Glaubwürdigkeitsproblem mit meinem Roman

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susannda
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Glaubwürdigkeitsproblem mit meinem Roman

von susannda (19.03.2009, 22:48)
Ich habe da ein kleines Problem mit meinem Roman. In einer Passage geht es darum, dass ein 6-jähriger Junge seinen Vater erschießt, nachdem dieser seine geliebte Schwester vergewaltigt hat und die Mutter totschlagen will. Dieser Vater schlägt und traktiert die Familie jahrelang. Nach einem Gespräch mit einer Bekannten darüber meinte diese, dass es unglaubwürdig ist, dass ein Junge in diesem Alter so reagieren würde. Aber ist es nicht auch im Sinne eines fiktionalen Romanes, dass die Protagonisten unvorhergesehne Dinge tun und unglaubliche Kräfte entwickeln? Oder ist es wirklich zu unglaubwürdig?


LG

Suse

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Rabert
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Re:

von Rabert (19.03.2009, 23:08)
6 Jahre finde ich auch zu unglaubwürdig. 12 Jahre wäre vielleicht denkbar.

Gruß

Rabert

Mac

Re:

von Mac (19.03.2009, 23:13)
Hi

"unglaubwürdig" finde ich nicht passend. Im Normalfall "unwahrscheinlich" ist wohl das, was wir alle, die wir in einem hoffentlich intakten Elternhaus groß geworden sind, vielleicht auf den ersten Blick denken.

Ein traumatisiertes Kind, dass unter der Knute des Vaters leidet, seine Mutter und Schwester liebt, deren Leben durch den Vater in Gefahr gerät - also es hat das schon gegeben. Sowas kommt sicherlich nicht oft vor, aber es ist möglich.
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dagon
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Re:

von dagon (19.03.2009, 23:31)
Meiner Meinung nach kommt es auf die Verpackung an. Es kann eine gute und nachvollziehbare Idee sein, da Jungen oft ehr auf die Mutter fixiert sind und nicht sooo eine enge Verbindung zum Vater haben, und in dem Zusammenhang den du da hast sowieso, wenn der Bruder und die Schwester durch den gewaltätigen Vater zusammengeschweißt werden find ich es schon glaubwürdig.

Richymuc
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Re:

von Richymuc (19.03.2009, 23:36)
Warum nicht?

Das hat in Amerika schon ein 5jähriger geschafft.
www.richymuc.de
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Kris. K.
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Re:

von Kris. K. (19.03.2009, 23:41)
Ich finde es auch glaubwürdig. Aber je nachdem wie du die Geschichte erzählst solltest du zu dem Entschluss des jungen hinführen. Wenn der Junge der Protagonist ist muss das in vilen kleinen, einfachen Gedankengängen passieren. So was wie:- Er tut Mama weh, er hat meine Schwester zum Weinen gebracht- Warum macht er das- warum kann er nicht aufhören, -wenn er doch nur aufhören würde- Wie kann ich ihn dazu bringen- Ich muss ihm auch weh tun, nur so hört das auf.
So in der Art. Kindliche gedankengänge und Gründe die den Jungen beschäftigen. Ich hoffe das hilft ein wenig.
Gruß Kris Kesselring

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CM87
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Re:

von CM87 (20.03.2009, 00:03)
Ich glaube schon, dass die Szene funktionieren kann. Hängt natürlich vom sprachlichen Geschick ab, ob die Situation dann plump erscheint oder der Leser sie einem abnimmt.

Aber grundsätzlich kann ich es mir auch bei einem 6-jährigen durchaus vorstellen, wenn er sich selbst in der Situation wiederfindet, dass seine Mutter vom Vater eventuell schlimm verprügelt wird. Für einen Jungen kann dabei der drohende Tod der geliebten Mutter in meinen Augen schon dazu führen, vielleicht sogar als ein alter ego eine Waffe zu nehmen und sie abzufeuern. Aber ich denke, so etwas ist schwierig gut rüberzubringen.
Einfacher wäre es bestimmt, hätte der Junge durch den drohenden Mord an der Mutter die überschäumenden Emotionen nicht mehr unter Kontrolle, will sie um jeden Preis retten und erschießt dabei den Vater. Dabei hat er natürlich nicht im Sinn, diesen tatsächlich zu töten. Alles, was er will ist, den Vater daran hindern, dass dieser weitermacht. In so großer Angst, ist man zu fast allem fähig, glaube ich.

