Verzeih mir 2

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Marcel R.
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Verzeih mir 2

von Marcel R. (03.06.2009, 14:33)
Nach all den Kritiken möchte ich wenigstens noch einen zweiten Ausschnitt veröffentlichen. Das ist sicherlich besher, wenn ihr mehr Text und somit auch mer Fehler seht.
Die Story an sich ist ja schon bekannt und ich würde jetzt einfach mal noch einen kleinen Ausschnitt aus Kapitel 5 hinzufügen. Viel Spaß!

Nach ein paar Minuten wurde das Auto langsamer und hielt am Straßenrand. Er war hier zum ersten Mal, eines zu viel. Kurz nachdem er Stiefel durch den Kies wandern hörte, erschien ein Kopf im Wagen. „ Na süßer, darf ich einsteigen“ , fragte die grell geschminkte Frau, der er ansah, dass sie noch nicht lange volljährig war, aber das mit Schminke zu vertuschen versuchte. Sie brauchte das Geld, das wusste er. Nicht nur für sich, sondern auch für ihren autistischen Sohn, den sie mit irgendeinem Freier gezeugt hatte. Er sagte nix, nickte nur. Alles hatte er über sie erfahren. Elena. „ Bist also ein Schüchterner. Darauf stehe ich doch“ , murmelte sie, als die Beifahrertür öffnete und mit ihrem Minirock zuerst in den Wagen huschte. „Elli“ , sie streckte ihm die Hand aus. Er nahm sie nicht. Das Auto setzte sich wieder in Bewegung und er schob die CD in den Spieler. Die Musik ertönte.

Am Himmel glänzt ein Silberstreif. Der Abend wandelt tau zu reif.

„ Erzähl mir was über dich. Was machst du so“, fragte sie. „ Ich bezahle dich nicht fürs reden, okay.“ Sie machte eine Geste, die soviel sagen sollte wie „ Ist ja Gut.“ „ Wo geht’s denn hin.“ Er blickte kurz in den Rückspiegel und sah die Lichter eines Geländewagens. Sie blendeten ihn. „ In ein Hotel, ist nicht weit. Und keine Angst ich habe genug Geld. Brauchst du ne Anzahlung.?“ Sie nickte. Wenn sie das Geld für sich und ihren kleinen Sohn nicht gebraucht hätte, würde sie nicht jeden Abend durch diese Hölle gehen. Immer und immer wieder. „ Im Handschuhfach liegen 100€. Den Rest gibt’s nachher. Sie öffnete es und hielt den Schein kurz unters Licht, als ob sie prüfen wollte, ob er echt war. Dann steckte sie ihn in die Jackentasche. Er spürte wie sie die Hand auf sein Bein legte und ihn zu streicheln begann. „ Gefällt dir das?“ Es gefiel ihm. Und dieses positive Gefühl durchströmte kurz darauf seinen ganzen Körper. Nach zehn Minuten fahrt hielt das schwarze Auto an und sie waren vor dem Parkhotel, dessen Parkbeleuchtung schon seit mehreren Stunden eingeschaltet war und die Penner blendete, die im Park Unterschlupf suchten. Trotz des Regens.


