Lektorat - sinnvoll?

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Bärentante
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Lektorat - sinnvoll?

von Bärentante (14.06.2007, 15:35)
Man wird ja nach der langen Beschäftigung mit einem Text "betriebsblind".

Wenn man jetzt nicht gerade der Oberchaot in Sachen Rechtschreibung und Kommasetzung ist, haltet Ihr es trotzdem für sinnvoll, einen Text lektorieren zu lassen?
Liebe Grüße
Christel

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (14.06.2007, 16:24)
Hallo Bärentante,
auf jeden Fall von jemand korrigieren lassen!!! Immer!
Muss nicht unbedingt ein teurer Lektor sein.
Ein Tipp: Ich missbrauche hin und wieder die Deutschlehrerin meiner Tochter dafür... :D
LG Grete

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Didl
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Re:

von Didl (14.06.2007, 17:17)
Hallo Bärentante,

ich habe mein erstes Werk mal von einem UNI-Prof. lektorieren lassen (um die 350 DM damals), mein zweites habe ich dann von einer gewissenhaften Deutschlehrerin korrigieren lassen und meine Neuauflage habe ich professionell von einem Lektoratsservice bearbeiten lassen und muss sagen, dass ich dies immer wieder in Anspruch nehmen würde. So habe ich knapp 1000 Euronen bezahlt und die Gegenleistung war wirklich das Geld wert. Was die da noch für Fehler rausgeholt haben, es geht ja hier nicht um Rechtschreibfehler oder Syntaxfehler allein, es geht um Satzbau, Grammatik, Gliederung, Wiederholungen pp..
Ich denke, wenn man ein Buch auf die Menschheit losläßt sollte dieses fehlerfrei und professionell sein.
Zumindest in bEZUG AUF meine persönlichen Ansprüche wäre es mehr als ärgerlich UND unverzihlich ein mit Fehlern behaftetes Buch aufzulegen. Das würde mich verfolgen...Ich schreibe schließlich nicht unter Pseudonym.
Aber wie immer ist es ja auch ein gravierender Kostenpunkt...

Meine Empfehlung bleibt aber: auf jedn fall von unabhängiger strenger Stelle lektorieren lassen.
Bild
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Ratgeber gegen krankhaftes Schwitzen

danysahne

Re:

von danysahne (14.06.2007, 17:22)
Da geb ich Euch Recht, würde ich auch so machen.
Aber: Selbst diese Vorsichtsmassnahme schützt nicht 100%ig vor Fehlerteufeln, wie ich schon selbst oft bemerkt habe. Deswegen sind wir ja auch Menschen :)

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hawepe
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Re: Lektorat - sinnvoll?

von hawepe (14.06.2007, 20:11)
Hallo,

Bärentante hat geschrieben:
Wenn man jetzt nicht gerade der Oberchaot in Sachen Rechtschreibung und Kommasetzung ist, haltet Ihr es trotzdem für sinnvoll, einen Text lektorieren zu lassen?


Natuerlich ist es immer sinnvoll.

Unterscheiden muss man aber zwischen Korrektorat und Lektorat.

Korrektur lesen koennen auch Familienangehoerige und Freunde, Hauptsache, sie beherrschen Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung usw.

Absprechen sollte man aber vorher, welche Regeln gelten. Ich bevorzuge z.B. die neue Rechtschreibung in sehr konservativer Auslegung. Das gleiche gilt fuer die Zeichensetzung.

Fuer das Lektorat sind Familienangehoerige und Freunde dagegen in der Regel voellig ungeeignet, weil sie viel zu sehr voreingenommen sind. Mit dem Lektorat sollte man zudem nicht erst am Ende beginnen, sondern schon deutlich vor der Fertigstellung des Manuskriptes. Leider ist ein Lektorat nicht gerade billig.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (14.06.2007, 23:36)
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ich habe mein Buch damals von meiner Mutter lesen lassen, sie hat mir die Dinge, die für den Leser etwas unklar, nicht eindeutig verständlich waren, nahegebracht. Eine Deutschlehrerin hat dann ebenfalls gründlich gelesen, aber kaum etwas gefunden. Ich habe dann, mit einigen Wochen Abstand, nochmals korrigiert. (Es sind nun doch noch 4 Fehler drin, aber damit kann ich leben.)

