buch, das hilft dir und anderen Menschen denke ich mehr.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (29.11.2008, 15:23)
Ich glaube nicht, dass man einen Kurs - sei es nun Schreibkurs, Yoga oder Chinesischkurs etc. - unter dem Aspekt besuchen sollte, dass man die Investition in Geld wieder rausbekommt. Das könnte dann wirklich eine herbe Enttäuschung werden.

Ich stimme Augustina zu: es geht um das Handwerkszeug! Es mag Leute geben, die des Geldverdienens wegen schreiben - ich gehöre nicht dazu, obwohl ich das Glück habe, dass meine Bücher sich gut verkaufen (bod!).

Ich schreibe weil es mir ein Bedürfnis ist, weil ich mir damit Gutes tue, und genau aus diesen Gründen besuche ich Kurse und Seminare. Und 100 € monatlich sind für ein qualifiziertes Seminar meiner Auffassung nach ein absoluter Klacks. Nun mag jeder selbst entscheiden, wofür er sein Geld ausgibt. Nur halte ich es nicht für adäquat, der Kosten wegen grundsätzlich den Nutzen von Schreibseminaren in Abrede zu stellen.

M.E. gehört zum Handwerk auch die Fähigkeit, Sätze grundsätzlich korrekt und verständlich zu formulieren, sei es in der gesprochenen oder geschriebenen Sprache. Und diesbezüglich, so darf ich mal etwas weniger schmeichelhaft anmerken, gibt es hier durchaus Leute mit Lernpotential.

Darüber hinaus halte ich die "Feuchtgebiete" absolut nicht für exemplarisch, um das Thema Schreibwerkstatt hier zu behandeln, schließlich würde ich auch keinem angehenden Journalisten empfehlen,
sich anhand des Skandalblättchens mit der roten Ecke aus dem Hause Springer zu bilden.

Haifischfrau

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