Wie lege ich ein Manuskript überhaupt vor?

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Dagmar R. Rehberg
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Wie lege ich ein Manuskript überhaupt vor?

von Dagmar R. Rehberg (04.07.2007, 12:17)
Hallo liebe Leute,

während meiner Arbeit mit anderen Autoren ist mir aufgefallen, dass viele gar nicht wissen, wie ein Manuskript für die Vorlage beim Verlag auzusehen hat. Da ich hier niemanden ungebeten volltexten möchte, hier meine Frage an euch:
Habt ihr diesbezügliche Defizite und daher ein Interesse daran, dass ich die Vorgabe hier einmal darlege?

Andreas T.
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Re:

von Andreas T. (04.07.2007, 12:26)
Goodbye!
Zuletzt geändert von Andreas T. am 28.07.2009, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (04.07.2007, 13:06)
Hallo Dagmar,
wir sind immer begierig Neues zu lernen! (unterstell ich einfach mal so)
:wink:
LG Grete

danysahne

Re:

von danysahne (04.07.2007, 13:12)
Ey Grete, sprich für dich und nicht für mich - sonst beiss ich dich!!! LOL

Nee, es kommen immer wieder Leute hier im Forum dazu und da sind sicher einige, die da kleine Wissenslücken haben. Ich schliesse mich da nicht aus. Denn man/frau kann ja nicht alles wissen. ;)

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (04.07.2007, 13:36)
Hast Recht danysahne - war etwas vermessen von mir :oops:

Aber das mit dem Beißen würd ich lieber lassen, bin bekannt als Schokojunkie - mich hat noch keine Schokolade überlebt... 8)

Nichts für Ungut - alles für Gut! :wink:

LG Grete

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (04.07.2007, 14:58)
Hallo Dagmar,

ich schließe mich der Befürwortung der vorangegangenen Autoren-Kollegen an. Man lernt nie aus. Unsicherheiten bestehen immer. Ich weiß ohnehin viel zu wenig.

Gruß Rita

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ChrisK
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Re:

von ChrisK (04.07.2007, 17:33)
Ohne Dagmar vorgreifen zu wollen: Es gibt unter http://igda.ig.ohost.de/ ein Blog der Interessengemeinschaft deutschsprachiger Autoren, und da gibt es die Rubrik "Veröffentlichungsmöglichkeiten Verlage", da sind sehr viele Statements verschiedener Verlage zu finden, wie genau denn die jweilige Einreichung aussehen soll. Vielleicht hilfreich.
Gruß
Chris

Dagmar R. Rehberg
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Form von Manuskripten zur Vorlage bei Verlagen

von Dagmar R. Rehberg (05.07.2007, 09:15)
Okay, dann wollen wir mal. Vieles von dem ist euch sicherlich schon bekannt, trotzdem versuche ich hier eine möglichst genaue Aufstellung. Denn sie Vorgaben für die Vorlage von Manuskripten bei Verlagen sind ziemlich genau festgelegt und wer sich nicht daran hält, verringert seine Chancen ernst genommen zu werden erheblich.

Drei Unterlagen müssen bei den Verlage eingereicht werden: Anschreiben, Exposé und Manuskript. Ich bringe dies am Beispiel eines Romans, es lässt sich aber beliebig übertragen.

