Der Bau der großen Maschine

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Zeitl0ch
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Der Bau der großen Maschine

von Zeitl0ch (20.07.2009, 18:23)
Ich habe den Text mittlerweile entfernt, um ihn anderweitig zu verwerten.
Zuletzt geändert von Zeitl0ch am 04.09.2013, 19:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (20.07.2009, 22:21)
Undankbare Welt! Nur 11 Klicks! Wo sind die Kenner?

idebe
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Re:

von idebe (21.07.2009, 14:23)
Hallo Zeitl0ch,

11 Klicks in vier Stunden sind in der Rubrik Poesie nicht unterdurschnittlich.
Als Kennerin bezeichne ich mich nicht, habe es dennoch angeklickt und bis zum Ende gelesen. Es beschäftigt mich, "kommt an mich ran", geht in mich hinein. Worte kommen dennoch nicht hinaus. Aber du hast dein Gedicht auch nicht an einem Tag geschrieben.
Wobei: wenn ich mich ausdrücken könnte, würde ich vermutlich feststellen, dass meine Gedanken so persönlich sind, dass sie nicht hierhergehören. :?

Eine wortlose, aber dennoch dankbare
Ina

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (21.07.2009, 15:28)
Ich freue mich sehr, wenn man mir zurückmeldet, dass ich mit einem Werk eine Wirkung erzeuge. Das ist ein Riesenkompliment für mich.
Vielen, lieben Dank!

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Mac Bach
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Re:

von Mac Bach (21.07.2009, 17:41)
Hallo, Zeitloch, weil ich weiß, wie bedrückend es ist, wenn man auf seine Fragen keine Antworten erhält, will ich dir was schreiben. Obwohl es mir eine heikle Sache zu sein scheint.
Was du da geschrieben hast ist kein Gedicht, sondern ein Roman. Zu viele sprunghaft wechselnde Gedanken, als dass daraus ein Ganzes sich ablesen ließe, wohl aber Stoff für ein gutes Dutzend lesbarer Gedichte. Dass der Tenor dessen was du uns sagst, so trübe ist, so verzweifelt, scheint ein Privileg von Poeten seit uralten Zeiten: die kalte Muse küsst nur den, dem die lebendige abhanden kam; sonst hätte er Besseres zu tun.
Ein bisschen viel für meinen Geschmack ist vom Klo die Rede; die langen Aufenthalte scheinen der Rede wert, aber ich kann sie nicht als Bereicherung empfinden. Mit ein wenig zeitlichem Abstand könntest du vielleicht daran denken, deine Maschine ein wenig zu demontieren und aus den Einzelteilen ein paar schöne einprägsame Gedichte zu schmieden.
Das jedenfalls wünschte sich
Mac Bach
Das Gedicht ist wahrscheinlich das einzige kulturelle Produkt, das zur Profitmaximierung völlig ungeeignet ist. Das ist Freiheit. Wunderbar.

Hans-Magnus Enzensberger

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (22.07.2009, 10:26)
@MacBach:

Aktuell herrscht bei mir noch dieses angenehme Gefühl des Abgeschlossenseins bezüglich des Textes vor, was mich weniger empfänglich für Änderungsvorschläge macht.
Aber du verstehst dich sehr gut auf Kritik, sie kommt nämlich als konstruktiv an und wahrt den Respekt. Dazu ist ja leider nicht jeder in der Lage. Außerhalb dieses Forums habe ich da schon schlimme Beispiele des Eigenlobs durch Abwertung meiner Person erfahren.
Deshalb ist es mir wichtig, das zu betonen.

Detlef Schumacher
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Re:

von Detlef Schumacher (22.07.2009, 13:54)
Der Kaufpreis ist es wohl nicht, der Gedichtbände weniger begehrlich macht als Prosa-Erzeugnisse. Woran das liegt, muss ich nicht zu erklären versuchen. Nur soviel sei gesagt, dass ein Gedicht auf Anhieb ansprechen muss. Das tut es nicht, wenn es eine Ansammlung leerer Worthülsen ist, wenn es den Leser mit einer Fülle von Wortphrasen und undefinierbarem Wortgestammel abschreckt.
In diesem Autorenpool ist es zur lyrischen Masche geworden, einfach drauflos zu dichten, ungeachtet der Tatsache, dass ein Gedicht auch über bestimmte Formen verfügen muss, zu denen – um im klassischen Sinne zu sprechen -, der Reim gehört. Ich nehme mich von der Gefallsucht, mit irgendeinem gedicht(eten) Spontaneinfall zu imponieren, nicht aus. Doch kräuseln sich meine Gehirnzellen, wenn ich Abgeschmacktes lese, das einem „Wortschöpfer“ z.B. nach der hastigen Einnahme von Nudelsuppe gekommen ist. Noch mehr wundert mich der Beifall, der diesem Sabberling dann gezollt wird. Wenn solche in klägliche Worte gefassten Unarten als Gedicht deklariert werden, dann muss es nicht wundern, dass die Masse der lesewilligen und intelligenten Autoren des Autorenpools hierzu ihr Urteil unterlässt.
Ein Gedicht muss Sinn haben, muss die Aussageabsicht des Verfassers rasch deutlich machen.
Als verdichtete Form des Mitzuteilenden verlangt es höchste Konzentration auf das Wesentliche und zugleich poetisches Geschick, es in klangschöne Worte zu fassen, im rechten Versmaß, versteht sich. Ein gut „gemachtes“ Gedicht klingt, schwingt in der Seele, reizt die Empfindung auf angenehmste Weise und schafft innerhalb kürzester Zeit bildliche Vorstellungen.
Was sage ich da, lieber ZeitlOch? Das alles weißt Du sicherlich besser als ich. Wenn dem so ist, dann musst Du zugestehen, dass Dir „Der Bau der großen Maschine“ poetisch nicht ganz gelungen ist. Ich will nicht wiederholen, was Mac Bach völlig richtig gesagt hat, ich will nur hinzufügen, dass der Titel Deines Gedichts – belassen wir es bei dieser Bezeichnung – etwas verspricht, was dessen Inhalt nicht hält. Deine Gedanken klingen konfus, Du verlierst ständig den „roten“ Faden, hüpfst von einer momentanen Eingebung zur nächsten, ohne einen Zusammenhang erkennen zu lassen. Was willst Du mit Deiner Wortanhäufung eigentlich sagen? Wenn Dich irgendwelche dumpfe Gedanken malträtiert haben, dann solltest Du den Konsumenten Deines Gedichts nicht auch noch Schmerzen bereiten. Schon der erste Blick auf Dein Poem ließ mich schaudern, denn mit 24 Strophen hättest Du mein Interesse fast lahmgelegt.
Dass Du „nur“ 11 Aufrufe beklagst, muss Dich nicht wundern. Am Sommerloch, lieber ZeitlOch, liegt es nicht unbedingt. Versuche, dieses gewaltige Dichtwerk in ein strophenärmeres und begreifbareres Gedicht zu fassen. Nicht unbedingt in mehrere. Versetze Dich beim Schreiben in die Haltung des Lesers, der für Deine Verse Verständnis haben soll.
Ersieh meine Hinweise nicht als Besserwisserei, sondern als wohlmeinende Ratschläge eines „Poeten“, der sie selbst beherzigen sollte.

Mit freundlichen Grüßen,
Detlef

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (22.07.2009, 14:18)
Glückwunsch, Detlef!
Das war der herbste Verriss meiner Laufbahn.
Fühlst du dich jetzt besser?

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (22.07.2009, 15:43)
Ich habe nie viel von Erklärungen des Autors zu seinem Werk gehalten, da ich finde, ein Werk sollte immer in der Lage sein, für sich selbst zu sprechen.
Aber hier muss es vielleicht sein.
Ich glaube, und fühle mich durch Ina bestärkt, dass dieses Gedicht die von mir erwünschte Wirkung erzielen kann. Das Gedicht eröffnet sehr unterschiedliche Perspektiven und führt durch einen Wechsel dieser Perspektiven. Jede dieser Perspektiven ist erfahrungsgemäß in bestimmten Situationen nützlich, und ebenso tendenziell kollektiv unausgesprochen oder auch analytisch schwer fassbar.
Wirkt das Gedicht, kann der Leser die einzelnen Perspektiven erlernen.

Vielleicht eine Typfrage. Glaubt man Untersuchungen von Jung, Myers-Briggs und Keirsey, dürften Menschen bei denen die "Urteilen" genannte Erkenntnisfuntion gegenüber der "Gewahrwerden" genannten Erkenntnisfunktion stark dominiert, sich grundsätzlich schwer tun, eine neue Perpektive einzunehmen, oder einen Anstoß dazu dies zu tun als sehr unangenehm empfinden.

