In welcher Zeit schreibt ihr?

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Ruth
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In welcher Zeit schreibt ihr?

von Ruth (18.05.2009, 19:34)
Habe mein derzeitiges Manuskript in Vergangenheitsform geschrieben. Jetzt habe ich ein Buch gelesen und gemerkt, dass die Präsenzform auch nicht schlecht klingt, weil ich mich als Leser selbst mehr in die Story einbezogen gefühlt habe, als wenn es gerade eben passieren würde.

Was würdet ihr mir raten, in welcher Zeitform zu schreiben?
Meine Bücher bei BoD:

- Herzklopfen und Sachertorte
- Wenn du jetzt gehst

www.ruthelisabethmeisner.de

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Jürgen R
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Re:

von Jürgen R (18.05.2009, 19:41)
Erzähler, Vergangenheit

Wörtliche Reden , Gegenwart
Jürgen Rupprecht - Kaffeesüchtiger aus Baden

Verbrochen habe ich:
Die Leiche im Sumpf ---
(ISBN:9783837094077)

Vollkommene Macht ---
(ISBN:9783839162224)

*schäm* :-)


http://rupprecht-autor.de/

Thesken

Re:

von Thesken (18.05.2009, 23:03)
Ich habe bereits einen Roman in der Vergangenheit veröffentlicht und schon einige gute Kritiken bekommen, auch bzgl des Hineinversetzens.

Meinen nächsten Roman schreibe ich nun im Präsens. Auf mich wirkt die Geschichte dadurch eher für jüngere Leser im Vergleich zu dem ersten Buch, aber bisher ist das nur meine Meinung, es hat noch niemand probehalber reingelesen.

Schreib am besten so, wie es für dich am einfachsten und schlüssigsten ist. Wenn du dich in einer Zeit nicht sicher fühlst oder bei der Zeitenfolge in einigen Nebensätzen nicht sicher bist, schleichen sich schnell Fehler ein, die viele Leser stören würden.

Liebe Grüße,
Theresa

Markus

Re: In welcher Zeit schreibt ihr?

von Markus (18.05.2009, 23:16)
Ruth hat geschrieben:
Habe mein derzeitiges Manuskript in Vergangenheitsform geschrieben. Jetzt habe ich ein Buch gelesen und gemerkt, dass die Präsenzform auch nicht schlecht klingt, weil ich mich als Leser selbst mehr in die Story einbezogen gefühlt habe, als wenn es gerade eben passieren würde.

Was würdet ihr mir raten, in welcher Zeitform zu schreiben?


Ist halt Ansichtssache.
Gegenwart fand ich und finde ich nicht gut, solche Bücher lege ich gleich wieder weg.

Frag nicht warum, ist einfach so ;)

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Judith
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Re:

von Judith (19.05.2009, 00:58)
Hallo Ruth,

es kommt auf das Buch an. Auf jeden Fall ist es - solange es sich nicht um eine Geschichte für kleine Kinder handelt - wesentlich schwieriger, im Präsens zu schreiben, da man wesentlich eingeschränkter ist. Sowas wie Er sollte mit seiner Vermutung Recht behalten o.ä. ist z.B. nicht drin. Für andere Beispiele bin ich gerade zu müde. :cry:

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

Weasel

Re:

von Weasel (20.05.2009, 18:50)
Hallo,

mein aktuelles Projekt schreibe ich im Präsenz und im Präteritum, als Perspektiven gibt es einen Ich-Erzähler und einen Erzähler...

ich hoffe, das Experiment wird gelingen :roll:

Hanna
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Re: In welcher Zeit schreibt ihr?

von Hanna (20.05.2009, 19:11)
Meine beiden Belletristik-Romane sind in der Präsenz-Form geschrieben. Für mich wäre keine andere Form in Frage gekommen.
Herzliche Grüsse
Hanna
www.hanna-steinegger.ch

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PvO
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Re:

von PvO (21.05.2009, 07:31)
Ich schreibe generell im Perfekt und die meisten Bücher, die ich gelesen habe, sind ebenfalls in dieser Form verfasst worden. Rückblenden müssen dann in Plusquamperfekt geschrieben werden. So wird es auch an diversen Schreibschulen gelehrt.

Weasel

Re:

von Weasel (21.05.2009, 10:20)
Perfekt und Plusquamperfekt?

Also: Peter ist zur Schule gegangen. Dort ist er gestolpert und hat sich das Bein gebrochen. Das war ihm früher schon einmal passiert...

Kommt mir irgendwie komisch vor in diesen Zeiten zu schreiben. Hab auch noch nie ein Buch gelesen, dass im Perfekt geschrieben ist.

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JessM
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Re:

von JessM (21.05.2009, 11:13)
Das kommt auf die Art der Geschichte an.

