Anfang - Bitte Kritik

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dagon
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Anfang - Bitte Kritik

von dagon (17.03.2009, 01:43)
Hallo, ich les hier schon eine Weile mit, jetzt hab ich beschlossen mich selbst mal ein bisschen einzubringen.
Aus Langeweile heraus hab ich mal eine Geschichte/ein Buch angefangen.
Ich bin mir noch nicht so sicher, worauf die Geschichte hinausläuft, ob es ein Jugendbuch werden soll oder doch etwas "Fortgeschritteneres". Das erste Kapitel möchte ich hier gerne mal reinstellen, einfach um mal ein paar Meinungen dazu aufzuschnappen, insbesondere was Stil und Grammatik, aber auch Glaubwürdigkeit des Charakters, die gewählte Erzählweise der 3. Person (eigentlich hatte ich in der 1. angefangen) etc angeht. Bitte einfach alles gegen den Kopf werfen was euch einfällt, gerne auch negatives, ich kanns bestimmt verkraften :wink:
Schonmal danke im Vorraus.
lg, Fabian

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1.
Sein sechzehnter Geburtstag stand bevor.
Für einen Jungen in diesem Alter durchaus etwas besonderes, noch kein Mann, so war er doch mit sechzehn Jahren auch kein Kind mehr. Und für Markus ein selbst auferlegter Wendepunkt:
Er hatte beschlossen, dass er endlich aus seiner selbst auferlegten Isolation flüchten würde.
Doch wie sollte er das anstellen? Nachdem er erfolglos Tagelang darüber nachgrübelte, wie er, der schüchterne Junge von nebenan, mit einer Geburtstagsparty endlich Beachtung bei den „coolen“ Jungs, und noch viel wichtiger, beim anderen Geschlecht bekommen könnte, nahm sich schließlich Thomas, sein bester Freund der Sache an.

Thomas war ein typischer im-Mittelpunkt-Steher: Jene Art Mensch, die einen Raum betritt und sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht – auf positive Weise. Man könnte es auch schlicht charismatisch nennen. Jedenfalls organisierte er eine Party – und wenn er rief, kamen sie alle. Nicht, dass „Alle“ so viele gewesen wären, auf dem Land war man in dieser Hinsicht abgehärtet. Es waren jedoch wesentlich mehr Menschen als zu seiner Party gekommen wären, und das wichtigste: Einige von ihnen waren weiblich, nicht dass er sich jemals getraut hätte ein Mädchen anzusprechen, aber alleine die Möglichkeit, es zu tun war wichtig.

So fand schließlich „seine“ Party statt. Es war Samstagabend, und nach und nach trudelten sie ein, je cooler desto später kamen sie und während Markus am Rande saß und an seinem Bier nippte begrüßte Thomas jeden einzeln mit Handschlag.
Natürlich war es sein Geburtstag, er hätte im Mittelpunkt stehen müssen, aber andererseits: War er es nicht gewohnt der Außenseiter zu sein? Natürlich hätte er es schön gefunden, wenn seine Gäste gewußt hätten, wer er war, auf wessen Geburtstagsparty sie waren, andererseits war selbst er dank Thomas bereits auf Partys gewesen, deren eigentlichen Veranstalter er nicht kannte.
Mittlerweile beim fünften Bier drängten sich ihm jedoch immer mehr düstere Gedanken auf. Er saß schon seit Beginn der Party auf einem Stuhl am Rand des großen Partyraumes in Thomas‘ Keller, unbeachtet von den meisten, auch wenn Thomas, Freund der er war, immer wieder herüberkam und versuchte, ihn in den Kreis zu ziehen. Er blieb sitzen. Wer nicht auffiel, über den konnte man sich schließlich nicht lustig machen.

„Spaß haben“ – was half es, wenn er es sich sagte. Nicht einmal mit Thomas‘ Unterstützung fand er den Mut, sich in die Runde einzubringen, einfach mitzumachen. Seine Party – oder eben auch nicht. Was sollte es, ändern konnte er es nicht und so saß er da – wartend, im gleichen Raum und doch auch Kilometerweit entfernt.

