Problem mit Verleger

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Dietrich
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Problem mit Verleger

von Dietrich (17.05.2009, 20:34)
Hallo liebe Kollegen,
hab ein Script abgegeben und es wurde für gut befunden. nun wird (während des stattfindenden Lektorats) seitens des Verlegers herumgenöhlt, dass er dies und das geändert haben will, was ich keineswegs vertreten kann und will, weil es dann nicht mehr mein Buch ist. Also gravierende Änderungen, die meine Figuren verändern. Wie sieht das rechtlich aus - kann ich - es gibt noch keinen Vertrag - mein Script zurückziehen und es anders , z.B. bei BoD im Selbstverlag herausbringen? Obwohl er schon daran gearbeitet hat? Oder hab ich, als ich das Schript abgab, schon meine "Seele an den Verlag" verkauft. Wie gesagt, es gibt keine Verträge oder schriftliche Vereinbarungen. Wie weit, liebe Kollegen, muss ich mich verbiegen lassen???

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Kris. K.
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Re:

von Kris. K. (17.05.2009, 20:54)
Da es keinen schriftlichen Vertrag gibt müsstest du das Manuskript zurückfordern können. Allerdings könnte dann der Verantwortliche dort sagen, weil er schon Arbeit in das Manuskript gesteckt hat, dass er ein Anrecht darauf oder auf zumindest auf eine Abfindung (finanzieller Art) hat. Wie das aussieht weiß ich nicht aber grundsätzlich-
kein Vertrag= kein Anrecht des Verlages. book:
Niemand darf und kann dich zwingen deine Figuren und somit die Grundsubstanz des Buches zu verstümmeln.
Allerdings- das habe ich schon öfter gehört- könnte ein wenig professioneller und bösartig arbeitender Verlag, das überarbeitete Manuskript einbehalten oder die Rücksendung verweigern.- auch das ist rechtlich prikär und andere Autoren haben schon monatelang mit solchen Betrügern gefochten bis die sich überhaupt ans Telefon begeben haben.

Mac

Re:

von Mac (17.05.2009, 22:30)
Hi

also - da heute wohl niemand so dumm ist, das einzige handgeschriebene Orginialmanuskript einzusenden, sollte also wohl eine Kopie beim Verleger sein. Mit der könnte er sich den Hintern abwischen. Denn:
Kurzer Brief mit ggf. amwaltlicher Unterstützung aus dem hervorgeht, dass man hiermit das Manuskript zurückzieht und jedwede Verwendung untersagt etc sollte eigentlich ausreichen.
Über Forderungen des Verlegers würde ich mich auch mal mit dem Anwalt unterhalten.

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AmberStuart
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Re:

von AmberStuart (17.05.2009, 23:35)
Hallo, Dietrich,

der Verleger will "dies und das" an deinem Skript
ändern?
Warum wohl?
Ich denke mal, er hat Erfahrung, wie man "dies und das"
besser verkaufen kann. Mit Sicherheit will er dich nicht
drangsalieren. Wenn du mit deinem Buch Erfolg haben
willst, dann mach dich an die Arbeit und schreib "das und
dies" um. Hast du aber das Buch nur für dich und deine
liebe Verwandtschaft geschrieben, dann bring es im
Selbstverlag heraus.

LG

Amber

WalterJoergLangbein

@Dietrich

von WalterJoergLangbein (18.05.2009, 06:16)
Guten Morgen, Dietrich!

Frank und frei gesagt: Ich würde auf die Vorschläge und Änderungsvorschläge des Verlags eingehen. Ich würde an Deiner Stelle nicht voreilig handeln. Sieh's positiv: der Verlag ist interessiert und hat Änderungswünsche.

Nun ist mir nicht klar, wie weit die besagten Änderungswünsche gehen. Würden Sie erfordern, daß Du das Manuskript weitestgehend neu schreibst? Oder ließen sich besagte Wünsche durch gezielte Änderungen da und dort, vielleicht durch Einschübe, erfüllen?

Du hast keinen Vertrag mit dem Verlag. Ist der Verlag bereit, beim jetzigen Stand einen Vertrag anzubieten, möglichst mit Garantiehonorar?