Beginnen wir mit dem Anschreiben:
Bedenkt immer, dass Verlage Unmengen von unangeforderten Manuskripten erhalten. Textet die Leute deshalb nicht unnötig zu, sondern beschränkt euch auf die notwendigen Informationen. Dabei solltet ihr mit einem gewissen Selbstbewusstsein auftreten, also nicht in der Art „ich würde ja eigentlich gern mein Buch vielleicht mal vorstellen wollen, wenn es denn auch nicht zu viele Umstände macht...“ Aber bitte auch nicht überheblich. Im Kopf steht natürlich eure Adresse mit Telefonnummer, ggf. auch die Zeiten, wann ihr am besten zu erreichen seid. Kaum etwas nervt einen Lektor mehr, als wenn er zwanzig Mal vergeblich anruft. Entscheidet sich der Verlag für euch, findet der ersten Kontakt in der Regel telefonisch statt. Bei der Angabe eurer Telefonnummern bedenkt bitte auch, dass es nicht immer angebracht ist, Verlagsgespräche während der Arbeitszeit zu führen. Nach der üblichen Begrüßungsformel dann der Einleitungssatz, ihr habt einen Roman geschrieben mit dem Arbeitstitel ... und wollt ihn nun vorstellen, oder ähnliches. Dann wird in einem Satz das Thema beschrieben. Danach kommt der Klappentext. Bedenkt bitte, dass dieser darüber entscheidet, ob das Buch überhaupt gelesen wird und das gilt nicht nur für potentielle Käufer, sondern auch für den Lektor. Bereits an dieser Stelle vom Anschreiben entscheidet ihr, ob der Lektor sich weiter mit eurem Manuskript beschäftigen wird, also äußerste Sorgfalt, bitte! Hauptperson incl. Grundvoraussetzung kurz schildern, Wendepunkt anreißen und fertig. Danach kommt mit entsprechendem Überganssatz eine Kurzvita. Hier nur Angaben zu eurem Brotberuf, eurer familiären Situation und eurem bisherigen schriftstellerischen Werdegang. Hobbys und andere Angaben haben hier nichts zu suchen und disqualifizieren euch nur! Dann die üblichen Schlussworte und das wars.
Bitte hier niemals etwas über die geplante Verwendung von Pseudonymen schreiben, damit outet ihr euch nur als absoluten Neuling und Ahnungslosen. Zu diesem Zeitpunkt interessiert es keinen. Diese Frage wird erst viel später geklärt. Nur wenn ihr bereits veröffentlicht habt, könnt ihr in der Vita schreiben: bisherige Veröffentlichungen unter dem Autorennamen xxx: yyy.

Das Exposé: Es ist eine Inhaltsangabe des gesamten Buches. Hier wird der Hauptstrang der Erzählung dargestellt, vom Anfang, über den Wendepunkt bis zum Schluss. Es ist sehr wichtig, dass ihr den Schluss hier bereits darstellt. Ein Exposé wird immer im Präsents geschrieben, aber bitte nicht einfach herunterschreiben. Denn hier zeigt ihr bereits, ob ihr schreiben könnt oder nicht. Das Exposé muss spannend und mitreißend sein. Legt genauso viel Herzblut da hinein, wie in eine Kurzgeschichte. Denn überzeugt es nicht in Stil und Aufbau, wird der Lektor das Manuskript gar nicht erst anschauen. Die Meinungen über den Umfang sind unterschiedlich, reichen von einer bis vier Seiten. Mein Tipp: Pendelt euch irgendwo in der Mitte ein.

Das Manuskript:
Klar soll es fehlerfrei nach der neuen deutschen Rechtschreibung sein. Brauchen wir eigentlich nicht zu erwähnen. Auf dem Titelblatt steht der Titel, Genre und der Name des Autoren mit der gesamten Adresse. Das Manuskript ist durchgehend paginiert, auf jeder Seite steht zudem der Titel und der Autor. Natürlich auch hier mit richtigem Namen. Das Manuskript ist immer gebunden. Bei Leseproben ist eine Spiralbindung machbar, bei kompletten Manuskripten immer Thermobindung benutzten, notfalls auch in mehreren Bänden vorlegen, wenn es zu viele Seiten sind. Keine Loseblattsammlung und auch keine Leitzordner!!! Das Manuskript wird als sog. Normseite vorgelegt: Einseitig beschriftet, Schrift ohne Serifen (also Arial, Tahoma usw.) in 12-14 pt. Zeilenabstand 1,5-2. Linksbündig, ohne Silbentrennung, Einschübe und sonstigen Formatierungen! Links ist der Rand breit genug für eine Bindung, rechts mind. 5 cm Rand für Anmerkungen des Lektors. Max. 60 Zeichen/Zeile, max. 30 Zeilen/Seite, also max. 1800 Zeichen/Seite. Nur so kann sich der Verlag einen Eindruck vom wirklichen Umfang des fertigen Buches machen.
Bei Leseproben immer die ersten Seiten nehmen, nicht Auszüge, auch wenn sie euch besser erscheinen. Auch hier gilt: Das Weiterlesen hängt genau davon ab. Die ersten Seiten entscheiden darüber.

