Bücherringe gründen

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


Benutzeravatar
Dana
Beiträge: 97
Registriert: 08.04.2007, 14:18
Wohnort: Berlin

Bücherringe gründen

von Dana (31.05.2007, 19:54)
Ich weiß nicht, ob jemand die Gemeinschaft von bookcrossing.de kennt.

Eigentlich ist es eine gute Idee, Bücher an den verrücktesten Orten "frei zu lassen" und darauf zu warten, dass sie jemand findet und auf der Seite seine Meinung dazu kund tut.

Jedenfalls hat mich diese Seite dazu gebracht, darüber nach zu denken, ob man die dort üblichen Bücherringe auch hier einführen kann.

Im Prinzip könnte das so funktionieren, dass der Autor (natürlich nur der es möchte) sein Buch zur Verfügung stellt und alle die es lesen wollen, sich in den Ring eintragen. Man übernimmt dann nur die Bücherversandkosten zum nächsten Leser.
Jeder gibt eine Einschätzung ab und vielleicht entsteht so gemeinsam - quasi nebenbei- eine gute Rezension für das Werk?

War jetzt nur so eine Idee.
Was haltet ihr davon?
Zuletzt geändert von Dana am 06.06.2007, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.

dbs

Re: Bücherringe gründen

von dbs (31.05.2007, 22:47)
Hallo!

Dana hat geschrieben:
Im Prinzip könnte das so funktionieren, dass der Autor (natürlich nur der es möchte) sein Buch zur Verfügung stellt und alle die es lesen wollen, sich in den Ring eintragen. Man übernimmt dann nur die Bücherversandkosten zum nächsten Leser.
Jeder gibt eine Einschätzung ab und vielleicht entsteht so gemeinsam eine gute Rezension für das Werk?


Eine kurze Frage zu diesem "Book-Crossing" bzw. "Bücherring":

Wonach erfolgt die jeweilige persönliche Einschätzung? Was für Kriterien werden da angelegt außer dem persönlichen Geschmack?

Grüße
Siegfried

Benutzeravatar
Dana
Beiträge: 97
Registriert: 08.04.2007, 14:18
Wohnort: Berlin

Re:

von Dana (01.06.2007, 07:08)
Natürlich nach dem persönlichen Geschmack. Ist das nicht bei Rezensionen auch so? :wink:

Wobei natürlich beleidigende, rassistische, frauenfeindliche usw. Äußerungen unterbleiben müssen. Aber da könnten notfalls ja auch die Moderatoren eingreifen, wenn man die Diskussion zum Buch hier im Forum unterbringt (z.B. unter den Buchvorstellungen).

Vielleicht sollte man vorher noch festlegen, wie lange das jeweilige Buch maximal bei einem Leser bleiben darf, damit ein solcher Ring nicht zu einem Jahrhundert-Projekt wird.

dbs

Re:

von dbs (01.06.2007, 10:25)
Dana hat geschrieben:
Natürlich nach dem persönlichen Geschmack. Ist das nicht bei Rezensionen auch so? :wink:


Oh, ich glaube, meine Frage ist nicht ganz richtig gestellt gewesen (oder zumindest falsch rübergekommen).

Mit "nach dem persönlichen Geschmack" meinte ich eigentlich Beurteilungen, die sich in einem "finde ich gut/schlecht" oder "ein tolles/schlechtes Buch" erschöpfen.

Mich würde interessieren, wie ein Rezensent seine Meinung begründen soll bzw. was für Kriterien an die Rezension angelegt werden.

Nur mal ein Beispiel (Quelle: Amazon, Leser-Rezi zu Sabine Weigand, Das Perlenmedaillon)

Mit Annas Hilfe wagt Helena das Unerhörte: sie begehrt gegen ihren Mann auf, ruft den Nürnberger Rat an. Und Niklas, der in Venedig das Geheimnis des Diamantschleifens entdeckt hat, macht sich auf den Weg zu ihr. Kann sie ihr Schicksal besiegen? Ein großer historischer Roman zwischen venezianischen Edelsteinschmugglern, Badstuben, Frauenwirten und prachtvollen Ratsfesten des späten Mittelalters.

