Charaktere in jedem Buch neu beschreiben?

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MasterChief
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Charaktere in jedem Buch neu beschreiben?

von MasterChief (31.05.2009, 14:04)
Hey Leute, ich hab mal ne ganz blöde Frage.
Ich schreibe eine Geschichte, die wohl mehrere Bände haben wird. Hab eben angefangen am zweiten Buch zu schreiben aber jetzt direkt zu Beginn stelle ich mir die Frage, ob ich die Charaktere des Buches dem Leser einfach als bekannt voraussetzen soll, oder ob ich ihr Aussehen und alles neu beschreiben soll?

Ich tendiere zu letzterem, falls jemand Buch 1 nicht gelesen hat, aber ich frage lieber mal nach. Macht man das so?

Mfg =)

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Ruth
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Re:

von Ruth (31.05.2009, 14:08)
hi masterchief,

ich schreibe auch gerade an einem fortsetzungsroman, mein erster erschien 2oo7. da ich nicht voraussetzen kann, dass alle erstleser sich auch den zweiten schinken kaufen und ich neue leser an land ziehen möchte, die die charaktere noch nicht kennen, beschreibe ich sie hier und da wieder ganz neu. ich versuche, das unauffällig in den text einzubauen.
Meine Bücher bei BoD:

- Herzklopfen und Sachertorte
- Wenn du jetzt gehst

www.ruthelisabethmeisner.de

WalterJoergLangbein

Ich würde...

von WalterJoergLangbein (31.05.2009, 14:09)
Ich würde die Charaktere neu beschreiben. Ich bin sicher, daß es immer wieder eine passende Gelegenheit dazu gibt.

Walter

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MasterChief
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Re:

von MasterChief (31.05.2009, 14:14)
Ja ich denke ich baue das indirekt in die Handlung mit ein.
"Schaute zu dem rund zwei Köpfe größeren Micra auf" - so hab ich gleich die ungefähre Größe von zwei Personen. Oder "Strich sich eine ihrer pinken Haarsträhnen aus dem Gesicht"

Ja ich denke so mach ichs. Danke :)

WalterJoergLangbein

Prima

von WalterJoergLangbein (31.05.2009, 14:43)
Ja, das scheint mir dann gut zu werden. Dann kann man sich auch dann als Leser die Hauptperson vorstellen, ohne daß man auf Band 1 zurückgreifen muß!

Viel Erfolg!

Walter

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Gitte
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Charaktere in jedem Buch neu...

von Gitte (31.05.2009, 15:08)
Hallo in die Diskussionsrunde,

nochmals beschreiben ?

Das hängt meiner Ansicht nach davon ab, ob die erste Geschichte eine in sich abgeschlossene ist oder ob in Folge die zweite weiterführend gestaltet werden soll, sprich, da ansetzt, wo der Autor aufgehört hat. Wenn Letzteres zutrifft, würde ich nicht mehr so explizit auf die Charaktere eingehen. Es genügt dann sicher hier und da ein versteckter Hinweis.

Kollegiale Grüße von der Gitte book:

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MasterChief
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Re:

von MasterChief (31.05.2009, 18:05)
Boar nä es geht weiter :D
Ich hab noch nie so viele Fragen an einem Tag gestellt :D

Ich hab jetzt paar Seiten geschrieben, aber jemand der den ersten Teil nich gelesen hat, kann mit der kurzzusammenfassung "Was bisher geschah" wohl nich allzuviel anfangen. Da liegt aufeinmal irgendwer rum und der Hals blutet. Ja und warum?

Mir fiel gerade die Serie Heroes von RTL II ein, die haben es immer so gemacht, dass die am Ende einer Episode nen Cliffhanger gemacht haben und dann in der nächsten Episode eine Woche später wurde genau dieselbe Szene ganz leicht geändert nochmal gezeigt.
Das überlege ich mir auch gerade. Kann man das bei Büchern machen? Weil Teil 2 setzt Buch 1 genau an der letzten Stelle fort.