„ Champagner?“ , fragte er. „ So gefällst du mir schon viel besser. Wie heißt du eigentlich?“ Er öffnete die Flasche und goss die beiden Gläser halbvoll. „ Nenn mich Shawn.“ „ Ich geh mich eben noch frisch machen.“ Sie lächelte. Es war das erste Mal, das sie an diesem Abend gelächelt hatte, aber eigentlich hatte er da auch nicht besonders drauf geachtet. Als er das Wasser im Waschbecken laufen hören konnte, nutze er die Chance und legte die Pille aus seiner Jackentasche in ihr Glas uns stellte es auf den Nachttisch. Sein eigenes hielt er in der Hand. Bloß keine Verwechslung. Das wäre zu riskant.
Er lag schon auf dem Bett, als sie das Badezimmer nur in schwarzem BH und Slip verließ. „ Hier“ , er reichte ihr das Glas, die beiden stießen an und führten das Glas an die Lippen. Noch ehe er sein Glas wegstellen konnte, saß sie schon auf ihm drauf und knöpfte sein Hemd auf. „ Willst du mir gleich verraten, worauf du stehst, oder muss ich das erst aus dir rausquetschen? Na gut.“ Ihre Hand fuhr über seine Brust und ehe er sich versah hatte sie schon rosa Plüschhandschellen in der Hand.“ „ Was ist los?“ , fragte er, als sie für einen Moment innehielt. „ Nichts“ , log sie. Das konnte doch nicht sein. Schon das nach dem einen Glas Champagner, fühlte sie sich wie angetrunken. Ihr war extrem schwindelig geworden. Und es spielte sich fast wie in einem Film ab, als sie ihm jetzt die Hose aufknöpfte. Elena sah nicht nur zwei Menschen, wo nur einer war, sondern alles geschah, als hätte eine dritte Person auf Zeitlupe geschaltet. „ Lass das.“ Er stieß sie von sich weg und drückte ihren Körper mit aller Kraft in die Matratze. Der Moment, dass sie dachte alles wäre nur ein Spiel oder eine schüchterne Reaktion, war längst vorbei. Auch wenn sie es wohl nicht wahrhaben wollte, wusste sie, dass dieser Mann nicht das wollte, was sie anbot. Auch wenn das mehr war, als sie sich jemals erträumt hatte. „ Hey, was soll das. Lass mich los.“ Alles begann sich wie in einem Karussell um sie zu drehen. „ Halt die Fresse“, er schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht und ihr Kopf kippte hinten über. Die Wirkung der Flüssigkeit schien langsam einzusetzen. Ihr zucken wurde immer schwächer, als er seinem Trieb nachging. Und als er sich die Jacke und die 100€ geschnappt hatte und noch ein letztes Mal auf sie blickte, lag sie da wie tot, aber das war sie nicht. Ihr Körper war da, ihr Verstand nicht. Doch schon in wenigen Stunden, würde man, selbst wenn man sie fand, das Rohypnol in ihrem Blut nicht mehr nachweisen können, weil es verschwunden wäre und man auch nicht danach suchen würde. Und sie würde sich, wenn überhaupt, nur bruchstückhaft erinnern können. Er hatte die Macht. Wie immer. Doch als er wieder auf die Frau blickte, merkte er, das es nicht Perfekt war. Wo war dieses Gefühl, das er vor fünf Jahren gehabt hatte? Dieses Gefühl von Befriedigung. Ein leises Geräusch, sie wimmerte. Es schien als versuchte sie mit aller Kraft die Augen aufzupressen, doch mehr als ein Zwinkern gelang ihr nicht.
Er brach zusammen, als er gemerkt hatte, was geschehen war. Für einen Moment waren ihre Augen geöffnet gewesen und das letzte was sie sah, war die Nachttischlampe, die immer wieder auf sie herunterkrachte. Elena Zeppenfeld war tot. Und der Sohn im Bruchteil einer Sekunde Vollweise.


Bitte Um Kritken thumbbup

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Aston Skovgaard
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Re:

von Aston Skovgaard (03.06.2009, 15:13)
Hi Marcel !

Du schreibst frech.
Eine Gabe die nicht jeder hat. Die Kunst, das in Worte zu verpacken was man denkt und es trotzdem verständlich herüberzubringen ist nicht selbstverständlich.

Da ich auch mal jung war schätze ich,daß du deine Phantasien in diesem Manuskript auslebst. Finde ich gut. Das stärkt dein Selbstbewusstsein !

Aber - kaum jemand,selbst Nichttrinker/ -innen, sind nach einem Glas Champagner betrunken,höchstens angeheitert.

Und - Frauen des horizentalen Gewerbes sind meist recht trinkfest ! 8)

Sonst - Hut ab kleiner Casanova ! thumbbup

Aston

Tanja

Re:

von Tanja (03.06.2009, 15:15)
Hallo Marcel,

erst einmal vorweg, für dein Alter schreibst du erstaunlich gut. Bleib bloß am Ball, dann hast du später einmal bestimmt gute Chancen.

Ich würde gern mehr zu deinem Text schreiben. Leider fehlt mir dafür die Zeit. Was mich an deiner Leseprobe am meisten stört, ist die Passivität. Ich bin sicher, du kannst das besser. Lass' nicht das Auto langsamer werden und anhalten. Überlasse das Fahren ruhig deinem Bösewichten ... er nahm den Fuß vom Gas und ließ den Wagen am Straßenrand ausrollen (nur als Beispiel). Später setzte sich nicht das Auto wieder in Bewegung, sondern er drehte den Schlüssel im Zündschloss herum - er handelt! Vielleicht lässt du ihn nach dem Schlüssel umdrehen noch kurz seine feuchten Hände an seiner Kleidung abwischen? Bringe seine Gefühlswelt deutlicher rüber.