Gegen ihren Willen muss Helena den Patrizier Konrad Heller heiraten. Doch eine verbotene Liebe verbindet sie mit dem Goldschmied Niklas. Nur die Briefe, die Niklas ihr über den jungen Maler Albrecht Dürer aus Venedig schickt, geben ihr noch Hoffnung - und das Perlenmedaillon, das sie zu Anna, der "Hübschlerin", führt.


Der Rezensent gab 5 Sterne - ich als Rezi-Leser frage mich: Wofür? Das ist doch nur eine Inhaltsangabe wie ein Klappentext.

Oder das hier (gleiches Buch):

Es ist fesselnd und immer unterhaltsam wie Sabine Weigand ihre Protagonisten durch die Geschichte "wirbeln" lässt. Ein gutes Buch zum Abschalten! Ich verschenke es gerne zu Frauengeburtstagen. Da ist es bisher immer sehr gut angekommen (für Männergeburtstage übrigens nur zu empfehlen der Tipp "Der Ball ist eine Kugel" von Ben Redelings). Meine Freundinnen haben es mit ebenso viel Vergnügen gelesen wie ich! :-)


Auch 5 Sterne - für "fesselnd" und "unterhaltsam". Das trifft so ziemlich genau das, was ich mit "nach dem persönlichen Geschmack" meine. Eine m.E. ziemlich nichtssagende Rezi.

Hier eine Rezi, die zwar auch nicht "perfekt" ist (welche Rezi ist das schon), aber deutlich mehr Qualität hat (wieder Amazaon, Tom Liehr, Radio Nights):

In Radio Nights bekommt man einen Einblick hinter die Kulissen der Radiowelt. Das ganze wird aus der Ich-Perpektive eines Menschen erzaehlt, der seit seiner Kindheit von nichts anderem traeumte als Radio zu machen. Die Kapitel des Romans wurden passender Weise unter der Ueberschrift Playlist zusammengefasst, jedes Kapitel ist ein kleines Lied aus dem Leben des Protagonisten, dabei sind sie nicht zusammenhaengend, sondern springen immer wieder zwischen einzelnen Lebensabschnitten des Ich-Erzaehlers hin und her, ohne das Lesen dabei zu erschweren. Der Autor hat es gut verstanden, verschiedene Erzaehlstraenge gleichzeitig ablaufen zu lassen, ohne dabei den roten Faden zu verlieren, das hat mir sehr gut gefallen.
Was mir jedoch ueberhaupt nicht gefaellt ist die Sprache von Tom Liehr. Das liegt nicht daran, dass sie sehr einfach ist, man kann sehr einfach erzaehlen ohne dabei eintoenig zu wirken, und er kann es ja auch, das beweist er zeitweise. Aber muss man Worte wie "superbeknackt" oder "supergut" benutzten ? Klar muss man die Sprache auf die Charaktere abstimmen um authentisch erzaehlen zu koennen, aber solche Worte will ich in der Literatur einfach nicht Lesen. Und wenn es unbedingt sein muss, dann hoechstens mal in einem Dialog, bitte nicht in der eigentlichen Erzaehlung, das wirkt unendlich niveaulos. Ausserdem sollte der Autor sich bemuehen, bessere Bilder zu verwenden, "transparent wie eine Tresortuere" ist nicht besonders gut gewaehlt, es spielt keine Rolle ob man vor einer Tresortuer oder einer Haustuer steht, fuer das menschliche Auge ist das dahinter gleichermassen untransparent.
Fazit: Alles in allem empfehlenswert, hat Gehalt und eine Aussage ("macht bitte gutes Radio"), ist handwerklich gut umgesetzt, jedoch sprachlich eher mittelmaessig und stellenweise grausam.


Vielleicht ist meine Frage ein wenig klarer geworden - ich hoffe es zumindest! :wink:

Grüße
Siegfried

Benutzeravatar
Dana
Beiträge: 97
Registriert: 08.04.2007, 14:18
Wohnort: Berlin

Re:

von Dana (01.06.2007, 13:40)
Ich bin der Meinung, dass das was sich u.a bei amazon Rezension nennt, eigentlich ein Kommentar bzw. eine Bemerkung ist. Subjektiv ist es in jedem Fall.

