Aufgeben?

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Zeitl0ch
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Aufgeben?

von Zeitl0ch (29.04.2009, 16:46)
Mein jüngster Versuch, Autor zum Beruf zu machen ist nun gescheitert. Ich hatte einen Antrag auf Drehbuchförderung an die Filmstiftung NRW geschickt und habe heute die Antwort bekommen, dass ich die Förderung nicht bekommen werde.
Ich bin nun wirklich in der Situation, mich darum kümmern zu müssen, irgendwie mein Leben zu finanzieren, warte auch noch auf Antwort bezüglich mehrerer Bewerbungen.
Alles stellt sich so dar, dass ich als Autor eigentlich keine Möglichkeit mehr sehe weiterzumachen. Ich kam vor fast zehn Jahren an der Uni sehr schnell in die Lage Texte veröffentlichen und bei Lesungen auftreten zu können. Das Feedback des Publikums war eigentlich immer positiv.
Nur finanzieller Erfolg wollte sich bis zum heutigen Tag mit Literatur nicht einstellen.
Ich sehe die sprichwörtlichen Steine im Weg liegen, die ich nicht beseitigen kann. So kommt es, dass ich heute wirklich zum ersten Mal in dieser ganzen Zeit drüber nachdenke, ob es das war, ob ich die Literatur aufgebe. Es ist als müsste ich noch dazu sagen: Tut mir leid! Aber von irgendwas muss ich leben.
Ich habe darüber nachgedacht, wozu dann all die Jahre gut waren. Na ja ein Publikum, das gar nichts oder nur ein paar Groschen zahlt, war ja oft genug da. Und ich erinnere mich an die Reaktionen. Irgendwie habe ich doch viele Leute berührt in all den Jahren. Es gab nicht einmal einen Buh-Ruf, nicht einmal hat mir jemand ins Gesicht gesagt, es sei Mist, nicht einmal habe ich jemanden zu seinem Nachbarn sagen hören "Das war Scheiße!". Wenn ich wollte, dass die Leute lachen, haben sie schallend gelacht. Wer schafft das mit Literatur?
Aber ich kann mir das Geld zum Leben und zum Schreiben nicht einfach zaubern. Wenn niemand meine Bücher kaufen will, mich niemand fürs Schreiben bezahlen will, dann lass ich's eben.
Was soll man nur machen, wenn man Ideen hat? Wenn einem Geschichten einfallen? Wie sinnlos ist das eigentlich? Wozu fällt mir sowas ein?
So schlecht, wie es aussieht, ist meine Stimmung bei diesen Überlegungen übrigens gar nicht. Sie wäre viel schlechter, wenn ich weiter vergeblich versuchen würde, aus meinen Ideen Geld zu machen.
Hat sich schonmal jemand hier dasselbe überlegt und dann doch weitergemacht?

MaKü
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Re:

von MaKü (29.04.2009, 16:59)
Du willst das Schreiben voll und ganz aufgeben, nur, weil du damit kein Geld verdienen kannst? Heißt das, daß du nie wieder schreiben willst? Ein sehr hoher Preis. Ich verdiene auch kaum Geld mit meinen Büchern (20% bzw. 15% vom Preis jedes verkauften Buches, ungefähr 2€ pro verkauftem Buch). Ich sehe aber schreiben als mein Hobby und so wird es auch bleiben. Schreiben aufgeben, nur, weil ich nichts dran verdiene, würde ich niemals. Da würde mir was fehlen. Kannst du nicht nebenberuflich schreiben? Dann wärst du auch nicht so unter Druck. Wozu gibt es Internet? Richte dir eine Seite ein, wo du deine bisherigen und neue Werke vorstellst. Vielleicht mit dem Hinweis, daß du gerne Schreiben zum Beruf machen würdest, wer Interesse hat... Ich drücke dir mal die Daumen thumbbup
Tut ein Schilf sich doch hervor
Welten zu versüßen
Möge meinem Schreiberohr
Liebliches entfließen
(Goethe)

Wind des Schicksals ISBN 3-86683-021-1 + 978-3-86683-021-9
Im Kreis des Lebens ISBN 978-3-86683-222-0
www.wagner-verlag.de

