"Sonnenfeuer" von Sam

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SamanthaCapule
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"Sonnenfeuer" von Sam

von SamanthaCapule (18.09.2009, 01:03)
So ihr lieben Fantasy Freunde oder Neulinge auf dem Gebiet, aufgepasst! Nach langem ringen, ob ich es Qualitativ verantworten kann eine kleine Probe meines momentanen Buches hier zur Diskussion zu stellen, habe ich mich dazu entschlossen es zu wagen.
Wohl wissend das es noch viele Schwachstellen und verbesserungswürdige Passagen gibt. Dennoch kann ich meinem Ziel, mich zu Verbessern, nur näher kommen, wenn ich mich auch eurer Kritik und Meinungen stelle. Also, hier bin ich angle:

Anmerkungen zum Buch:
Das Buch trägt den Titel „ Sonnenfeuer“ und ist noch nicht vollendet, jedenfalls nicht ganz. Die Handlung spielt auf der Erde und folgt im groben dem Leben von Delia, einer antarischen Sklavin. In sofern werden in diesem Buch das Genre Fantasy mit dem des Science Fiction vereint. Zum unterstüzenden Verständnis Antarer sind ein außerirdisches Volk thumbbup

Als allerletzten Punkt muss ich anmerken:
Ich bin mir bewusst das die Rechtschreibung teilweise katastrophal ist, dies bitte ich zu verzeihen. Ich leide an einer Rechtschreibschwäche. Das Rechtschreibprogramm von meinem Word tut sein bestes. Ist das Werk vollendet muss es zuerst unter die fähigen Hände eines professionellen Lektors. Bis dahin bitte ich es zu ertragen. :shock::

“Sonnenfeuer”

