No Go: Haustiere töten

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MasterChief
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No Go: Haustiere töten

von MasterChief (18.06.2009, 13:50)
Hey.

Ich hab gestern mal wieder bei mir selber eine ziemlich schlechte "Zuschauerreaktion" beobachtet.
War im Kino und hab "Drag me to hell" geguckt. Da war die Protagonistin etwa in der Hälfte des Filmes "gezwungen" ihre Katze zu töten. Aber mir was völlig gleichgültig, mit welchen Problemen der Autor die Frau konfrontiert hat - die eigene Katze (oder irgendeine andere) sinnlos zu töten nur um selber zu überleben ist für mich ein No Go.

An der Stelle war der Film für mich gelaufen und ich hab mich drüber geärgert, in diesem Moment im Kino zu sitzen und für den Film Geld bezahlt zu haben. Im FreeTV hätte ich den Film einfach ausgemacht.

Danach war mir die Protagonistin so dermaßen unsympatisch, dass ich den ganzen Film nich mehr ernst genommen hab und der den Tod gewünscht hab - was Gott sei Dank am Ende auch eintritt.

Das bringt mich als Autor zu der Frage: Wie würdet ihr an der Stelle reagieren? Wäre euch die Protagonistin auch unsympatisch?

Und was gibt es eventuell noch für andere "NoGo"s, die man als Autor beachten sollte? Irgendwelche Ideen oder eigene Erfahrungen?

Beste Grüße

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (18.06.2009, 14:25)
Oh, oh, die eigene Katze? Ich hab eine Katze. :shock::

Aber du fragst ja, ob man sich als Autor überlegen darf, solche Sachen zu schreiben. Oder überhaupt seine Prots in solche Situationen zu bringen?

Da würde ich sagen: Ja. Auf jeden Fall. Gerade solche unmöglichen Situationen finde ich extrem interessant und spannend. Einen Prot in eine Situation zu bringen, bei der die Handlung klar ist, ist recht einfach. Ihn vor Situationen zu stellen, die andere nicht mal miot der Kneifzange anpacken würden ... das ist eine Herausforderung - vor allem, wenn man dann den Gedenkengang des Prots nachvollziehbar darlegen kann.

Gruß
Hakket

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (18.06.2009, 14:47)
:shock::

Ich hab auch eine Katze. Trotzdem find ich die Sache mit dem Kinofilm nicht wirklich tragisch. Abgesehn davon: was ist mit Filmen wie Kill Bill, Pulp Fiction u.a.

Da gehts doch wohl um Töten als selbstzweck ...

aber Fiction bleibt doch wohl immer noch Fiction.
Und wo steht geschrieben, dass ein Protagonist "sympathisch" zu sein hat?

So what ...

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frauGeier83
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Re:

von frauGeier83 (18.06.2009, 14:58)
Ich weiß nicht, ich weiß nicht.
Mein Stubentieger schaute ganz entsetzt, als ich ihm sagte, dass in Filmen Katzen getötet werden. :wink:
Nur, ich mein, es war ein Film, also nicht reality. Und wenn es für die Story gut war - who cares?
Man muss als Autor oft seltsame Wege beschreiten, um ans Ziel zu kommen.

Persönlich verurteile ich Tiermörder. (Nicht das ihr glaubt, mir macht das nichts aus)
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MW
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Re:

von MW (18.06.2009, 15:03)
sehr unschön ... aber spannende themen sind meisten unschön, da ja gerade diese konkflikte beinhalten blink3
aktuelles sachbuch: "design kalkulieren"
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artwork: www.designers-inn.de
schreiben: www.angenehme-vorstellung.de
thriller: www.marclinck.de
musik: www.linck-live.de

