Verlag oder Agentur

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Eduardo Freundlinger
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Verlag oder Agentur

von Eduardo Freundlinger (03.03.2009, 16:06)
Hallo zusammen!

Wie würdet ihr an meiner Stelle reagieren?

Mein Manuskript ist soweit fertig, es muss nur noch zum Lektor/Korrektor für den Feinschliff.

Nach Prüfung des Exposés meines Thrillers haben nun - nach einigen Anstrengungen und schmerzhaften Absagen - zwei vernünftige Verlage (Langen Müller Herbig Verlag und Grafit Verlag) mein Manuskript angefordert, um es auf Veröffentlichung zu prüfen ... was ja noch nichts bedeuten mag.

Auf der anderen Seite interessiert sich eine namhafte Literaturagentin dafür, mein Manuskript Verlagen anzubieten ... auch das soll noch nichts heißen.

Aber was würdet ihr an meiner Stelle nun tun:

A) Das Manuskript direkt an die Verlage senden?
B) Oder mit der Agentin arbeiten und hoffen, dass sie einen renommierteren Verlag findet und 15% abdrücken.

Vielleicht könnt ihr mir ja einen Tipp geben ...

Danke und L.G aus Spanien,

Eduardo Freundlinger
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Matze
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Re:

von Matze (03.03.2009, 16:23)
Agenten sind die Zecken im Literaturbetrieb, wei braucht so etwas?

Wenn sich zwei Verlage dieser Kategorie für dieses MS interessieren, warum dann noch darüber nachdenken?

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noteingang
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Re:

von noteingang (03.03.2009, 16:35)
Matze hat geschrieben:
Agenten sind die Zecken im Literaturbetrieb, wei braucht so etwas?

Wenn sich zwei Verlage dieser Kategorie für dieses MS interessieren, warum dann noch darüber nachdenken?


Naja, Zecken. Wer so etwas braucht? Eventuell jemand, dem die besagten 15-20% egal sind und sich gerne bei einem Menschen mit know how sehen würde und sich dort eventuell gut aufgehoben fühlt. EInem Agenten (einem guten zumindest) liegt eine Menge daran ein gutes und fruchtaberes Verhältnis aufzubauen und einen Autor zu etablieren. Und da Dienstleistungen bekanntlich kosten, sind hier halt auch Gelder fällig.

Und zur Frage. Wenn du schon einmal den Fuß in der Tür hast (Manuskript angefordert), dann solltest du wohl die Verlagsschiene gehen. Sollten aber beide Verlage ablehnen, ich weiß nicht, ob der Agent dann noch immer aktuell ist. DIe sind da sehr empfindlich auf Absagen.

Haben sie dann ja schwarz auf weiß, dass das von ihnen positiv eingeschätze Manuskript doch nicht so gut ankommt.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.03.2009, 16:43)
Matze hat geschrieben:
Agenten sind die Zecken im Literaturbetrieb, wei braucht so etwas?


Als nächstes stellt sich die Frage: Agentur oder Direktkontakt? Die Reputation der Literaturagenturen hat sich dramatisch verbessert, viele Verlage berücksichtigen von Agenturen eingesandte Manuskripte vorrangig, weil hier bereits eine Validierung stattgefunden hat. Allerdings ist mit der Reputation auch die Einstiegsschwelle erhöht worden; inzwischen ist es ebenso schwer, an eine gute Agentur zu kommen, wie direkt mit Verlagen einen Vertrag abzuschließen.Einige Agenturen leisten nicht "nur" die Kontaktaufnahme und die Vertragsverhandlungen mit den Verlagen, sondern betreuen die Autoren bereits in der Projektierungsphase. Wer es also geschafft hat, einen Agenten von sich zu überzeugen, was nicht notwendigerweise heißt, daß das eingereichte Manuskript auch zum Verkauf angeboten wird, verfügt über einen Berater, der bereits bei Vorliegen von Exposé und Probekapitel auf mögliche Schwierigkeiten hinweisen kann - oder mitteilt, daß sich dieses Projekt vermutlich nicht verkaufen läßt. Übrigens gibt es hier - wie in allen Branchen - schwarze oder zumindest dunkelgraue Schafe, also Agenturen, die Einstiegsgebühren verlangen und kostenpflichtige Lektorate anbieten, bevor es zum Vertretungsvertrag kommt. Die Agentur verdient im Erfolgsfall gemeinsam mit dem Autor. Deshalb sollte man - meiner ganz persönlichen Meinung nach - auf ein Erfolgshonorar drängen, zumindest aber sicherstellen, daß Kosten, die im Vorfeld auftreten, später mit den Honoraren verrechnet werden, vor allem aber, daß es zum Vertretungsvertrag kommt, bevor kostenpflichtige Services in Anspruch genommen werden. (Essay von Tom Liehr, Autor von Romanen wie "Radio Nights", "Idiotentest" und "Geisterfahrer", erschienen beim Aufbau-Verlag Berlin)