So, das waren auch schon die wichtigsten Angaben, ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Eines noch zum Schluss. Bei Nennung des Titels immer "(Arbeitstitel)" dahinter bzw. darunterschreiben. So lasst ihr erkennen, dass ihr wisst und anerkennt, der endgültige Titel wird vom Verlag festgelegt.

Und ein Tipp noch zum Anschreiben: Im Gegensatz zu den anderen Unterlagen solltet ihr hier richtiges Briefpapier benutzten. Allerdings seriös wirkendes, also kein quietschrosa Papier mit bunten Teddys drauf! (Macht ja eh keiner, denkt ihr? Seid euch nicht so sicher!)

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig geholfen. Da die Antworten oft Monate auf sich warten lassen, schreibt gleich mehrere Verlage an. Fragt vorher telefonisch an, ob das gesamte Manuskript oder nur eine Leseprobe beigelegt werden soll und vergesst das Rückporto nicht, denn sonst bekommt ihr gar keine Antwort.

Viel Erfolg und wer noch Fragen hat, nur zu.

dbs

Re: Form von Manuskripten zur Vorlage bei Verlagen

von dbs (05.07.2007, 10:22)
Hallo, alle zusammen!

Was Dagmar da geschrieben hat - Daumen hoch! Super!

Dagmar R. Rehberg hat geschrieben:
Viel Erfolg und wer noch Fragen hat, nur zu.


Fragen weniger. Eine Anmerkung vielleicht.

Dagmar R. Rehberg hat geschrieben:
Das Exposé: Es ist eine Inhaltsangabe des gesamten Buches. Hier wird der Hauptstrang der Erzählung dargestellt, vom Anfang, über den Wendepunkt bis zum Schluss.


Das setzt voraus, dass der Autor / die Autorin mit der Struktur von Romanen vertraut ist und z.B. weiß, was ein Wendepunkt ist. Oder zumindest über Grundwissen im Bereich dramaturgischer Aufbau verfügt. Da aber viele Leute das Romanschreiben beginnen, weil sie eine ihrer Meinung nach gute Idee haben, weiß ich nicht, ob sie die Struktur ihres Romanes so ohne weiteres bestimmen können. Ein verlagstaugliches Exposè schreiben ist dann nicht ohne.

Grüße
Siegfried

Dagmar R. Rehberg
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Re:

von Dagmar R. Rehberg (05.07.2007, 10:38)
Hallo Siegfried,

ich entschuldige mich im Voraus, wenn das nun ein wenig hochmütig klingt, aber: Wer anfängt zu schreiben sollte schon wissen, was er tut. Ich brauche ein Manuskript gar nicht erst einzureichen, wenn ich keine Ahnung vom Aufbau eines Romans habe. Ich miete mir ja auch keinen Saal, um ein Klavierkonzert zu geben, wenn ich noch nie in meinem Leben an einem Klavier gesessen habe, oder? Das Alphabet zu können, bedeutet nicht automatisch, dass man schreiben kann. Schreiben ist ein Handwerk, das gelernt werden muss. Talent allein reicht nicht. Stil und Aufbau der einzelnen Literaturformen lernt man nur bedingt in der Schule und leider auch nicht viel umfangreicher im Germanistikstudium, wie mir Germanisten erzählt haben. Dort lernt man wohl eher das Beurteilen, als das Selbermachen. Kann ich nichts zu sagen, da ich selbst kein Germanist bin.
Also nochmal sorry, ich möchte niemandem zu nahe treten, aber wie gesagt, man sollte schon wissen, was man tut, vor allem wenn man veröffentlichen will.

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (05.07.2007, 10:41)
Hallo Dagmar,

vielen Dank für diese präzise Zusammenstellung. Alles sehr nützliche Aussagen. Habe maches nicht gewusst.

Gruß Rita

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hawepe
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Re: Form von Manuskripten zur Vorlage bei Verlagen

von hawepe (05.07.2007, 11:21)
Hallo Dagmar,

erst einmal Danke fuer die viele Muehe, die du dir gibst.