Eine Bekannte hat ein Buch geschrieben, es von einem anerkannten oder geprüften (oder wie man dazu auch immer sagt) Lektor durcharbeiten lassen, der viel Geld genommen, aber kaum etwas korrigiert hat, weder Fehler noch Satzbau. Schon bei der Lektüre der ersten Seite dieses Buches hat sich mir der Magen umgedreht, ich hatte, als ich auf der letzten Seite angekommen war, zwar 50 Fehler gefunden, aber keine Ahnung, was ich überhaupt gelesen hatte. :wink:
Und diese Erfahrung habe ich leider schon bei einigen BoD-Büchern gemacht. Deshalb wollte ich gerne mal Eure Meinung hören.

Wie ist das nun eigentlich bei einem richtigen Lektorat. Wird da der Stil nicht verändert? Ich persönlich fange gerne Sätze mit UND an, was absolut nicht korrekt ist, aber eben zu meinem Stil gehört. Wird so etwas dann korrigiert?
Liebe Grüße
Christel

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.06.2007, 07:36)
Hallo Bärentante,

Bärentante hat geschrieben:
(Es sind nun doch noch 4 Fehler drin, aber damit kann ich leben.)[/qwote]

Wenn es wirklich nur noch vier Fehler sind, dann alle Achtung. Wenn ich nur alle zehn Seiten einen Fehler habe, bin ich bereits sehr zufrieden.

Eine Bekannte hat ein Buch geschrieben, es von einem anerkannten oder geprüften (oder wie man dazu auch immer sagt) Lektor durcharbeiten lassen, der viel Geld genommen, aber kaum etwas korrigiert hat, weder Fehler noch Satzbau. Schon bei der Lektüre der ersten Seite dieses Buches hat sich mir der Magen umgedreht, ich hatte, als ich auf der letzten Seite angekommen war, zwar 50 Fehler gefunden, aber keine Ahnung, was ich überhaupt gelesen hatte.


Viele nennen sich Lektor, nur wenige sind es wirklich, und an diese letzteren kommt man als kleiner Autor praktisch nicht heran. Wirklich gute Lektoren sind meistens von den renommierten Verlagen auf Jahre vorgebucht.

Und diese Erfahrung habe ich leider schon bei einigen BoD-Büchern gemacht.[/qeote]

Meistens wuerde es allerdings schon sehr viel helfen, wenn sich die Autoren selbst ernsthafter mit ihren Manuskripten beschaeftigen wuerden. Gerde bei Book on Demand geht das gut, weil es keine verpflichtenden Erscheinungstermine gibt.

Wie ist das nun eigentlich bei einem richtigen Lektorat. Wird da der Stil nicht verändert? Ich persönlich fange gerne Sätze mit UND an, was absolut nicht korrekt ist, aber eben zu meinem Stil gehört. Wird so etwas dann korrigiert?


Eindeutig ja. Die Boells und Grass', denen man das als persoenliche Note durchgehen lassen wuerde, sind doch sehr rar gesaet.

Das selber zu korrigieren ist allerdings nicht Aufgabe eines Lektors. Dieser sollte einen nur auf solche Maengel hinweisen und exemplarisch Verbesserungsvorschlaege machen.

Dieses "Und" ist uebrigens ein gutes Beispiel, warum Familienangehoerige und Freunde als Lektoren ungeeignet sind. Diese lassen sich fast immer mit dem angeblich eigenen Stil abfruehstuecken, wo es eigentlich darum ginge, am sprachlichen Ausdruck zu feilen.

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (15.06.2007, 08:17)
Drei Lektoren - drei verschiedene Änderungen am Manuskript.
Manche Lektoren "leiden" unter einem Selbstbestätigungstrieb :lol:
und ändern Texte ohne zwingende Notwendigkeit.
Übrigens, ich arbeite ebenfalls als Lektor - nur damit kein Missverständnis aufkommt... :wink:
Wer in einem üblichen Verlag unterkommt, benötigt übrigens keine
Sonderfinanzierung eines Lektors "von außen". Dieser wird nämlich vom Verlag bezahlt. Deswegen werden auch "vorlektorierte" Manuskripte nicht ohne weiteres unbearbeitet übernommen. Wie gesagt: Drei Lektoren (siehe oben) :) .

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.06.2007, 08:35)
Hallo,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Drei Lektoren - drei verschiedene Änderungen am Manuskript.