1

Sie ging mit der Masse und verschwand zwischen ihnen. Nicht mehr als ein Schatten zwischen all den Menschen, unscheinbar, unbemerkt. Der Wind wehte schon lange nicht mehr, die Luft war eisig und stechend. Der Regen fiel, kalt und durchdringend, auf sie herab. Jeder Tropfen schien wie ein Nadelstich, der sich gierig unter ihre Haut fraß. Sie zog den Schal enger um ihren Mund und versuchte im Gedränge niemanden zu berühren. Mit gesenkten Kopf und kleinen Schritten, wie sie es von Klein auf gelernt hatte, lief sie schnell ihrem Ziel entgegen. In der Ferne konnte sie bereits die große Kathedrale sehen, und leise erscholl der tiefe klang einer uralten Glocke.
Sie war dankbar hier in Sergosh leben zu dürfen, die Götter waren ihr gnädig gesonnen. Denn es war die einzige Stadt, auf ganz Terra, die noch eine der uralten Kathedralen besaß. Nicht das sie, als antarische Sklavin, das Recht besessen hätte sie zu betreten. Dies war ein Privileg, das ausschließlich dem Adel der terranischem Bevölkerung zustand. Delia blickte auf zum Horizont. In der Ferne konnte sie die spitz zulaufenden Türme und Zinnen der Kathedrale bereits erkennen.
Die meisten Relikte längst vergangener Zeiten waren schon vor langem abgerissen worden, sie hatten neueren und wichtigeren Gebäuden weichen müssen. Doch was für die einen Fortschritt war, warf Kultur und Kunst eines ganzen Volkes um Jahrhunderte zurück. Es ließ alte Zeiten in den Nebel der Vergessenheit treten.
Natürlich stand es ihr, einer Sklavin, nicht zu über solche Entscheidungen zu urteilen. Delia wusste das viele, aus dem terranischem Adel, den Abriss der Kathedrale befürwortet hatten. Trotz alledem hatte die Regierung der Erde beschlossen dieses kleine Stück Geschichte zu erhalten, um an den wichtigsten Pakt zwischen Menschen und Antarern zu erinnern. Erhalten als Symbol, erhalten als Mahnmal für alle Menschen und Sklaven die auf der Erde lebten.
Fast ein Jahrhundert lang hatte zwischen der Erde und Antara Krieg geherrscht. Mit Flammen und Feuer hatten ihre Vorväter und die Vorväter der Terraner die ihnen bekannten Welten vernichtet. Vor ihren Augen fiel der Regen und es war als würde die Zeit für sie kurz inne halten, ihr einen Moment des Erinnerns gewähren.
Unerbitterlich waren beide Völker gewesen, in ihrem Drang Rache zu üben. Achtlos hatten sie zerstört, worauf einst ihre Zukunft hätte gründen sollen. Ohne einen Gedanken an den kommenden Morgen zu verschwenden. Einen Morgen, an dem, sich alles ändern würde, an dem dieser Krieg der Vergangenheit gehören würde.
Bald standen die Welten in Rauch und Asche, längst vergessen warum man sich so verbittert bekämpfte. Und jeder Sonnenaufgang brachte neue Früchte des unverhohlenen Hasses, der beiden Welten, hervor. Am Anfang stand man sich noch im Weltraum gegenüber, der Nachthimmel glühte unter den Schiffen die in Flammen aufgingen. Als es keine Schiffe mehr gab, kämpfte man an Land weiter. Als jede Verteidigung fiel, alle Munitionen geleert waren, kämpften sie dennoch weiter. Mann gegen Mann, Frau gegen Frau.
Niemand wollte weichen, vorangetrieben von falschem Stolz und blinder Wut. Eine Wut, genährt von den unüberwindbaren Überlebensdrang der sie bis zum Äußersten gehen lies. Erst als Antara in Schutt und Asche lag, das Klagen der Antarer um ihre Toten zu laut wurde und der Staub, der Zerstörung, die Sonnen verfinsterte, erst in diesem furchtbaren Augenblick erkannten sie ihren abscheulichen Fehler.
Sie hatten viel riskiert für ihre Freiheit, heute fragte man sich ob es nicht zu viel war. Man berichtete sich noch in jenen Tagen, in aller Heimlichkeit, das die vier Oberhäupter Antaras an jenem Morgen der Erkenntnis zu Boden fielen und blutige Tränen weinten, je eine für jeden gefallenen Antarer.
Man schrieb das Jahr 2499, kurz bevor die Wende des Jahres eingeläutet wurde, als das Volk der Antarer kapitulierte. Es war eine geschlagene Welt die hier, in der Kathedrale von Sergosh, um Vergebung und Gnade bat. Sie hatten den Krieg verloren, sie hatten ihre Welt aufgegeben, aber vor allem hatten sie ihren Stolz eingebüßt. Die Antarer hatten alles, was ihnen Wert und Teuer war aufgegeben, für die schwache Hoffnung auf Frieden.
Leise fielen die Regentropfen zu Boden und hinterließen ihre stummen Spuren in den Pfützen.

Ich hoffe ich erschlage euch nicht book:

LG Sam
Zuletzt geändert von SamanthaCapule am 18.09.2009, 15:42, insgesamt 3-mal geändert.
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

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Taraxa
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Re:

von Taraxa (18.09.2009, 08:27)
Da du im Chat mehrfach sagtest, möchtest eine Meinung von mir, bitte ich dich zu gedulden, bis nächste Woche.

Dann habe ich Zeit :)
Homepage: http://erwaehlt.jimdo.com/

Buch: Erwählt ISBN 978-3-8370-9769-6, Paperback, 636 Seiten hier bei BoD !

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Kris. K.
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Re:

von Kris. K. (21.09.2009, 11:10)
Hallo- jetzt hab ichs versprochen jetzt muss ich auch :cry: - ähm- ich meine jetzt DARF ich auch cheezygrin - okay- ohne lange Vorrede:
Also:
Sie ging mit der Masse und verschwand zwischen ihnen.. guter Satz aber eigentlich nicht möglich. Die Masse als einzahl lässt die Frage auf kommen wo sei verschwindet und wer IHNEN - diese Mehrzahl sein soll.
Eigentlich müsste man an der Mehrzahl festhalten und sagen sie verschwand IN IHR.
Der Regen fiel, kalt und durchdringend, auf sie herab.- letzter Satzteil kann man weg lassen weil regen in der regel IMMER auf uns herabfällt- :wink: Klar du willst darstellen das dein Prota im Regen steht- aber dann kannst du auch beschreiben wie sich das Auswirkt- will heißen- ihre Kleidung war getränkt der feuchte Stoff auf ihrer Haut stellte keinen Schutz mehr dar Wasser durchtränkte ihre Haare und perlte auf ihrem Gesicht usw...
Jeder Tropfen schien wie ein Nadelstich, der sich gierig unter ihre Haut fraß-- der Satz wirkt befremdlich- Nadelstiche haben nicht die Angewohnheit sich unter die Haut zu fressen- der Regen schmerzt durch seine Kälte vielleicht- naja.
Sie zog den Schal enger um ihren Mund und versuchte im Gedränge niemanden zu berühren.-- was macht der Schall vor dem Mund (klar um die Kälte abzuhalten und dieses widerliche Gefühl des eisigen Ausatmens zu unterbinden- doch das kommt hier nicht raus- hört sich so an als wäre der Schall nur um den Mund und nicht um den hals geschlungen UND warum will sie in der Menge keinen Berühren (klugscheiß* cheezygrin )
Mit gesenkten Kopf und kleinen Schritten, wie sie es von Klein auf gelernt hatte, lief sie schnell ihrem Ziel entgegen.- guter Satz aber mir drängt sich die Frage des Hintergrundes auf- Kleine Schritte?- Japan zur Geishazeit- oder junges Fräulein im Mittelalter?- nebenbei stelle ich mir hochamüsiert den Watschelgang einer ente vor :twisted: - warum muss die denn so laufen?
In der Ferne konnte sie bereits die große Kathedrale sehen, und leise erscholl der tiefe klang einer uralten Glocke. - oi daraus kannst du was machen. Hier kannst du neue Atmosphärenelemente einbringen. Warum muss die Glocke leise sein- Glocken haben von jeher die aufgabe überall in der Stadt gehört zu werden- ihr Klang muss einem durch Mark und Bein dringen auch wenn sie tief klingt. Wie reagiert ihr Körper auf den Klang- beschreibe die Kathedralen, Aussehen, Geruch, Gefühle die damit in verbindung stehen- ein wenig historischer Hintergrund wenn es für den Prota wichtig ist.- die sind inspierierend und fast jeder kann diese Beschreibungen nachvollziehen.
Denn es war die einzige Stadt, auf ganz Terra, die noch eine der uralten Kathedralen besaß. Nicht das sie, als antarische Sklavin, das Recht besessen hätte sie zu betreten. Dies war ein Privileg, das ausschließlich dem Adel der terranischem Bevölkerung zustand. - diese Sätze sind gut, sie erklären sehr viel.
In der Ferne konnte sie die spitz zulaufenden Türme und Zinnen der Kathedrale bereits erkennen. - wenn sie da nicht rein darf warum hält sie dann danach ausschau- würde mir dann am A* vorbeigehen blink3 - ist das ihr Ziel? Ich würde herausstellen warum ihr das so wichtig ist obwohl sie nicht in den Bau rein darf
neueren und wichtigeren Gebäuden weichen müssen- WAS wichtiger als einer Kathedrale?? wo gehen dann alle hin wen sie so unwichtig ist- Frevel! :twisted:
Natürlich stand es ihr, einer Sklavin, nicht zu über solche Entscheidungen zu urteilen- mhm- wiederholung der Sklavin kommt gar nicht gut- sie hat das schon einmal erwähnt und jetzt wirkt es wie- "Mir, Kris, einem Klugscheißer, steht es nicht zu"- du merkst was ich meine- sie muss sich nicht ständig selbst vorstellen angle:
Delia wusste das viele, aus dem terranischem Adel, den Abriss der Kathedrale befürwortet hatten. Trotz alledem hatte die Regierung der Erde beschlossen dieses kleine Stück Geschichte zu erhalten, um an den wichtigsten Pakt zwischen Menschen und Antarern zu erinnern.- wieder gute erklärung- sehr befriedigend
Erhalten als Symbol, erhalten als Mahnmal für alle Menschen und Sklaven die auf der Erde lebten- mahnmal für was- nie wieder Krieg?

