Frage zur Manuskriptseite

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Mochi-kun
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Frage zur Manuskriptseite

von Mochi-kun (07.01.2009, 00:15)
Ich hab via Suche-Funktion fast alle antworten zu meinen Frageb bezüglich einer Manuskriptseite finden können, nur eine Frage bleibt noch offen.

Ich schreibe zur Zeit mein erstes Buch und habe von dem wichtigsten Sachen daher wenig Ahnung...ich würde gerne wissen:

1.) Eine Manuskriptseite zählt 30*60, wie wird das ganze mit Absätzen berechnet?

2.) In wie fern ist so eine Manuskriptseite Pflicht, bzw. wann muss ich dieser Norm nachgehen? Wenn ich das Buch (bzw. ca. 30 Seiten) an einen Verlag schicke? Wenn ich das Buch via BoD Classic drucken lasse?

Sind bestimmt ziemlich peinliche fragen ^^''

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Siegfried
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Re: Frage zur Manuskriptseite

von Siegfried (07.01.2009, 00:44)
Mochi-kun hat geschrieben:
ich würde gerne wissen:

1.) Eine Manuskriptseite zählt 30*60, wie wird das ganze mit Absätzen berechnet?


Was haben Absätze damit zu tun?
Du schreibst den Text herunter mit genau der genannten Einstellung (wenn du denn willst):
30 Zeilen pro Seite
60 Zeichen pro Zeile

Steht in einer Zeile nur ein Wort, dann ist das eben so.

Leerzeilen werden nur gesetzt, wenn ein ganzes Kapitel zu Ende ist. Oder eine größere zusammenhängende logische Einheit innerhalb eines Kapitels (etwa bei Wechsel von Handlungsort bzw. Wechsel der erzählenden Hauptperson)

Nach einem Absatz gibt es keine Leerzeile (also nicht zweimal Enter drücken).

Manche Autoren schreiben mit einem hängenden Einzug bei der ersten Zeile eines Absatzes, d.h. die erste Zeile eines Absatzes wird zwei oder drei Buchstaben weit eingerückt. Alternativ kann man auch eine feste Einrückungsweite in Zentimeter oder Millimeter angeben (etwa 3 bis 5 mm reichen schon). Hinweis: Die erste Zeile eines neuen Kapitels wird in der Regel nicht eingerückt, sondern bleibt linksbündig stehen.

Mochi-kun hat geschrieben:
2.) In wie fern ist so eine Manuskriptseite Pflicht, bzw. wann muss ich dieser Norm nachgehen? Wenn ich das Buch (bzw. ca. 30 Seiten) an einen Verlag schicke? Wenn ich das Buch via BoD Classic drucken lasse?


Pflicht ist das gar nicht. Pflicht ist das nur, wenn der Lektor bzw. der Verlag das so wünscht. Deshalb: Zu den Risiken und Nebenwirkungen Ihrer Manuskriptformatierung fragen Sie Ihren Lektor oder Verlag!

Bei Veröffentlichung via BOD ist die Standardmanuskriptseite überhaupt nicht gut! Kein Mensch will ein Buch mit einer Nichtproportionalschrift auf 30 Zeilen mit 60 Zeichen lesen. Die Standardmansukriptseite dient ausschließlich zur Arbeitserleichterung des Lektors. Der kann dann leichter Korrekturen in den Text setzen und besser abschätzen, wie viele Seiten das Buch in gedruckter Form haben wird.

Wenn du dein Buch bei BOD herausbringen willst, bleibt das Layout (also Schriftart und Schriftgröße und damit die Anzahl der Zeilen pro Seite und der Zeichen pro Zeile) ganz dir überlassen. Du zahlst für die Produktion des Buches, also hast du auch das Sagen.

Faustregel für das Layout des Satzes:
Proportionalschrift liest sich besser als Nichtproportionalschrift
Serifenschriften erleichtern dem Auge das Folgen einer Zeile
Pro Buchseite zwischen 30 und 40 Zeilen
Schriftgröße lesbar halten (meist 11pt oder 12pt - testen!)

Ansonsten: Bücher aus dem eigenen Bücherschrank nehmen und bei den Profis nachschauen!

Mochi-kun hat geschrieben:
Sind bestimmt ziemlich peinliche fragen ^^''


Nein. Peinlich ist nur, zu wissen, dass man etwas nicht weiß, und dann nicht fragen, obwohl man das Wissen bräuchte.

LG
Siegfried

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hawepe
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Re: Frage zur Manuskriptseite

von hawepe (07.01.2009, 08:57)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Manche Autoren schreiben mit einem hängenden Einzug bei der ersten Zeile eines Absatzes,


Das sollte man unbedingt so handhaben, weil sonst unter Umständen neue Absätze nicht zu erkennen sind.

Das gilt übrigens nicht nur für Manuskripte, sondern auch für Bücher.

Hinweis: Die erste Zeile eines neuen Kapitels wird in der Regel nicht eingerückt, sondern bleibt linksbündig stehen.