Es war nicht immer so, grübelte er, früher hatte er keine Probleme damit, andere anzusprechen. Doch mit der Pubertät kam die Unsicherheit. Frisch dreizehn Jahre alt geworden kam er in eine neue Klasse. Dort schien keiner Hemmungen zu haben, in jeder Pause wurde mit Geschichten von Eroberungen geprahlt. Man konnte nicht einmal sagen, dass seine Versuche, sich einzugliedern nicht erfolgreich gewesen wären – zu Beginn zumindest. Jeden Abend dachte er sich neue Geschichten aus, Geschichten von denen jeder Dreizehnjährige träumte. In der Stadt gewesen, ein Mädchen kennengelernt. Im Urlaub gewesen, geraucht und in lehrstehende Häuser eingebrochen. Ein Auto gestohlen und herumgefahren. Von Tag zu Tag wurden die Geschichten abenteuerlicher.
Zu Beginn hatte jeder die Geschichten geglaubt, die mit der Zeit wurde den meisten klar, dass er alles nur erfunden hatte. Von einer ganzen Klasse ausgegrenzt zu werden war damals, genauso wie heute, kein Spaß. Und so verkehrte sich alles zum Gegenteil, aus dem Jungen, der täglich mit neuen Geschichten aufgewartet hatte, wurde ein Junge, der von keinem ernstgenommen wurde, Freiwild für die coolen Jungs, die dankbar für jedes Ziel zum Hänseln waren.

„Hey, pennst du?“
Erschrocken zuckte er zusammen, blickte auf.
„Was?“
„Pennst du? Du verschüttest dein Bier!“
Sein Blick musste reichlich belämmert gewesen sein. Das war er auch, denn erstens war er völlig geschockt, angesprochen worden zu sein, und zweitens spürte er erst jetzt, dass sein Bier sich tatsächlich auf seiner Hose ausgebreitet hatte.
In Sekundenschnelle schoss ihm das Blut in den Kopf.
„Verdammt, äh, nein, ich hab nur nachgedacht.“
Hektisch tastete er in seinen Hosentaschen nach etwas, um seine Hose notdürftig zu trocknen, als ihm eine zierliche Hand ein Päckchen Papiertaschentücher unter die Nase hielt.
„Hier.“
So seltsam es war, aber erst jetzt fiel ihm auf, dass die Person, die ihn angesprochen hatte auch noch weiblich war. Während er in Gedanken versunken war, hatte sich direkt neben ihn ein Mädchen gesetzt. Nicht irgendeins.
Mit Lisa, er kannte sie schon seit dem Kindergarten, war Markus schon früher, hauptsächlich auf Initiative beider Eltern befreundet gewesen. Da ihre Eltern zusammen im Kegelverein waren, hatten sie immer zur gleichen Zeit einen „Babysitter“ gebraucht. Meistens hatte diese Aufgabe einer der Jugendlichen aus der Nachbarschaft übernommen, mit wechselndem Engagement. Oft kam es vor, dass sie einfach stundenlang auf sich selbst gestellt waren, während die Babysitter telefonierten, Fern sahen oder einfach wieder gingen, um sich mit Freunden zu treffen. So hatten sie an vielen Abenden Höhlen aus Decken und Kissen gebaut, sich Gruselgeschichten ausgedacht, Limonade getrunken und die Zeit totgeschlagen.
Diese Zeit endete Schlagartig, als Lisas Mutter bei einem Autounfall ums Leben kam. Ihr Vater konnte das Haus, die Erinnerungen an seine Frau, und vermutlich auch das Mitleid der Nachbarn nicht mehr ertragen. Also zogen sie in die Stadt.