Der zweite Punkt, der mich persönlich stört ist die auktoriale Erzählweise. Ist die wirklich beabsichtigt? Ich würde zumindest Szenenweise in einer Perspektive bleiben. Um sich gleichzeitig in den Köpfen sämtlicher Personen zu befinden gehört eine gehörige Menge Können dazu - finde zumindest ich.
Speziell im unteren Abschnitt des letzten Absatzes saust du von seinem Kopf in ihren und wieder in seinen zurück.

Der dritte Punkt: meide Füllwörter, wie noch, auch, doch, fast, kurz usw. bringe es direkt auf den Punkt. Er braucht nicht kurz in den Rückspiegel zu sehen. Lass ihn einfach in den Rückspiegel sehen - noch besser, lass ihn die Augen zusammenkneifen, weil das Licht blendet - lasse ihn aktiv handeln und leben.

Lieben Gruß
Tanja

Marcel R.
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Re:

von Marcel R. (03.06.2009, 17:53)
Sehr nett von euch...
@Aston..... Das mit dem Champagner ist von mir Casanova beabsichtigt, denn die Pille, die er darin auflöst, ist Rohypnol, falls du weist was das ist. Es ist farb- und geruchslos und eine Art Betäubungsmittel. Man bekommt schnell das Gefühl eines betrunkenähnlichen Zustands und b Schwindelgefühle. Es wird übrigens oft von Serientätern genutzt, denn die Opfer können sich meist nur Bruchstückhaft erinnern und Rohypnol verschwindet schnell aus dem menschlichen Blut.

AFV

Re:

von AFV (03.06.2009, 18:11)
Hallo Marcel,

Talent eine Geschichte im Kopf vorzubereiten hast du. Allerdings wirst du noch viel an dir arbeiten müssen, es auf Papier noch besser umzusetzen. Dennoch wirst du deinen Weg gehen, da bin ich mir sicher. thumbbup

Literarischen Gruß

Jens

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Aston Skovgaard
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Re:

von Aston Skovgaard (03.06.2009, 18:28)
Hi Marcel !

Hab wieder was dazu gelernt. Können nicht alle so brav sein wie ich :lol:

Aston

WalterJoergLangbein

Re:

von WalterJoergLangbein (03.06.2009, 19:19)
Aston Skovgaard hat geschrieben:
Hi Marcel !

Du schreibst frech.
Eine Gabe die nicht jeder hat. Die Kunst, das in Worte zu verpacken was man denkt und es trotzdem verständlich herüberzubringen ist nicht selbstverständlich.

Da ich auch mal jung war schätze ich,daß du deine Phantasien in diesem Manuskript auslebst. Finde ich gut. Das stärkt dein Selbstbewusstsein !

Aber - kaum jemand,selbst Nichttrinker/ -innen, sind nach einem Glas Champagner betrunken,höchstens angeheitert.

Und - Frauen des horizentalen Gewerbes sind meist recht trinkfest ! 8)


Sonst - Hut ab kleiner Casanova ! thumbbup

Aston



Die Wirkung kam vom Mittelchen IM Champagner....

Walter

Marcel R.
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Re:

von Marcel R. (03.06.2009, 19:24)
Da shabe ich ihm schon gesagt, Walter(weiter oben)....Trotzdem dankeXD

WalterJoergLangbein

In der Schnelle...

von WalterJoergLangbein (03.06.2009, 19:25)
So.. habe in der Schnelle mal ein wenig in Deiner Geschichte herumgekritzelt. Hab' leider nur wenig Zeit. Aber vielleicht kannst Du meinen Anmerkungen entnehmen, was ich meine... Wo ich was ändern würde... Meine Anmerkungen und Alternativvorschläge sind VORSCHLÄGE.

Vom Ansatz her kannst Du erzählen. Aber Du kannst das besser!