Mit Flammen und Feuer hatten ihre Vorväter und die Vorväter der Terraner die ihnen bekannten Welten vernichtet. -- Flammen und Feuer sind eigentlich dasselbe- Feuer und Schwert vielleicht?
Und ich stelle mir die Frage- ihre Vorväter- was waren die- ist Delia n Mensch oder was? und wenn ja- warum ist ein mensch ein Sklave- ich bin empört :shock::
Unerbitterlich waren beide Völker gewesen, in ihrem Drang Rache zu üben- Rache für was?- Jeah ich weiß das ist nur ein Ausschnitt aber so was kann man doch gleich klären- wer hat den wenn zuerst getötet was die erste Rache erforderte?
Die nächsten Sätze sind wieder gut.
Bald standen die Welten in Rauch und Asche, längst vergessen warum man sich so verbittert bekämpfte. Und jeder Sonnenaufgang brachte neue Früchte des unverhohlenen Hasses, der beiden Welten, hervor. - Die beiden Sätze sind Gegensätze und werden aber behandelt wie ergänzungen- das Und am anfang des ersten müsste ein Dennoch/Trotzdem oder so sein.- und die Frage kommt auf WAS diese Früchte neuen Hasses sind. Wenn du nicht darauf eingehen willst wäre so eoin Satz in der Art angebracht: Neue Gründe des Hasses kamen auf.-- den der erste Grund ist ja vergessen nä? cheezygrin
Mann gegen Mann, Frau gegen Frau. - und wenn frauen Männern gegenüberstanden oder umgekehrt haben die gesagt das sie keine Lust haben oder was- finde ich nicht so passend, den es geht ja mehr um einen Rassenkonflikt als um Geschlechterkampf- so kam es zumindest rüber.
Die nächsten Sätze sind wieder eine klasse beschreibung- ich kann die Bilder vor mir sehen- klatschklatsch thumbbup (aber warum jamern nur die antarer? die menschen doch auch oder?
Sie hatten den Krieg verloren, sie hatten ihre Welt aufgegeben, aber vor allem hatten sie ihren Stolz eingebüßt. - hier kann man sich fragen ob es nicht prikelnder wwäre die Philosophie zu vertretten das Stolz unsterblich ist- den Stolz kann man haben ohne ihn zu zeigen, die Ähre kann verbogen aber nicht gebrochen werden- ein vollkommen unterwürfiges gebrochenes Volk ist fade. naja
Die Antarer hatten alles, was ihnen Wert und Teuer GEWESEN? war aufgegeben

Alles in allem Finde ich den Text sehr stimmungsvoll und gelungen. weiteres können wir ja im Chat besprechen 8)

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (21.09.2009, 11:44)
Hi Samantha

Also, ins Detail will ich nicht gehen. Ich finde, man liest sich wie von selbst durch Deinen Text. Sehr gut so. Im Detail lässt sich sicher noch so einiges finden - dürfte aber kein Problem für Dich sein, ein bisschen zu feilen.

Viele Grüße,

Ch.

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (21.09.2009, 12:21)
Hallo ihr beiden angle:

Ich danke euch beiden für eure Hilfe und Kritik, das hilft mir sehr weiter thumbbup
Natürlich ist das nur die erste Seite, aufgrund dessen können manchmal verständnisfragen auftreten. Stehe aber gern für Fragen zur verfügung ;)
Über weitere Kritik würd ich mich sehr freuen.

LG Sam

@Kris: Delia ist eine Antarerin =außerirdisches Volk, die Menschen müssen nicht jammern die sind die Bösen :twisted:
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

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Taraxa
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Re: "Sonnenfeuer" von Sam

von Taraxa (21.09.2009, 12:57)
SamanthaCapule hat geschrieben:

1

Sie ging mit der Masse und verschwand zwischen ihnen.
Vielleicht könntest du sie in die Menge eintauchen lassen...

Nicht mehr als ein Schatten zwischen all den Menschen, unscheinbar, unbemerkt.


Der Wind wehte schon lange nicht mehr, die Luft war eisig und stechend.
empfinde ich als Widerspruch. Kein Wind weht, aber dennoch stechende Luft. Ich würde eine von beiden weglassen, dafür eisig und stechend lassen um den Eindruck der Ungemütlichkeit lassen.