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (29.04.2009, 17:10)
Aber natürlich, zwar nicht gerade täglich (das wär zu deprimierend) - aber doch häufiger und immer wieder. - wie im übrigen auch viele Freunde und Bekannte, die als Musiker, Illustratoren, Schauspieler und ebenfalls Autoren versuchen, ihren Lebensunterhalt mit der Kunst zu bestreiten. Ausschließlich davon zu leben kann eigentlich kaum keiner bis jetzt. Dennoch machen fast alle weiter; nicht ohne Kompromisse einzugehen, z.B. halbtags zu jobben o.ä. ;-) Viele haben ihren Lebensstandard aus Studentenzeiten beibehalten und "kommen gerade so" über die Runden,was für viele aber ok ist, weil sie die meiste Zeit genau das tun, was sie wollen.
(In GB wird Kunst z.T. ganz anders - auch finaziell gefördert - wie mir zu Ohren gekommen ist; keine Ahnung wieviel an der Info dran ist, außerdem schreibe ich nach vor in meiner Muttersprache ;-))

Also, ich zumindest arbeite weiter in meinem auch sehr angenehmen Job als selbstständige Werbetexterin und schreibe in meiner zugegebenermaßen kargen Freizeit weiterhin Bücher (Romane, Essays, Gedichte, Kurzgeschichten - wozu ich Lust habe) - in der Hoffnung, eines Tages vielleicht "halbe halbe" machen zu können: Halber Tag Lebensunterhalt verdienen, andere Hälfte: mich in der Kunst ausleben und dabei die andere Hälfte verdienen :-))

Bewunderswerte Mitstreiter hier wie z.B. Seshmosis, hwg, WalterJoergLangbein leben von ihrer "Kunst" - es ist wohl einfach meist ein langer Weg, der viel Leidenschaft, Durchhaltevermögen und "eine wohlhabene Oma" oder ein kleines Wunder braucht .... ,-)

Ganz herzliche Grüße von der. die sic hnicht beklagen kann - aber nichtsdestotrotz gern träumt ... ;-)
Barbara

Dozen-Roses

Re: Aufgeben?

von Dozen-Roses (29.04.2009, 17:12)
Hallo Zeitloch!

Ich weiß jetzt gar nicht, ob du schon Bücher veröffentlicht hast? Und wenn ja, was war es?

Auch ich würde sagen: Schreibe als Hobby weiter. Die wenigsten von uns können vom Schreiben leben. Für mich ist es auch einfach nur ein Hobby und ich freue mich über jeden noch so kleinen Buchverkauf.
Nicht einfach ganz aufgeben. Kennst du das Sprichwort?

"Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her."

Oft erst dann, wenn man aufgegeben hat, sich unter Druck zu setzen, passiert das, was man erhoffte. zwinker::

LOFI

Re:

von LOFI (29.04.2009, 17:30)
Hi,

Vergiss es - das Aufgeben meine ich. Überlege dir, was dir persönlich das Schreiben bedeutet. Wenn da nur ein Funke persönlicher Herzensangelegenheit drin steckt, mache weiter. Du brauchst dich ja nicht zu triezen. Mach es so, wie dir die Stimmung steht. Dann kommt die Antwort auf die Frage nach dem Aufgeben von ganz alleine.
Aber mit aller Gewalt aufgeben bedeutet: zu Unterdrücken, von dem du vielleicht noch nicht weißt, ob es unterdrückt werden will.

Abstand, ja Abstand ist evtl. eine Lösung um sein schriftstellerisches Werkeln eben von diesem aus zu betrachten.

Ich würde vorschlagen: Nicht aufgeben, sondern schauen, was kommt. Lasse dein sich weiteretntwickelndes Interesse entscheiden, welche Richtung du einschlägst und nicht eine Laune als Kind von Erfolg oder Misserfolg.

Gescheitert ist nicht der, der nichts verkauft, sondern der, der seinen Stolz ans Nichts verkauft.

VG

Lofi

Markus

Re: Aufgeben?

von Markus (29.04.2009, 17:45)
Zeitl0ch hat geschrieben:
Ich bin nun wirklich in der Situation, mich darum kümmern zu müssen, irgendwie mein Leben zu finanzieren, warte auch noch auf Antwort bezüglich mehrerer Bewerbungen.


Gut, aber das müssen doch fast alle! Du kannst doch schreiben und Dir mit einem anderen Job, zb 80% oder so, Dein Leben verdienen. Ich denke, das machen doch viele Autoren so.
Schriftsteller, die vom Schreiben leben können, gibt es sicher nicht sehr viele.