Walter

Nach ein paar Minuten wurde das Auto langsamer und hielt am Straßenrand. Er war hier zum ersten Mal, einmal zu oft. Er hörte Stiefel durch den Kies stapfen. Dann erschien ein Kopf im Wagen. „ Na Süßer, darf ich einsteigen?“ , fragte die grell geschminkte Frau. Man sah ihr an, dass sie noch nicht lange volljährig war. Sie versuchte mit dick aufgetragener Schminke ihre Jugend zu vertuschen. Sie brauchte das Geld, das wusste er. Nicht nur für sich, sondern auch für ihren autistischen Sohn, den sie mit irgendeinem Freier gezeugt hatte. Er nickte wortlos. Alles hatte er über sie erfahren. Elena. (Elena? Das ist unklar. Meinst Du: Sie hieß Elena?) „Bist also ein Schüchterner. Darauf stehe ich doch“ , murmelte sie. Sie öffnete die Beifahrertür .Sie hatte einen Minirock an. Er sah ihre langen Beine, als sie einstieg. „Elli“ , sie streckte ihm die Hand entgegen. Er nahm sie nicht. Das Auto setzte sich wieder in Bewegung. Er schob eine CD in den Spieler. Die Musik ertönte.

“Am Himmel glänzt ein Silberstreif. Der Abend wandelt tau zu reif.“

„ Erzähl mir was über dich. Was machst du so?“fragte sie. „ Ich bezahle dich nicht fürs Reden, okay!“ Sie machte eine Geste, die soviel sagen sollte wie „ Ist ja Gut.“ „ Wo geht’s denn hin?“ Er blickte kurz in den Rückspiegel und sah die Lichter eines Geländewagens. Sie blendeten ihn. „ In ein Hotel, ist nicht weit. Und keine Angst ich habe genug Geld. Brauchst du ne Anzahlung.?“ Sie nickte. Wenn sie das Geld für sich und ihren kleinen Sohn nicht gebraucht hätte, würde sie nicht jeden Abend durch diese Hölle gehen. Immer und immer wieder. „ Im Handschuhfach liegen 100€. Den Rest gibt’s nachher. Sie öffnete es und hielt den Schein kurz unters Licht, als ob sie prüfen wollte, ob er echt war. Dann steckte sie ihn in die Jackentasche. Er spürte wie sie die Hand auf sein Bein legte und ihn zu streicheln begann. „ Gefällt dir das?“ Es gefiel ihm. Dieses positive Gefühl durchströmte kurz darauf seinen ganzen Körper. Nach zehn Minuten Fahrt hielt das schwarze Auto an. Sie waren vor dem Parkhotel angekommen. Die Parkbeleuchtung war schon seit mehreren Stunden eingeschaltet. Das grelle Licht blendete die Penner blendete, die im Park Unterschlupf suchten. Trotz des Regens. (Trotz des Regens? Suchten sie trotz des Regens Unterschlupf? Oder blendete das Licht trotz des Regens. Uklar!)


„ Champagner?“ , fragte er. „ So gefällst du mir schon viel besser. Wie heißt du eigentlich?“ Er öffnete die Flasche und goss die beiden Gläser halbvoll. „ Nenn mich Shawn.“ „ Ich geh mich eben noch frisch machen.“ Sie lächelte. Es war das erste Mal, das sie an diesem Abend gelächelt hatte, aber eigentlich hatte er da auch nicht besonders drauf geachtet. Als er das Wasser im Waschbecken laufen hören konnte, nutze er die Chance. Er legte die Pille aus seiner Jackentasche in ihr Glas uns stellte es auf den Nachttisch. Sein eigenes hielt er in der Hand. Bloß keine Verwechslung. Das wäre zu riskant. (Eine Verwechslung wäre doch mehr als nur riskant!)
Er lag schon auf dem Bett, als sie das Badezimmer aus dem Badezimmer kam. Sie hatte nur einen schwarzen BH und Slip an. „ Hier“ , er reichte ihr das Glas. Die beiden stießen an und führten das Glas an die Lippen. Noch ehe er sein Glas wegstellen konnte, saß sie schon auf ihm (drauf kannst Du weglassen , zu umgangssprachlich.)Sie knöpfte sein Hemd auf. „ Willst du mir gleich verraten, worauf du stehst? Oder muss ich das erst aus dir rauskitzeln?“ (rausquetschen passt nicht so, finde ich.) Als er keine Antwort gab fuhr sie mit der Hand über seine Brust. Ehe er sich versah hatte sie schon rosa Plüschhandschellen in der Hand. „Was ist los?“ , fragte er, als sie für einen Moment innehielt. „ Nichts“ , log sie. Das konnte doch nicht sein. Schon das nach dem einen Glas Champagner, fühlte sie sich wie angetrunken. Ihr war extrem schwindelig geworden. Es spielte sich fast wie in einem Film ab, als sie ihm jetzt die Hose aufknöpfte.

