BoD oder Verlag?

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Mochi-kun
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BoD oder Verlag?

von Mochi-kun (05.01.2009, 20:51)
Ich frage mich schon seit paar Wochen ob ich das Buch sofort per BoD drucken soll oder an einem Verlag schicken sollte...

Meine eigentliche Frage ist hier...wo erhalte ich mehr Gewinn und wo sind die Kosten niedriger...wo könnte das Buch billiger verkauft werden etc.

Per BoD würde mein Buch ungefähr 15,00€ kosten mit einer Gewinnspanne von 90 cent / Buch

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Conny
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Re:

von Conny (05.01.2009, 21:16)
Hallo Mochi-kun!
BOD oder Verlag? Also, wenn Du einen Verlag findest, der Dein Werk druckt, dann ist das für Dich kostenlos. Die klassischen Publikumsverlage bezahlen für Deine Arbeit. Aber, jetzt kommt das große Aber: Einen Verlag zu finden, ist wie ein Sechser im Lotto. Ungefragt Manuskripte zuzusenden macht ebensoviel Sinn, wie das Manuskript in den Müll zu werfen - nämlich gar keinen. Oder relativieren wir es ein wenig und sagen: es macht wenig Sinn.
Die großen Verlage bekommen tagein, tagaus hunderte Manuskripte auf den Tisch. Ob die alle gelesen werden???
Deine Unterlagen sollten auf jeden Fall zu 100 % in Ordnung sein, und vor allen Dingen das enthalten, was von denen gefordert wird. Und da hat jeder Verlag andere Vorgaben.
Die Mühe musst Du Dir dann schon machen und vorher im Internet recherchieren!
Am Besten Du fragst auch kurz nach, ob und an wen Du Dein Manuskript senden darfst. Dann hast Du fürs Anschreiben einen Namen - kommt immer besser. Ach ja, und Verlagsprogramm beachten! Es macht keinen Sinn, ein Fantasy- Buch an einen Kochbuch- Verlag zu schicken.

Nur für diese Vorgehensweise brauchst Du ne Menge Geduld und Spucke! Dass ein Manuskript direkt vom ersten Verlag vom Fleck weg gekauft wird, ist sehr unwahrscheinlich. Üblich ist es, dass man mit seinem Werk Klinken putzt, über Jahre, und dann vielleicht Glück hat.
Das klingt hart, ist aber so.

Die anderen Verlage, für die Du für Deine Veröffentlichung bezahlen musst, sind wieder etwas anderes.
Da musst Du sehr genau lesen, wieviel es kostet, wie die Konditionen sind, etc. Für mich wäre das nichts.

Dann lieber ein Buch über BOD.

Aber um auf Deine Frage zurückzukommen: Ich würde es vielleicht erst einmal bei einem "klassischen" Verlag versuchen. Sollte es nicht klappen, dann kannst Du ja immer noch die BOD- Variante angehen. Dass ein Manuskript abgelehnt wurde, heisst noch lange nicht, dass es schlecht ist.

Und Geld verdienen - das musst Du etwas realistischer sehen. Die meisten, die für ihre Veröffentlichung bezahlen, sind froh, wenn sie hinterher die Kosten wieder drin haben.
Reich werden in diesem Sinne nur die Wenigsten! Wenn man bedenkt, dass nur 0,3 % der Autoren WELTWEIT davon leben können, rückt das die Vorstellung doch wieder in ein anderes Licht.
Du musst verdammt gut sein und verdammt viel Glück haben, dann kann es klappen ...
Aber für die meisten gilt: Das Bild von Carl Spitzweg "Der arme Poet" ist Programm, leider.

LG, Conny
die Dir viel Durchhaltevermögen wünscht!!!
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint- Exupéry

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Torben
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Re:

von Torben (05.01.2009, 21:22)
^^also Ich für meinen Teil stelle mir bei der Frage folgende Fragen:
Soll mit dem Buch, also mit dem Inhalt etwas bewegt werden oder soll damit der Lebensunterhalt bestritten werden. Ich für meinen Teil schreibe, weil ich etwas Bewegen möchte und daher ist der reine Verdienst für mich nebensächlich. Wenn es hart auf hart kommt und ich in einer Leistungsphase bin (also vom Ding her immer), dann schreibe ich zig Seiten am Tag - Themenwahl ist dabei bei mir immer frei - ich lasse mich von meiner Umgebung Inspirieren. Sicherlich ist es ein immenser Aufwand ein Machtwert ala Robert Musil "Mann ohne Eigenschaften" zu schreiben und das ganze Werk dann auch noch zu korrigieren, daher schreibe ich eher Kurzgeschichten, da es mir wichtiger ist einzelne Themen zu behandeln, als endlose Texte über ein und dasselber Thema zu schreiben (Vergl. Herr der Ringe o.ä.). Allerdings bin ich auch sehr vielfältig und bin quasi täglich dabei meine Techniker zu Verfeinern - Ich Male, Ich schreibe und ich mache auch gerne Musik - wobei meine Musik eher nicht für die Öffentlichkeit zu gerbrauchen ist und bei meiner gemalten Kunst auch der Geschmack entscheidet. Ich denke ansprechende Texte zu schreiben ist einfach Übungssache - ein Beispiel: Beim Programmieren von Anwendungen in der IT kommt es meistens nur darauf an, was am Ende rauskommt - den Code, also den Quelltext gut sich ein Kunde i.d.R. keiner an und dann wird die Anwendung im Laufe ihres Lebens einfach verbessert und die Leute wundern sich dann wieso eine Anwendung "auf einmal" besser läuft - praktisch ist es in der IT deshalb, weil die Recher eh immer schneller werden und im Endeffekt nur der ITler selbst weiß, dass die Anwendung einfach nur wegen des nicht komplett perfekt Arbeitenden Codes langsamer war.

Ich würde mich daher darüber mehr als freuen, wenn Jemand mich ansprechen würde bzw. mir Jemand sagen könnte wo ich ohne Vorkosten Texte Drucken lassen kann - so in der Richtung einer Vorfinazierung o.ä. - ich verfüge über keinerlei finanzielle Mittel daher wäre die für mich die einzige Möglichkeit meine Schriften an den Mann oder die Frau zu bringen. Da sind selbst ein paar Cent pro Ausgabe doch schon ein Schritt nach vorne - bevor man sich den Kopf zernagt wie man es am Besten machen kann - loslaufen. Wie heißt es doch so schön: Da MUSS man auf die Straße gehen. Nur wer wirklich was erreichen will und am Ende ist, der ist auch bereit ALLES dafür bzw. gegen diesen Zusand zu machen.

Ich trete momentan z.B. für Projekt im Regenwald ein und dafür gehe ich komplett kostenlos auf die Straße und Rede einfach mit Menschen bei denen ich das Gefühl habe, dass sie bereit sind für 3€ im Monat das Leben von wilden Tieren zu sichern. Beim wwf kann man Regenwald "kaufen" - als Patenschaft und damit sichert man -< dass diese Flächen nicht im Zuge der Globalisierund vernichtet werden - eine Patenschaft für ein Kind in Afrika und anderen 3.Welt Ländern ist auch wichtig, denn im Endeffekt waren WIR die weißen die Abart der Natur, die glaubt alles wird schon gut gehen, dabei sind in diesen Ländern Armut und Elend an der tagesordnung und da Frage ich dann halt: Was haben wir hier und Warum und Wieso kann nicht einfach JEDER in DE und EU 3-30€ im Monat für den Erhalt von LEBEN Spenden. Dazu muss man nicht in die Kirche und dazu benötigt man lediglich ein Herz.

Think about and then do it!

Jedes Tier und Jedes Kind wird DIR persönlich Danken - im Geiste.
(Vergl. Werke wie z.B. von Hermann Hesse oder Goethe)

Danke
Torben Claus
[Gedanken, sind zum Handeln und Schreiben]
Wer ich bin? Keine Ahnung, vielleicht dort..
http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:DOxEM

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Judith
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Re:

von Judith (05.01.2009, 22:15)
Hallo Guido,

ich denke mal, dass die meisten von uns lieber ein Buch über einen Verlag herausbringen als über BoD. Am allerliebsten über einen großen Verlag. Aber das ist nicht so einfach, bei den großen Verlagen wird von 1000 (in Worten: tausend) unverlangt eingesandten Manuskripten 1 (in Worten: eins) verlegt.

Ich habe meine ersten beiden Bücher zu jeweils ca. 15 großen Verlagen geschickt und nur Absagen bekommen. Zu einem Kleinverlag wollte ich nicht, da man dort oft nicht bei den Baranbietern gelistet ist und auch nur wenige Bücher verkauft. Also habe ich mich für BoD entschlossen. Das dritte Buch habe ich von vorneherein über BoD gemacht, weil es ähnlich wie das erste ist und sicher auch keinen Verlag gefunden hätte.

