Problem "Nicht auf Lager" u. nicht in Buchhandlung

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MToss
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Problem "Nicht auf Lager" u. nicht in Buchhandlung

von MToss (24.01.2009, 13:00)
Hallo,
ich merke, dass das Hauptproblem der BoD-Autoren Bücher zu verkaufen der Buchhandel selbst ist. Es gibt hunderttausende Bücher und nur theoretisch bestellbar zu sein reicht eben nicht. Da hilft auch eine eigene Homepage usw wenig. Bei amazon steht meistens "Nicht auf Lager" (was viele potentielle Käufer abschreckt) und in den Buchhandlungen sind wir überwiegend eh nicht vorrätig in den Regalen zu finden. Was nützt ein gutes Buch, wenn niemand darauf aufmerksam wird oder es findet? Wie kann man amazon dazu bewegen das Buch ständig "Auf Lager" anzuzeigen? (ich weiß, wenn es sich verkauft nimmt es amazon auf Lager und es gibt amazon-advantage, aber es ist ein teufelskreis)
Diesen Prozess in Gang zu bringen ist meiner Meinung nach die schwerste Aufgabe für uns Bod-Autoren. Eine Website einzurichten und zu warten, dass sich das Buch verkauft reicht eben nicht. Und unsere Werbemöglichkeiten sind, im Gegensatz zu den großen Verlagen, leider sehr begrenzt (da zu teuer und damit in keinem Verhältnis zum Gewinn aus Buchverkäufen).
Was meint ihr dazu, was kann man tun und geht es euch ähnlich?

Gruß, MToss

augustina
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Re:

von augustina (24.01.2009, 13:24)
Hallo MToss,

meines Erachtens hilft da nur, sich ein eigenes Vertriebskonzept zu entwickeln, möglichst noch vor der Fertigstellung des Buches. Das eine wäre die Zielgruppe für die man schreibt. Wenn über die ständig ein paar Bücher gekauft werden, bleibst du auch bei amazon lieferbar.

Ganz anders, aber erfolgreich ist es, wenn man versucht, in der Region Fuß zu fassen. Ich kenne einen regionalen Krimiautor, der hat bislang nur zwei Bücher, Krimis, herausgebracht, verkauft die aber in den hiesigen Buchhandlungen, auch den großen recht gut. Da gibt es eine regionale Ecke mit hiesigen Autoren, und seine beiden Bücher sind dort immer vorhanden.

Den wirklich großen Buchmarkt oder eine Spitzenposition bei amazon erreicht man als BoD - Autor sicherlich nicht. Ich sehe da nach wie vor die Preisschranke!

Viel Erfolg! book:
augustina
"Die Regenmantelfrau ... von der Verdrängung einer unbändigen Leidenschaft"

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Dozen-Roses

Re: Problem "Nicht auf Lager" u. nicht in Buchhand

von Dozen-Roses (24.01.2009, 13:28)
Hallo MToss!

Das Thema hatten wir hier glaube ich schon öfter. Mein Spiekeroog-Reisebuch verkauft sich zum Beispiel aufgrund eines Artikels wohl mehr über die Buchhandlungen. Bei Amazon sieht man nichts davon. Ebenso mein Kurzgeschichten-Buch.

Ich glaube, dass man Amazon dahingehend gar nicht beeinflussen kann. Wüsste ich jedenfalls nicht.

büchernarr

Re:

von büchernarr (24.01.2009, 13:35)
Hallo,
MToss hat ganz richtig erkannt, dass der Buchhandel unser Problem ist.
Über das "warum" braucht man nicht diskutieren, die Gewinnchance fehlt ganz einfach bei PoD-lern.
Meine Idee wäre hier, einen nennenswerten Buchandel in einer größeren Stadt finden, welcher bereit ist, einen Ständer ausschließlich mit PoD-Produkten (ich meine damit nicht nur Bod, sondern auch die andern, wie z.B. Shaker, Trediditon etc.) zu bestücken.
Hierzu müssten sich möglichst viele von UNS "aufraffen", diesem Buchhändler ihre Erzeugnisse auf Kommision zu liefern und ihm, bei Verkäufen, einen angemessenen Gewinnanteil zukommen zu lassen.
Sollte dieser Muster-Buchhändler einen Gewinn dabei erzielen, könnte das Beispiel auch bei anderen Händlern Schule machen und langfristig das Negativimage der PoD-ler reduzieren.
Ich halte diese Möglichkeit für eine Chance.
Grüße
Bernd