Elena sah nicht nur zwei Menschen, wo nur einer war, sondern alles geschah, als hätte eine dritte Person auf Zeitlupe geschaltet. (Das ist irgendwie nicht ganz klar. Sah sie zwei Männer und alles lief wie in Zeitlupe? Das mit der 3. Person passt irgendwie nicht.) Sie sah alles doppelt. Alles lief wie in Zeitlupe


„ Lass das.“ Er stieß sie von sich weg und drückte ihren Körper mit aller Kraft in die Matratze. Der Moment, dass sie dachte alles wäre nur ein Spiel oder eine schüchterne Reaktion, war längst vorbei. (Zu langer Satz, etwas umständlich ausgedrückt. Er stieß sie von sich weg.) Er drückte ihren Körper mit aller Kraft in die Matratze. Ihr war längst klar: Das war kein Spiel!

Sie wollte es nicht wahrhaben, wusste aber: Dieser Mann war nicht zufrieden mit dem, was sie ihm anbot.

Auch wenn das mehr war, als sie sich jemals erträumt hatte. (Diesen Satz verstehe ich nicht!)

„Hey, was soll das. Lass mich los!“ Alles begann sich wie in einem Karussell um sie zu drehen. „ Halt die Fresse!“ Er schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht. Ihr Kopf kippte hinten über.

Die Wirkung der Flüssigkeit schien langsam einzusetzen. (Das ist untertrieben! Das Zeug wirkt doch schon sehr intensiv!)

Ihr Zucken wurde immer schwächer, als er seinem Trieb nachging. (Immer kürzere Sätze!) Er griff sich die Jacke und den 100-Euro-Schein. Als er sie ein letztes Mal ansah, lag sie da wie tot. Aber sie lebte noch!

Ihr Körper war da, ihr Verstand nicht. (Nicht ideal ausgedrückt. Vorschlag: Ihr Körper lebte, aber ihr Gesit war wie tot.)


Doch schon in wenigen Stunden, würde man, selbst wenn man sie fand, das Rohypnol in ihrem Blut nicht mehr nachweisen können, weil es verschwunden wäre und man auch nicht danach suchen würde. (Zu umständlich, zu kompliziert. Vorschlag: Schon in wenigen Stunden würde das Rohypnol in ihrem Blut nicht mehr nachweisbar sein. Aber wer sollte ihr Blut auch analysieren?)

Sie würde sich, wenn überhaupt, nur bruchstückhaft erinnern können. Es war wie immer: Er hatte die Macht. Doch als er wieder auf die Frau blickte, merkte er, das es nicht Perfekt war. (Kürzer ist immer besser. Er sah die Frau wieder an. Irgend etwas stimmte nicht. Es war nicht perfekt.)

Wo war dieses Gefühl, das er vor fünf Jahren gehabt hatte? Er vermisste das Gefühl von Befriedigung. Sie gab ein leises Geräusch von sich. Sie wimmerte. Es schien, als versuchte sie mit aller Kraft die Augen aufzureißen. (Man reißt Augen auf, presst sie zu, presst sie aber nicht auf.) Mehr als ein Zwinkern gelang ihr nicht.

Als er begriff, was geschehen war, brach er zusammen.
( Du hattest: Er brach zusammen, als er gemerkt hatte, was geschehen war.)

Für einen Moment waren ihre Augen geöffnet gewesen und das letzte was sie sah, war die Nachttischlampe, die immer wieder auf sie herunterkrachte. Elena Zeppenfeld war tot.
(Für einen Augenblick hatte sie die Augen geöffnet. Das Letzte, was sie sah, war die Nachttischlampe. Sie schien immer wieder auf sie zu stürzen.)

Und der Sohn im Bruchteil einer Sekunde Vollweise. (Ist mir etwas zu melodramatisch.. aber na ja...)


Anmerkungen: Auch in der 2. Leseprobe sind mir die Sätze einfach zu lang. Schreibe kürzere Sätze. Mach’ aus einem langen lieber zwei oder drei kürzere Sätze! Achte darauf, dass Du immer vollständige Sätze schreibst, kein Verb weglassen. Umgangssprachliche Ausdrücke wie „herunterkrachen“ meiden.

