Kurs besuchen oder auf den Lektor verlassen?

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frauGeier83
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Kurs besuchen oder auf den Lektor verlassen?

von frauGeier83 (09.04.2009, 11:10)
Hallo ihr Lieben,

jeder Neuling oder Quereinsteiger in die Schriftstellerei steht irgendwann an einem Punkt, wo er schreiberisch nicht mehr weiterkommt. Ich beziehe dies auf die Interpunktion, Rechtschreibung und Stilmittel.

Was wäre da ratsam? Sollte man tatsächliche einen Kurs besuchen wo man diese Fähigkeiten lernt, auch gewisse Kniffe und Tricks (z.B. Spannung erzeugen usw.), oder sollte man sich auf den Lektor verlassen?

Grüße
Eure Simone
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Mac

Re:

von Mac (09.04.2009, 11:26)
Hi

jede Form des Dazulernens ergreifen! Grammatik und Rechtschreibung kann man üben, Kommaregeln etc. lernen. Dann wird das Korrektorat billiger oder vielleicht sogar überflüssig und der Lektor, der keine Korrektor sein sollte, kann sich auf die inhaltlichen und logischen Schnitzer konzentrieren.

hwg
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Re:

von hwg (09.04.2009, 11:28)
Eigentlich müssten herkömmliche Schulausbildung, Freude am Lesen und eifriges Schreiben genügen, damit man eigene lesenswerte Texte zusammenbringt.

Wer sich trotzdem unsicher fühlt, kann ja zu Lehrmitteln in Buchform greifen. Aus meiner Erfahrung - auch als Leiter von Schreibkursen - weiß ich, dass derartige Schulungen einem (künftigen) Autor kaum nennenswerte "Neuheiten" vermitteln und meistens nur viel Geld kosten.

Ein Lektor wird einen längeren Text, der den Normen von Rechtschreibung nicht entspricht, kaum redigieren. Diese Arbeit fällt in den Bereich von Korrektoren. Bei Fragen des Stils gibt es auch unter Lektoren mitunter höchst unterschiedliche Ansichten - allerdings folgt doch eine Mehrheit der Poetik-Lehre. Deshalb sollte sich ein (künftiger) Autor auch damit auseinandersetzen. Soviel aus meiner "Praxis".

Kollegialen Gruß aus der Steiermark!

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Judith
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Re:

von Judith (09.04.2009, 11:44)
Hallo Simone,

es ist die Frage, ob ein Text, der nicht den orthographischen Regeln und einem guten Aufbau folgt, überhaupt bis zu einem Lektor durchdringt, falls man einen Verlag sucht. Normalerweise wird dann schon von Praktikanten vorher ausgesiebt.

Grüßle,
Judith
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frauGeier83
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Re:

von frauGeier83 (09.04.2009, 11:57)
Naja ich mach mir halt so meine Gedanken. Es gibt halt Kniffe und Tricks, die ich nicht kenne, tut mir Leid. Und eine Bekannte hat mir eben empfohlen, wenn ich so denke, sollte ich einen Kurs bei der VHS besuchen. Ich will das aber eigentlich nicht. Hab mir auch ein Buch zum Thema Schreiben gekauft, nur irgendwie ist das sowas von kompliziert, da funktioniert mein Duden noch besser. Ich möchte nicht behaupten, dass ich überhaupt keine Ahnung habe wie man schreibt, aber ich suche halt einen Weg um es noch besser zu machen.
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hwg
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Re:

von hwg (09.04.2009, 15:11)
Ratschläge für angehende Autoren gibt es in Hülle und Fülle - kompliziert zu lesende und leicht verständliche.

"Kniffe und Tricks" sind dann angebracht, wenn der Autor ein Massenpublikum bedienen will. Denn dieses "liebt" das Gewohnte. Und diese "Methode" lässt sich leicht durchschauen, wenn der Autor selber viel von dem liest, was von manchen Autoren auch hier im Pool verächtlich als "Massenware" bezeichnet wird.