Um ehrlich zu sein hatte er sie völlig vergessen. Damals noch zu jung, um sich für sie als weibliches Wesen zu interessieren war sie einfach ein Freund, der verschwand.
„Wo…“
„…ich herkomme? Wir wohnen wieder hier. Schon seit einigen Wochen. Mein Vater hat mich heute daran erinnert, dass du Geburtstag hast, mir war langweilig, ich kenn ja keinen mehr hier, also dachte ich, ich besuch dich mal.“
„Aber woher…“
„…ich weiß wo du feierst? Ich war bei dir zuhause, deine Eltern haben mir verraten wo du steckst.“ Andere Ausreden zu lassen war offensichtlich nicht ihre Stärke. Erst jetzt fiel ihm auf, wie sehr sie sich verändert hatte. Aus einem pummeligen Mädchen mit Pausbacken war eine Frau geworden. Schlank, lange braune Haare – und irgendwie anders als die anderen Mädchen auf der Party. Er konnte es nicht an ihrem Aussehen festmachen…es war der Ausdruck in ihren Augen. Spöttisch, doch nicht überheblich oder mitleidig blickten sie ihn an.
„Was ist los, hat es dir die Sprache verschlagen?“
Wieder hatte er sich in seinen Gedanken verloren. Er musste sich zusammenreißen, so außergewöhnlich es war angesprochen zu werden, und dann noch von ihr, antworten musste er. „Ja…nein…ich hab einfach nicht mit dir hier gerechnet. Du siehst…anders aus.“
„Soll ich das als Kompliment verstehen?“
Wieder dieser spöttische Blick.
„Nein…ich meine ja…du siehst gut aus.“
Er spürte förmlich, wie ihm das Blut in den Kopf schoss, vermutlich sah sein Kopf bereits aus wie eine Tomate. Verschämt blickte er zu Boden, wollte einfach, dass der peinliche Moment vorbeiging. Nicht nur, dass er sich unterhielt, er unterhielt mich mit einem Mädchen! Die Zurückhaltung der letzten Jahre, von der er nie erwartet hätte sie zu überwinden, war wie weggefegt. Vermutlich lag es am Bier, vielleicht auch an ihrer Offenheit. Nie hätte er sich träumen lassen, dass er es jemals über sich bringen würde, einem Mädchen ein Kompliment zu machen, und jetzt, einfach so, war es ihm herausgerutscht.

„Danke.“
Ein Lächeln.
„Du hast dich nicht verändert…immer noch der kleine Charmeur der mir an die Brust fassen will.“ Noch viel mehr Blut im Kopf.
„Ähhhh, naja, das war halt…wir warn ja auch…“
„Schon gut.“
Wieder ein Lächeln.
„Ich will dich doch nur auf den Arm nehmen.“
Sie sah sich um. „Und das sind deine Freunde? Stellst du mich vor?“
„Öhm…wenn ich ehrlich bin…“
Er entdeckte, dass seine Schuhe eine enorme Faszination ausüben konnten.
„Naja…die meisten von ihnen hab ich noch nie gesehen.“
Ein undefinierbarer Blick von ihr.
Das war`s. Er hatte es versaut. Einmal war er aus sich herausgekommen, nur um dann zu gestehen, dass er mit den Leuten auf seiner eigenen Party nichts zu tun hatte. Dass niemand etwas von ihm wissen wollte. Doch dann ihre Reaktion:
„Na dann lass uns doch gehen. Hast du was zu trinken das wir mitnehmen können?“
Er war völlig überfordert. Was sollte das bedeuten? Wollte sie tatsächlich alleine sein…mit ihm? Über was sollte er mit ihr sprechen? Doch eins nach dem anderen. Sein Blick schweifte über eine Flasche Wodka, die einsam neben seinem Stuhl an der Seite stand.
„Wie wär`s damit?“
Mit einer Hand deutete er in die Richtung.
„Warum nicht?“
Ohne Umschweife nahm sie die Flasche, ging zum Tisch, ohne die anderen anzusprechen, und nahm eine Flasche Orangensaft. Dann kam sie zurück zu ihm. Er konnte sehen, dass ihr die Augen der anderen folgten, und spürte…Stolz? Zum ersten Mal war ihm so etwas passiert, zum ersten Mal mussten sie die Geschichte glauben, weil sie sie selbst erlebten.
„Ich sag nur noch schnell Bescheid, dass wir gehen.“
„Ok, ich warte draußen, damit du dich in Ruhe verabschieden kannst.“
Was sollte das nun bedeuten? Sie wusste doch, dass er sowieso fast niemanden kannte. Er ging zu Thomas, das Grinsen, das sich unwillkürlich über sein Gesicht ausbreite unterdrückend. Noch bevor er bei ihm war, wurde Markus am Arm gepackt.
„Ey, ist das deine Freundin?“
Verwirrt blickte er in ein Gesicht, das er nie gesehen hatte.
„Nein, warum?“
„Dann könntest du sie uns doch mal vorstellen!“
In diesem Moment war schon Thomas an seiner Seite:
„Jungs, lasst dem Kleinen mal seinen Spaß.“
Und Markus anschauend:
„Du hast mir gar nicht erzählt, dass du solche Mädels kennst! Schnapp sie dir, Tiger!“
„Du bist mir nicht böse wenn ich geh?“
„Natürlich nicht. Los, geh schon!“
So gezwungen ging er hinaus. Mit einem flauen Gefühl im Magen – er wusste noch immer nicht was er sagen, wie er sich verhalten sollte.