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Lisa_Sonnenblume
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Re:

von Lisa_Sonnenblume (26.01.2009, 01:52)
büchernarr hat geschrieben:
Hallo,
MToss hat ganz richtig erkannt, dass der Buchhandel unser Problem ist.
Über das "warum" braucht man nicht diskutieren, die Gewinnchance fehlt ganz einfach bei PoD-lern.
Meine Idee wäre hier, einen nennenswerten Buchandel in einer größeren Stadt finden, welcher bereit ist, einen Ständer ausschließlich mit PoD-Produkten (ich meine damit nicht nur Bod, sondern auch die andern, wie z.B. Shaker, Trediditon etc.) zu bestücken.
Hierzu müssten sich möglichst viele von UNS "aufraffen", diesem Buchhändler ihre Erzeugnisse auf Kommision zu liefern und ihm, bei Verkäufen, einen angemessenen Gewinnanteil zukommen zu lassen.
Sollte dieser Muster-Buchhändler einen Gewinn dabei erzielen, könnte das Beispiel auch bei anderen Händlern Schule machen und langfristig das Negativimage der PoD-ler reduzieren.
Ich halte diese Möglichkeit für eine Chance.
Grüße
Bernd


Hallo Bernd,

eine super Idee, aber kostet das nicht was? Eine Buchhandlung gibt uns nicht einfach Platz, selbst mit Gewinnanteil. Zugegeben, ich kenne mich nicht aus und bisher nur ein Kiosk/Buchladen gefragt, ob ich dort ein paar Bücher aufstellen kann ... tja, der Verkäufer hat was von Miete erzählt, für die Verkaufsfläche :?
Beim Kau...f bestellt der Buchhändler nur das, was der Grossist in Sortiment hat, und was weiss ich, was Huge...l für Ausreden hat!!!
LG,

Lisa

Speedy
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Re:

von Speedy (26.01.2009, 07:48)
Es ist manchmal ein gewisser Teifelskreis. Amazon hat viele BoD-Bücher nicht auf Lager, weil sie sich nicht so gut verkaufen und weil sie nicht auf Lager sind, verkaufen sie sich nicht so gut. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass sich dieser Kreis durchaus durchbrechen lässt. Bei mir hat Werbung in zielgruppenspezifischen Internetforen ziemlich gut geholfen. Als dann der Verkauf anlief, habe ich nochmals die Werbetrommel gerührt, um das Interesse hoch zu halten. Und siehe da, seitdem hat Amazon mein Buch ständig auf Lager und füllt den Bestand auch regelmäßig auf.

Buchhandlungen sind schwerer zu knacken, besonders wenn sie zu größeren Buchghandelsketten gehören, die ihnen das Sortiment weitestgehend vorgeben. Aber ich weiss inzwischen von zumindest zwei Buchhandlungen, die meine Bücher führen. Eine davon ist sogar eine Thalia-Buchhandlung. Hier haben Beiträge in den lokalen Wochenzeitungen geholfen,die wohl ein so gutes Käuferinteresse hervorriefen, dass die Damen es irgendwann mal leid waren, mein Buch immer bestellen zu müssen. Jetzt steht es bei ihnen im Regal und verkauft sich zwar nicht in den großen Stückzahlen, doch 1-2 Exemplare pro Woche sind ja auch nicht zu verachten.

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hawepe
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Re:

von hawepe (26.01.2009, 08:18)
Hallo,

ich weiß, der Mensch muss nicht alles verstehen. Aber manchmal versuche ich es doch ;-)

Also, es wird mit Book on Demand ein Veröffentlichungsverfahren gewählt, bei dem erst gedruckt wird, wenn ein Leser das Buch kaufen möchte. Die logische Folge: Das Buch ist in den Buchhandlungen nicht vorrätig.

Gefordert wird, dass auch diese Bücher im Buchhandel vorrätig sein sollten. Bei rund 8500 Sortimentsbuchhandlungen in Deutschland wäre das eine Druckauflage von 8500 Exemplaren. Die im Digitaldruck vervielfältigt wäre völliger Schwachsinn, weil viel zu teuer. Für ein Bruchteil der Kosten ließe sie sich im Offsetdruck herstellen.

Es gibt derzeit rund eine Million lieferbarer Titel. Die Buchhandlungen führen in der Regel zwischen 10.000 und 120.000. Da sie angeblich vor allem book on demand veröffentlichte Bücher boykottieren, müsste es also rund 900.000 derartige Titel geben.

Angeblich ist es allerdings von den Buchhändlern sehr dumm, dass sie sich das Geschäft mit diesen Titeln entgehen lassen. Bloß warum wimmelt es dann in diesem Forum nicht von Buchhändlern, die sich diese Chance nicht entgehen lassen wollen?

Beste Grüße,

Heinz.

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cosmopolit
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Re:

von cosmopolit (26.01.2009, 08:25)
Heinz:
Angeblich ist es allerdings von den Buchhändlern sehr dumm, dass sie sich das Geschäft mit diesen Titeln entgehen lassen. Bloß warum wimmelt es dann in diesem Forum nicht von Buchhändlern, die sich diese Chance nicht entgehen lassen wollen?

Beste Grüße,

Heinz.


gute Frage,genau auf den Punkt gebracht!
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

AF Verlag

Re:

von AF Verlag (26.01.2009, 09:10)
Moin,

wenn es rund eine Millionen lieferbare Titel gibt, warum sollte der Buchhandel dann auf BoD zurückgreifen?
Fakt ist, dass es Buchhhändler gibt die ihre Titel über Libri beziehen, aber eben auch über KNV, und da sind BoD Bücher nicht vertreten.