Es gab nicht einmal einen Buh-Ruf, nicht einmal hat mir jemand ins Gesicht gesagt, es sei Mist, nicht einmal habe ich jemanden zu seinem Nachbarn sagen hören "Das war Scheiße!".


Nun, ehrlich gesagt, das passiert auch selten. So was sagt man, wenn man das denkt, dem Nachbarn oder flüstert es jemanden zu, aber dass der (in diesem Fall) Autor das mitbekommt, ist selten.
Das meine ich jetzt nur allgemein, hat nichts mit Dir zu tun.

Aber ich kann mir das Geld zum Leben und zum Schreiben nicht einfach zaubern. Wenn niemand meine Bücher kaufen will, mich niemand fürs Schreiben bezahlen will, dann lass ich's eben.


Du solltest nicht nur schwarz-weiss sehen. Was anderes arbeiten UND daneben schreiben. Falls Dein Schreiben mal Erfolg bringt, dann kannst Du immer noch Deinen Job zum Broterwerb reduzieren.


Was soll man nur machen, wenn man Ideen hat? Wenn einem Geschichten einfallen? Wie sinnlos ist das eigentlich? Wozu fällt mir sowas ein?


Tja, ich habe auch laufend Ideen, Geschichten en masse, ich glaube, das haben viele Leute, das ist -in meinen Augen- nicht etwas sehr Besonderes.

Kopf hoch!

büchernarr

Re:

von büchernarr (29.04.2009, 17:49)
Hallo Zeitlüch,
kümmere dich um deinen Lebensunterhalt UND schreibe.
Das geht auch nebenbei. Die meisten hier im Pool können auch nicht vom Schreiben leben und trotzdem schreiben sie.
Beste Grüße und "Glück auf"
Bernd

AFV

Re:

von AFV (29.04.2009, 17:49)
Aufgeben ist nicht unbedingt der richtige Weg, nur weil man davon nicht leben kann.
Ich kann mir nicht erklären, wie man eigentlich darauf kommt, von einer Veröffentlichung seinen Lebensunterhalt über Jahre finanzieren zu können. Das schaffen die wenigsten, da es auch nur eine Bestsellerliste gibt.
Aber auch die, die schon bekannt sind, leben nicht allein vom Schreiben, sondern arbeiten nebenbei noch an anderen Projekten.

book: Literarischen Gruß

Jens

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Siegfried
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Re: Aufgeben?

von Siegfried (29.04.2009, 18:09)
Zeitl0ch hat geschrieben:
Hat sich schonmal jemand hier dasselbe überlegt und dann doch weitergemacht?


Aber klar doch!

Wenn du mit Schreiben Geld verdienen willst, musst du dich als allererstes vom Gedanken der Kunst verabschieden. Texte sind Ware, und die Ware am Markt regelt sich nach der Nachfrage.

Ich weiß von mehreren bekannten Autoren, dass sie ursprünglich mal "Auftragsschreiber" waren. Hier mal was für die Tageszeitung, dort mal was für eine bunte Illustrierte, und gelegentlich ein Artikel in einem Fachmagazin oder in einer Hochglanzpostille. Glücklich, wer von einem Verlag für die Massenabfütterung von Lesern regelmäßig Aufträge bekommt.

Wenn du Geld mit Schreiben verdienen willst, dann werde Journalist. Das ist der eine Weg.

Oder versuch, einen Fuß in die Tür zu bekommen bei einem dieser Verlage, deren Werke vorzugsweise im Bahnhofsbuchhandel angepriesen werden - ich rede von Bastei, Kelter, Cora & Co. Da musst du aber in der Lage sein, 100 Manuskriptseiten in sieben Tagen zu schreiben - oder in anderen Worten: Vormittags sieben Seiten, nachmittags sieben Seiten. Willst du ein freies Wochenende haben, entsprechend mehr (was dann etwa zehn Seiten vormittags und zehn Seiten nachmittags bedeutet). Und 300 Seiten je Monat sind Pflicht, weil du sonst von dieser Schreiberei nicht leben kannst.

Alles andere ("ich schreibe einen Bestseller, verkaufe die Filmrechte und lebe in einer Finca auf Ibiza") ist Unfug. Es gibt in Deutschland extrem wenige Autoren, die allein von ihren Büchern leben können.

