Peinliche 1 Sterne Rezensionen bei Amazon

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Tom
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Peinliche 1 Sterne Rezensionen bei Amazon

von Tom (10.03.2009, 10:47)
Auf der Suche nach einem Geschenk für eine Katzenfreundin stolperte ich mal wieder über sehr peinliche 1 Stern Rezension beim Buch “Ich bin hier bloß die Katze“.

Zitat: “Die Autorin (oder der Verlag?) reitet hier auf der derzeitigen Welle von Katzenliteratur, das Buch selbst kommt aber weder an "Schmitz Katze" noch an Klassiker wie Nero Corleone oder The Nine Lives of Montezuma ran. ...“ Dann beschwert sich der / die Rezensentin noch das Buch sei viel zu flapsig geschrieben und maximal einen Stern Wert - aber auch nur wegen ihres guten Willens. Aha.

Warum ist das peinlich?

1.) Weil das rezensierte Buch 2007 bereits in der 10. Auflage erschienen ist. Schmitz Katze erschien 2008 in der Erstauflage. cheezygrin Nine Lives of Montezuma ist ebenfalls deutlich jünger als das Buch, das sich angeblich an diese „Klassiker“ anzuhängen versucht.

2.) „Flapsig geschrieben“... Nun ja ... Es handelt sich hier um ein Kinderbuch, (Altersempfehlung 6-7 Jahre), da wäre Hochliteratur wohl auch eher fehl am Platz. cheezygrin

Einige Amazon Kunden scheinen sich ja mit solchen 1 Sterne Rezensionen als besonders fachkundige “Literaturexperten” darstellen zu wollen. Ich bin schon oft über solche Klopper gestolpert und die meisten 1-2 Sterne Rezensionen sind bei näherer Betrachtung einfach nur peinlich für die “Rezensenten“. Darum mache ich mir jetzt die Mühe, das Beispiel hier einzustellen. Vielleicht habt ihr ja auch Beispiele, die der allgemeinen Belustigung dienen können?
Neid ist eine häßliche, aber zumindest sehr aufrichtige Art der Anerkennung.

Viele Grüße vom Tom

Mac

Re:

von Mac (10.03.2009, 11:00)
Hi Tom

die Fakten betreffend der Auflagen würde ich dann schon mal in einem Kommentar veröffentlichen.

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PvO
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Re:

von PvO (10.03.2009, 11:09)
Es ist nun mal so, in Net ist schnell was gestellt, von sogenannten Möchtegernkritikern, oft unter den Deckmantel der Anonymität und man kann kaum was machen. Ich hab mal gewagt, in einem anderen Forum ein Schreiberling zu kritisieren und prompt bekam ich eine sehr schlechte Rezi bei Amazon, obwohl jener Schreiber das Buch gar nicht gelesen hatte. Ich kontaktierte darauf Amazon und sie haben die Rezension gelöscht.

Tom
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Re:

von Tom (10.03.2009, 11:34)
Hi Peter,

auch das scheint häufiger vorzukommen. Bei manchen “Rezensionen” ist es offensichtlich, dass das Buch gar nicht gelesen wurde. Oftmals sind die 1 Stern Rezensionen auch das Einzige, was der “fachkundige Kritiker” unter seinen Rezensionen zu verbuchen hat. Das ist auch bezeichnend.

Gegen sachliche Kritik ist ja nichts einzuwenden. Aber wenn es so offensichtlich ist, dass man nur schreibt um was Negatives zu schreiben... dozey:
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Viele Grüße vom Tom

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Eisbär
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Re:

von Eisbär (10.03.2009, 11:47)
Bei Amazon und allgemein im Internet trifft man leider dauernd Menschen an, denen es nur darum geht, ihr Bessermenschsein zu proklamieren. Eine Umfrage hat ja letzes Jahr sogar ergeben, dass etwa 1/3 alle Internetuser das Netz nur nutzen, um etwas schlecht zu reden. Kritik, wie abwegig sie auch sein mag, wird von vielen als pseudointellektuelles Gebaren vor sich hergeschleppt. Meistens sind das solche Leute, die selbst kaum eigene Erfolge verbuchen können. Ist halt einfacher, als selbst etwas zu schaffen. Dabei könnte ein Bruchteril, der zum Diffamieren vergeudeten Zeit, ausreichen, um daran etwas zu verändern.