Draußen wurde er von einer angenehmen Kälte erwartet - erfrischend, aber nicht zu kalt – und einer zitternden Lisa. Er überlegte, was die Helden in Filmen in solchen Situationen taten.
„Willst du meine Jacke?“
„Nein danke.“
Immerhin wieder ein Lächeln.
„Laufen wir ein Stück?“
Ohne auf eine Antwort zu warten, drückte sie ihm den Wodka in die rechte Hand und hakte sich an seinem rechten Arm ein.
Unschlüssig machte er ein paar Schritte. Ungewohnt, aber auch unbeschreiblich schön fühlte sich das Gewicht an seinem Arm an.
„Wohin?“
„Du kennst dich hier aus, ich war seit Jahren nicht mehr hier, entscheide du.“
Wieder eine neue Situation. Normalerweise verließ er sich bei Entscheidungen auf andere. Noch ein paar Schritte, bis er sich an das Gefühl an seinem Arm gewöhnt hatte.
Schweigend liefen sie durch die Nacht, eine unangenehme Stille zwischen ihnen. Schließlich brach sie das Schweigen.
„Und, wie läuft es bei dir? Was machst du so? Bist du noch in der Schule?“
„Ja, natürlich, was denn sonst? Du doch auch?“
„Nein, ist `ne lange Geschichte. Ist alles nicht so toll gelaufen…du weißt schon.“
Was für eine Unterstellung. Das letzte was er tat, war wissen. Um genau zu sein, er war recht froh, dass er bei dem Gefühlschaos, das sich in seinem Kopf breitgemacht hatte, überhaupt noch einen klaren Gedanken fassen konnte.
„Nein, erzähl doch.“
„Naja, falsche Freunde…“
Jetzt war sie an der Reihe, auf den Boden zu schauen.
„Falsche Freunde?“
Warum konnte er nicht einfach locker lassen? Aber was sollte er sonst fragen?
„Ja…vielleicht erzähl ich es dir bei Gelegenheit. Wollen wir jetzt nicht lieber was trinken?“
Ohne auf eine Antwort zu warten nahm sie den Wodka.
„Hm, wie machen wir das am besten? Zum wegschütten ist er zu schade, und mit den 2 vollen Flaschen können wir nichts mischen…“
Sprachs, grinste, öffnete die Flasche, setzte an und nahm einige große Schlucke.
„Bäähhhh! Hier, nimm!“
Ihrem Gesicht nach war der Wodka keiner von der guten Sorte…wobei Markus sowieso noch nie puren Wodka getrunken hatte. Eigentlich hatte er harte Alkoholika bisher immer gemieden, wo es nur ging. Aber jetzt kam er nicht mehr drum herum. Zögerlich setzte er an…und bereute es sofort.
Ein brennender Schmerz breitete sich in seinem Hals aus, gefolgt von einem starken Würgreitz.
„Rrrgss.“
Ein Schadenfrohes Grinsen auf ihrem Gesicht.
„Na los, da hab ich ja mehr geschafft, ich dachte du bist ein Kerl?“
Widerwillig versuchte er sich mit einem zweiten Schluck. Diesmal waren Schmerzen und Würgreitz erträglicher. Nach einem vorsichtigen dritten Schluck hatte er jedoch genug.

