Regen

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Lexi
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Regen

von Lexi (29.07.2009, 23:58)
Regen

Perlen, am Fenster.
Perlen, auf Blüten.
Perlen, auf Blättern.
Perlen, klein und kühl.
Perlen, die fallen.
Perlen, die klirren.
Perlen, die Licht fangen.
Perlen, rein.
Wasserperlen.


Ich liebe den Regen und habe versucht, alles, was ich am Regen so toll finde, zusammenzutragen. So ganz ist mir das nicht gelungen . . . aber es ist ein Versuch.
Könnt ihr mir helfen? Ich hab das Gefühl, da fehlt was.
Konstruktive Kritik wär auch was cooles.

Danke!

Lexi
Regenbogen, trage meine Gedankensplitter zu Papier, das sie nicht verfliegen und sich in den weiten des Himmels verlieren.

LOFI

Re: Regen

von LOFI (30.07.2009, 00:11)
Hi,

eine Variation, obwohl dein originaltext authentisch schön klingt.

Perlen, die an Fenstern spielen.
Perlen, die die Blüten küssen.
Perlen, die auf Blätter fielen.
Perlen, klein und kühl

Perlen, die vom Himmel fallen.
Perlen, die auf Dächern klingen.
Perlen, die den Bogen malen.
Perlen, mit Gefühl

vg
lofi

neo
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Re:

von neo (27.08.2009, 17:08)
Soweit ich weiß , kommt das wort Gedicht von verdichten. Du solltest versuchen unnötigen Ballast abzuwerfen. Das Wort Perle würde ich nur am Anfang schreiben



Perlen

am fenster,
auf blüten

klein und kühl
fallen und klirren

fangen licht
sind rein

oder wie lofi es beschrieben hat, mit anderen Worten schmücken , aber ohne das Wort Perlen zu wiederholen. Ist aber nur meine Meinung , mein Geschmack. Hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte.
"Its's better to burn out then to fade away"
Kurt Cobain

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Bianca
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Re:

von Bianca (27.08.2009, 17:47)
Ich kann zwar nichts dazu sagen, aber mir gefallen beide versionen.

geschrieben von Lexi

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Regen

Perlen, am Fenster.
Perlen, auf Blüten.
Perlen, auf Blättern.
Perlen, klein und kühl.
Perlen, die fallen.
Perlen, die klirren.
Perlen, die Licht fangen.
Perlen, rein.
Wasserperlen.


geschrieben von Lofi

Perlen, die an Fenstern spielen.
Perlen, die die Blüten küssen.
Perlen, die auf Blätter fielen.
Perlen, klein und kühl

Perlen, die vom Himmel fallen.
Perlen, die auf Dächern klingen.
Perlen, die den Bogen malen.
Perlen, mit Gefühl


Ich kann mir den Regen auf der Fensterscheibe perlenweise vorstellen. Danke!

lg
Bianca

LOFI

Re:

von LOFI (27.08.2009, 18:11)
neo hat geschrieben:
Soweit ich weiß , kommt das wort Gedicht von verdichten.


.... mitnichten.

lf

neo
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Re:

von neo (27.08.2009, 18:42)
"Lyrische Texte unterscheiden sich dennoch sprachlich-formal von epischen und dramatischen vor allem durch ihre Kürze, ihre strengere Form, ihre Dichte und sprachliche Ökonomie (Prägnanz)
Das ist zwar nur ein Auszug, aber die Dichte ist meines Erachtens trotzdem ein wichtiges Kriterium. Man muss es nicht erfüllen, aber ich finde, dass es doch einen gewissen Sinn hat.

Das, was ich davor geschrieben habe , war etwas ungenau und vielleicht unverständlich ausgedrückt, doch birgt trotzdem noch eine gewisse Wahrheit.

Ist ja nur meine Meinung
"Its's better to burn out then to fade away"

Kurt Cobain

LOFI

Re:

von LOFI (27.08.2009, 18:54)
neo hat geschrieben:
doch birgt trotzdem noch eine gewisse Wahrheit.


Ja, im übertragenen Sinne kann man das natürlich sagen.
Gerne wird dieses Argument natürlich von Verfassern besonders hoch verdichteter "Wortsequenzen" bemüht, um darzulegen, dass doch eigentlich nur das verdichtete Gedicht ein Gedicht ist.
Aber das Wort "Dichten" ist abgeleitet aus dem Mittelhochdeutschen "tichten", was soviel wie "ausdenken, ersinnen, erschaffen" bedeutet. Das wiederum hängt mit dem Lateinischen "dictare=diktieren/verfassen" zusammen.


lf

neo
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Re:

von neo (28.08.2009, 15:36)
Ist das ein Seitenhieb? :D
Danke für die Erklärung , macht mich etwas schlauer.
gruß neo
"Its's better to burn out then to fade away"

Kurt Cobain

LOFI

Re:

von LOFI (28.08.2009, 15:46)
neo hat geschrieben:
Ist das ein Seitenhieb? :D


Neee, quatsch :D. Was du sagst stimmt ja auch irgendwo. Im Gedicht werden ja Informationen sogesehen auch verdichtet.
Also deswegen kein Unmut.

lf

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T.Tharun
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Re:

von T.Tharun (08.09.2009, 17:54)
Im Gegensatz zu Prosa sind Gedichte auf jeden Fall "dichter".
Kommt immer auf den Kontext an. Für mich persönlich sind Gedichte sprachliche Essenz.