Rezension = Kritische Wertung bzw. Würdigung einer künstlerischen Leistung

http://de.wikipedia.org/wiki/Rezension

Kommentar = sehr persönliche Stellungnahme oder Erläuterung eines Themas; der Kommentator drückt auf der Basis von Fakten und Hintergründen seine persönliche Meinung aus und bewertet Zusammenhänge und Folgen.

In diesem Sinne könnte man also zu den Büchern im Buchring Kommentare abgeben. Und ich würde dem Leser freistellen, ob er das Buch sehr ausführlich bespricht oder nur knapp ein Statement abgibt.

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re: Bücherringe gründen

von hawepe (01.06.2007, 21:56)
Hallo,

Dana hat geschrieben:
Jeder gibt eine Einschätzung ab und vielleicht entsteht so gemeinsam eine gute Rezension für das Werk?


Wenn ich mir hier in diesem Forum und in verschiedenen anderen Foren die Diskussion von literarischen Texten anschaue, habe ich erhebliche Zweifel.

Ueber Lobhudeleien geht es selten hinaus, obwohl es sich fast immer um kurze oder sehr kurze Texte dreht, die vergleichsweise leicht kritisch zu wuerdigen waeren.

Buecher stellen dagegen einen sehr viel hoeheren Anspruch, wenn die Quintessenz nicht in der Feststellung bestehen soll, "Hat mir gefallen" oder "Hat mir nicht gefallen".

Beste Gruesse,

Heinz.

dbs

Re: Bücherringe gründen

von dbs (01.06.2007, 23:08)
hawepe hat geschrieben:
Wenn ich mir hier in diesem Forum und in verschiedenen anderen Foren die Diskussion von literarischen Texten anschaue, habe ich erhebliche Zweifel.

Ueber Lobhudeleien geht es selten hinaus, obwohl es sich fast immer um kurze oder sehr kurze Texte dreht, die vergleichsweise leicht kritisch zu wuerdigen waeren.

Buecher stellen dagegen einen sehr viel hoeheren Anspruch, wenn die Quintessenz nicht in der Feststellung bestehen soll, "Hat mir gefallen" oder "Hat mir nicht gefallen".


Mir geht es da nicht viel anders. Um Kommentare z.B. bei Amazon unterzubringen, reicht es aus, sich bei web.de, gmx.net oder hotmail.com ein paar Accounts zu besorgen und dann Kommentar auf Kommentar bei Amazon einzustellen.

Nichts gegen die Idee an sich, ganz und gar nicht, aber "nur" Kommentare, das ist mir doch zu wenig. Und gerade, wenn Autoren einen Text oder ein ganzes Buch kommentieren, dann sollte es ein Mindestmaß an Qualität haben. Deshalb ja auch meine Frage ganz zu Beginn.

Nichts für ungut!

Grüße
Siegfried

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re: Bücherringe gründen

von hawepe (05.06.2007, 12:49)
Hallo,

Und nun?

Mich ueberrascht nicht nur hier immer wieder, dass neue Ideen vorgestellt oder Fragen gestellt und auch diskutiert werden, es damit dann aber auch getan ist.

Haben die Diskussionen und Ueberlegungen dem Fragesteller weitergeholfen, was hat sich fuer ihn ergeben, was kann/will er umsetzen?

Nur weil die Idee "Buecherringe" auf eher verhaltene Zustimmung gestossen ist, muss sie ja nicht verkehrt sein.

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (05.06.2007, 13:28)
Bin eigentlich kein Egoist, von einem meiner vielen Bücher würde ich mich jedoch freiwillig nicht trennen.

Benutzeravatar
Dana
Beiträge: 97
Registriert: 08.04.2007, 14:18
Wohnort: Berlin

Re: Bücherringe gründen

von Dana (05.06.2007, 19:28)
hawepe hat geschrieben:
Haben die Diskussionen und Ueberlegungen dem Fragesteller weitergeholfen, was hat sich fuer ihn ergeben, was kann/will er umsetzen?