Sie nahm ihm die Flasche aus der Hand um sie übertrieben sorgfältig zu beäugen.
„Naja, immerhin. Gib mir mal den Orangensaft.“
Er sah ihr dabei zu, wie sie vorsichtig und mit übertriebener Sorgfalt den Orangensaft in die Wodkaflasche goss.
Bisher lief es nicht schlecht – er hatte sich nicht übermäßig blamiert, konnte sich ganz normal mit ihr unterhalten, wurde immer lockerer – konnte es so einfach sein?
„So. Jetzt müsste es trinkbar sein.“
Ein tiefer Schluck. Wieder ein verzogenes Gesicht.
„Naja. Besser als vorher. Los, rein damit!“
Er setzte die Flasche an. Diesmal blieb das Brennen aus, der Würgreitz nicht. Er spürte etwas hochkommen, musste sehr kämpfen um sich nicht zu übergeben.
„Keine Sorge. Je mehr du trinkst, desto einfacher wird es.“
„Naja, im Moment bezweifel ich das.“
Die Belohnung war ein Lachen. Spätestens jetzt wusste er, dass er sich in sie verliebt hatte. Oder war es der Alkohol? Was tat er überhaupt hier? Die Situation war so ungewohnt, so surreal.
„Was ist los? Alles klar?“
„Äh, ja, klar. Willst du?“
Er hielt ihr wieder die Flasche hin.
„Nein, später vielleicht. Wollen wir noch ein bisschen laufen? Mir wird wieder kalt.“
„Klar.“
Er schraubte die Flasche zu, den Orangensaft ließ er einfach stehen. Beim loslaufen hakte sie sich wieder bei ihm ein.
„Schöne Sterne habt ihr hier.“
„Naja, eigentlich sind die Sterne überall die gleichen, man sieht sie hier auf dem Land einfach besser weil es nicht so hell ist wie in der Stadt.“
Verdammt. Er hatte ein wunderschönes Mädchen neben sich, und alles was er konnte war klugscheißen.
„Hm, wenn du das sagst…“
„Sorry. Sag mal, wo wohnt ihr jetzt eigentlich?“
Ein seltsamer Blick traf ihn von der Seite.
„Mein Vater hatte unser Haus damals nur vermietet, wir sind wieder dort eingezogen.“
Als ob sie die Erwähnung ihres Vaters an etwas erinnerte, zuckte sie plötzlich zusammen.
„Wie viel Uhr haben wir?“
Er entzog ihr seinen Arm, um auf die Uhr zu schauen.
„Kurz vor zwölf, warum?“
„Ich habe meinem Vater versprochen um zwölf zu Hause zu sein…Mist, das schaff ich doch nie.“
„Versuchen können wir`s ja mal. Komm!“
Er packte ihr Handgelenk und lief los. Überrumpelt stolperte sie ihm hinterher.
Schweigend liefen sie durch die dunkeln Straßen, bis sie schließlich vor ihrem Haus ankamen. „Seltsam“, dachte er, „sieht genauso aus wie früher…“.
Schwer atmend kam sie neben ihm zu stehen.
„Naja, vielleicht ist mein Vater ja gnädig. Danke fürs Heimbringen. War schön dich mal wiederzusehen.“
Noch bevor er etwas antworten konnte, drückte sie ihm einen Kuss auf die Wange, lief zur Tür und verschwand im Haus.

Überrumpelt stand er da, als hätte ihn ein Pferd getreten. Noch den ganzen Heimweg fühlte er sich wie in einer anderen Welt. Sie hatte ihn geküsst. Nur auf die Wange, aber das war mehr als er jemals an körperlicher Nähe außerhalb der Verwandtschaft erlebt hatte. Bevor er daheim ankam warf Markus den Wodka in ein Gebüsch, er fühlte sich seltsam genug.
In dieser Nacht schlief Markus wenig, lange lag er wach und ließ seine Gedanken schweifen. Sie hatte ihn nur auf die Wange geküsst, aber immerhin, sie hatte ihn geküsst. Endlich hatte er eine wahre Geschichte, um sie zu erzählen. Und er war sich sicher, wenn er mit ihr so unkompliziert reden konnte, sollte es doch auch möglich sein, sich mit anderen Jugendlichen zu unterhalten?