KNV sucht sich seine Titel sehr genau aus, DKZ oder andere Selbstverleger haben bei denen keine Chance.
Und bei Libri werden BoD Bücher auch nur gelistet, weil es ein Tochterunternehmen ist.

Weiter muss ein Buchhändler auch wirtschaftlich denken. Warum sollte er sich also von einem NoName Autor etwas ins Regal stellen, wenn dort fünf verschiedene Stephen King´s hinpassen?
Was verkauft er wohl eher? Einen King, Schätzing, Nesser oder einen NoName BoD Autor?

book: Literarischen Gruß

Jens

andie

Re:

von andie (26.01.2009, 09:13)
Hallo,

meine Bücher werden in 4 Buchhandlungen (nicht in 8.500) geführt und verkauft.
Nach meiner Rechnung wäre es sehr dumm von mir, wenn ich diese Geschäftsmöglichkeit außer Acht lassen würde.

LG, Andrea

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (26.01.2009, 11:09)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 30.07.2009, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.

Speedy
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Re:

von Speedy (26.01.2009, 11:33)
AF Verlag hat geschrieben:
Moin,

wenn es rund eine Millionen lieferbare Titel gibt, warum sollte der Buchhandel dann auf BoD zurückgreifen?
Fakt ist, dass es Buchhhändler gibt die ihre Titel über Libri beziehen, aber eben auch über KNV, und da sind BoD Bücher nicht vertreten.

book: Literarischen Gruß

Jens


Jens,

Da muss ich Dir widersprechen. Mein Bod-Buch ist nicht nur bei Libri sondern auch bei KNV gelistet.

Dass dabei sicherlich kein Automatismus besteht, dürfte schon klar sein.

Speedy

Speedy
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Re:

von Speedy (26.01.2009, 11:41)
hawepe hat geschrieben:
Hallo,

ich weiß, der Mensch muss nicht alles verstehen. Aber manchmal versuche ich es doch ;-)

Also, es wird mit Book on Demand ein Veröffentlichungsverfahren gewählt, bei dem erst gedruckt wird, wenn ein Leser das Buch kaufen möchte. Die logische Folge: Das Buch ist in den Buchhandlungen nicht vorrätig.


Beste Grüße,

Heinz.


Hallo Heinz,

Du hast natürlich grundsätzlich Recht. Sinn und Zweck von PoD ist es, Bücher erst dann zu drucken, wenn sie einen Käufer gefunden haben. Andererseits gibt es aber trotzdem auch Buchhandlungen, die sich solche Bücher ins Regal stellen, weil sie der Meinung sind, damit Geld verdienen zu können. Allerdings werden sie das nicht mit jedem Buch tun. Es ist damit halt so, wie mit den meisten Dingen im Leben. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Bei Büchern genügt es allerdings auch, einfach nur die richtige Buchhandlung (den richtigen Ort) zu finden. Sei es, weil das Buch einen regionalen Bezug hat, der gute Vermarktungschancen verspricht, oder dass es sich um eine Fachbuchhandlung handelt, in deren Profil das Buch passt.

Gruss

Speedy

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (26.01.2009, 11:45)
Hi Speedy, woher weißst du das? Kannst du mir verraten, wie man da scheckt?

LG; Barbara

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hawepe
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Re:

von hawepe (26.01.2009, 11:57)
Hallo Andreas,

Andreas T. hat geschrieben:
Nur wenn man sich als PoD-Autor ein Bisschen um seine Zielgruppe kümmert - und da ist eine eigene Homepage schon eine immens wichtige Angelegenheit - dann kann man auch erreichen, dass die eigenen Bücher bestellt werden.


Allerdings sollte die Homepage auch einen qualitativen Mindeststandard erreichen. Ich schaue mir die Webseiten fast aller Autorenpool-Teilnehmer an - und bin immer wieder erschrocken.

Dabei geht es mir nicht um nie zu vermeidende Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler, sondern um deren Häufung. Und wenn dann auch noch Dienstleistungen rund um das Schreiben angeboten werden, aber das Deutsch hölzern und unbeholfen wirkt, dann beginne ich wirklich zu zweifeln.

Also ist es auch in erster Linie unsere Aufgabe, uns um den Markterfolg zu kümmern. Wir haben keinen Anspruch darauf, also lasst uns auch mit dem Gejammer aufhören und lieber nach Möglichkeiten suchen, wie wir unsere Chancen verbessern können gefunden, beachtet, gekauft zu werden!


Sehr schön formuliert. Leider ist Jammern sehr, sehr viel leichter als selbst in die Werbung einzusteigen. Ich habe letzte Woche drei komplette Tage damit verbracht, Volkshochschulen zu suchen, die in diesem Jahr Kurse im kreativen Schreiben anbieten, um die jeweiligen Kursleiter gezielt auf meinen Autoren-Ratgeber anschreiben zu können.

Beste Grüße,

Heinz.

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