Walter

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CM87
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Re:

von CM87 (03.06.2009, 20:18)
Nach ein paar Minuten wurde das Auto langsamer und hielt am Straßenrand. Er war hier zum ersten Mal, eines zu viel. Kurz nachdem er Stiefel durch den Kies wandern hörte, erschien ein Kopf im Wagen. „ Na süßer, darf ich einsteigen“ , fragte die grell geschminkte Frau, der er ansah, dass sie noch nicht lange volljährig war, aber das mit Schminke zu vertuschen versuchte. Sie brauchte das Geld, das wusste er. Nicht nur für sich, sondern auch für ihren autistischen Sohn, den sie mit irgendeinem Freier gezeugt hatte. Er sagte nix, nickte nur. Alles hatte er über sie erfahren. Elena. „ Bist also ein Schüchterner. Darauf stehe ich doch“ , murmelte sie, als die Beifahrertür öffnete und mit ihrem Minirock zuerst in den Wagen huschte. „Elli“ , sie streckte ihm die Hand aus. Er nahm sie nicht. Das Auto setzte sich wieder in Bewegung und er schob die CD in den Spieler. Die Musik ertönte.


>Nach ein paar Minuten verlangsamte er das Tempo und hielt am Straßenrand.<

Wenn die Frau schon volljährig ist, gibt es keinen Grund, dies mit Make-Up zu kaschieren. Warum sollte sie sich älter machen als sie ist, wenn sie schon volljährig ist? Finde ich ein wenig unlogisch und auch nicht der Realität entsprechend. Oft sind ohnehin jüngere Prostituierte beliebter (bilde ich mir ein) cheezygrin .

>>Na süßer, darf ich einsteigen?<<, fragte das stark geschminkte Mädchen, deren 18. Geburtstag noch nicht lange zurück lag. Er wusste, dass sie dieses Leben hauptsächlich deshalb führte, um mit ihrem authistischen Sohn irgendwie über die Runden zu kommen. Der Vater war ein namenloser Freier, der nicht einmal wusste, dass er ein Kind hatte. Elena. Er (Name?) war über diese Frau informiert, wusste alles. Anstatt ihr eine Antwort zu geben, nickte er nur.

>>..., murmelte sie, öffnete die Beifahrertür und schob ihre Beine in den Wagen, die oben unter einem Minirock verschwanden, der seinen Namen wirklich verdiente.<<

>>Er schob die CD in den Spieler und trat wieder aufs Gaspedal, während die ersten Töne der Musik erklangen.<<

Sind natürlich alles nur Vorschläge, die mir gerade so eingefallen sind. Jedenfalls kannst du nicht sagen, dass sich jemand >mit dem Minirock zuerst< irgendwohin bewegt. Das ergibt irgendwie kein halbwegs normales Bild.

Ebenso wäre es vielleicht besser zu sagen, dass >ein Kopf durchs offene Beifahrerfenster erschien<, als einfach >einen Kopf im Wagen erscheinen zu lassen<. Ich hoffe, du erkennst den Unterschied.


Am Himmel glänzt ein Silberstreif. Der Abend wandelt tau zu reif.


Hier fehlt ganz klar die Kohäsion! So aus dem übrigen Text gerissen, kann man das nicht stehen lassen. Du musst diese beschreibenden Elemente, wenn du sie denn einbauen willst, mit dem Rest verbinden und zwar möglichst so, dass es authentisch und nicht gekünstelt wirkt. Du könntest den Mann beim Anfahren durch die Windschutzscheibe zum Himmel empor blicken lassen, etc. :)

