Kennt ihr das auch?

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MaKü
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Kennt ihr das auch?

von MaKü (28.04.2009, 16:41)
Ich bin ja "nur" eine Hobby-Autorin und habe eine etwas schräge Frage bzw. schräge Erfahrungen gemacht. Worum es geht? Nun, kennt ihr das auch, daß es Leute (z.B. in eurem Ort / eurer Stadt) gibt, die einen auf Psychoanalytiker machen? Ich meine, ihr schreibt ein Buch und diese Leute wollen in eurem Roman sonst was aus eurem Leben herauslesen; daß diese Leute denken, man hätte eigene Erfahrungen verarbeitet. Mir ist das jedenfalls passiert. Liegt das vielleicht daran, daß ich nur mal so ein Buch geschrieben habe? Kennt ihr das auch? Oder ist das nur bei mir so gewesen? Das frage ich mich schon lange. Mir persönlich ist das ja egal, was andere denken, eben "Lasse reden". Aber es interessiert mich, ob es auch anderen so ergangen ist.

LG
Maren
Tut ein Schilf sich doch hervor
Welten zu versüßen
Möge meinem Schreiberohr
Liebliches entfließen
(Goethe)

Wind des Schicksals ISBN 3-86683-021-1 + 978-3-86683-021-9
Im Kreis des Lebens ISBN 978-3-86683-222-0
www.wagner-verlag.de

hwg
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Re:

von hwg (28.04.2009, 16:46)
Hallo Maren!

Dass Leute aus erfundenen Geschichten immer etwas herauslesen wollen, was mit persönlichen Gefühlen oder Umständen des Autors in Verbindung gebracht wird, ist alltäglich, denke ich.

Deswegen werde auch ich nicht selten von mehr oder minder gut bekannten Leuten daraufhin angesprochen. Und wenn ich diesen "Psychoanlaytikern" auch noch so oft sage, dass es eine
e r f u n d e n e Story ist - sie wollen es einfach nicht wahrhaben. So lasse ich die "Unbelehrbaren" in ihrem Glauben... :lol: Ich kann gut damit leben.

Gruß Hans
Zuletzt geändert von hwg am 28.04.2009, 17:00, insgesamt 1-mal geändert.

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (28.04.2009, 16:52)
Jo maren, das gibt es sehr häufig. Ich hatte das bei ganz unterschiedlichen Geschichten, ob di elustigen Pärchen-Stories aus unserer "Roten Zitrone", bei meinem Roman oder auch bei meiner Lyrik... Da war es sogar mal zeimlich intensiv, da ich ein Gedicht mit dem Titel "Suizid" geschrieben und im internet veröffentlicht hatte - als "bloßes" Kunstprodukt versteht sich... Wow, gab echt scharfe Reaktionen (ist ja auch nette, dass sich die mitmenschen sorgen), aber eine figur/ lyrisches ich ist nunmal nicht (ohne weiteres) mit dem autor/ der autorin gleichzusetzen. diese ansicht/ praxis ist aber immer noch weit verbreitet ... ;-) neulich erst bei einer lesung einer tollen autorin, wo ich war: erste Frage: haben sie das alles selbst genauso erlebt...? gegenfrage von der Autorin: würden sie das buch dann lieber lesen?
ein bisschen geheimnis macht das doch oft erst richtig spannend... ;-)

Bea_Wagner
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Re: Kennt ihr das auch?

von Bea_Wagner (28.04.2009, 16:56)
MaKü hat geschrieben:
Nun, kennt ihr das auch, daß es Leute (z.B. in eurem Ort / eurer Stadt) gibt, die einen auf Psychoanalytiker machen? Ich meine, ihr schreibt ein Buch und diese Leute wollen in eurem Roman sonst was aus eurem Leben herauslesen; daß diese Leute denken, man hätte eigene Erfahrungen verarbeitet.


Oh ja, ich kenne das auch ... und ich antworte den Leutchen dann immer, dass die Leichen aus meinen Krimis alle in meinem Garten verbuddelt sind :D Leider hat bisher noch keiner das Angebot angenommen, und meinen Garten dann auch umgegraben, um danach zu suchen - ich muss das jedes Frühjahr wieder selbst machen :D

Gruß
Bea

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (28.04.2009, 17:01)
Hallo Maren,

das kenne ich auch; es ist ja - zumindest bei mir so - dass in meinen Kurzgeschichten und Gedichte Reales mit Erdachtem kombiniert ist. Manche Geschichten sind von vorn bis hinten erfunden, andere dagegen nahezu wahr, wieder andere basieren auf einer realen Begebenheit, aber die Einzelheiten sind erfunden.

Wer sich berufen fühlt, dies zu psycho-analysieren, darf es gerne tun, denn hindern lässt sich wohl niemand daran.


Gruß
Haifischfrau

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Yuki
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Re:

von Yuki (28.04.2009, 17:04)
Das kenne ich sehr gut. Besonders bei meinem ersten Buch dachte alle ich sei die Protagonisten. Das einzige, was wir gemeinsam haben ist, dass wir mal Probleme mit diversen Personen haben. Aber sonst nichts. Gar nichts. Bei meinem zweiten Buch kam niemand mehr auf die Idee, vielleicht lag es daran, dass der Hauptcharakter ein Junge ist.

Solche Leute wirst du immer finden und ich denke so ganz unbegründet ist die Vermutung der Menschen nicht. Wir schreiben Bücher und lassen dort, wenn auch teilweise unbewusst unsere Erfahrungen reinspielen.