Tom
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Re:

von Tom (10.03.2009, 12:21)
Eisbär hat geschrieben:
Eine Umfrage hat ja letzes Jahr sogar ergeben, dass etwa 1/3 aller Internetuser das Netz nur nutzen, um etwas schlecht zu reden.


Bemerkenswert! :shock:: Von dieser Umfrage hatte ich noch gar nichts gehört. Das Ergebnis scheint mir durchaus glaubhaft.
Neid ist eine häßliche, aber zumindest sehr aufrichtige Art der Anerkennung.



Viele Grüße vom Tom

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hawepe
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Re:

von hawepe (10.03.2009, 12:59)
Hallo,

was heißt schon peinlich?

Ich finde es peinlich,

- wenn in diesem Forum gewarnt wird, es dürften nicht nur immer literarisch anspruchsvolle Texte geschrieben werden,

- wenn "toll", "cool" und ähnliche Äußerungen als positive Kritik für völlig ausreichend, ausführliche negative Kritiken aber für verwerflich erklärt werden,

- wenn sich hier Forenteilnehmer nur anmelden, um ein kurz vorher vorgestelltes Buch als überragendes Werk zu preisen, danach aber nie wieder gesehen werden,

- wenn bei Amazon 5-Sterne-Kritiken deutlich erkennbar von Freunden und Bekannten verfasst wurden.

Aber so ist das Leben nun einmal, jeder empfindet etwas anderes als peinlich.

Beste Grüße,

Heinz.

Tom
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Re:

von Tom (10.03.2009, 16:29)
hawepe hat geschrieben:
Hallo,
was heißt schon peinlich?

Wenn man als großer Literaturkritiker auftreten will, aber ziemlich offensichtlich nicht Lesen kann. :lol:

Die Altersempfehlung 6-7 Jahre steht bei Amazon in Fettdruck. Wenn man ein Buch für diese Altersstufe kauft und sich dann über einen “flapsigen Schreibstil” beschwert, der “den starken Charakter der Katze nicht genug in Szene setzt” ... Das ist in etwa so, als würde man deinen Autorenratgeber schlecht bewerten, weil er den Spannungsbogen und das romantische Happy End vermissen lässt. :lol:

10. Auflage 2007 ist bei Amazon ebenso deutlich lesbar. Unter diesen Umständen zu behaupten, der Autor wolle auf der Erfolgswelle eines Buches von 2008 mitreiten... Also MIR wäre das schon peinlich!

hawepe hat geschrieben:
- wenn "toll", "cool" und ähnliche Äußerungen als positive Kritik für völlig ausreichend, ausführliche negative Kritiken aber für verwerflich erklärt werden,

Sätze wie: “Das Buch ist voll cool!” empfinde ich in einer Rezension auch nicht als besonders hilfreich. Aber wenn Jugendliche / Kinder ihrer Begeisterung auf diese Weise Luft machen, dann ist das wenigstens noch authentisch. Somit finde ich es weit weniger peinlich, als pseudointellektuelles Geschwafel, das sich bei einem einzigen Blick in die Buchdaten / Buchbeschreibung schon als heiße Luft bzw. schlicht als unwahre Unterstellung entpuppt.

Wie ich schon schrieb, habe ich gegen sachlich vorgetragene negative Kritik nichts einzuwenden, aber man sollte schon bei den Tatsachen bleiben, wissen wovon man redet und vor allem sachlich bleiben.

Immer wieder interessant finde ich auch Negativrezensionen, die sich ausschließlich auf die Seitenzahl eines Buches begründen. “Das Buch hat nur 120 Seiten und ist deswegen seinen Preis nicht wert. Darum nur ein Stern.“ (Derartiges habe ich auch schon gelesen. M.E. auch nicht gerade aufschlussreich, solche "Rezensionen".) Da Amazon auch noch nie die Angabe der Seitenzahl vermissen ließ, stellt sich mir die Frage: Warum bestellt jemand, der den Wert offenbar ausschließlich über die Anzahl der Seiten definiert, dann eigentlich ein 120-seitiges Buch?

hawepe hat geschrieben:
Aber so ist das Leben nun einmal, jeder empfindet etwas anderes als peinlich.

So isses. cheezygrin
Neid ist eine häßliche, aber zumindest sehr aufrichtige Art der Anerkennung.