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MasterChief
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Re:

von MasterChief (18.06.2009, 15:14)
Ja also mal kurz beschrieben:
- Die Protagonistin wird von ner alten Frau mit nem Fluch belegt
- Die Protagonistin wird von da an von einem Geist heimgesucht der sie quält.
- Sie sucht bei einem Wahrsager Hilfe, der ihr den Tipp gibt, ein Tier zu opfern, um den Fluch loszuwerden.
- Sie sagt "Niemals würde ich meine Katze opfern!"
- Der Typ entgegnet "Sie werden überrascht sein, was Sie für ihr eigenes Leben bereit sind zu tun!"
- Die wird n weiteres mal von dem Geist angegriffen
- ...und entscheidet sich dann gegen ihre katze. Nimmt n Küchenmesser un läuft durchs Haus "Kitty, Kitty Kitty, komm her...."

Dann zeigt die Kamera das Haus aus der Außenansicht und man hört die Katze schreien...

Also ich finde das ja durchaus nachvollziehbar. Aber trotzdem war die mir ab da absolut unsympatisch, ich konnte der nichts mehr abgewinnen. Ich hab die Katze einfach von der ersten Szene an ins Herz geschlossen und naja.

Wenn ich eure Antworten so sehe, scheint mir das nur ein sehr schmaler Grad zwischen "Spannung erzeugen" und "Protagonistin unsympatisch machen und damit komplett versagen" zu sein ... ^^

Bild Die Typen die neben mir saßen fanden die Szene überigens sehr lustig - warum auch immer -__-

Benny
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Re:

von Benny (18.06.2009, 15:22)
Ich glaub über so ne Szene regen sich auch nur Katzenliebhaber auf. dozey:

SeFish
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Re:

von SeFish (18.06.2009, 15:24)
MW hat geschrieben:
sehr unschön ... aber spannende themen sind meisten unschön, da ja gerade diese konkflikte beinhalten blink3


naja..... :shock:: .. also spannend hört sich das nicht an, und besonders originell ist das auch nicht.
Für eine Hauptdarstellerin (die wohl eher das "Gute" verkörpern soll) ist das absolut "abtötend" (um das passende Wort zu wählen)
WER mag so eine "Heldin"?
Wäre es "der achso böse verblödete Gegenspieler".. ok... aber so..

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Conny
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Re:

von Conny (18.06.2009, 15:30)
Hakket (Moderator) hat geschrieben:
Aber du fragst ja, ob man sich als Autor überlegen darf, solche Sachen zu schreiben. Oder überhaupt seine Prots in solche Situationen zu bringen?

Da würde ich sagen: Ja. Auf jeden Fall. Gerade solche unmöglichen Situationen finde ich extrem interessant und spannend. Einen Prot in eine Situation zu bringen, bei der die Handlung klar ist, ist recht einfach. Ihn vor Situationen zu stellen, die andere nicht mal miot der Kneifzange anpacken würden ... das ist eine Herausforderung - vor allem, wenn man dann den Gedenkengang des Prots nachvollziehbar darlegen kann.

Gruß
Hakket


Sehe ich genau so!
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
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Frank K.
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Re:

von Frank K. (18.06.2009, 15:33)
Grundsätzlich würde ich auch sagen: Film ist Fiction, und da ist (fast) alles erlaubt.
Für einen Autor finde ich es auch viel interessanter, Menschen vor solche emotional extrem belastende Situationen zu stellen. Sowas gut zu schreiben, ist eine richtige Herausforderung.

Zum Film: Sorry, aber wieder ein Grund mehr, mir sowas nicht anzusehen.
Der Regisseur (wenn ich nicht irre) hat damals die "Tanz der Teufel"-Filme gemacht. So einen Schwachsinn tue ich mir echt nicht wieder an!!!
Aber auch hier gilt: wem`s gefällt...jedem das seine :wink:
Gruß,
Frank

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (18.06.2009, 15:42)
Ich hasse es, wenn Tiere im Film oder Buch sinnlos gequält oder getötet werden. In meinem Buch ist auch ein Hund getreten worden. Sein Herrchen (80) wurde zusammengeschlagen. Es war eine wichtige Szene, die meine Story weiter brachte. Das zu schreiben fiel mir sehr schwer und ich bekam eine richtige Wut auf meine Antagonisten. Wenn es der Geschichte dient, finde ich es okay. Oft werden aber vermeintliche Gags in Szenen eingebaut, in denen Katzen, Hunde oder Vögel aus Langeweile gequält oder getötet werden. Der Verantwortliche ist dann für mich ein Tierquäler und der Film oder das Buch gestorben.
Zuletzt geändert von Thomas Becks am 18.06.2009, 15:55, insgesamt 1-mal geändert.