Meint ihr ich kann eine, vielleicht zwei A5 Seiten aus dem ersten Teil kopieren und leicht bearbeitet an den anfang des neuen Buches setzen?

oder is Copy-Paste Tabu? xD

lg ^^

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Kris. K.
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Re:

von Kris. K. (31.05.2009, 18:29)
Wird selten gemacht- ist aber im Grunde möglich wenn es pfiffig gemacht wird. Viel konventioneller und für den Leser abwechsungsreicher (für, die die das Buch schon gelesen haben, und für die die es nicht kennen aber eben nur kleine Anschubser brauchen um sich eine Figur vorstellen zu können) ist es natürlich innerhalb des ersten oder zweiten Kapitels kleine Beschreibungen einzuwerfen.- so wie du es ja schon gezeigt hast, cheezygrin Master.

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JessM
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Re:

von JessM (31.05.2009, 19:08)
Mach es wie die anderen Autoren von Fortsetzungsgeschichten, sie setzen es voraus; aus den folgenden Gründen, da schließlich auch die Geschichte aufeinander aufbaut.

Du kannst lediglich weitere Merkmale zu dem Charakter schildern oder seine typischen Charakterzüge kurz andeuten, aber noch einmal neu alles vorstellen, finde ich für Leser, die das erste Buch kennen, langweilig. dozey:

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CM87
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Re:

von CM87 (01.06.2009, 01:33)
Es ist ja grundsätzlich wohl hoffentlich nicht so, dass du deine Figuren am Romanbeginn >beschreibst< und dann ihr Äußeres nie wieder und in keiner Form erwähnt wird.

Im Laufe der Zeit fließen ohnehin äußerliche Merkmale ein und fügen sich für den Leser zu einem großen Gesamtbild. Du solltest dir nicht so viele Gedanken darüber machen, wann du wo wen beschreibst - wirkt dann sicher gekünstelt. Mach es einfach so, wie die Handlung es vorgibt und es passend ist. Wenn eine Figur auftaucht muss ich ja nicht gleich von ihr wissen, welche Haarfarbe und Frisur sie hat, welche Kleidung sie trägt und wie hoch ihr Gewicht ist ... :wink:

Grüße,
chris

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Richard Norden
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Re:

von Richard Norden (10.06.2009, 05:14)
MasterChief hat geschrieben:
Ich hab jetzt paar Seiten geschrieben, aber jemand der den ersten Teil nich gelesen hat, kann mit der kurzzusammenfassung "Was bisher geschah" wohl nich allzuviel anfangen. Da liegt aufeinmal irgendwer rum und der Hals blutet. Ja und warum?

Mir fiel gerade die Serie Heroes von RTL II ein, die haben es immer so gemacht, dass die am Ende einer Episode nen Cliffhanger gemacht haben und dann in der nächsten Episode eine Woche später wurde genau dieselbe Szene ganz leicht geändert nochmal gezeigt.
Das überlege ich mir auch gerade. Kann man das bei Büchern machen? Weil Teil 2 setzt Buch 1 genau an der letzten Stelle fort.

Meint ihr ich kann eine, vielleicht zwei A5 Seiten aus dem ersten Teil kopieren und leicht bearbeitet an den anfang des neuen Buches setzen?

Romanserien so aufzubauen ist immer ein Vabanque-Spiel: Wenn möglich, sollte jeder Teil ein für sich abgeschlossener Roman sein und mit einem 'echten' Ende abschließen. Die meisten Leser sind nicht wirklich glücklich, wenn sie am Ende von Band 1 mit einem Cliffhanger 'hängen gelassen' werden und dann Monate oder noch länger warten sollen, bis endlich die Fortsetzung auf den Markt kommt. Bis es dann schließlich so weit ist, haben sie Band 1 mit etwas Pech vergessen und kommen gar nicht mehr auf die Idee, nach der Fortsetzung zu suchen.
Neue Leser werden hingegen Band 2 mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gar nicht erst kaufen, wenn man schon an Titel und Einband eindeutig erkennen kann, dass es sich um Band 2 der Trilogie/Serie/Reihe XY handelt, deren ersten Teil sie nicht kennen.
Wenn irgend möglich sollte man daher jeden Band als in sich geschlossene Handlung konzipieren und diese lediglich in eine gemeinsame, größere Rahmenhandlung einbinden.