Nein, sie haben mich eher verschreckt. :(
Für mich ergibt sich aus den bisherigen Äußerungen folgendes Bild:
Es gibt keine PERFEKTE Rezension, also besser gleich die Finger davon lassen.

hawepe hat geschrieben:
Nur weil die Idee "Buecherringe" auf eher verhaltene Zustimmung gestossen ist, muss sie ja nicht verkehrt sein.


"verhaltene Zustimmung" ist aber sehr positiv formuliert. :wink:

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re: Bücherringe gründen

von hawepe (05.06.2007, 21:02)
Hallo,

Dana hat geschrieben:
Nein, sie haben mich eher verschreckt. :(


Schade. So leicht sollte man sich nicht verschrecken lassen.

Für mich ergibt sich aus den bisherigen Äußerungen folgendes Bild:
Es gibt keine PERFEKTE Rezension, also besser gleich die Finger davon lassen.


Perfekte gibt es vielleicht nicht, aber gute bestimmt. Natuerlich wird man dieses Ziel noch nicht mit der erste oder zweiten und bestimmt auch noch nicht mit der dritten oder vierten erreichen. Aber wenn man gar nicht erst anfaengt, wird man dieses Ziel nie erreichen.

"verhaltene Zustimmung" ist aber sehr positiv formuliert. :wink:


Wenn man es von er negativen Seite sieht, kann man es vergessen, aber man kann auch versuchen, Positives herauszuziehen.

Beste Gruesse,

Heinz.

Benutzeravatar
Dana
Beiträge: 97
Registriert: 08.04.2007, 14:18
Wohnort: Berlin

Re:

von Dana (05.06.2007, 22:08)
Jungautoren sind eben leicht zu verschrecken :wink:

Ne, aber mal im Ernst: Es war ja mein ursprünglicher Gedanke, dass aus vielen kleine Einzelbeiträgen der Leser zum jeweiligen Buch etwas Gemeinsames und vor allem Gutes wird, das über die üblichen Kommentare hinausgeht. Vielleicht hab ich mich da missverständlich ausgedrückt.
Wenn jeder (oder fast jeder) Leser seinen Aspekt einbringt, dann ist es a) interessant und b) bereichernd.
Zuletzt geändert von Dana am 06.06.2007, 18:28, insgesamt 1-mal geändert.

Susanne Henke

Re:

von Susanne Henke (06.06.2007, 10:08)
Hallo Dana,

ich bin nicht sicher, was du möchtest.: Leserstimmen zum fertigen Buch zur werbewirksamen Veröffentlichung oder Testleser, die das Buch vor Erscheinen auseinandernehmen, damit du die Quintessenz ihrer Kritik in die überarbeitete Fassung aufnehmen kannst.

Benutzeravatar
Dana
Beiträge: 97
Registriert: 08.04.2007, 14:18
Wohnort: Berlin

Re:

von Dana (06.06.2007, 18:28)
eigentlich weder das eine noch das andere

Ich dachte, dass sich nicht jeder Autor hier im Forum jedes Buch von hier vertretenen Autoren kaufen kann oder will. Aber man würde es vielleicht gerne lesen.
Und Bücher, die man gelesen hat, empfiehlt man gegebenenfalls entweder gerne weiter (was zu Buchverkäufen führt :wink: ) oder aber kauft sie dann doch, weil man jemanden damit beschenken will (was auch zu Buchumsatz führt :lol: ).
Insofern sehe ich einen Bücherring als Anschub.

Rezensionen / Kommentare - was auch immer - sollten eigentlich nur einen Nebeneffekt darstellen. Nun aber entzünden sich daran die Geister.

Susanne Henke

Re:

von Susanne Henke (07.06.2007, 16:25)
Hallo Dana,

merci - jetzt verstehe ich, was du meinst. So eine Art autorenpool-bibliothek. Da könnte jeder, der daran teilnehmen möchte, in den neuen Bereich "Bibliothek" stellen - ja und dann? Müsste jeder, der es lesen möchte, sich in eine Liste eintragen und der Erste schickt es an den Zweiten und so weiter?

Zurück zu „Buchvermarktung“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.