Weil nach einer Überschrift nur ein neues Kapitel beginnen, aber kein altes fortgesetzt werden kann.

Pflicht ist das gar nicht. Pflicht ist das nur, wenn der Lektor bzw. der Verlag das so wünscht. Deshalb: Zu den Risiken und Nebenwirkungen Ihrer Manuskriptformatierung fragen Sie Ihren Lektor oder Verlag!


Im Zweifelsfall sollte man aber auf die Normseite zurückgreifen, weil sie zeigt, dass man sich Gedanken gemacht und informiert hat.

Faustregel für das Layout des Satzes:
Proportionalschrift liest sich besser als Nichtproportionalschrift
Serifenschriften erleichtern dem Auge das Folgen einer Zeile
Pro Buchseite zwischen 30 und 40 Zeilen
Schriftgröße lesbar halten (meist 11pt oder 12pt - testen!)


Und Zeilen nicht länger als 65 Zeichen, wobei Leer- und Satzzeichen hier mitzählen. In Fachbüchern kann man auch auf 70 Zeichen gehen.

Leider erreicht man damit im Book on Demand teilweise horrende Buchpreise. Ich halte in der Belletristik notfalls auch noch 70 und für Fachbücher 75 Zeichen für akzeptabel, aber dann muss man wirklich auf gut lesbare Schriften achten. Optimal ist der Schriftsatz dann aber trotzdem nicht mehr.

Beste Grüße,

Heinz.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (07.01.2009, 11:06)
Hallo Heinz,
das hängt auch von der Laufweite der Schrift ab.



Und wenn wir dabei sind: die Mindestangaben zum Rand entsprechen auch nicht dem Stand der Setzerkunst: danach sollten der Satzspiegel nach dem Goldenen Schnitt oder zumindest nach der Neunerteilung aufgebaut sein. Das führt allerdings zu erheblich höheren Seitenzahlen...

Zum Einstieg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Satzspiegel

Gruß Valerie

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hawepe
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Re:

von hawepe (07.01.2009, 11:53)
Hallo Valerie,

Valerie J. Long hat geschrieben:
das hängt auch von der Laufweite der Schrift ab.


Die Länge der Zeilen? Die Laufweite der Schrift ist dafür uninteressant. Ggfs. muss man eben den Satzspiegel verändern. Bei der Zeilenlänge geht es ausschließlich um die Lesbarkeit.

Und wenn wir dabei sind: die Mindestangaben zum Rand entsprechen auch nicht dem Stand der Setzerkunst: danach sollten der Satzspiegel nach dem Goldenen Schnitt oder zumindest nach der Neunerteilung aufgebaut sein. Das führt allerdings zu erheblich höheren Seitenzahlen...


Über den Satzspiegel ist hier noch gar nicht geredet worden.

Zur Satzspiegelkonstruktion gibt es verschiedene Verfahren. Das einfachste geht auf eine Rastereinteilung zurück. Es muss aber kein Neunerraster sein, sondern es gehen auch Raster mit mehr oder weniger Feldern. Wichtig ist nur, dass durch die Rastereinteilung die Proportionen zwischen den verschiedenen Seitenrändern gewahrt bleiben.

Ich glaube, ich habe dazu auch schon mal ein wenig mehr hier im Forum geschrieben und sonst sehr ausführlich im Autoren-Ratgeber.

Beste Grüße,

Heinz.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (07.01.2009, 13:02)
Hallo Heinz,
auch recht, man kann den Spieß auch umdrehen.

Bei zuvielen Zeichen pro Zeile: Ränder vergrößern (Satzspiegel verändern) oder breiter laufende Schrift verwenden.

Oder mehrspaltig arbeiten, das wäre bei großformatigen Büchern je nach Inhalt auch denkbar.

Gruß Valerie

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (10.01.2009, 14:38)
Hallo,

vielleicht könnt ihr mir auch eine Frage beantworten.(Auch wenn
sie schon einmal gestellt wurde)

Wird die wörtliche Rede, zweier Personen im Manuskript untereinander
gesetzt oder fortlaufend geschrieben, mit Gedankenstrich abgestrennt?

Und wenn man bei einem Absatz keine Leerzeile setzt, wie erkennt man
dann den Absatz?


LG.Rita

WalterJoergLangbein

30 mal 60

von WalterJoergLangbein (10.01.2009, 14:42)
Guten Tag!

Eine Manuskriptseite - 30 mal 60 - gilt als Normseite: 30 Zeilen a 60 Anschläge. Das heißt aber nicht, daß jede Seite eines Manuskripts wirklich 30 Zeilen mit 60 Anschlägen hat. Zeilen sind ja unterschiedlich lang. Die letzte Zeile eines Absatzes ist in der Regel kürzer. Und manchmal sind auch Leerzeilen sinnvoll.