Klar, der Lektor muss ja auch sehr verschiedene Sichtweisen unter einen Hut bringen: des Autors, des potentiellen Lesers und des Verlages.

Etwas ueberspitzt formuliert, ist er schon fast ein Co-Autor. Und so wie der Autor ein Buch so, aber auch so schreiben kann, kann dies auch der Lektor.

Einen Lektor sucht man sich deshalb auch nicht ueber das Telefonbuch, sondern ueber andere Autoren. Dann kann man sich z.B. ansehen, wie dessen Arbeiten lektoriert wurden, und kann schon vorher einiges ueber dessen Arbeitsweise erfahren.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (15.06.2007, 11:09)
Und wenn mein Buch dann drei Mal lektoriert wurde, erkenne ich es selbst nicht mehr wieder. (Uaah, da ist es schon wieder, das UND.) :lol:

Ein Lektor hat ja auch seinen Stil und es ist dann wirklich die Frage, inwieweit er von diesem so überzeugt ist, dass er andere Texte ebenfalls in sein Schema bringen will oder dies unbewußt einfach tut.

Vielen Dank für Eure Stellungnahmen. Ich finde das äußerst interessant.
Liebe Grüße
Christel

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.06.2007, 11:22)
Hallo Bärentante,

Bärentante hat geschrieben:
Und wenn mein Buch dann drei Mal lektoriert wurde, erkenne ich es selbst nicht mehr wieder. (Uaah, da ist es schon wieder, das UND.).


... das sich ganz einfach herausstreichen liesse :-)

Aber zum eigentlichen Thema: Vor vielen Jahren war ich Mitherausgeber mehrere Kurzgeschichtenbaende, die allesamt von einem Lektor durchgegangen wurden.

Die Details weiss ich nicht mehr, aber in der Regel sah es so aus, dass er die Texte mit kuerzeren oder laengeren Kommentaren versah, wo ihm etwas negativ oder auch positiv aufgefallen war. Das konnten sowohl Formulierungen als auch inhaltliche Punkte sein. An einigen Stellen unterbreitete er auch Formulierungsvorschlaege.

Der Lektor hatte damals allerdings auch einen hevorragenden Ruf (heute ist er Verleger).

Beste Gruesse,

Heinz.

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Amos
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Re:

von Amos (15.06.2007, 12:13)
Lektoren finden ist so eine Sache.
Lektoren binde ich schon bei der Leseprobe ein.
Die Leseprobe plus Expose muss ja überzeugend sein.
Schon bei der Leseprobe sind bei mir dann schon vom Lektor sehr gute Hinweise und Verbesserungsvorschläge für das Gesamtwerk gekommen.

Korrektur und Lektorat sind zwei verschiedene paar Schuhe.
Beide sind nützlich. Lektorat schon ganz am Anfang, Korrektur kurz vor Schluss.
Wer sich bei www.XING.com einlogt, und da in die Gruppe: Autorenforum - Alles zum Thema Publizieren von Sachbüchern und Fachbüchern, findet immer was. XING ist erst einmal kostenfrei, aber immer informativ.
Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.
ISBN 3-8334-4103-8
www.amos-ruwwe.de

Scouty
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Re:

von Scouty (15.06.2007, 13:08)

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Ein Lektor hat ja auch seinen Stil und es ist dann wirklich die Frage, inwieweit er von diesem so überzeugt ist, dass er andere Texte ebenfalls in sein Schema bringen will oder dies unbewußt einfach tut.


Ein erfahrener Lektor würde nicht den Stil des Autors verändern und durch seinen eigenen ersetzen. Er kann bestenfalls Stilschwankungen ausgleichen oder dem Autor eine andere Richtung weisen.

Die Sache mit den drei Lektoren und drei unterschiedlichen Ergebnissen ist nicht ganz falsch, denn ein Lektorat ist oft eine subjektive Angelegenheit. Trotzdem gibt es Regeln, die man kennen sollte.

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Dieses "Und" ist uebrigens ein gutes Beispiel, warum Familienangehoerige und Freunde als Lektoren ungeeignet sind. Diese lassen sich fast immer mit dem angeblich eigenen Stil abfruehstuecken, wo es eigentlich darum ginge, am sprachlichen Ausdruck zu feilen.


Das "Und" am Satzanfang hat nicht viel mit Stil zu tun. Es muss passen. Wer die Regeln kennt, darf sie auch brechen. :lol:

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Muss nicht unbedingt ein teurer Lektor sein.