Viele Grüße vom Tom

Speedy
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Re:

von Speedy (11.03.2009, 11:27)
Solch eine Rezension habe ich auch schon am eigenen Leibe in einer Tageszeitung erlebt. Da hat ein Journalist sich über das Verhältnis von Preis und Seitenzahl ereifert. Und das bei einem Buch, bei dem ich gerade mal 15 Cent an jeden verkauften Exemplar vediene. Peinlich und lächerlich.

Aber er hat zumindest meinen Namen und den Titel des Buchs richtig geschrieben, was den verkaufszahlen auf jeden Fall genutzt hat. :lol:

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Aengus
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Re:

von Aengus (30.05.2009, 14:16)
Aber hallo, da gibt es auch die berühmten Fälle von zehn bis zwanzig 5 Sterne Rezis auf Amazon für ein BoD Buch. Und siehe da, wenn man dann mal schlau ist und die anderen Rezensionen der Kritiker aufruft, stellt man fest, dass derjenige damit immer die erste Rezension auf Amazon gesetzt hat. Da schrillen bei mir die Alarmglocken und ich denke: "Da hat aber jemand seine ganzen Freunde aktiviert!"
Finde ich eher traurig als nützlich.
Bisher habe ich nur wenige Rezensionen zu meinen Büchern erhalten. Auf Amazon, Libri und buecher.de. Andere habe ich jedenfalls noch nicht entdeckt. Eine der Schreiberinnen ist eine Freundin von mir. Die hat ohne mein Wissen rezensiert. Aber alle anderen sind "echt" und darauf bin ich stolz. Zumal bisher nur 5-Sterne dabei sind und sogar teilweise beide Bücher von denselben Leuten rezensiert wurden.
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TipEx
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Re:

von TipEx (23.07.2009, 12:10)
Also was Amazon-Rezensionen angeht habe ich schon die übelsten Sachen erlebt. Wenn es nach mir gehen würde, gäbe es die gar nicht.

Kurz nachdem ich mein erstes Buch veröffentlicht und die ersten ca. 100 Exemplare verkauft hatte, hagelte es plötzlich 1-Stern-Rezensionen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich tatsächlich noch geglaubt, daß die Rezensionen bei Amazon tatsächlich in etwa die Meinung der Leser widergeben würden. So fragte ich mich, ob mein Buch wirklich so schlecht sei.
Mehrere mails mit Amazon brachten dann an Licht, daß nur einer der Rezensenten überhaupt mein Buch gekauft hatte. Später fand ich dann heraus, daß die Rezensenten nicht nur mein Buch verrissen hatten, sondern auch andere Bücher gleicher Branche währen sie einen Verlag in den Himmel lobten.
Ich war wohl in ein eng umkämpftes Wespennest getreten.
Amazon löschte daraufhin alle Rezensionen.

Beim einem anderen Buch bemängelte dann ein Oberlehrer ein paar Fehler in meinem Buch. Die waren tatsächlich vorhanden und mir - trotz mehrmaligen Korrekturlesens entgangen (seitdem veröffentliche ich immer alle Bücher zuerst via BoD Fun und lasse mir ein Exemplar zusenden. Beim Lesen eines gedruckten Buches fallen mir mehr Fehler auf.) Das nahm er zum Anlaß für eine 2-Sterne-Rezension bei der er nebenbei noch ein paar Inhalte verriet, die jedoch Lesern vorbehalten bleiben sollten (so in etwa: Übrigens ist der Gärtner der Möder).
Diese Rezension wurde von Amazon nicht gelöscht, jedoch editiert. Nachdem er sie jedoch immer wieder zurückeditierte, ließ ich ihn irgendwann gewähren und tat etwas, was ich mir zuvor geschworen hatte, nie zu tun: Ich bat eine Bekannte, eine Rezension zu verfassen damit dieser Querulant von der ersten Seite verschwand.

Etwas später erhielt ich einen recht onimösen Anruf. Ein "freiberuflicher Lektor" bot mir unter Hinweis auf die doch sicherlich störende Rezension seine "Dienste" an.

Beim gleichen Buch bekam ich eine sehr seltsame email. Eine Top 500-Rezensentin bat mich, ihr das Buch doch einmal kostenfrei zuzusenden und sie anzurufen. Bei dem Telefonat kristallisierte sich heraus, daß "Amazon-Rezensent" wohl ihr Beruf oder Nebenerwerb war...