Am besten Du stellst eine Seite so ein... Was die Abstände angeht...

oben 3,5
untern 8,7
links 2,3
rechts 4,9

Schrifttyp Times New Roman, Größe 14.

Viel Erfolg!

Walter

Dozen-Roses

Re:

von Dozen-Roses (10.01.2009, 14:52)
Rita Hajak (Moderator) hat geschrieben:
Hallo,

vielleicht könnt ihr mir auch eine Frage beantworten.(Auch wenn
sie schon einmal gestellt wurde)

Wird die wörtliche Rede, zweier Personen im Manuskript untereinander
gesetzt oder fortlaufend geschrieben, mit Gedankenstrich abgestrennt?

Und wenn man bei einem Absatz keine Leerzeile setzt, wie erkennt man
dann den Absatz?


LG.Rita


Hallo Rita!
Wörtliche Rede zwischen Personen würde ich immer und ohne Ausnahme untereinander schreiben. Und dort, wo die wörtliche Rede beginnt, auch immer eingerückt.

Einen Absatz setzt man, wenn es an anderer Stelle im Roman weitergeht. Mitten im Fluß kommt nie ein Absatz, dafür die eingerückte erste Zeile.

Nach einer Leerzeile, also einem Absatz, beginnt man nicht mit eingerückter Schrift.

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (10.01.2009, 15:01)
Walter und Rose, vielen Dank! thumbbup





LG.Rita

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hawepe
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Wohnort: Berlin

Re: 30 mal 60

von hawepe (10.01.2009, 17:41)
Hallo Walter,

WalterJoergLangbein hat geschrieben:
oben 3,5
untern 8,7
links 2,3
rechts 4,9

Schrifttyp Times New Roman, Größe 14.


Das ergibt vieles, aber keine Normseite :-(

Proportionalschriften ergeben nur selten eine vorgegebene Zeichenzahl pro Zeile.

Beste Grüße,

Heinz.

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Conny
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Wohnort: Eifel

Re:

von Conny (10.01.2009, 17:46)
Ich bin mal so frech und nutze diesen Thread, um auch eine kleine Frage loszuwerden.
Was ist denn 1/3 Rand?

LG, Conny
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint- Exupéry

www.kundenkoller.over-blog.de

WalterJoergLangbein

Re: 30 mal 60

von WalterJoergLangbein (10.01.2009, 17:57)
hawepe hat geschrieben:
Hallo Walter,

WalterJoergLangbein hat geschrieben:
oben 3,5
untern 8,7
links 2,3
rechts 4,9

Schrifttyp Times New Roman, Größe 14.


Das ergibt vieles, aber keine Normseite :-(

Proportionalschriften ergeben nur selten eine vorgegebene Zeichenzahl pro Zeile.

Beste Grüße,

Heinz.



Lieber Heinz,

ich verwende diese Seiteneinteilung seit nunmehr fast 30 Jahren. Sie wurde und wird von allen Verlagen so akzeptiert. Nach diesem Muster habe ich bisher meine Bücher geschrieben. So falsch kann's also nicht sein, oder?

Walter

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hawepe
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Re: 30 mal 60

von hawepe (10.01.2009, 18:36)
Hallo Walter,

WalterJoergLangbein hat geschrieben:
ich verwende diese Seiteneinteilung seit nunmehr fast 30 Jahren. Sie wurde und wird von allen Verlagen so akzeptiert. Nach diesem Muster habe ich bisher meine Bücher geschrieben. So falsch kann's also nicht sein, oder?


Was in der Praxis akzeptiert wird, ist eine ganz andere Frage. Und den Verlagen kommt es meistens auch weniger auf die Normseite an als z.B. freiberuflichen Lektoren und Korrektoren. Wenn ich einen Text lektoriere oder korrigiere, mag ich natürlich nicht draufzahlen. Aber natürlich habe ich auch meine Erfahrungen, wie lang ein anders formatierter Text wirklich ist.

Bloß wenn irgendjemand, den ich noch nicht kenne, wirklich eine Normseite verlangt, dann halte ich mich sicherheitshalber daran. Vielleicht sollte nur verhindert werden, dass randlos und ohne Zeilenabstand beschriebene Seiten abgeliefert werden, aber vielleicht war es auch wörtlich gemeint.

Beste Grüße,

Heinz.

WalterJoergLangbein

Wer weiß...

von WalterJoergLangbein (10.01.2009, 18:46)
Guten Abend, Heinz...

Wer weiß.. wer weiß... Also nach meinen Verträgen werden immer Normseiten gefordert. Da alle wichtigen Einzelheiten ein Buch betreffend immer vorab besprochen werden... steht bei mir auch immer in den Verträgen drin, wie viele Normseiten das Manuskript umfassen wird.

Ich liefere dann immer die besprochene Seitenzahl in der beschriebenen Größe. Und bislang haben alle Verlage das so akzeptiert. Auf diese Weise habe ich bisher rund 30 populärwissenschaftliche Bücher veröffentlichen können.

Walter

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