Der Regen fiel, kalt und durchdringend, auf sie herab. Jeder Tropfen schien wie ein Nadelstich, der sich gierig unter ihre Haut fraß. Sie zog den Schal enger um ihren Mund und versuchte im Gedränge niemanden zu berühren.
hier nicht noch einmal eine Wiederholung von eisig und durchdringend machen.
Der Regen fraß sich wie Nadelstiche in ihre Haut...zb... als Anregung.
Der Schal vor dem Mund, zeigt wie kalt ihr sein muss. Den Wunsch niemand berühren zu wollen kann ich nachvollziehen.


Mit gesenkten Kopf und kleinen Schritten, wie sie es von Klein auf gelernt hatte, lief sie schnell ihrem Ziel entgegen. In der Ferne konnte sie bereits die große Kathedrale sehen, und leise erscholl der tiefe klang einer uralten Glocke.
Kirs hier muss ich dir auch Widersprechen ;) Als Sklavin, die sie ist, was wir weiter unten erfahren, finde ich es natürlich, dass ihr beigebracht wurde, sich so bewegen.

Sie war dankbar hier in Sergosh leben zu dürfen, die Götter waren ihr gnädig gesonnen. Denn es war die einzige Stadt, auf ganz Terra, die noch eine der uralten Kathedralen besaß. Nicht das sie, als antarische Sklavin, das Recht besessen hätte sie zu betreten. Dies war ein Privileg, das ausschließlich dem Adel der terranischem Bevölkerung zustand.
Nicht das sie, EINE antarische Sklavin, würde ich hier schreiben.
Dies ist ein Privileg des terranischen Adels.. wäre noch eine Möglichkeit


Delia blickte auf zum Horizont. In der Ferne konnte sie die spitz zulaufenden Türme und Zinnen der Kathedrale bereits erkennen.
Du hast oben schon gesagt, sie kann die Kathedrale sehen...


Die meisten Relikte längst vergangener Zeiten waren schon vor langem abgerissen worden, sie hatten neueren und wichtigeren Gebäuden weichen müssen. Doch was für die einen Fortschritt war, warf Kultur und Kunst eines ganzen Volkes um Jahrhunderte zurück. Es ließ alte Zeiten in den Nebel der Vergessenheit treten.
Natürlich stand es ihr, einer Sklavin, nicht zu über solche Entscheidungen zu urteilen.
Zweite mal in kurzem Abstand ähnliche Formulierung. Eigentlich ist der Satz fast überflüssig. Bestenfalls würde ich hier erwähnen, dass Delia diese Entscheidung z.B bedauert.

Delia wusste das viele, aus dem terranischem Adel, den Abriss der Kathedrale befürwortet hatten. Trotz alledem hatte die Regierung der Erde beschlossen dieses kleine Stück Geschichte zu erhalten, um an den wichtigsten Pakt zwischen Menschen und Antarern zu erinnern. Erhalten als Symbol, erhalten als Mahnmal für alle Menschen und Sklaven die auf der Erde lebten.
Ich würde hier dem Mahnmal einen Namen geben. Mahnmal, für die Opfer? Für den Krieg`Für das Grauen? Wofür....

Fast ein Jahrhundert lang hatte zwischen der Erde und Antara Krieg geherrscht. Mit Flammen und Feuer hatten ihre Vorväter und die Vorväter der Terraner die ihnen bekannten Welten vernichtet. Vor ihren Augen fiel der Regen und es war als würde die Zeit für sie kurz inne halten, ihr einen Moment des Erinnerns gewähren.
So wie du hier schreibst, vermittelst du mir den Eindruck, Delia hat den Krieg miterlebt! (der Moment des Erinnerns) Weiter oben hatte ich den Eindruck, sie ist ein junges Mädchen. An was also erinnert sie sich? An eine Erzählung? Oder war sie dabei, dann aber stimmen einige Passagen in deinem Text nicht mehr.