„ Erzähl mir was über dich. Was machst du so“, fragte sie. „ Ich bezahle dich nicht fürs reden, okay.“ Sie machte eine Geste, die soviel sagen sollte wie „ Ist ja Gut.“ „ Wo geht’s denn hin.“ Er blickte kurz in den Rückspiegel und sah die Lichter eines Geländewagens. Sie blendeten ihn. „ In ein Hotel, ist nicht weit. Und keine Angst ich habe genug Geld. Brauchst du ne Anzahlung.?“ Sie nickte. Wenn sie das Geld für sich und ihren kleinen Sohn nicht gebraucht hätte, würde sie nicht jeden Abend durch diese Hölle gehen. Immer und immer wieder. „ Im Handschuhfach liegen 100€. Den Rest gibt’s nachher. Sie öffnete es und hielt den Schein kurz unters Licht, als ob sie prüfen wollte, ob er echt war. Dann steckte sie ihn in die Jackentasche. Er spürte wie sie die Hand auf sein Bein legte und ihn zu streicheln begann. „ Gefällt dir das?“ Es gefiel ihm. Und dieses positive Gefühl durchströmte kurz darauf seinen ganzen Körper. Nach zehn Minuten fahrt hielt das schwarze Auto an und sie waren vor dem Parkhotel, dessen Parkbeleuchtung schon seit mehreren Stunden eingeschaltet war und die Penner blendete, die im Park Unterschlupf suchten. Trotz des Regens.


Grundsätzlich: Nach Anführungszeichen steht kein Leerzeichen!
Und ich würde dir empfehlen bei jeder Rede einer anderen Person eine neue Zeile zu beginnen. Das macht den Text übersichtlicher und macht es dem Leser einfacher. Du musst auch auf die Interpunktion achten. Fragezeichen fehlen oft. Einmal hast du >... .?< gesetzt, das geht auch nicht. Entweder >.< oder >?<, je nachdem.

>Wenn sie das Geld für sich und ihren kleinen Sohn nicht gebraucht hätte, würde sie nicht jeden Abend durch diese Hölle gehen. Immer und immer wieder.< Diesen Teil kannst du hier ganz weglassen. Ihre Beweggründe sind wenig weiter oben schon erwähnt. Es wirkt sonst so, als will man unbedingt Mitleid beim Leser erzwingen.

>Und dieses positive Gefühl durchströmte kurz darauf seinen ganzen Körper.< Unbedingt das >positive Gefühl< ersetzen. Viel zu nichtssagend. Ich hätte wahrscheinlich ohnehin diesen ganzen Annäherungs-Teil weggelassen.

Dann schreibst du wieder >das Auto hält<. Lass lieber den >Fahrer den Wagen parken/auf einem Parkplatz halten<.
Vllt so: >Nach knapp zehn Minuten hielt er den Wagen vor dem Parkhotel an und stellte den Motor ab.< Damit ist eigentlich alles gesagt. Den Rest brauchst du gar nicht.


„ Champagner?“ , fragte er. „ So gefällst du mir schon viel besser. Wie heißt du eigentlich?“ Er öffnete die Flasche und goss die beiden Gläser halbvoll. „ Nenn mich Shawn.“ „ Ich geh mich eben noch frisch machen.“ Sie lächelte. Es war das erste Mal, das sie an diesem Abend gelächelt hatte, aber eigentlich hatte er da auch nicht besonders drauf geachtet. Als er das Wasser im Waschbecken laufen hören konnte, nutze er die Chance und legte die Pille aus seiner Jackentasche in ihr Glas uns stellte es auf den Nachttisch. Sein eigenes hielt er in der Hand. Bloß keine Verwechslung. Das wäre zu riskant.
Er lag schon auf dem Bett, als sie das Badezimmer nur in schwarzem BH und Slip verließ. „ Hier“ , er reichte ihr das Glas, die beiden stießen an und führten das Glas an die Lippen. Noch ehe er sein Glas wegstellen konnte, saß sie schon auf ihm drauf und knöpfte sein Hemd auf. „ Willst du mir gleich verraten, worauf du stehst, oder muss ich das erst aus dir rausquetschen? Na gut.“ Ihre Hand fuhr über seine Brust und ehe er sich versah hatte sie schon rosa Plüschhandschellen in der Hand.“ „ Was ist los?“ , fragte er, als sie für einen Moment innehielt. „ Nichts“ , log sie. Das konnte doch nicht sein. Schon das nach dem einen Glas Champagner, fühlte sie sich wie angetrunken. Ihr war extrem schwindelig geworden. Und es spielte sich fast wie in einem Film ab, als sie ihm jetzt die Hose aufknöpfte. Elena sah nicht nur zwei Menschen, wo nur einer war, sondern alles geschah, als hätte eine dritte Person auf Zeitlupe geschaltet. „ Lass das.“ Er stieß sie von sich weg und drückte ihren Körper mit aller Kraft in die Matratze. Der Moment, dass sie dachte alles wäre nur ein Spiel oder eine schüchterne Reaktion, war längst vorbei. Auch wenn sie es wohl nicht wahrhaben wollte, wusste sie, dass dieser Mann nicht das wollte, was sie anbot. Auch wenn das mehr war, als sie sich jemals erträumt hatte. „ Hey, was soll das. Lass mich los.“ Alles begann sich wie in einem Karussell um sie zu drehen. „ Halt die Fresse“, er schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht und ihr Kopf kippte hinten über. Die Wirkung der Flüssigkeit schien langsam einzusetzen. Ihr zucken wurde immer schwächer, als er seinem Trieb nachging. Und als er sich die Jacke und die 100€ geschnappt hatte und noch ein letztes Mal auf sie blickte, lag sie da wie tot, aber das war sie nicht. Ihr Körper war da, ihr Verstand nicht. Doch schon in wenigen Stunden, würde man, selbst wenn man sie fand, das Rohypnol in ihrem Blut nicht mehr nachweisen können, weil es verschwunden wäre und man auch nicht danach suchen würde. Und sie würde sich, wenn überhaupt, nur bruchstückhaft erinnern können. Er hatte die Macht. Wie immer. Doch als er wieder auf die Frau blickte, merkte er, das es nicht Perfekt war. Wo war dieses Gefühl, das er vor fünf Jahren gehabt hatte? Dieses Gefühl von Befriedigung. Ein leises Geräusch, sie wimmerte. Es schien als versuchte sie mit aller Kraft die Augen aufzupressen, doch mehr als ein Zwinkern gelang ihr nicht.
Er brach zusammen, als er gemerkt hatte, was geschehen war. Für einen Moment waren ihre Augen geöffnet gewesen und das letzte was sie sah, war die Nachttischlampe, die immer wieder auf sie herunterkrachte. Elena Zeppenfeld war tot. Und der Sohn im Bruchteil einer Sekunde Vollweise.