Viele Grüße,
Christian

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (20.03.2009, 01:42)
Frage:
Warum sollte der Junge auf die Idee kommen, seinen Vater zu erschießen, zudem genau in diesem Moment?
Gewalt ist im Leben des Jungen alltäglich, stellt also nichts Besonderes dar, weshalb der Sechsjährige zur Waffe greift. Damit der Junge zu dieser Aktion fähig ist, muss etwas sehr Ungewöhnliches geschehen. Der Junge braucht eine ausreichende Motivation, um seinen Vater zu erschießen. Die Gewalt des Vaters kann es nicht sein. Die kennt der Junge von kleinauf an (Originalzitat: "Dieser Vater schlägt und traktiert die Familie jahrelang").

Frage:
Wieso ist der Sechsjährige bewandert genug, um eine Pistole oder einen Revolver zu bedienen?
Um einen Trommelrevolver abzufeuern, muss die Waffe zunächst entsichert werden, dann muss der Abzug betätigt werden, was eine entsprechende Kraft in der Hand erfordert - beim Betätigen des Abzugs bei einem Double Action System wird der Hahn gespannt, die Trommel gedreht und der Hahn ausgelöst, was zu Abfeuern der Waffe führt. Alternativ müsste der Hahn von Hand zurückgezogen werden (den Hahn spannen), damit die notwendige Kraft zum Betätigen des Abzuges reduziert wird. Weiß bzw. kann der Sechsjährige das alles?
Bei einer Pistole (auch "Automatik" genannt) müsste die Waffe durchgeladen werden, d.h. der Schlitten der Waffe muss nach hinten gezogen werden, damit eine Patrone aus dem Magazin in den Lauf geschoben wird. Dann muss die Waffe entsichert werden, damit der Abzug betätigt werden kann. Das alles setzt nicht nur entsprechende Kenntnisse, sondern auch eine gewisse physische Kraft voraus. Zur Info: Das Abzugsgewicht bei einem kleinkalibrigen Revolver oder einer Automatik liegt zwischen 1000 und 1500 Gramm - das ist die Kraft, die mit dem Finger auf den Abzug ausgeübt werden muss, um einen Schuss abzugeben. Eine Walther P22 (Kaliber .22) hat ein Abzugsgewicht von 1.200 g, eine Walther P99 (die neue James-Bond-Pistole) vom Kaliber 9 mm benötigt sogar 2000 g.

In beiden Fällen wird der Rückstoß beim Schuss den Jungen umhauen, wenn nicht sogar ihm das Handgelenk brechen. Wenn man eine Automatik mit beiden Händen hält und das falsch macht, kann es einem den Daumen kosten, zumindest aber große Teile der Haut, weil eine Automatik beim Feuern durch das Zurück- und Vorgleiten des Schlittens die nächste Patrone in den Lauf transportiert (beidhändiges Schießen mit einem Revolver unterscheidet sich grundsätzlich vom beidhändigen Schießen einer Automatik. Bei einer Automatik stützt die zweite Hand die Waffe von unten am Griff - dort, wo das Magazin eingeführt wird - bzw. die zweite Hand umfasst das Handgelenk der ersten Hand. Keinesfalls umfasst die zweite Hand die erste, die den Griff umschließt - der zurückgleitende Schlitten würde in die zweite Hand schneiden. Diese Handhaltung ist bei Revolvern hingegen möglich).

Wenn der Junge wirklich auf seinen Vater schießen soll, müsste er an eine feuerbereite Schusswaffe kommen (also durchgeladene und entsicherte Automatik bzw. entsicherter und gespannter Revolver).

Die ungeklärte Frage ist immer noch, warum der Junge auf seinen Vater schießt. Für einen bewussten Angriff sehe ich keine Motivation. Wenn, dann könnte es nur als Unfall funktionieren: Der Vater verlangt von seinem Sohn eine "männliche Tat", gibt ihm die Schusswaffe und fordert ihn auf, die Mutter zu erschießen (der Junge tötet aber seinen Vater), oder Mutter und Tochter kämpfen gegen den Vater, der bereits die Waffe in Händen hält, die dann dem Jungen vor die Füße fällt. Er hebt sie auf und PENG.

In solchen Fällen wie diesem empfehle ich die "12 ist kleiner als 1"-Methode. Man denkt sich für die Auflösung einer Szene 12 verschiedene Möglichkeiten aus - egal ob sie logisch, nachvollziehbar oder völlig absurd sind. Wichtig ist dabei, dass man sich wirklich dazu zwingt, zwölf Versionen zu erstellen (der Trick liegt darin, dass bei zwölf Versionen der innere Zensor ausgeschaltet ist). Wenn die zwölf Versionen vorliegen, werden sie jede für sich untersucht. Jetzt ist nicht entscheidend, ob die einzelne Version sinnig oder unlogisch ist. Jede Version, und wenn sie sich noch so schwachsinnig gibt, ist eine Gedankenanstoß für eine mögliche Lösung des Problems. Gleiches gilt auch für 08/15-Lösungen oder klischeehafte Ideen. Sie sind nur Grundbaustein, nicht das fertige Ergebnis.