Ich habe einen bescheidenen Versuch unternommen "Schädelmagie" zu betreiben, worauf sogar im Gedicht angespielt wird. "Schädelmagie" nennt sich ein programmatischer Anspruch einer bestimmten, kleinen Gruppe von Dichtern. Sollte ich dahinter zurückbleiben, würde ich das am liebsten von denen selbst hören und noch lieber mit Begründung.

Markus

Re:

von Markus (22.07.2009, 17:02)
Was für ein Unterschied in der Kritik von Mac und Detlef.

Ich denke, man kann einen Autor auch heftig kritisieren, wirklich kritisieren, ohne dass dieser sich gleich am Boden zerstört sieht.

Aber Kritik ist ein Kunst.

Ich schliesse mich im allgemeinen - Mac, bitte verzeih - der Einfachheit halber Mac an, er hat es wundervoll formuliert.

Detlef Schumacher
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Re:

von Detlef Schumacher (22.07.2009, 18:21)
Hallo ZeitlOch, weshalb formulierst Du so kompliziert?
Wer das schwierige Pflaster der Poesie betritt, muss damit rechnen, dass er auch straucheln kann.

An Dich gewandt, Markus: Sich der Einfachheit halber nur anschließen, ist die übliche Gangart der Drückeberger (um nicht zu sagen der Arschkriecher). Es wäre ersprießlich, würdest auch Du Dein Urteil über ZeitlOchs Meisterwerk von Dir geben.
Als Dritter im Bunde - Mac, Detlef, Markus - wäre es anderen sicherlich ein Vergnügen, sich in die Diskussionsrunde einzulesen oder an ihr zu beteiligen.

Detlef

hwg
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Re:

von hwg (22.07.2009, 18:35)
Autoren und Künstler, die ihre Werke "erklären müssen", sollten diese überdenken. Ein Text (ein Bild) spricht für sich, dazu bedarf es allerdings ein gewisses Maß an Qualität. Kritik mag als Regulativ dienen und soll, ist sie fundiert formuliert, nicht unbeachtet bleiben. Doch - wie wir wissen - kann sich auch ein Kritiker irren... :lol:
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Re:

von Zeitl0ch (22.07.2009, 18:47)
Detlef Schumacher hat geschrieben:
Sich der Einfachheit halber nur anschließen, ist die übliche Gangart der Drückeberger (um nicht zu sagen der Arschkriecher).


Also wie jetzt, der Drückeberger oder der Mitläufer oder der Arschkriecher? Verstehe ich jetzt nicht. Wohl nicht die Gangart des Führers, wenn es um entartete Kunst geht? Oder wie?

hwg
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Re:

von hwg (22.07.2009, 19:01)
Hallo Detlef,

Deine Anmerkung zu diesem Erzählgedicht habe ich ebenso aufmerksam gelesen wie das Gedicht auch.
Auch wenn einige von Dir angesprochenen Details zutreffen, ist der Text in seiner Komplexität durchaus poetisch.
Ich stelle ungern Vergleiche mit anderen, bekannten Autoren dieses Genres an. In diesem Falle ist jedoch ein Hinweis auf den Lyriker und Prosaautor Wolf Wondratschek aus meiner Sicht angebracht.
Es wäre ja interessant, einen längeren Diskurs über moderne Lyrikformen abzuhandeln, doch ich fürchte, wir werden dafür bei der Mehrheit unserer Pool-Kollegen auf wenig Zuneigung stoßen.
Schließlich wollen wir ja das Forum nicht über 100-Seiten-lang mit diesem Thema überbeanspruchen. :lol:

Kollegialen Gruß!
Hans
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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (22.07.2009, 19:17)
Detlef Schumacher hat geschrieben:
Hallo ZeitlOch, weshalb formulierst Du so kompliziert?


Weil Wörter wie tendenziell, kollektiv und analytisch für mich verständliche Worte der deutschen Sprache sind, mit denen man gewisse Dinge viel schneller sagen kann als mit dem völligen Verzicht auf Lehnwörter.
Muss wohl so ne Störung sein. Mensa hat auch gesagt: Du hast nur IQ 125. Du darfst nicht bei uns mitspielen. Aber im nächsten Jahr geben wir dir noch mal eine Chance, es zu versuchen.

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