Was Beschreibungen in einer Fortsetzung angeht, hast du Recht: dezent und unauffällig in die Handlung einfließen lassen, ohne den Leser mit einer ausführlichen Beschreibung zu langweilen. Aber das gilt natürlich ebenso schon für den ersten Teil: Nach der alten Regel 'Show, don't tell' sollte man die Beschreibung der Charaktere aus ihren Handlungen erkennen.

Beispiel: Wenn Micra zwei Köpfe größer als deine andere Figur ist, könntest du schildern, wie er den Kopf einziehen muss, um durch eine Tür zu gehen, durch die deine andere Figur locker durchgeht.
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MasterChief
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Re:

von MasterChief (10.06.2009, 12:16)
Danke Richard, das ist ein wirklich guter Hinweis.
Dann müsste ich die Geschichte irgendwie so umstricken, dass das Buch da endet. Dann öh... gäb's aber kein Happy End?

Am Ende kommt der Hauptgegner wieder frei und flieht. Dann wird einer der Helden verwundet und das Buch endet. Im zweiten Teil kommt noch ein Kampf mit den Schergen des geflohenen Gegners und dann bringen die den Helden zurück zum Stützpunkt - wie flick ich denn da jetzt ne geschlossene Handlung draus? Den kompletten Anfang vom zweiten Buch mit ans Ende vom ersten setzen?
Dann wäre der eine Gegner da aber nach wie vor weg und darum gehts ja später. Und die Verletzung von dem Typ spielt im zweiten Buch auch ne wichtige Rolle. Schwierig, schwierig... blink3

*grübel* book:

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Richard Norden
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Re:

von Richard Norden (10.06.2009, 19:02)
Ein "Zwischensieg" als Abschluss des ersten Bandes wäre meines Erachtens wichtig. Dass dem Hauptgegner die Flucht gelingt und dein Held verwundet wird, passt durchaus noch ans Ende von Band 1, allerdings brauchst du einen 'Trostpreis'.

Gibt es einen maßgeblichen Handlanger oder Verbündeten deines Gegenspielers, der am Ende des ersten Bandes endgültig besiegt und ausgeschaltet werden kann? Falls nicht, solltest du einen solchen nachträglich in die Handlung hinein schreiben und ihm ggf. ein paar Szenen geben, die bisher dein Hauptgegner hatte. Ziel ist es, diesen Gegenspieler in den Fokus des Lesers zu manövrieren und dem Leser so das Gefühl zu geben, dass mit dem Teilsieg über den so aufgebauten Nebenantagonisten zumindest ein wichtiger Etappensieg erreicht wurde.

Ein ähnliches Problem hatte ich bei "Die Verschwörer von Styngard". Da der Kampf der Helden gegen Dagonrath und seine Schwarzen Legionen mit dem Ende des Buchs erst richtig beginnt, habe ich in Band 1 die beiden Antagonisten Shan-y-Szar und Darean eingeführt, die beide gegen Ende ihr verdientes Schicksal ereilte. ;)
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MW
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Re:

von MW (10.06.2009, 19:20)
ich würde die chraktere immer neu beschreiben (dezent einfließen lassen).
aktuelles sachbuch: "design kalkulieren"
www.designkalkulieren.de

artwork: www.designers-inn.de
schreiben: www.angenehme-vorstellung.de
thriller: www.marclinck.de
musik: www.linck-live.de

kathischeichenost
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Re:

von kathischeichenost (11.06.2009, 17:46)
Also ich habe mit meiner Romanreihe bisher nur sehr gute Erfahrungen gemacht.. Ok es kommt jetzt auch erst Teil 3 :-)..

Aber es war bisher so, dass eben genau dieses "wissen-wollen-wie-es-weiter-geht" meine Leser hat am Ball bleiben lassen (nur deshalb wurden es ja plötzlich mehrere Teile).

Allerdings würde ich auch empfehlen, um Neuleser ausreichend zu informieren, eine kleine Beschreibung der Personen und eventuell sogar der vorangegangenen Ereignisse einfließen zu lassen. Ist nicht ganz einfach aber durchaus möglich.

Bei meinen Büchern ist es so, dass die Geschichte an sich, um die es in dem Buch ging schon irgendwie abgeschlossen ist, aber die große Geschichte um die Hauptpersonen nicht.
Alles über meine Romanreihe "Liebe auf Eis" unter www.liebeaufeis.jimdo.com

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