Beim dritten Buch erhielt ich zuerst so etwas wie "Schützenhilfe" von einem einschlägigen Verlag weil er wohl glaubte, ich säße im gleichen Boot. Aus Dank übersandte ich dem Verlag ein Exemplar....und bekam Schlag auf Schlag 1-Sterne-Rezensionen von jenen Rezensenten, die alle Werke dieses Verlags in den Himmel loben. Warum? Tja, wahrscheinlich weil die rausgefunden haben, daß ich dann wohl doch nicht mit denen in einem Boot sitze.

Das aber stört den Verkauf überraschenderweise wenig. Obwohl das Buch mittlerweile nur noch 3 Sterne hat, bricht der Verkauf nicht ein.

Mein Fazit: Die meisten Rezensionen bei Amazon sind gefälscht. Verlage verpassen sich selber 5-Sterne-Rezensionen und den Mitbewerbern 1-Stern-Rezensionen. Die Verlage, die die meisten Amazon-accounts haben, die also viele Mitarbeiter beschäftigen, stehen bei Amazon am makellosesten da. Das hat jedoch nur selten etwas mit der Qualität des Verlagsproduktes zu tun sondern eher etwas mit "Macht durch Masse".

Auch Amazon trägt zu einem massiven Ungleichgewicht bei. Es gibt Bücher bei denen nur positive Rezensionen veröffentlicht werden obwohl es zahllose Leser gibt, die das Buch nicht gut fanden, was man u.a. an den Tags erkennen kann.

Markus

Re:

von Markus (23.07.2009, 13:13)
Speedy hat geschrieben:
Da hat ein Journalist sich über das Verhältnis von Preis und Seitenzahl ereifert. Und das bei einem Buch, bei dem ich gerade mal 15 Cent an jeden verkauften Exemplar vediene. Peinlich und lächerlich.


Aber ähm, sorry, das finde ich doch legitim von dem Journalisten!
Was soll daran falsch sein, wenn man einen Preis mit der Seitenzahl vergleicht?

Ich meine das allgemein, Deinen Fall kenne ich nicht und den Peis.

Aber wenn ich im Buchladen ein Buch mit 50 Seiten zu einem total erhöhten Preis sehe, da darf ich mich doch als potentieller Käufer zumindest wundern?

Und so gesehen finde ich das überhaupt nicht peinlich vom Journalisten, dass er das getan hat.

Es gibt ja auch offizielle "Preisüberwacher".

Stehe ich da neben den Schuhen?

borgwin2
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Registriert: 06.05.2009, 14:24

Re:

von borgwin2 (23.07.2009, 13:24)
TipEx hat geschrieben:
Also was Amazon-Rezensionen angeht habe ich schon die übelsten Sachen erlebt. Wenn es nach mir gehen würde, gäbe es die gar nicht.

Kurz nachdem ich mein erstes Buch veröffentlicht und die ersten ca. 100 Exemplare verkauft hatte, hagelte es plötzlich 1-Stern-Rezensionen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich tatsächlich noch geglaubt, daß die Rezensionen bei Amazon tatsächlich in etwa die Meinung der Leser widergeben würden. So fragte ich mich, ob mein Buch wirklich so schlecht sei.
Mehrere mails mit Amazon brachten dann an Licht, daß nur einer der Rezensenten überhaupt mein Buch gekauft hatte. Später fand ich dann heraus, daß die Rezensenten nicht nur mein Buch verrissen hatten, sondern auch andere Bücher gleicher Branche währen sie einen Verlag in den Himmel lobten.
Ich war wohl in ein eng umkämpftes Wespennest getreten.
Amazon löschte daraufhin alle Rezensionen.

Beim einem anderen Buch bemängelte dann ein Oberlehrer ein paar Fehler in meinem Buch. Die waren tatsächlich vorhanden und mir - trotz mehrmaligen Korrekturlesens entgangen (seitdem veröffentliche ich immer alle Bücher zuerst via BoD Fun und lasse mir ein Exemplar zusenden. Beim Lesen eines gedruckten Buches fallen mir mehr Fehler auf.) Das nahm er zum Anlaß für eine 2-Sterne-Rezension bei der er nebenbei noch ein paar Inhalte verriet, die jedoch Lesern vorbehalten bleiben sollten (so in etwa: Übrigens ist der Gärtner der Möder).
Diese Rezension wurde von Amazon nicht gelöscht, jedoch editiert. Nachdem er sie jedoch immer wieder zurückeditierte, ließ ich ihn irgendwann gewähren und tat etwas, was ich mir zuvor geschworen hatte, nie zu tun: Ich bat eine Bekannte, eine Rezension zu verfassen damit dieser Querulant von der ersten Seite verschwand.