Also: Hinsetzen, die zwei Fragen oben beantworten, zwölf Handlungsalternativen überlegen - und dann sich die richtige Auflösung für die Szene heraussuchen. Vielleicht muss der Junge ja gar nicht schießen, sondern sorgt auf irgendeine andere Weise für den Tod seines Vaters ... cheezygrin

... übrigens, was wir hier gerade machen, ist "geplantes Schreiben", also das Gegenteil zum "Bauchschreiben": Die Szene soll ein bestimmtes Ende haben, also fragen wir uns, wie wir dahin kommen. Irgendwie putzig, nicht? ...

LG
Siegfried
Zuletzt geändert von Siegfried am 20.03.2009, 02:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Molari
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Re:

von Molari (20.03.2009, 01:55)
Siegfried hat da in etwa alles gesagt was es zu sagen gibt, mit sehr viel Wissen zu Waffen^^. Vor allem aber ist es die Frage nach dem Warum, woran das ganze hängen bleibt. Deine bekannte hat bestimmt gemeint, dass es einfach unglaubwürdig ist, dass ein beliebiger 6jähriger seinen Vater erschießt. Was grundsätzlich nicht unglaubwürdig ist, wir haben schon übleres in den Medien gesehen. Siegfried hat aber, was die potentielle Bereitschaft des Jungen betrifft Gewalt hinzunehmen , nur in soweit recht das es unglaubwürdig wäre wenn der Junge einem permanenten sehr hohen Maße an Gewalt ausgesetzt wäre, soll heißen ist der Vater Alkoholiker und rastet eher sporadisch und dann auch nicht jedesmal vor den Kinder aus, dann ist der grundsätzliche Gedankengang ihn zu erschießen, da die Gewöhnung nicht so hoch wäre.

Siegfried du vergisst allerdings, dass es auch solche Leute geben soll die eine Waffe fertiggeladen und möglicherweise sogar entsichert rumliegen haben, dann wäre auch der Akt des Erschießens kein Hindernis mehr. Also alles recht relativ, allerdings müsste man das ganz schon etwas biegen damits wieder glaubwürdig wird.
Verstehen ist ein dreischneidiges Schwert.

WalterJoergLangbein

Nicht unglaubwürdig

von WalterJoergLangbein (20.03.2009, 06:44)
Meiner Meinung nach ist es nicht unglaubwürdig, wenn ein 6-Jähriger seinen Vater erschießt. Ein Kind, das auf seinen Vater schießt.. aus dem Moment heraus, ist sich vielleicht (wahrscheinlich?) gar nicht bewusst, wie weitreichend die Konsequenzen sein können.

Walter

Klaus D. Klimke

Re:

von Klaus D. Klimke (20.03.2009, 06:58)
Siegfrieds Idee, den Vater auf eine andere Art und Weise ins Jenseits zu befördern, finde ich sehr verlockend. Kinder sind sehr erfinderisch ... kommen auf Ideen, die uns Erwachsenen nicht einmal im Traum einfallen würden.
Folgendes Szenario wäre z.B. auch möglich. In seiner Phantasie malt sich der Junge immer wieder aus, wie sein Vater ums Leben kommt. Dies geschieht eines Tages wirklich, genau auf die Art und Weise, wie er es sich vorgestellt hat, und zwar exakt zu dem Zeitpunkt, als der Junge neben seinem Vater steht, und dieses Szenario wieder einmal durchdenkt.
Dann ist das Drama perfekt. Aus der Nummer kommt er so schnell nicht wieder heraus. Es wird ihn sein Leben lang verfolgen. Schuldgefühle, Größenwahn, alles möglich.
Zu Waffen (den Dingen, die die Welt nicht wirklich braucht):
Es muss auch nicht immer und unbedingt eine Handfeuerwaffe sein. Nebenbei gibt es auch Waffen, bei denen der Druckpunkt wesentlich geringer ist und der Rückstoß fast ganz absorbiert wird, sogenannte "Sportwaffen" z.B.; damit's einem beim Abdrücken nicht die Hand verreißt, oder die Schulter ausrenkt. Und vielleicht hat ihn sein Vater ja auch mal "üben" lassen. In Amerika (und auch in Deutschland) absolut üblich und wahrscheinlich.
Ein eigentlich recht perverses Thema, gerade in der heutigen Zeit ...
Gruß von
Klaus

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Rabert
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Re:

von Rabert (20.03.2009, 08:15)
Siegfried hat alles dazu geschrieben was es zu schreiben gibt.

Ein 6jähriger Junge wird nicht planvoll seinen Vater erschießen, um die Mßhandlung seiner Mutter und seiner Schwester zu unterbinden. Er kann es körperlich nicht, er beherrscht die dazu erforderliche Technik nicht, er hat die intellektuelle Leistungsfähigkeit nicht um so etwas zu planen (vor allem in der geschilderten Streß-Situation), und er hat nicht die emotionale Motivation.