Ich habe auch schon Erfahrungen mit Änderungswünschen von Verlagen. Es handelte sich dabei aber um Maximalforderungen, die nicht alle verwirklichbar waren. Es kam dann immer zu einem Kompromiss.

An Deiner Stelle würde ich versuchen, zum Abschluß eines Vertrags mit dem Verlag zu kommen.

Schönen Wochenanfang und viel Erfolg!

Walter

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PvO
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Re:

von PvO (18.05.2009, 08:19)
Ist doch ganz einfach, du musst halt Prioritäten setzen. Kannst du nicht mit den Änderungen leben, ziehe das Manuskript zurück und mache ein BOD. Aber bedenke, wenn du das Buch herkömmlich verlegen kannst, genießt du in der schreibenden Welt - und nur dort - ein ganz anderes Ansehen, als ein BOD Autor. Dem Leser allerdings wird das völlig egal sein.

hwg
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Re:

von hwg (18.05.2009, 08:35)
Also, wenn tatsächlich ein "richtiger" Verlag "angebissen" hat, würde ich auf Änderungswünsche positiv reagieren.

So lange kein (Vor-)Vertrag mit dem Verlag abgeschlossen worden ist, gehört das Typoskript dem Autor und er kann es umgehend zurückfordern. Es wird wohl nicht das Original-Typoskript eingesandt worden sein?

Sollte das Typoskript nicht umgehend retourniert werden, ist die Deponierung einer Textkopie bei einem Notar vorteilhaft, damit Du Deine Rechte gesichert hast.

Da Änderungswünsche am Text ja nur vorgeschlagen worden sind, kann und darf der Verlag auch keinerlei Kosten für eventuelle Korrektur- oder Lektoratsarbeiten verrechnen.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (18.05.2009, 08:36)
Hallo, Dietrich!
Die Änderungswünsche können natürlich ein Hinweis darauf sein, dass deine Figuren dem Lektor jetzt nicht plausibel erscheinen. Für solche wertvollen Hinweise hat man einen Lektor.

Du kannst seinem Rat folgen und deine Figuren "verbiegen", das ist der leichte Weg.

Du kannst dein Buch so lassen wie es ist und es - nach kurzem Streit um die Rechte - per BOD versuchen.

Du kannst über die Kritik nachdenken und überlegen, warum er die Änderungen verlangt. Fehlt es den Figuren an Profil? Sind ihre Motive unplausibel? Danach kannst du versuchen, ihn mit einer besseren Beschreibung, die trotzdem zu deinen Intentionen passt, zu überzeugen. So wird das Buch besser und bleibt deins.

Wenn er sich nicht darauf einlässt, sondern ein anderes Buch haben will, dann musst du dir tatsächlich die Gewissensfrage stellen.

Gruß, valerie

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (18.05.2009, 08:50)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 29.07.2009, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (18.05.2009, 10:34)
ich würde mir das auch noch einmal überlegen ...

Ansonsten; nur weil es keinen schriftlichen Vertrag gibt, heißt es nicht unbedingt, dass es gar keinen gibt: mündl. Absprachen können meines Wissens einen mündl. Vertrag darstellen ...

ich wünsch dir gutes Gelingen, wie du dich auch entscheidest ...

Besten Gruß, Barbara

Nitram
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Re:

von Nitram (18.05.2009, 11:10)
Wäre natürlich wertvoll, zu wissen um welchen Verlag es sich handelt. (obwohl ich verstehen könnte, wenn du Bedenken hast, ihn zu nennen)

Grundsätzlich bin ich bei so was skeptisch ob da nicht eine Autoren-Beteiligung dahintersteckt, du also zur Kasse gebeten wirst.
Das passiert oft subtil.
Ich kenne einen Verlag, der verlangt zwar offiziell keine Beteiligung aber im Kleingedruckten steht, dass der Autor bei den ersten 1000 Stk. auf sein Honorar verzichtet - was aufs selbe hinausläuft.

Bestehe darauf, den Autorenvertrag zu sehen. Die müssen irgendeinen Standardvertrag (Formular) haben, da lassen sich dann Schlüsse ziehen.