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LG
Siegfried

Tom
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Re: Verlag oder Agentur

von Tom (03.03.2009, 16:57)
Eduardo Freundlinger hat geschrieben:
Aber was würdet ihr an meiner Stelle nun tun:

A) Das Manuskript direkt an die Verlage senden?
B) Oder mit der Agentin arbeiten und hoffen, dass sie einen renommierteren Verlag findet und 15% abdrücken.


Klare Sache: A und B cheezygrin

Ich würde das Manuskript an die Verlage senden, die es bereits angefordert haben und bei der Agentin mit offenen Karten spielen. Findet sie einen besseren Verlag bei dem mehr rauszuholen ist, oder kann sie so gut verhandeln das ihr beide davon profitiert, sind doch alle Seiten glücklich.
Neid ist eine häßliche, aber zumindest sehr aufrichtige Art der Anerkennung.

Viele Grüße vom Tom

hwg
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Re:

von hwg (03.03.2009, 17:00)
Nachdem ich jahrelang mit einer Wiener Agentur gute Erfolge erzielt hatte, die Agenturinhaberin jedoch plötzlich gestorben war, fand ich keine derart gute Agentur mehr und kontaktierte daher selber die für meine Arbeiten in Frage kommenden Verlage. Erfreulicher Weise sofort erfolgreich. Offensichtlich Glück gehabt! :lol:

Wenn Du schon "einen Fuß in einer Verlagstür" hast, würde ich an Deiner Stelle es zuerst mit den Verlagen versuchen. Bei einer Ablehnung kannst Du ja immer noch die Agentur kontaktieren - diese muss ja nichts von der Ablehnung durch die Verlage erfahren. Eines funktioniert jedoch nicht - die Texte einem Verlag und einer Agentur zugleich anzubieten. Das bringt üblicher Weise Ärger, zumindest keinen guten Ruf ein.

Toi, toi, toi Eduardo!

Hans

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Eduardo Freundlinger
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Soweit hatte ich mich auch schon informiert ...

von Eduardo Freundlinger (03.03.2009, 17:03)
... und denke, dass man mit einer guten Agentur nicht schlecht fährt. Die Agentin, von der ich spreche, hat vorher in zwei Publikumsverlagen (darunter Rowohlt) gearbeitet, ehe sie sich vor 5 Jahren eine Agentur gründete.

Zu Noteingang: jemand, der es sich leisten kann 15% abzudrücken

Das ist so eine Sache. Was ist mehr: 100 Euro minus 15% oder 50 Euro minus 0 %?

Ein starke Agentur hat mehr Ahnung vom Verlagswesen, Verhandlungen und Rechten, als ich, der noch dazu in Spanien sitzt. Im Idealfall bringt die Agentur mehr, als sie kostet und weil in der Branche viel über Kontakte läuft, kommt man auch noch leichter in den Verlag rein.


L.G aus Spanien

Eduardo
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hwg
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Re:

von hwg (03.03.2009, 17:08)
Eine Vermittlung durch eine Literaturagentur darf vor Abschluss eines Verlagsvertrages überhaupt nichts kosten. Die Agentur ist nach Erscheinen des Buches prozentuell an der Abrechnung des Verlages mit Autor beteiligt (es sei denn, die Agentur hat eine Sonderregelung mit dem Verlag vereinbart). Bevor der Autor keinen Cent gesehen hat, sieht auch die Agentur keinen! Alles andere wäre unkorrekt!

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Eduardo Freundlinger
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Hallo Steirer ...

von Eduardo Freundlinger (03.03.2009, 17:16)
Das ist natürlich klar. Die Agentur nimmt 15%, als Erfolgshonorar, falls es denn einen Erfolg gibt! Alles andere ist unseriös!

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (03.03.2009, 17:21)
Boah, Glückwunsch erstmal!!! Das ist ja genail!