Die Grundformel lautet daher: Je einfacher der Text "gestrickt" ist, desto eher findet er bei einschlägigen Zeitschriftenredaktionen und Publikumsverlagen Anklang. Auch in diesem Fall gilt meine Devise: Probieren geht über das Studieren... :lol:

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Leona
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Re:

von Leona (10.04.2009, 11:13)
Hallo,

also ich habe 1,5 Jahre ein Fernlehrgag über die ILS gemacht. Es heißt "Autor werden". Man hat einiges dazugelernt, aber einiges war überflüssig. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Nur Grammatik und Co wurde nicht groß durchgenommen. Eigentlich war ich früher in der Schule immer ne Einser Schülerin in Deutsch. Ist aber auch schon ein paar Jährchen her und durhc die neue Rechtschreibkacke (Sorry) bin ich recht verunsichert. Wenn Du nicht sicher bist, Zeit und Geld für einen Lehrgang hast, würde ich ihn machen.

Liebe Grüße

Leona
Hallo zusammen! Freue mich, hier zu sein und über das beste Hobby, den besten Beruf zu quasseln!
www.leonamunk.de

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (10.04.2009, 11:28)
:shock::

Ich denk auch mal, dass ein Lektor sich überhaupt erst mit einem
ernstzunehmenden Text befasst.
Deswegen ist die Frage falsch gestellt.

Ich mach gerade solch einen Schreibkurs, und bin sehr zufrieden damit.
Was ich dort lerne, wusste ich zwar meist schon intuitiv-
trotzdem ist es für mich wertvoll, weil ich meine intuitiven
Annahmen mehr bewusst machen kann.

Trotzdem geht es sicher auch preiswerter und einfacher.
Und ein Talent braucht so einen Kurs sicher nicht um schreiben
können.

Wenn man viel liest und auch darüber reflektiert, ist das eigentlich schon
die halbe Miete.

LG

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Siegfried
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Re: Kurs besuchen oder auf den Lektor verlassen?

von Siegfried (10.04.2009, 11:42)
frauGeier83 hat geschrieben:
Was wäre da ratsam? Sollte man tatsächliche einen Kurs besuchen wo man diese Fähigkeiten lernt, auch gewisse Kniffe und Tricks (z.B. Spannung erzeugen usw.), oder sollte man sich auf den Lektor verlassen?


Was die Fragen bezüglich Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung angeht, so ist das vor allem harte Arbeit an sich selbst. Ich glaube nicht, dass in den allgemein zugänglichen Kursen (VHS u.ä.) Dinge wie "der Konjunktiv im Futur II" durchgenommen werden. Da muss man vermutlich selbst das Regelwerk wälzen.

Was den zweiten Punkt angeht, die Kniffe und Tricks (die eigentlich keine sind, sondern einfaches Schreibhandwerk), so ist das extrem abhängig vom Dozenten bzw. dem Kursleiter. Ich habe Kurse erlebt, in dem "Blümchen-Literatur" über alle Maße gelobt wurde - obwohl sie grottenschlecht war -, in einem anderen Kurs traten Kursleiter und -teilnehmer als völlig durchgeistigte Literaten auf, die jedes einzelne Wort, jedes Bild durch den Wolf gedreht haben, bis sie eine vermeintliche Aussage dahinter entdeckt haben.

Wenn du in einen Schreibkurs oder eine Textwerkstatt gehen willst, dann versuch vorher herauszufinden, welche Rolle das Schreibhandwerk in dem Kurs spielen wird - und mach diese Frage so konkret wie möglich. Viele Kursleiter reden sich bei dieser Frage mit einem "Ja, natürlich" heraus, weil sie das handwerkliche Schreiben selbst nicht beherrschen.

Ansonsten kann ich mich den Vorrednern nur anschließen: Lies so viel wie möglich. Und frage dich dabei ständig, was der Text in dir auslöst, warum er dir gefällt oder nicht gefällt, warum er dich packt oder nicht packt. Und wie du diese eine bestimmte Szene in einem Roman geschrieben hättest und warum sich deine Szene von der im Buch unterscheidet. Diese "Übung" fängt bereits im Buchladen an, wenn du ein Buch in die Hand nimmst und die ersten Zeilen anliest: Warum legst du das Buch zurück? Was ist der Grund, dass es dich nicht interessiert?