Wenn du Geld verdienen willst, heißt der erste Schritt meines Erachtens: Zeitungen, Zeitschriften, Auftragsschreiberei. Und nebenher an jedem Wettbewerb teilnehmen, den man irgendwie unter die Finger bekommt. Ersteres bringt ein paar Euro, zweiteres einen gewissen Namen (sofern man Erfolg hat).

Aber mit Auftragsschreiberei haben wir es hier im Forum ja nicht so ...

LG
Siegfried
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AFV

Re: Aufgeben?

von AFV (29.04.2009, 18:18)
Siegfried hat geschrieben:

Aber mit Auftragsschreiberei haben wir es hier im Forum ja nicht so ...

LG
Siegfried


Kann ich nicht nachvollziehen, ist nichts verwerfliches dran, im Gegenteil. Ich stimme Siegfried zu: Zeitungen, Zeitschriften, sonstige Magazine, selbst mit Rezensionen, lässt der ein oder andere Euro verdienen.

book: Literarischen Gruß

jens

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (29.04.2009, 18:50)
OK, ich habe auch nicht alles ganz klargestellt. Auch ich habe schon ein paar Euro mit Auftragsarbeiten verdient. Nur sieht es eben auch so aus, dass ich jetzt versuche berufliche Wege einzuschlagen, die wohl eben kaum mehr Zeit zum Schreiben lassen werden. Ich konnte früher nicht nach stressigen vollen Arbeitstagen noch irgendwas halbwegs gutes zu Papier bringen. Und genau diese Situation ist in absehbarer Zeit wieder notwendig.
Es sieht so aus, dass sich erstmal Schreiben und Geldverdienen nicht vereinbaren lassen werden.
Ich finde schon erstaunlich, dass ihr alle sagt, ich solle weitermachen. Und ich habe ja auch Fanfreunde, ich glaub die steinigen mich, wenn ich sage, dass ich nicht weitermachen will.
Ja, der gute alte Halbtagslebensentwurf. Ist nur in absehbarer Zeit nicht zu machen bei mir.
Ich werd mal sehen. Ich könnte so perfide sein und direkt das nächste Treatment für die Filmstiftung entwickeln. Noch ist Zeit genug.
Und natürlich ist auch bei mir Herzblut mit dabei. Aber klingt es total befremdlich, dass ich gleichzeitig Schreiben auch als Arbeit empfinde?
Ich hoffe nicht! Jedenfalls hat sich noch niemand bereiterklärt, mir die Arbeit zu bezahlen, die ich in meine Literatur investiere.
Ja, und dann geht die Leier weiter: Ist doch deine Sache! Zwingt dich ja keiner zu! Aber auf der anderen Seite: Hör ja nicht auf zu schreiben!
Jedenfalls gebt ihr mir Grund, das Thema noch ein paar Mal im Kopf hin- und herzuwälzen.
Die Idee mit dem Abstand Gewinnen finde ich ganz gut. Dachte heute schon: Warum lässt Sisyphos den Felsblock nicht einfach mal liegen? Nur sah ich ihn schon daraufhin ganz weggehen.
Ich werd mal über die Sinnhaftigkeit der verschiedenen Optionen nachdenken.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (29.04.2009, 19:12)
Hallo Zeitloch,
ich denke auch nicht, dass du aufgeben solltest. Nicht nur wir Schreiberlinge, sondern auch Angehörige zahlreicher anderer Berufe müssen sich umstellen, mobil und flexibel bleiben. Und es werden auch wieder Zeiten kommen, in denen du mehr Muße zum Schreiben haben wirst. Wichtig ist doch, dass du überhaupt noch andere Optionen hast.

Meine Zeit fürs Schreiben ist auch phasenweise sehr begrenzt, aber dennoch wird mich nichts und niemand davon abhalten. Allerdings hatte ich nie die Illusion, vom Schreiben allein leben zu wollen.

Gruß
Haifischfrau

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Siegfried
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Re: Aufgeben?

von Siegfried (29.04.2009, 19:27)
AFV hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:

Aber mit Auftragsschreiberei haben wir es hier im Forum ja nicht so ...

LG
Siegfried


Kann ich nicht nachvollziehen, ist nichts verwerfliches dran


Du bist ja auch noch nicht so lange dabei und kennst die Diskussionen von früher nicht. cheezygrin

LG
Siegfried
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Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (29.04.2009, 19:31)
Hallo, Zeitloch.