Etwas später erhielt ich einen recht onimösen Anruf. Ein "freiberuflicher Lektor" bot mir unter Hinweis auf die doch sicherlich störende Rezension seine "Dienste" an.

Beim gleichen Buch bekam ich eine sehr seltsame email. Eine Top 500-Rezensentin bat mich, ihr das Buch doch einmal kostenfrei zuzusenden und sie anzurufen. Bei dem Telefonat kristallisierte sich heraus, daß "Amazon-Rezensent" wohl ihr Beruf oder Nebenerwerb war...

Beim dritten Buch erhielt ich zuerst so etwas wie "Schützenhilfe" von einem einschlägigen Verlag weil er wohl glaubte, ich säße im gleichen Boot. Aus Dank übersandte ich dem Verlag ein Exemplar....und bekam Schlag auf Schlag 1-Sterne-Rezensionen von jenen Rezensenten, die alle Werke dieses Verlags in den Himmel loben. Warum? Tja, wahrscheinlich weil die rausgefunden haben, daß ich dann wohl doch nicht mit denen in einem Boot sitze.

Das aber stört den Verkauf überraschenderweise wenig. Obwohl das Buch mittlerweile nur noch 3 Sterne hat, bricht der Verkauf nicht ein.

Mein Fazit: Die meisten Rezensionen bei Amazon sind gefälscht. Verlage verpassen sich selber 5-Sterne-Rezensionen und den Mitbewerbern 1-Stern-Rezensionen. Die Verlage, die die meisten Amazon-accounts haben, die also viele Mitarbeiter beschäftigen, stehen bei Amazon am makellosesten da. Das hat jedoch nur selten etwas mit der Qualität des Verlagsproduktes zu tun sondern eher etwas mit "Macht durch Masse".

Auch Amazon trägt zu einem massiven Ungleichgewicht bei. Es gibt Bücher bei denen nur positive Rezensionen veröffentlicht werden obwohl es zahllose Leser gibt, die das Buch nicht gut fanden, was man u.a. an den Tags erkennen kann.


Das liest sich wie ein Krimi ! Glatt Stoff für ein weiteres Buch ..
Danke für die Infos !

Mir kommt es auch gelegentlich komisch vor, dass jedes mehr oder weniger bekannte Buch plötzlich so engagierte Mitleser hat, die auch noch Zeit haben halbseitenlange Rezensionen zu schreiben. Werden tatsächlich mit dem jeweiligen Verlag in einer unmoralischen Verbindung stehen ...

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Frank K.
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Re:

von Frank K. (23.07.2009, 13:41)
Das mit einem Stern passiert auch mir momentan bei Amazon. Da wird mein erstes Buch "niedergemacht" ... Viertklässler-Niveau ist da z.B. eine der Äußerungen. Da ich aber in dem Fall denjenigen kenne bzw. mit ihm in einem anderen Forum im "clinch" liege, weiss ich ja warum ;-)
Ich stehe da drüber und wenn es zu bunt wird, lass ich das rausnehmen.
Die anderen Rezessionen (und die sind nicht nur von Freunden bzw. Leuten, die ich kenne!!!) sehen da ganz anders aus.

Andererseits: Kritik muss auch negativ sein können, vielleicht eben gerade bei uns BOD-Autoren, die häufig ohne Lektoriat und mit doch einigen Fehlern veröffentlichen. Ist jedenfalls bei mir so, ich werde daraus lernen und fühle mich dadurch nur noch mehr angespornt, mein nächstes Buch zu schreiben.

Gruß,
Frank

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Lisa_Sonnenblume
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Re:

von Lisa_Sonnenblume (23.07.2009, 18:21)
TipEx hat geschrieben:
Mein Fazit: Die meisten Rezensionen bei Amazon sind gefälscht. Verlage verpassen sich selber 5-Sterne-Rezensionen und den Mitbewerbern 1-Stern-Rezensionen. Die Verlage, die die meisten Amazon-accounts haben, die also viele Mitarbeiter beschäftigen, stehen bei Amazon am makellosesten da. Das hat jedoch nur selten etwas mit der Qualität des Verlagsproduktes zu tun sondern eher etwas mit "Macht durch Masse".


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Aber auf der andere Seite: wo läuft denn nicht so auf der Welt? Da ist die Verlagsbranche keine Ausnahme dozey:
LG,

Lisa

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