Aber mal zurück zum eigentlichen Thema:
Lexi schreib ein Gedicht.

Du hast Recht liebe Lexi, da fehlt was. Das Problem ist dass ich deinen Erläuterungstext lesen muss (drastisch formuliert) um zu verstehen dass du hier Regen als positives Element darstellst. Das Gedicht ist nicht Wirklich persönlich, es könnte von jedem sein. Du beschreibst nur den Regen. Geh mal einen Schritt weiter und beschreibe die Bedeutung des Regens für dich, was empfindest du denn wenn es regnet? Regen ist außerdem ungewöhnlich als Metapher für etwas positives, aber das ist gut, das gefällt mir, das gibt dem ganzen dann schön wieder einen Hauch Persönlichkeit. Das kannst du finde ich noch ausbauen. Die letzten 3 Zeilen sind finde ich die Besten und stärksten des Gedichtes. Was meinst du genau mit "Lich fangen"? Tragen sie (die Perlen) das Licht dann in sich oder verschlucken sie es? (Da beides eigtl. möglich ist muss man aus der Intertextualität heraus erkennen ob positiv oder negativ - ergo s.o.).
Dass du am Ende einfach nur schreibst "Perlen, rein." Gefällt mir auch sehr gut, schönes Stilmittel. Allerdings verliert es die Wirkung etwas dadurch dass vorher auch alles schon sehr kurz war. Versuch vielleicht mal nach "rein" ein Semikolon zu setzen. Das Bezieht dann auch die Wasserperlen etwas mehr mit ein, sonst fallen die quasi vom Tellerrand, und das willst du sicher nicht.
Fazit: Das Gedicht ist nicht Perfekt. Das sind Gedichte aber nie. Du musst noch ein bisschen arbeiten, aber was ich persönlich auf jeden Fall sehe ist die Grundlage dafür: Du bist nicht talentfrei, ganz im Gegenteil. Mach weiter so und probier ein bisschen rum, versuche mal verschiedenste Formen von Gedichten aus, einfach wie's kommt und was deiner Stimmung/dem Inhalt deines Gedichts entspricht. Aber wie gesagt, das Talent ist in meinen Augen vorhanden.

Liebe Grüße,
T.Tharun

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Silvia Kirschner
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Re:

von Silvia Kirschner (08.09.2009, 19:24)
Zitat:
Perlen, die an Fenstern spielen.
Perlen, die die Blüten küssen.
Perlen, die auf Blätter fielen.
Perlen, klein und kühl

Perlen, die vom Himmel fallen.
Perlen, die auf Dächern klingen.
Perlen, die den Bogen malen.
Perlen, mit Gefühl



lofi - du hast mit deinen worten wieder mal mitten in mein herz getroffen. gefällt mir gigentisch, deine version vom regen :)

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Lexi
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Re:

von Lexi (09.09.2009, 19:59)
Danke für eure Beiträge, ihr habt mir echt weitergeholfen. Mal sehen, was ich da noch rausholen kann.

Danke!!!


Meine ersten spotanen Gedanken, nachdem ich eure Beiträge gelesen habe:

Regen

Perlen, die zärtlich Glas berühren,
Deren sanftes Wesen den Blüten schmeichelt.
Perlen, auf Blättern, die sachte im Winde wippen.
Klein und kühl.
Perlen, die vom Himmel fallen,
die leise klirrend am Boden zerschellen.
Perlen, die Licht einfangen.
Perlen, rein;
Wasserperlen.
Regenbogen, trage meine Gedankensplitter zu Papier, das sie nicht verfliegen und sich in den weiten des Himmels verlieren.

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T.Tharun
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Re:

von T.Tharun (09.09.2009, 22:57)
Hm...Ich muss sagen ich finde es schwer das jetzt ordentlich zu beurteilen...Mir fällt nicht sehr viel mehr ein als "sehr gut". Dein Gedicht gefällt mir wirklich, es ist schön, es ist ästhetisch. Was du da raus geholt hast finde ich enorm, man kann jetzt wirklich fühlen was das Gedicht sagt bzw. was du mit dem Gedicht sagen willst. Und dazu ist es ja schließlich da (Organon-Modell, falls dir das schon mal begegnet ist). Damit kann man sagen das Gedicht funktioniert, womit es, um wieder zum Anfang zu kommen, als "sehr gutes Gedicht" bezeichnet werden kann. Jetzt ist mir ja sogar doch noch ein bisschen was vernünftiges Eingefallen um dein Gedicht zu bewerten.

Meine Anerkennung hast du jedenfalls, weiter so.


Liebe Grüße,
T.Tharun

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Eileen<3
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Registriert: 07.01.2011, 14:08
Wohnort: Im Land der Träume, wo Bücher an Bäumen wachsen

Re:

von Eileen<3 (07.01.2011, 23:43)
Wow, also ich kann dem von T.Tharun nur beistimmen.
Regen als etwas positives zu sehen gefällt mir auch.
Ich habe das dringende Bedürfnis etwas Schlaues von mir zu geben, also bringet mir Schokolade.

Poetos
Beiträge: 143
Registriert: 19.01.2011, 14:35

Re:

von Poetos (03.03.2011, 20:21)
Hi Kids :D

auch ich stimme Tharun zu, sehr gute Tipps die ein Dichter für bare Münze nehmen sollte.

Ja der Regen hat schon eine mächtige Wirkung, vor allem auf Poeten.

Gruss Poetos

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