Parallel dazu habe ich aber auch Bücher geschrieben, die ich nicht selbst herausbringen möchte. Dabei habe ich teilweise auf Verlagsvorgaben wie z.B. Thematik, Zeichenzahl etc. geachtet (soweit mir bekannt, ansonsten bei Reihen verschiedene Bücher verglichen) und bin in zwei Fällen bei großen Verlagen bis in die Lektoratsbesprechung gekommen. Das ist schon ein sehr großer Erfolg. Und für ein Manuskript habe ich einen Verlag gefunden, das Mädchenbuch wird im März erscheinen. Die Auflage wird in niedriger vierstelliger Höhe sein. Wenn ich das Buch selbst vermarkten müsste, würde ich das nicht erreichen. Allerdings ist das Honorar niedriger als bei meinen BoD-Büchern. Bei Verlagen bekommt man bei Taschenbücher normalerweise 5 % vom Netto-Ladenverkaufspreis, wenn man eine vertraglich vereinbarte Anzahl Bücher verkauft hat, dann gestaffelt ein Prozent mehr. Aber mir entstehen keine Kosten und der Verlag übernimmt den größten Teil der Werbung, hat mehrere Vertreter usw.

Für mich ist ein Verlag eindeutig die erste Wahl. Ob klein oder groß, das kommt auf den Einzelfall an. Derzeit schreibe ich ein Buch, das ich zuerst meinem eher kleinen Verlag anbieten werde, weil es dann schon im Herbst erscheinen könnte. Bei großen Verlagen müsste ich zwei Jahre länger darauf warten.

Was für mich nicht infrage kommt, das sind Druckkostenzuschussverlage (DKZV). Wenn jemand - wie Hakket - offen dargelegte Serviceleistungen zu einem noch einigermaßen überschaubaren Preis anbietet, kann ich das noch halbwegs akzeptieren. Aber ich mache dann lieber gleich alles selbst, zahle nur 39 Euro, habe alles in der Hand. Außerdem sind die BoD-Bücher über jede Buchhandlung problemlos bestellbar.

Lange Rede kurzer Sinn: Einen Verlag zu finden ist schwer; ob man versuchen möchte, einen zu finden, kommt auf den Einzelfall an.

Grüßle,
Judith
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PvO
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Re:

von PvO (06.01.2009, 10:26)
Nachdem ich meine erste reguläre Auflage bei einem "richtigen" Verlag raus hatte, hatte ich mit den beiden nachfolgenden Projekten gleich für BOD entschlossen. Ich hatte die Manuskripte gar nicht erst andere Verlage angeboten. Ich hatte das damals ausführlich hier im Forum unter Daumenschrauben kommentiert. Ich denke, wir sind uns hier einig, ein herkömmlicher Verlag, das wäre es und es wäre dem BOD System vorzuziehen. Aber wenn man erstmal mit einem Lektor zusammen gearbeitet hat und dieser einem die Pistole auf die Brust setzt, weiß man sehr schnell, dass es das bei BOD nicht gibt. Nichts gegen einen Lektor und dessen Forderungen, aber wenn mit dem Typ nicht zu reden ist, er auf seine Vorschläge besteht, dann ist das im Anschluss nicht mehr mein Buch, sondern seins.
http://www.autorenpool.info/daumenschrauben-t2035.html

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Sabine P.
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BOD oder Verlag?

von Sabine P. (08.02.2009, 13:01)
Versuche es zuerst bei einem "normalen" Verlag der zu Deinem Buch passt (wichtig)! Gestalte Dein Exposé & die Leseprobe nach den vorgegebenen Kriterien, ansonsten hast Du gleich alle Karten verspielt!
Solltest Du keinen Abnehmer finden, oder Dich nicht an die vom Verlag gewünschten Änderungen halten wollen/ müssen :( , dann gehe zu BOD & geniesse alle Freiheiten die Du als Autor/in haben kannst. Bedenke aber, auch dort hast Du ohne professionellen Background kaum die Möglichkeit "Millionen" an Euros zu verdienen. Sicherlich scheinen 0,90 Cent wenig an geld zu sein, aber bei einem "normalen" Verlag wirst Du mit weitaus weniger abgespeist, hast jedoch eventuell Mehreinnahmen, weil ein solcher Verlag eben das Marketing usw auf seiner Seite hat, bei BOD musst Du die Werbung für Dein Buch in Eigenregie übernehmen, mit dem dazugehörigen Aufwand & Kosten!

Ich für meinen Teil ziehe BOD vor, weil ich gerne die "Kontrolle" über (fast) alles haben möchte & mir ungern in mein Manuskript reinreden lassen will!

Du wirst Dein Buch schon irgendwie unter die Leute bringen - wenn Du es wirklich mit Leib & Seele willst!!! thumbbup
S. de S.A.Pires
-Freie Autorin-
www.liesmichimweb.npage.de

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Mondwolf
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Re:

von Mondwolf (28.04.2009, 21:21)
tolle Berichte von Euch!

werde wohl auch mein 2. Buch über BoD veröffentlichen!
Umzugsratgeber "Schwäbischer Single Umzug"
-Geld, Zeit und Nerven sparen.
ISBN: 978-3-8370-3257-4
Buchseite: www.umzugsbuch.com
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YouTube Buchclip: http://tinyurl.com/ncyq3h

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