Ich denke, wenn du Zeit und Lust hast, dich mit "Verlagskram" auseinander zu setzen, benötigst du nicht unbedingt eine Agentin. Wenn du ihr aber vertraust und sie für kompetent hältst, was ja so scheint, dann wird sie dir sicher viel Arbeit abnehmen und dich evtl. auch professioneller vertreten, als du es als "One-man-Show" könntest... ;-)

Auf alle viel Glück und halt uns auf dem Laufenden..!

Babs book:

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Silvia Kirschner
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Re:

von Silvia Kirschner (03.03.2009, 17:57)
also eduardo, ich würd an deiner stelle auch eher dazu tendieren, mal die zwei verlagshäuser abzuwarten. wenn die dann tatsächlich dein buch abdrucken wollen, werden sie dir gleich ein vertragsangebot zurückschicken, das du dir dann in ruhe ansehn kannst. und wenn es dir zB aus kostengründen (wenn du ein gewisses risiko finanziell "mittragen" musst :roll: ) nicht entspricht, dann würde ich an deiner stelle wirklich die agentin beauftragen..
und wie hans schon erwähnte: man muss ihr ja auch im falle von etwaigen absagen nichts davon erzählen... cool1

bin schon gespannt, wie du dich entscheidest. ich hoffe, du teilst es uns hier noch mit cool5

ich wünsch dir alles gute mit deinem buch - recht viel freude und erfolg!

viele grüße aus dem pfui-teibl-grausligem :twisted: verregnetem oberösterreich zu dir, ... spanien hört sich ja grad soooo schön nach wärme und sonne an... oder wie ists da grad so bei dir?

baba, deine silvia

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JulyRose
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Re:

von JulyRose (03.03.2009, 18:19)
Mein Tipp: gib's der Agentin und sag ihr, dass die Verlage schon Interesse am Manuskript haben, dann schickt sie es nämlich für Dich dorthin. ;-)

Nee, im Ernst. Ich würde immer, immer, immer für die Agentur plädieren. Ich mache zwar auch noch ein paar Sachen ohne meine Agentin, aber ich bin froh, dass sie meine großen Projekte vertritt. Und sie vertritt sie gut. Die 15% kann ich da verschmerzen, denn (das ist der Punkt) Agenten können zumeist bessere Verträge verhandeln als man selbst als Autor.

LG, Juliane
Das Lied der Sonnenfänger (Januar 2011)
Die Rose der Kreuzritter (März 2011)

iwi
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Re:

von iwi (05.03.2009, 01:58)
thumbbup bin zwar ohne Erfahrung, aber Agenten ich weiß ja nicht,
die denken doch zuerst an sich ,sollte man sehr vorsichtig sein.

nimm lieber den direcktweg und viel glück und Erfolg
gru0 iwi

WalterJoergLangbein

Ich arbeite NUR mit Agent

von WalterJoergLangbein (05.03.2009, 06:14)
Meine Antwort: Ich arbeite NUR mit Agent. In Deinem konkreten Fall würde ich auch MIT der Agentin arbeiten, die offenbar interessiert ist.

Meiner Erfahrung nach erzielt eine Agentin/ ein Agent einen besseren Vertrag. Im Endeffekt dürfte sich die Agentin "lohnen"... auch wenn einer der interessierten Verlage Dein Buch macht. Gute Agenten wissen nämlich, wie weit sie mit ihren Forderungen gehen können, wie weit Verlage entgegenkommen.

Solltest Du aber zunächst abwarten wollen, wie die interessierten Verlage antworten... und sollten die Verlage ablehnen.. dann würde ich diese Ablehnung der Agnetin mitteilen. Wenn Du die Ablehnung der Agentin nicht mitteilst, könnte das peinlich werden: Wenn nämlich die Agentin das Manuskript den Verlagen erneut anbietet, die es bereits abgelehnt haben.

Ich persönlich würde das Manuskript der Agentin geben.

Walter

Und wie schon hier erwähnt wurde: Seriöse Agenten arbeiten auf Erfolgsbasis, werden prozentual an den Einnahmen beteiligt. Vorabkasse ist unseriös.

Matze
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Re:

von Matze (05.03.2009, 06:28)
Es erstaunt mich zu lesen, daß - warum auch immer - guten Agenten immer Clevernes unterstellt wird, Autoren dagegn Tumbheit.

Aber ich habe ja keine Ahnung, Matthias

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