Aus der Allwissender Erzählerperspektive schreibe ich in der Vergangenheit, aus der Ich-Perspektive ab und an auch in dem Präsenz, eben weil es dann leichter ist typischer Eigenschaften des Umgangs einzubauen.

Es muss halt zur Geschichte passen. ^^

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Gitte
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In welcher Zeit schreibt ihr....

von Gitte (21.05.2009, 12:00)
Hallo Ruth, da kann man schlecht raten. Es kommt immer darauf an, wie der Schreiber gestrickt ist. Ich persönlich fühle mich wohl, wenn ich in der Vergangenheit schreibe, irgendwie flutscht das besser. Aber klar! Du wirst selbst erkennen, wenn du mal in der einen und dann in der anderen Form geschrieben hast, welche dir besser liegt.
In jedem Fall wünsche ich gutes Gelingen und Erfog für die Zukunft... :lol:
LG Gitte

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (21.05.2009, 15:14)
Hallo,
"traditionell" wird in der Vergangenheit erzählt, feste Regeln, gerade in der "modernen Literatur" gibt es aber meines Wissens nicht; recherchier doch mal: "Episches Präteritum"

Da wirst du zu diesem sehr komplexen Thema sicher einige interessante Infos und Anrgeungen finden ...

Besten Gruß
von Barbara smart2

Stefan Lamboury

Re:

von Stefan Lamboury (21.05.2009, 15:48)
Hallo Ruth ich schreibe aussschließlich in der Vergangenheit, bei meinem derzeitiges Projekt bin ich in der Gegenwart angefangen und plötzlich völlig überraschend in der Vergangenheit gelandet. Also habe ich ihn noch mal umgeschrieben.

Sorry aber ich habe von den ganzen Fachbegriffen Präsen, Perfekt, Imperfekt und so´nen Scheiss keine Ahnung.


Schönen Gruß

Stefan Lamboury

http://stefanlamboury.npage.de/willkommen_79769456.html

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.05.2009, 18:21)
Weasel hat geschrieben:
Perfekt und Plusquamperfekt?

Also: Peter ist zur Schule gegangen. Dort ist er gestolpert und hat sich das Bein gebrochen. Das war ihm früher schon einmal passiert...

Kommt mir irgendwie komisch vor in diesen Zeiten zu schreiben. Hab auch noch nie ein Buch gelesen, dass im Perfekt geschrieben ist.


Einen Text durchgängig im Perfekt finde ich auch höchst ungewöhnlich. Würde mich aber interessieren, davon mal einen Teil zu lesen.

LG
Siegfried
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.05.2009, 18:40)
Stefan Lamboury hat geschrieben:
Sorry aber ich habe von den ganzen Fachbegriffen Präsen, Perfekt, Imperfekt und so´nen Scheiss keine Ahnung.


Äh, Frage: Warum ist das ein "Scheiss"?

Präsens (bitte mit "s" am Ende und Betonung auf dem "ä", mit "z" wird das Wort auf dem "e" betont und bedeutet so viel wie "Anwesenheit"):

Ich arbeite
Ich gehe



Das Perfekt (wird mit den entsprechenden Formen von "haben" und "sein" und dem Partizip II des Verbs gebildet) beschreibt Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen, aber für die Gegenwart noch relevant sind. In der mündlichen Rede ist das Perfekt die übliche Vergangenheitsform:

Ich habe gearbeitet
Ich bin gegangen



Das Präteritum (manchmal auch Imperfekt genannt) ist die Vergangenheitsform, die ein abgeschlossenes Ereignis beschreibt:

Ich arbeitete
Ich ging



Das Plusquamperfekt beschreibt Ereignisse, die noch vor einem bereits in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt geschehen sind. Das Plusquamperfekt wird mit der Vergangenheitsform von "haben" und "sein" sowie dem Partizip II des Verbs gebildet:

Ich hatte gearbeitet
Ich war gegangen



Das Futur beschreibt Ereignisse, die in der Zukunft liegen. Gebildet wird es aus Formen von "werden" und der Infinitivform des aussagenden Verbs:

Ich werde arbeiten
Ich werde gehen



Das Futur II beschreibt ein Ereignis in der Zukunft, die bereits abgeschlossen ist, aber in Bezug auf ein anderes in der Zukunft liegendes Ereignis steht. Gebildet wird es aus Formen von "werden", dem Partizip II des aussagenden Verbs und "haben" bzw. "sein":

Ich werde gegangen sein
Ich werde gearbeitet haben



So dramatisch ist das mit den Zeitformen im Deutschen nun auch nicht. Problematischer wird es, wenn Passiv oder Konjunktiv hinzugefügt werden.

Aber noch einmal zu meiner ersten Frage: Was daran ist ein "Scheiss" - gerade aus Sicht von jemandem, der sich als Autor intensiv mit Sprache beschäftigt (bzw. beschäftigen sollte)?

LG
Siegfried
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