Sorry, aber wenn ich so etwas höre, rollen sich mir die Fußnägel hoch. Was ist denn ein "teurer" Lektor? Jemand, der einen angemessenen Stundensatz oder Seitenpreis nimmt und dafür genauso einen guten Job macht wie der Arzt in der Praxis, die Kassiererin bei Aldi oder der Maschinenbauer in der Farbrik?
Also - nicht böse sein - aber ich finde es wirklich unter aller Würde, wenn ich als Lektorin, die ihr Handwerk versteht, so diffamiert werde, dass man mir meinen Anspruch auf eine angemessene Bezahlung für die Zeit, die ich investiere, abspricht.
Wenn ich mir keinen Dienstleister leisten kann, muss ich eben selbst sehen, wie ich zurecht komme. Aber bitteschön nicht erwarten, dass man sich für'n Appel und'n Ei Tage oder Wochen um die Ohren schlägt. "Gute" Lektoren müssen das auch nicht. Den Rest, die vielen Hobbylektoren, lassen wir hier mal außen vor.


Aber erst mal Hallo in die Runde!

Ich bin selbst Lektorin, derzeit im Erziehungsurlaub, und mir ist durch meine Arbeit in und mit Verlagen und Lit-Agenturen die Problematik von Debütautoren sehr gut bekannt. Aber trotz der wirklich umfangreichen Informationen und Aufklärung, die fast jedem heute zugänglich sind, werden immer noch so viele Fehler gemacht, dass es kaum wundert, wenn Absage über Absage geschrieben werden muss.

Als Autor sollte man sich vor Augen halten: Ein Verlag – und auch eine Agentur – ist ein wirtschaftliches Unternehmen. Zeit ist Geld und nur die Harten kommen in den Garten, wie es so schön heißt. Zumal es wirklich in den meisten Fällen davon abhängt, ob es für das behandelte Thema eine Nachfrage gibt. Exotische literarische Manuskripte mögen sprachlich perfekt und flüssig zu lesen sein, ein schönes Thema haben usw., aber wenn keine Nachfrage da ist, wird ein solches Buch nicht entstehen.
Vom ersten Manuskript bis zum ersten veröffentlichten Buch können oft sehr viele Jahre vergehen. Mir ist aus meiner beruflichen Praxis nicht ein einziger Fall bekannt, indem ein Debütautor sein Erstlingswerk erfolgreich untergebracht hat bzw. wenn, wurde dieses im Laufe einer nicht unerheblichen Zeit immer wieder neu konzipiert, umgeschrieben, überarbeitet, so dass am Ende, außer der Grundidee, kaum was vom ersten Versuch übrig blieb.

Aber Thema war hier Lektorat. Dazu kurz eine Aussage.
Für Debütautoren kann es tatsächlich hilfreich sein, sich einen Freelancer zu suchen, der mit ihm zusammen das Manuskript durchgeht. Lehrer, Professoren oder Familienmitglieder und Freunde sind hier nicht besonders geeignet, um wirklich was zu bewegen (es sei denn, sie haben beruflich irgendwas mit der Branche zu tun und wissen, wie der Hase läuft (gibt’s auch).
Ein Lektor wird auch kaum ein abgabefertiges Manuskript zurück schicken, sondern die Schwächen des Manuskripts aufzeigen (und die Stärken), Hinweise geben, Verbesserungsvorschläge machen ... Der Job, diesen Verweisen zu folgen, obliegt dem Autor. Das ist ein ganz großes Missverständnis. Ich habe schon viele Autoren jammern hören, weil sie viel Geld für ein Lektorat bezahlt haben und am Ende mussten sie doch noch mal selbst ran.
Im Verlag läuft das übrigens genauso. Der Lektor weist an und der Autor arbeitet über.

Da Lektorate eine nicht ganz billige Angelegenheit sind, rate ich jedem Autor mit knapper Kasse, sich für den Anfang jemanden mit Insiderwissen zu suchen, der erst einmal eine reine Manuskriptbeurteilung schreibt. Viele Agenturen bieten das mittlerweile schon an, weil die Autoren einfach wissen wollen, was mit ihrem Manuskript nicht in Ordnung ist, warum es abgelehnt wurde, ob es grundsätzlich Chancen hat, wenn ja, wo, wenn nein, warum nicht usw.
Ich mache das selbst seit einigen Jahren und nutze aktuell auch meinen EU dazu, und die Feedbacks sind ausnahmslos positiv. Zum einen ist es bazahlbar, zum anderen kann ein Autor dadurch schon die gröbsten Schwächen erkennen und auch selbst beseitigen.