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Zuletzt geändert von dagon am 17.03.2009, 13:22, insgesamt 1-mal geändert.

Anita Hintz
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Re:

von Anita Hintz (17.03.2009, 05:33)
Hallöchen dagon,

Dein Anfang liest sich für mich wie der Mittelteil aus einem Jugendbuch. Und ich muss sagen, mir gefällt er. Dein Schreibstil ist nicht schlecht. Ich las die Geschichte und hätte gern weiter gelesen.

deren eigentlichen Veranstalter ich nicht kannte. Da hast Du vergessen ein ich ins er umzusetzen.

Ich denke, ob Du nun in der 3.Person oder in der 1. schreibst, spielt keine all zu große Rolle. (So, wie Du Dich selbst am besten in Deine Geschichte hinein versetzen kannst).

Freue mich schon auf nächste Geschichten von Dir

Gruß
Hey, ich bin nicht völlig unbrauchbar. Ich kann als schlechtes Vorbild genommen werden ;)

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Re:

von dagon (17.03.2009, 13:24)
Dankeschön :)

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nibe
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Re:

von nibe (24.04.2009, 18:58)
hallo dagon

also von der geschichte her ein guter ansatz (mit dem alleinsein und als trottel fühlen können sich viele identifizieren), allerdings ist es mir noch zu "oberflächlich". ich denke es wäre in der ersten person schöner :-) und zusätzlich würde ich gedankengänge genauer ausführen.

ganz am anfang wiederholst du dich: selbst auferlegter wendepunkt selbst auferlegte isolation
was ich auch komisch finde: sein bester freund ist total beliebt aber er voll der versager?? und das mädchen ist schon seit ein paar wochen da, aber kennt niemanden?? war sie die ganze zeit allein??

ich würde auch noch etwas schreiben wegen dem bier was er sich über die hose kippt, dass ihm später noch die nasse hose auffällt und er sich als so ein trottel fühlt oder etwas ähnliches (damit meine ich wieder das was ich am anfang geschrieben habe, dass du ausführliche(re) gedankengänge einbauen solltest) ich denke wenn du das machst, kann ne tolle geschichte draus werden cheezygrin

lg nibe

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Benni125
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Re:

von Benni125 (03.06.2009, 00:46)
Sehr sehr lustig. Du hast sehr schöne unerwartete Wendungen drin. Du baust aber deine Figuren (den Protagonisten nicht mal so) sehr mit Klischees auf. Aber insgesamt eine sehr schöne Geschichte, die lust auf mehr macht. Ich finde mich da irgendwie wieder ^^.

Gruß
Benni

WalterJoergLangbein

REcht gut!

von WalterJoergLangbein (03.06.2009, 07:45)
Ich finde den Anfang wirklich recht gut, gut gegliedert, Neugier weckend. Man möchte weiterlesen.

Eine konkrete Kritik:

»Nachdem er erfolglos Tagelang darüber nachgrübelte, wie er, der schüchterne Junge von nebenan, mit einer Geburtstagsparty endlich Beachtung bei den „coolen“ Jungs, und noch viel wichtiger, beim anderen Geschlecht bekommen könnte, nahm sich schließlich Thomas, sein bester Freund der Sache an.«

1.) Besser wäre: nachgegrübelt hatte, denn der Prozess des Nachgrübelns ist ja beendet, als sich Thomas der Sache annahm.

2.) Mir sind solche Sätze einfach zu lang. Ich würde sie aufsplitten.

»Tagelang hatte er erfolglos darüber nachgegrübelt wie er, der schüchterne Junge von nebenan, endlich bei den ›coolen‹ Jungs Beachtung finden würde. Was ihm noch wichtiger war: Wie konnte er das andere Geschlecht auf sich aufmerksam machen? Schließlich nahm sich Thomas, sein bester Freund, der Sache an.«

Walter

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