Rechtlich brauchst du keine Bedenken haben, solange du nichts unterschrieben hast.
Gruss
Nitram

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hawepe
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Re:

von hawepe (18.05.2009, 11:12)
Hallo Dietrich,

wirkliche Tips lassen sich schwer geben.

Ob die Änderungswünsche des Verlages berechtigt sind oder nicht, könnte man nur entscheiden, wenn man das Manuskript und die Änderungswünsche kennt. Dass der Verlag an deinem Manuskript interessiert ist, kann eben gleichermaßen heißen "Die Idee ist toll, aber die Schreibe verbesserungsfähig" wie "Die Schreibe ist brilliant, aber die Idee ausbaufähig".

Dazu kommt noch, dass jeder Verlag sein eigenes Profil hat und dein Buch eventuell diesem Profil angepasst werden soll.

Ob bereits vertragsmäßige Bindungen bestehen, lässt sich ebenfalls nicht pauschal sagen. Es gibt, abgesehen von wenigen Ausnahmen, keine Formvorschriften für Verträge, d.h. sie können auch durch entsprechendes Handeln zustande kommen. Allerdings würde ich davon ausgehen, dass grundsätzlich jeder Verlagsveröffentlichung eine Prüfung des Manuskripts durch das Verlagslektorat vorausgeht.

Beste Grüße,

Heinz.

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (18.05.2009, 11:24)
(Genau Heinz - gibt es nicht etwas von wegen "kongruentes Handeln" oder so ...)

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hawepe
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Re:

von hawepe (18.05.2009, 11:33)
Hallo Barbara,

skipteuse hat geschrieben:
(Genau Heinz - gibt es nicht etwas von wegen "kongruentes Handeln" oder so ...)


Genau, das ist der Fachbegriff. Und so kann man zum Bäcker gehen und ein Brötchen kaufen, ohne erst einen Vertrag mit vielen Paragraphen unterschreiben zu müssen :-)

Beste Grüße,

Heinz.

Nitram
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Re:

von Nitram (18.05.2009, 11:54)
skipteuse hat geschrieben:
(Genau Heinz - gibt es nicht etwas von wegen "kongruentes Handeln" oder so ...)


Was du meinst, ist die sogenannte "schlüssige Handlung".
Man lässt durch sein Verhalten EINDEUTIG erkennen, dass man gewillt ist, das Rechtsgeschäft abzuschliessen.
Beispiel:
Du lässt dir von deiner Versicherung ein Vertragsangebot für eine Haushaltsversicherung zusenden.
Anstatt den Vertrag nun unterschrieben zurückzusenden, zahlst du einfach die Prämie ein.
Das Einzahlen der Prämie gilt nun als schlüssige Handlung die eindeutig erkennen lässt, das du gewillt bist, die Versicherung abzuschliessen.
Und eben wegen dieser Eindeutigkeit - und aus Gründen der Beweisbarkeit - ist zur Durchsetzung von Ansprüchen bei solch komplexen Rechtsgeschäften - wie es eine Buchveröffentlichung nun einmal darstellt - in der Regel IMMER die Schriftform erforderlich.

hawepe hat geschrieben:
Es gibt, abgesehen von wenigen Ausnahmen, keine Formvorschriften für Verträge, d.h. sie können auch durch entsprechendes Handeln zustande kommen.

Das ist zwar richtig, bedeutet jedoch nur, dass es seitens des Gesetzgebers keine Vorschrift gibt zwingend die Schriftform anzuwenden.
Ob du bei Gericht mit einer mündlichen Vereinbarung durchkommst (u.U. auch noch ohne Zeugen) ist eine andere Sache, das interessiert den Gesetzgeber nicht.
(Obwohl auch ein Handschlag ein "Vertrag" ist, aber das Problem ist eben die Beweiskraft)
Ähnliches gilt für Rechtsgrundsätze wie "Stillschweigende Zustimmung" etc...
Für ein derart umfangreiches Rechtsgeschäft wie Buchveröffentlichung incl. Autorenrechte ist immer Schriftform erforderlich, das wird jeder Richter genau so sehen.
Ich will nicht belehrend erscheinen, aber ich habe beruflich mit rechtlichen Dingen zu tun. :wink:
Gruss Nitram

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