Im Grunde ist das der Job, den Autoren von Verlagen und Agenturen erwarten, für den aber weder hier noch da Zeit ist. Aber mehr als 300 Euro sollte das keinesfalls kosten, derjenige, welcher sollte die Bereitschaft haben, auch das komplette Manuskript zu lesen (es gibt tatsächlich viele Autoren, die sich erst „warm“ schreiben) und nicht nur die ersten Seiten und konkret und schriftlich dazu Stellung nehmen – entweder durch direkte Verweise im Text oder einem separaten Schreiben. !!!Bitte nicht als Werbung verstehen, ich habe nicht gerade wenig zu tun!!!

Dazu kommt oft der Vorteil, dass Agenturen oder auch Lektoren, die das anbieten, meist sehr gut über Dinge Bescheid wissen, die Debütautoren verschlossen bleiben oder oft wissen, wie sie z.B. an Infos darüber herankommen, welcher Verlag was plant oder aufgibt usw.
Es ist natürlich sinnvoll, wenn man sich vorab erkundigt, ob der Verlag, dem man sein Manuskript anbietet, dieses Genre auch im Programm hat, aber es läuft ganz oft so, dass z.B. Verlag A zwar Liebesromane oder Krimis herausgibt, im Augenblick aber nur welche sucht, die meinetwegen in Norddeutschland spielen oder in denen ein Serienkiller sein Unwesen treibt.
Das bedeutet für Liebesromanautoren, deren Geschichte im Süden spielt, und für Krimiautoren, deren Hauptfigur die Hausfrau ist, die den Ehemann vergiftet, das sofortige Aus, ohne dass auch nur einer einen Blick auf das Manuskript geworfen hat.

Es ist besser, wenn man sich immer vor Augen hält, dass man als Debütautor ohne Vitamin B in den meisten Fällen schlechte Karten hat. Eine Agentur zu haben ist immer gut, aber auch die findet man nicht wirklich schneller als einen Verlag.

Ich hoffe, dass ich ein bisschen helfen konnte.
Wer noch Fragen hat, kann mich gerne anmailen.

Herzlichst

Leona S.

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (15.06.2007, 13:54)
Einen Lektor zu "suchen" erachte ich ohnehin als nicht zweckmäßig. In jedem vernünftigen Verlag befassen sich erfahrene Leute mit dieser Aufgabe. Noch dazu kostet das dem Autor nichts.

Meine Aufträge als Lektor bekomme ich ausschließlich von "meinem" Verlag. Mir bekannten Autoren gebe ich eventuell Ratschläge, diese sind gratis.

Dass es bei BoD-Autoren und Selbstverlegern anders verläuft, verstehe ich und habe dagegen auch nichts einzuwenden. Und :lol: die Sache mit dem Und ist nicht so, dass die Verwendung dieses Wortes am Satzanfang grundsätzlich zu vermeiden ist. Überhaupt halte ich "stur" angewandte Regeln für der Entwicklung des eigenen Schreibstils für kontraproduktiv.
Wie schon auch hier von mir mehrmalsl festgestellt: Einheitsbrei gibt es zur Genüge, Individualität ist gefragt, auch bei herkömmlichen Verlagen und in den Redaktionen.

Scouty
Beiträge: 33
Registriert: 15.06.2007, 11:10

Re:

von Scouty (15.06.2007, 14:06)

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Einen Lektor zu "suchen" erachte ich ohnehin als nicht zweckmäßig. In jedem vernünftigen Verlag befassen sich erfahrene Leute mit dieser Aufgabe. Noch dazu kostet das dem Autor nichts.

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Meine Aufträge als Lektor bekomme ich ausschließlich von "meinem" Verlag. Mir bekannten Autoren gebe ich eventuell Ratschläge, diese sind gratis.


So soll es sein
Dennoch hat ein Großteil der sog. Erstautoren keinen Verlag und damit auch keinen Lektor, der vom Verlag bezahlt wird. Das ist ein kleiner Teufelskreis. UND wo keine Beziehungen sind, fängt das Bezahlen an. :D

Die Welt ist böse ;)

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