Ich war einmal ein Kind

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Benni125
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Ich war einmal ein Kind

von Benni125 (25.05.2009, 00:13)
Ich habe einen Text geschrieben. Einfach mal lesen und vllt. schreiben, ob man was mit anfangen kann oder nicht.

Ich war ein Kind mit großen Augen. Und die brauchte ich auch. Schließlich, ich wollte doch alles sehen. Ich sah jede neue Farbe, jeden neuen Sonnenstrahl, jede lustige Gestalt, jedes neue freundliche Gesicht, jede blühende Blume, jeden neuen Freund. Ich wollte sehen und ich habe gesehen.
Ich war ein Kind mit empfindlichen Ohren. Und die brauchte ich auch. Schließlich, ich wollte doch alles hören. Ich lauschte jeden neuen Vogelzwitschern, jeden lauten Bagger, jeden lustigen Wort, jeder neuen Melodie, jeden neuen Ton, jeden schönen Blätterrauschen. Ich wollte hören und ich habe gehört.
Ich war ein Kind mit einem losen Mund. Und den brauchte ich auch. Schließlich, ich wollte doch alles sagen. Ich sagte jedes neue geschliffene und ungeschliffene Wort, jeden noch so klugen und jeden noch so dummen Satz, jeder neuen Liebkosung gab ich einen neuen Namen, ich sagte jedes neue Wort. Ich wollte sprechen und ich habe gesprochen.
Ich war ein Kind mit einem wissbegierigen Kopf. Und den brauchte ich auch. Schließlich, ich wollte doch alles wissen. Ich wollte wissen, warum die Sonne scheint, warum Autos rollen, warum heißes Wasser dampft, warum Birnen glühen, Pflanzen wachsen, warum die Wolken regnen. Ich wollte verstehen und ich habe verstanden.
Und heute? Heute könnte ich kotzen wenn ich mich sehen. Die Galle lässt meinen Mund sauer werden.
Je mehr ich sah, desto blinder wurde ich. Je mehr ich hörte, um so taube wurden meine Ohren. Je mehr ich sprach, desto langsamer vibrierten meine Stimmbänder. Je mehr ich verstand, desto weniger wollte ich wissen.
Und du? Was warst du?
Hast du die freundlichen Gesichter gesehen, denen ich mich anvertraute? Hast du die lustigen Worte gehört, die mich zum lachen brachten? Hast du die Worte gesprochen, welche ich dachte? Wolltest du wissen, was ich verstand? Ja?
Und du? Was bist du heute?
Siehst du das Blut an den Waffen? Siehst du die Gendärme die am Boden verstreut wurden? Hörst du das Stöhnen und Ächzen derer die sterben? Sagst du: Halt! Sagst du: Stop. Hör auf!
Verstehst du den Wahnsinn? Das Chaos? Verstehe ich es? Nein. Aber das Letzte, dass ich verstanden habe ist: Ich will wieder das Kind sein. Ich will sehen. Ich will hören. Ich will sprechen. Ich will verstehen.
Zuletzt geändert von Benni125 am 31.05.2009, 17:45, insgesamt 1-mal geändert.

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klaasen1
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Re:

von klaasen1 (25.05.2009, 03:39)
Gut geschrieben! Musst noch einmal drüber schauen. Hat ein paar kleine Fehler.
Sehr Poetisch. Könnte man eine schöne Geschichte daraus basteln.

klaas
ich bin ein hut weil ich meinen kopf nicht finde

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Benni125
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Re:

von Benni125 (31.05.2009, 17:40)
danke für deine netten worte. Wenn sie auch reichlich spät kommen. Ja. Es sind noch einige Tippfehler drinnen. Danke.

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (05.06.2009, 20:14)
Hab auch gerade mal reingeschaut. Es gibt eben zu viel zu lesen.

Dein Text ist gut nachvollziebar. Besonders wenn man sich an seine Kindertage erinnert.

Kinder hören, sehen, verstehen anders als die Erwachsene.

Werden sie größer, sind sie oft enttäuscht über das was sie nun hören, sehen, verstehen müssen


LG.Rita

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