Ich bleibe dabei, das ist unglaubwürdig.

Eine geladene, entsicherte und gespannte Waffe zu finden und aus Versehen abzudrücken und dabei zufällig den Vater tödlich treffen sind zwar viele Zufälle, aber das ist denkbar und sicherlich auch schon mal passiert.

Gruß

Rabert

Markus

Re:

von Markus (20.03.2009, 08:17)
Siegfried hat geschrieben:
Damit der Junge zu dieser Aktion fähig ist, muss etwas sehr Ungewöhnliches geschehen. Der Junge braucht eine ausreichende Motivation, um seinen Vater zu erschießen. Die Gewalt des Vaters kann es nicht sein. Die kennt der Junge von kleinauf an (Originalzitat: "Dieser Vater schlägt und traktiert die Familie jahrelang").


Es geschah ja, wie die thread-Erstellerin schreibt, etwas Besonderes, das auch im gewaltgewohnten Kind etwas auslösen kann. Zudem, es braucht auch gar nicht unbedingt immer eine Motivation, obschon natürlich im Normalfall schon.

Frage:
Wieso ist der Sechsjährige bewandert genug, um eine Pistole oder einen Revolver zu bedienen?
Um einen Trommelrevolver abzufeuern, muss die Waffe zunächst entsichert werden, dann muss der Abzug betätigt werden, was eine entsprechende Kraft in der Hand erfordert -


Ich kenne das Text-Original nicht, aber es gibt genug echte Beispiele, wo so etwas gut möglich ist.
Gerade wir in der Schweiz -mit unseren Militärgewehren und Pistolen unter dem Bett, im Schrank oder im Keller- können ein Lied davon singen.

dagon
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Re:

von dagon (20.03.2009, 08:51)
Das mit den technischen Aspekten kann man nicht einfach so verallgemeinern...es gibt auch genügend für den Schützensport gedachte Luftdruckmodelle, die sogut wie Rückstoßfrei sind, keine Kraft zum betätigen des Abzugs benötigen und trotzdem aus nächster Nähe tödlich sein können. Irgendein geeignetes Modell wird sich schon finden lassen, daran scheiterts bestimmt nicht...

susannda
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Re:

von susannda (20.03.2009, 09:25)
Ok. Vielen Dank erstmal für die vielen technischen Details. Bei meinem Protagonisten ist es so, dass er wie gesagt ein 6 jähriges Kind ist. Er denkt sich nicht logisch einen Plan aus, sondern handelt emotional. Die Krise spitzt sich zu, als seine Schwester vom Vater vergewaltigt wird und er vor Angst erstarrt, ihr nicht helfen kann. Als er dann noch einen überaus gewalttätigen Streit der Eltern mitbekommt, bei dem der Vater zur Mutter sagt, dass er sie jetzt entgültig zum Schweigen bringen will und sich danach an allen Kindern vergreifen will (insgesamt sind es 5 Mädchen und er als Junge) und zum Schluß an dem Jungen, kommt es zu der Tat. Die Waffe liegt im Schreibtisch des Vaters. Er hat ihn dabei beobachtet, wie er sie dort hineingelegt hat. In diesem Alter hat er wohl auch mal Cowboy und Indianer gespielt. Aber das tut so weit in dem Buch nichts zur Sache. Die Waffe ist natürlich geladen und entsichert. Jeder der eine Waffe unter dem "Kopfkissen" liegen hat, ist auf eine Notsituation vorbereitet und in der muss es schnell gehen. So ist es nunmal, auch wenn es keiner zugibt. Die Szene basiert weniger auf Eindrücken, sondern auf der Emotionsebene, damit sie glaubwürdig erscheint.

Ich weiß, dass die Frage, gerade nachdem was in Winnenden passiert ist, nicht gerade angebracht ist. Und es tut mir leid, wenn sich jemand dadurch verletzt fühlt. Aber ich denke nicht, dass es etwas mit Perversion zu tun hat. Pervers ist das, was ich jeden Tag in den Zeitungen lese! Jeden Tag erschießt ein Vater "Nur" aus Eifersucht oder Verlustangst seine gesamte Familie. Jeden Tag neue Vergewaltigungen und Menschenschändungen. Was soll ich denn jetzt tun? So etwas gar nicht mehr schreiben? Oder meine Zweifel für mich behalten? Es gibt Autoren, die wesentlich schlimmere Dinge schreiben, z.B. "Der Kinderficker" und dafür noch geehrt werden! Es ist nicht fair dieses Thema jetzt pervers zu nennen.

Libe Grüße

Susann

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