Benny
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Re:

von Benny (18.06.2009, 15:42)
Noch ein Nachsatz von mir, nicht das es heißt ich würde es gut finden wenn ne Katze abgemurkst wird oder so. Da find ich so Szenen wie aus dem Film "Sieben" - wo am Ende die schwangere Frau des Ermittlers vom Mörder (sind nicht so die korrekten Personenbeschreibungen aber so die Richtung) geköpft wird, der Kopf in einem Paket dann verschickt wird usw. damit der Ermittler das dann sieht und nen Grund hat über den Mörder zu richten... viel grausamer und das wäre nen Punkt wo ich mich nachhaltig drüber ärgern könnte. - Hab mir den Film danach auch nie mehr gegeben und will ich auch nicht.

Aber was ich halt damit sagen will, für jemanden wie mich, der keinen so engen Bezug zu Katzen hat, ist die Szene mit der Katze nicht in dem Maße brutal oder ein "NoGo".

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Conny
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Re:

von Conny (18.06.2009, 15:43)
Frank K. hat geschrieben:
Der Regisseur (wenn ich nicht irre) hat damals die "Tanz der Teufel"-Filme gemacht. So einen Schwachsinn tue ich mir echt nicht wieder an!!!
Aber auch hier gilt: wem`s gefällt...jedem das seine :wink:
Gruß,
Frank



Uuaaahh!
Das war der erste Horrorfilm in meinem Leben! Heute ist das für mich auch totaler Schwachsinn ...
Aber damals (so vor fünfzig Jahren oder so :lol: ), als ich mit meinen Freundinnen auf der Couch saß und mit ansehen musste wie der Wald lebendig wurde, fand ich das mega gruselig!

Na ja, man wird älter und reifer (zum Glück).

LG, Conny
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Lisa_Sonnenblume
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Re:

von Lisa_Sonnenblume (18.06.2009, 19:47)
Benny hat geschrieben:
Noch ein Nachsatz von mir, nicht das es heißt ich würde es gut finden wenn ne Katze abgemurkst wird oder so. Da find ich so Szenen wie aus dem Film "Sieben" - wo am Ende die schwangere Frau des Ermittlers vom Mörder (sind nicht so die korrekten Personenbeschreibungen aber so die Richtung) geköpft wird, der Kopf in einem Paket dann verschickt wird usw. damit der Ermittler das dann sieht und nen Grund hat über den Mörder zu richten... viel grausamer und das wäre nen Punkt wo ich mich nachhaltig drüber ärgern könnte. - Hab mir den Film danach auch nie mehr gegeben und will ich auch nicht.

Aber was ich halt damit sagen will, für jemanden wie mich, der keinen so engen Bezug zu Katzen hat, ist die Szene mit der Katze nicht in dem Maße brutal oder ein "NoGo".


... ohja, das Paket am Ende cry:: war das schrecklich brrrr ...
LG,

Lisa

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Kyra Anderson
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Sieben

von Kyra Anderson (18.06.2009, 20:04)
Ja, den Film 7 seh ich mir auch nie wieder an, grausam!
Bei dem Film mit der Katze hätte ich umgehend das Kino verlassen! Sowas kann ich nicht sehen! Ich habe selber 5 Katzen... Allerdings gilt das (Verlassen des Kinos) für jedes Tier!
Gewalt beginnt da, wo Wissen aufhört.

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