Dagmar R. Rehberg hat geschrieben:
Das Manuskript:
Klar soll es fehlerfrei nach der neuen deutschen Rechtschreibung sein.


Wobei keineswegs alle Verlage auf der neuen Rechtschreibung bestehen. Auf jeden Fall muss die einmal gewaehlte Rechtschreibung aber konsequent durchgehalten werden. Das gilt auch bei den zahlreichen Wahlfreiheiten der neuen Rechtschreibung. Delphin und Typografie passen nicht unbedingt gut zusammen.

Das Manuskript wird als sog. Normseite vorgelegt: Einseitig beschriftet, Schrift ohne Serifen (also Arial, Tahoma usw.) in 12-14 pt. Zeilenabstand 1,5-2. Linksbündig, ohne Silbentrennung, Einschübe und sonstigen Formatierungen! Links ist der Rand breit genug für eine Bindung, rechts mind. 5 cm Rand für Anmerkungen des Lektors. Max. 60 Zeichen/Zeile, max. 30 Zeilen/Seite, also max. 1800 Zeichen/Seite.


Aber vorher bitte unbedingt auf der Internetseite des Verlages nachschauen, denn nicht wenige Verlage veroeffentlichen dort Hinweise fuer Autoren. Wer diese beachtet, zeigt immerhin schon einmal, dass er sein Manuskript nicht wahllos verschickt hat, sondern sich vorher einen Eindruck vom Verlag zu machen versuchte.

Und ein Tipp noch zum Anschreiben: Im Gegensatz zu den anderen Unterlagen solltet ihr hier richtiges Briefpapier benutzten.


Auch bei der Papierwahl macht es sich uebrigens immer gut, sich vorher ueber den Verlag zu informieren. Einem oekologisch orientiertem Verlag Briefe und Manuksripte auf oekologisch bedenklichem Papier zuzuschicken, kommt selten gut an. Deshalb muss es aber noch lange kein sehr graues Papier zu sein.

Fragt vorher telefonisch an, ob das gesamte Manuskript oder nur eine Leseprobe beigelegt werden soll


Wenn es nicht bereits auf der Internetseite steht.

Sonst kann man bei der Gelegenheit auch gleich fragen, ob das Schreiben direkt an jemanden gerichtet werdn kann.

Beste Gruesse,

Heinz.

dbs

Re:

von dbs (05.07.2007, 12:47)
Dagmar R. Rehberg hat geschrieben:
Hallo Siegfried,

ich entschuldige mich im Voraus, wenn das nun ein wenig hochmütig klingt, aber: Wer anfängt zu schreiben sollte schon wissen, was er tut.


Hochmütig? Ganz und gar nicht. Du schreibst mir aus der Seele!

Grüße
Siegfried

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Judith
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Re:

von Judith (07.08.2007, 01:25)
Hallo Dagmar,

vielen Dank für die Zusammenstellung!

Eines überrascht mich. Du schreibst, man solle das Manuskript immer binden. Im "Utschrin" und ebenso in dem m.E. sehr aufschlussreichen Buch So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript wird dagegen empfohlen, unbedingt lose Blätter zu schicken, mit Gummiband zusammengehalten.

Vermutlich sind diesbezüglich bei Lektoren die Geschmäcker verschieden.

Ich habe mich für Aktenhüllen entschieden. Darin sind die losen Blätter ordentlich aufgehoben, und für Probekapitel sind sie gut ausreichend.

Viele Grüße von
Judith

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hawepe
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Re:

von hawepe (07.08.2007, 08:28)
Hallo Judith,

Judith hat geschrieben:
Vermutlich sind diesbezüglich bei Lektoren die Geschmäcker verschieden.

Ich habe mich für Aktenhüllen entschieden. Darin sind die losen Blätter ordentlich aufgehoben, und für Probekapitel sind sie gut ausreichend.


Schau auf den Internetseiten der Verlage nach. Viele informieren auch darueber, wie sie Manuskripte wuenschen. Daran sollte man sich dann unbedingt halten, alleine schon, weil man damit zeigt, sich vorher ueber den Verlag informiert zu haben.

Beste Gruesse,

Heinz.

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