Du hast von Drehbuchförderung geschrieben. Kann ich davon ausgehen, dass du nur (keine Wertung!) als Drehbuchautor schriftstellerisch tätig sein möchtest, oder siehst du auch Optionen in belletristischer Autor und/oder Journalist?

Deinen Beiträgen entnehme ich, dass du vorrangig nicht auf Profit aus bist, sondern deine Kreativität ausleben musst, weil es dich vielleicht sonst anspannt (?), und du mehr in der Richtung machen und dafür natürlich auch finanziellen Lohn ernten willst. Richtig oder falsch?

Beste Grüße,
Thorsten

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (29.04.2009, 20:53)
Hallo Thorsten!
Belletristik habe ich ja bereits verfasst. Ich kann ja bei der Gelegenheit nochmal erwähnen, dass meine bisher erschienenen Bücher "Zeitlochs ewige Abenteuer" und "Prometheus' Tod" heißen und unter meinem Namen Stefan Soeffky erschienen sind.
Belletristik und Drehbuchschreiben sind Dinge, die ich gerne tue. Für den Journalistenberuf halte ich mich für weniger geeignet, auch nach Erfahrungen mit solchen Tätigkeiten in der Vergangenheit. Das könnte in einer anderen Lebensphase vielleicht mal anders aussehen, weiß ich nicht genau.
Nun, ob ich meine Kreativität ausleben muss? Ich habe es bisher einfach immer wieder getan und nie darüber nachgedacht, damit aufzuhören - bis heute. Und mehr davon zu machen und Lohn dafür zu ernten ist genau das, worauf ich lange gehofft habe, wofür ich nur momentan kaum noch eine Möglichkeit sehe.
Ich kann auch anderes als Schreiben. Eben deshalb frage ich mich jetzt auch, ob ich überhaupt noch Zeit und Mühe ins Schreiben investieren sollte.
Als postbubertärer Dichter war mein Motiv zu schreiben auch wirklich, etwas zu verändern. Aber eben auch dafür bedarf es eines Publikums einer gewissen Größe, das einem im Gegenzug idealiter die Arbeitszeit bezahlen würde, die man dann wieder aufs Schreiben verwenden kann.
Nun und spätestens jetzt zeigt sich, dass diese Rechnung nicht aufgeht.
Im Prinzip taucht ja hier auch die Frage auf, ob Schreiben eine notwendige und die einzig mögliche Sublimation darstellt. Darüber bin ich mir in meinem Fall nicht sicher. Aber wenn das stimmt, wäre es natürlich rein psychologisch unklug, mit dem Schreiben aufzuhören.
Bei mir ist es jetzt nicht jeden Tag der Fall, dass mir von selbst Ideen für Texte kommen. Manche Ideen habe ich mir sogar eher vorgenommen zu entwickeln. Aber es kommt vor, dass ich einen Einfall habe, den ich dann bisher einfach umgesetzt oder zumindest für spätere Umsetzung ausführlich genug notiert habe.
Das ab jetzt schulterzuckend zu unterlassen wäre wohl die größte Umstellung. Nur frage ich mich nun auch, wozu solche Einfälle überhaupt noch umsetzen? Da mögen sich ganze Spielfilme vor meinem geistigen Auge abspielen, aber wozu noch an einer Ausführung arbeiten?
Nun ja, aber dann als arbeitender Mensch, in dem Geschichten entstehen, herumvegetieren und nichts davon herauslassen, is auch nix. Aber wenn die Ideen keiner will? Auch wieder nix.
Nun ja, ich möchte hier in diesem Rahmen auch nicht in aller Ausführlichkeit meine persönliche Situation schildern.
Ein Freund von mir, den ich an der Uni kennengelernt habe, hat irgendwann das Schreiben ganz aufgegeben. Ich weiß nicht mehr genau wieso. Er war wohl auch irgendwie der Ansicht, dass es nichts bringt. Ich habe zumindest seitdem ein paar mehr Möglichkeiten ausgeschöpft als er damals, habe also länger durchgehalten. Dafür ist der Eindruck, dass es nichts bringt, jetzt viel fundierter.
Aber ich denke, ich werde mal einfach abwarten, wieviel Bedürfnis und Möglichkeit da noch kommt. Tja, ich sage es nicht gerne, aber für den Moment kann man mich wohl als resigniert betrachten.

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