LG
Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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PvO
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Re:

von PvO (11.04.2009, 09:40)
Kurs besuchen oder auf den Lektor verlassen?

Das war die Eingangsfrage. Ich hatte mich seiner Zeit auf einen Lektor verlassen und war verlassen. Was draus geworden ist, kann sich jeder ansehen, der ein Buch von mir lesen will. Den Lektor hab ich im Impressum namentlich genannt. Jeder, der das liest, müsste um den Typ einen großen Bogen machen.

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fasanthiola
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Re:

von fasanthiola (16.04.2009, 23:22)
ich habe vor jahren das buch von sol stein "über das schreiben" gelesen. vor jahren war das für mich eine offenbarung, heute wäre es das nicht mehr. durch jahrelanges schreiben und die aussagen von "testlesern" habe ich viel dazu gelernt. mehr, als über das buch.
mir wurde auch mal ein gutschein für ein schreibseminar einer namhaften autorin geschenkt. rein zufällig war sie auch gast bei einem fest des schenkers und ich habe mich lange mit ihr unterhalten. sie meinte, mein weg wäre der richtige: learning by doing. besser als ein kurs.

jetzt, nachdem mein - zugegebenermaßen was rechtschreibung und interpunktion angeht - fehlerhafter erster band herausgekommen ist, habe ich mir die software "papyrus autor" zugelegt. ich profitiere sehr davon, denn der DUDEN ist hinterlegt und die rechtschreibung wird ständig überprüft. auch was den stil angeht, hat die software einiges zu bemängeln, vor allem, was umgangssprachliche wendungen angeht. du kämst gar nicht auf die idee, das zu korrigieren, weil das deine sprache, dein denken spiegelt ...
Die Cyriakusglocke - Fasanthiola 5
Aliceas Lied - Fasanthiola 4
Dem Ruf der Drachen folgen! - Fasanthiola 3
Die Felsenstadt Semal Rethis - Fasanthiola 2
Keine Zeit für Drachen - Fasanthiola 1

www.fasanthiola.de

Bea_Wagner
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Re:

von Bea_Wagner (17.04.2009, 00:24)
fasanthiola hat geschrieben:
ich habe vor jahren das buch von sol stein "über das schreiben" gelesen. vor jahren war das für mich eine offenbarung, heute wäre es das nicht mehr..


Für mich war es vor Jahren ebenfalls eine Offenbarung und ich habe daraus viel gelernt. Noch mehr allerdings aus Sol Steins "Pflege und Aufzucht eines Romans". Darin schmöckere ich heute noch ab und zu, um mir gewisse Dinge wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Gruß
Bea

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hawepe
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Re:

von hawepe (17.04.2009, 09:57)
Hallo,

fasanthiola hat geschrieben:
sie meinte, mein weg wäre der richtige: learning by doing. besser als ein kurs.


Ich halte von solchen Gegensätzen nicht viel.

Zum einen hängt es sehr vom Kurs und seinen Teilnehmern ab. Wenn der Kursleiter nicht nur referiert, sondern die Teilnehmer auch schreiben und die Texte dann diskutiert werden, kann man sehr wohl viel lernen. Dabei kommt es dann auch weniger darauf an, dass der Kursleiter selbst hervorragend schreiben kann, sondern dass er es versteht, eine gute Lernatmosphäre zu schaffen und die Möglichkeiten eines jeden Teilnehmers zu erkennen.

Zum anderen gibt es Menschen, die gerne alles erst einmal erklärt haben wollen, bevor sie es selbst probieren. Ich gehöre zwar zu jenen, die lieber erst probieren und dann nach weiteren Informationen suchen bzw. bei denen alles miteinander verwoben sein muss, aber ich kenne auch viele Menschen, die mit dieser Herangehensweise überhaupt nicht klarkommen.

Beste Grüße,

Heinz.

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