Lustig finde ich es, wenn ich absolut bestreite, dass der Charakter etwas mit mir zu tun hat (wie bei einem meiner Hautcharaktere sehr lange) und bei der Korrektur irgendwann merke: Hey, meine Beta Leser haben tatsächlich Recht.

Hanna
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Re:

von Hanna (28.04.2009, 17:08)
Ich denke, dass wir bei unseren Romanen alle ein wenig reflektieren, ohne dass uns das bewusst ist.
Herzliche Grüsse
Hanna
www.hanna-steinegger.ch

hwg
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Re:

von hwg (28.04.2009, 17:10)
Hanna, das ist schon richtig - aber zu einer Geschichte gehört auch das entsprechende Maß an Phantasie. Sonst wäre der Text ja eine Reportage, oder?

Gruß Hans

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (28.04.2009, 17:23)
Ich denke, meine Heldinnen sind eher so, wie ich gern sein würde. Aber auch das verrät einiges über mich, oder?

Ich laufe jedenfalls nicht in der Gegend herum und töte Verbrecher. Umgekehrt werde ich auch nicht angeschossen.
cheezygrin

Allerdings reflektieren einige der politischen, teils freigeistigen Ansichten meiner Personen sicher auch meine. Ebenso, wie ich mich mit dem Thema "Gewalt" auseinandersetzen muss, müssen das umgekehrt auch meine Protagonisten. Ich diktiere ihnen einfach ein Gewissen.

Auf Psychoanalytiker bin ich zum Glück noch nicht gestoßen. :wink:

Hanna
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Re:

von Hanna (28.04.2009, 17:33)
Hans schreibt
Hanna, das ist schon richtig - aber zu einer Geschichte gehört auch das entsprechende Maß an Phantasie. Sonst wäre der Text ja eine Reportage, oder?


Ich behaupte ja auch nicht, dass wir das bewusst machen. Aber unser Weltbild widerspiegelt sich oft zwischen den Zeilen.
Bei meinem ersten Roman sind die Protagonisten samt und sonders aus verschiedenen Charakteren zu einem einzigen zusammengeschustert. Als Inhaberin eines Fitness-Studios haben sich in den vergangenen 25 Jahren unzählige Schicksale in meinem Kopf angesammelt, die bei mir abgeladen wurden. Daraus entstanden meine zwei Belletristik-Bücher.
Später beim Lesen entdeckte ich dann, dass ich den Figuren sehr oft meine eigenen Ansichten in den Mund lege. Beim zweiten Buch achtete ich dann sorgfältig darauf, nicht den gleichen Fehler zu machen.
Herzliche Grüsse

Hanna

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (28.04.2009, 17:46)
Solche Leute besitzen einfach selbst keinerlei Fantasie oder Kreativität. Diese wirkt auf sie deshalb so befremdlich, dass sie gar nicht annehmen können, man könne sich etwas ausdenken, oder schreibend in einen Zustand einfühlen. Fantasie haben solche Leute nur jede Menge, wenn sie sich ausdenken, was andere für verboregene Neigungen haben und für Traumata erlitten haben sollen. Das steuern die aber auch nicht bewusst.

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (28.04.2009, 18:01)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 30.07.2009, 10:12, insgesamt 1-mal geändert.

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fasanthiola
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Re:

von fasanthiola (28.04.2009, 20:14)
Zeitl0ch hat geschrieben:
Solche Leute besitzen einfach selbst keinerlei Fantasie oder Kreativität. Diese wirkt auf sie deshalb so befremdlich, dass sie gar nicht annehmen können, man könne sich etwas ausdenken, oder schreibend in einen Zustand einfühlen. Fantasie haben solche Leute nur jede Menge, wenn sie sich ausdenken, was andere für verboregene Neigungen haben und für Traumata erlitten haben sollen. Das steuern die aber auch nicht bewusst.
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fasanthiola
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Re:

von fasanthiola (28.04.2009, 20:16)
Zeitl0ch hat geschrieben:
Solche Leute besitzen einfach selbst keinerlei Fantasie oder Kreativität. Diese wirkt auf sie deshalb so befremdlich, dass sie gar nicht annehmen können, man könne sich etwas ausdenken, oder schreibend in einen Zustand einfühlen. Fantasie haben solche Leute nur jede Menge, wenn sie sich ausdenken, was andere für verboregene Neigungen haben und für Traumata erlitten haben sollen. Das steuern die aber auch nicht bewusst.



so sehe ich das auch. vor allem menschen, die mich kennen - aus anderen zusammenhängen kennen - tun sich leichter, wenn sie autobiografische züge erkennen können. was es für die leser zusätzlich schwierig macht: mein ich-erzähler ist ein mann!
ansonsten wird immer wieder gefragt: wie kommt man auf solche ideen? die leute verstehen es nicht.

ursula
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Richymuc
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Re:

von Richymuc (28.04.2009, 21:10)
Ups,

Meine Bücher sind wie ich?
Stimmt ich bin wirklich so!

Darum schreibe ich jetzt auch aus der Nervenheilanstalt.

In den Büchern kann man sich so schön austoben cheezygrin
www.richymuc.de
Der Satirische Kreuzfahrt-Flüsterer ISBN 978-3-8370-9816-7
Feindschaftsbuch ISBN 978-3-8370-9803-7
Das erotische Freundschaftsbuch ISBN 978-3-8391-0037-0
NEU: http://www.youtube.com/watch?v=t25CNmrKaZ4

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