>Nenn mich Shawn.< Sehr klischeehaft.

>..., aber eigentlich hatte er da auch nicht besonders drauf geachtet.< Zu umgangssprachlich.

>..., saß sie schon auf ihm drauf und knöpfte sein Hemd auf.<
--> >..., setzte sie sich auf ihn und knöpfte sein Hemd auf.<

Irgendjemand hat schon erwähnt, dass du eine klare Perspektive beziehen solltest. Dem schließe ich mich an. Durch die Gedankensprünge verliert der Text an Klarheit und einige Passagen sind nur mehr unter Mühe nachvollziehbar. Bleib bei der Sicht des Mannes! Der Leser weiß ohnehin was mit ihr passiert, nachdem sie aus dem Glas getrunken hat. Dafür braucht man nicht erst ihre ohnehin nur verwirrten Gedanken!

Im Großen und Ganzen ein flotter Text. Zumindest von Langeweile kann man nichts sagen. thumbbup Üben, üben! Regelmäßig schreiben! Und mal Richard Laymon lesen! book: cheezygrin

Viel Erfolg!!
chris

Marcel R.
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Re:

von Marcel R. (07.06.2009, 20:39)
Danke für die tollen Hinweise an alle!!!
Ich bin ein 16 Jähriger Thrillerautor, der Momentan an seinem ersten richtigen Buch arbeitet.

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Marcel R.
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Re:

von Marcel R. (10.06.2009, 18:55)
Tolle Kritiken...
macht weiter so thumbbup
Ich bin ein 16 Jähriger Thrillerautor, der Momentan an seinem ersten richtigen Buch arbeitet.



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Maxi
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Re:

von Maxi (12.06.2009, 16:34)
Die Idee der Story ist gut, daraus kannst du jedenfalls noch einiges herausholen.
Lass das Geschriebene nochmal auf dich wirken, stell dir dann vor du bist an Ort und Stelle dabei, und dann lass deine Finger auf der Tastatur den Rest erledigen, denn es kommt mit Sicherheit noch einiges an Wörter zutage.
Maxi

Marcel R.
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Re:

von Marcel R. (13.06.2009, 09:55)
Werde ich machen danke Maxi thumbbup

cheezygrin
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Marcel R.
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Re:

von Marcel R. (15.06.2009, 19:38)
ich lasse diese düstere Atmosphäre auf mich wirken....und schriebe jetzt einen dicken Roman!
Ich bin ein 16 Jähriger Thrillerautor, der Momentan an seinem ersten richtigen Buch arbeitet.



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