Unerbitterlich waren beide Völker gewesen, in ihrem Drang Rache zu üben. Achtlos hatten sie zerstört, worauf einst ihre Zukunft hätte gründen sollen. Ohne einen Gedanken an den kommenden Morgen zu verschwenden. Einen Morgen, an dem, sich alles ändern würde, an dem dieser Krieg der Vergangenheit gehören würde.
Bald standen die Welten in Rauch und Asche, längst vergessen warum man sich so verbittert bekämpfte. Und jeder Sonnenaufgang brachte neue Früchte des unverhohlenen Hasses, der beiden Welten, hervor. Am Anfang stand man sich noch im Weltraum gegenüber, der Nachthimmel glühte unter den Schiffen die in Flammen aufgingen. Als es keine Schiffe mehr gab, kämpfte man an Land weiter. Als jede Verteidigung fiel, alle Munitionen geleert waren, kämpften sie dennoch weiter.

Mann gegen Mann, Frau gegen Frau.
Hier tät ich den Hass noch deutlicher machen. Jeder gegen Jeden, Mann, Weib UND AUCH Kinder. Auch heute noch ist es nicht unüblich, dass Kinder im Krieg kämpfen. Wieso soll sich das in 500 Jahren geändert haben? Vor allem wenn ein solcher Hass da ist. Für mich ist das eine Stelle, wo du ein wenig ausbauen darfst.

Niemand wollte weichen, vorangetrieben von falschem Stolz und blinder Wut. Eine Wut, genährt von den unüberwindbaren Überlebensdrang der sie bis zum Äußersten gehen lies. Erst als Antara in Schutt und Asche lag, das Klagen der Antarer um ihre Toten zu laut wurde und der Staub, der Zerstörung, die Sonnen verfinsterte, erst in diesem furchtbaren Augenblick erkannten sie ihren abscheulichen Fehler.

Sie hatten viel riskiert für ihre Freiheit, heute fragte man sich ob es nicht zu viel war. Man berichtete sich noch in jenen Tagen, in aller Heimlichkeit, das die vier Oberhäupter Antaras an jenem Morgen der Erkenntnis zu Boden fielen und blutige Tränen weinten, je eine für jeden gefallenen Antarer.

Um welche Freiheit hatten sie kämpfen müssen? Hatten die Menschen sie ihnen genommen? Dann wäre ja der Kriegsgrund eigentlich klar, zumal ja Delia Sklavin ist...


Man schrieb das Jahr 2499, kurz bevor die Wende des Jahres eingeläutet wurde, als das Volk der Antarer kapitulierte. Es war eine geschlagene Welt die hier, in der Kathedrale von Sergosh, um Vergebung und Gnade bat. Sie hatten den Krieg verloren, sie hatten ihre Welt aufgegeben, aber vor allem hatten sie ihren Stolz eingebüßt. Die Antarer hatten alles, was ihnen Wert und Teuer war aufgegeben, für die schwache Hoffnung auf Frieden.
Leise fielen die Regentropfen zu Boden und hinterließen ihre stummen Spuren in den Pfützen.



Was mir auch auffällt, ist die Tatsache, bei der Beschreibung in der Vergangenheit, bist du einmal auf der Erde, einmal auf dem anderen Planeten.

Erhalten als Symbol, erhalten als Mahnmal für alle Menschen und Sklaven die auf der Erde lebten.

Hier lebt Delia eindeutig auf der Erde...

Erst als Antara in Schutt und Asche lag, das Klagen der Antarer um ihre Toten zu laut wurde und der Staub, der Zerstörung, die Sonnen verfinsterte, erst in diesem furchtbaren Augenblick erkannten sie ihren abscheulichen Fehler.........
.........Es war eine geschlagene Welt die hier, in der Kathedrale von Sergosh,


Hier ist sie auf dem anderen Planeten. Der Eindruck vermittelt sich mir jedenfalls, auch der Ortsname z.B
Delia schien immer auf Antera ( ist das so richtig?) zu sein, und dann plötzlich sind wir auf der Erde!

Und wenn nur der Adel der Erde die Kathedrale besuchen dürfen, du aber nur von der Reue der Antera redest, warum sollten die Erdbewohner dann hier Buße tun. Du vermittelst den Eindurck, die Erde war Sieger. Das fremde Volk versklavt, der Planet zerstört, die Alten weinen Blutstränen....
Das unterstreichst du auch mit dem Satz

Die Antarer hatten alles, was ihnen Wert und Teuer war aufgegeben, für die schwache Hoffnung auf Frieden.


Da würde ich nochmal drüber schauen. Und natürlich Satzzeichen und Rechtschreibung :)
Ansonsten steckt viel Potenzial in der Story. Liest sich auch flüssig.
Viel Glück noch mit deinem 9. Kapitel, an dem du kämpfst.
Homepage: http://erwaehlt.jimdo.com/



Buch: Erwählt ISBN 978-3-8370-9769-6, Paperback, 636 Seiten hier bei BoD !



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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (21.09.2009, 13:06)
hallo tara ;)

Danke für die Mühe, da sind viele Punkte bei die ich so noch gar nicht gesehen habe. Was deine letzte Kritik angeht so ist der Sachverhalt wie folgt: Delia ist eine antarische Skalvin, ABER auf der Erde geboren. Der Krieg ist schon lange vorbei, sie erinnert sich lediglich an Erzählungen von diesen Zeiten. Sergosh ist eine der Hauptstädte der Erde, insofern war Delia immer auf der Erde, ihre Herkunft ist jedoch antarisch :) Der Krieg wurde tatsächlich von den Menschen gewonnen, der Sinn und Zweck der Kathedrale wird später im Text nocheinmal aufgegriffen und erklärt. Ich hoffe das war nachzuvollziehen angle:

LG Sam

P.S: Bevor ich es vergesse: Seit gut einer Stunde kämpfe ich nicht mehr mit dem 9ten Kapitel, ich habe es besiegt und vollendet :twisted:
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

Thorsten Boose

Re: "Sonnenfeuer" von Sam

von Thorsten Boose (21.09.2009, 17:59)
Hallo, Samantha.

Nun habe ich mir etwas Zeit für deinen Text genommen. Zwei Dinge vorab: Die Beiträge der anderen Autoren hier habe ich (noch) nicht gelesen, um dir meine unverfälschte Meinung sagen zu können. Und ich werde in meinen Erklärungen auch nicht auf Interpunktion und Grammatik eingehen - das käme später, wie du schreibst. thumbbup

Los geht's ...
SamanthaCapule hat geschrieben:
“Sonnenfeuer”

1

Sie ging mit der Masse und verschwand zwischen ihnen.
Der erste Satz sollte stark präsent sein, ich würde darum eine Kombination der beidne Teilsätze vorschlagen, sodass das "und" wegfällt.
Nicht mehr als ein Schatten zwischen all den Menschen, unscheinbar, unbemerkt. Der Wind wehte schon lange nicht mehr, die Luft war eisig und stechend.
Das könnte man missverstehen: Obwohl der Wind nicht weht, ist er eisig und stechend. Das könntest du noch besser ausschmücken.
Der Regen fiel, kalt und durchdringend, auf sie herab. Jeder Tropfen schien wie ein Nadelstich, der sich gierig unter ihre Haut fraß.
Ein Nadelstich kann nicht fressen. Hier wäre ein Bild besser, das Nomen und Verb aufgreift, z.B.: "... wie ein Nadelstich, der ihre zarte Haut schmerzend durchdrang."
Sie zog den Schal enger um ihren Mund und versuchte im Gedränge niemanden zu berühren. Mit gesenkten Kopf und kleinen Schritten, wie sie es von Klein auf gelernt hatte, lief sie schnell ihrem Ziel entgegen. In der Ferne konnte sie bereits die große Kathedrale sehen, und leise erscholl der tiefe klang einer uralten Glocke.
Sie war dankbar hier in Sergosh leben zu dürfen, die Götter waren ihr gnädig gesonnen. Denn es war die einzige Stadt, auf ganz Terra, die noch eine der uralten Kathedralen besaß.
Vorschlag: "... in der noch eine der uralten Kathedralen ihre Heimat hatte."
Nicht das sie, als antarische Sklavin, das Recht besessen hätte sie zu betreten. Dies war ein Privileg, das ausschließlich dem Adel der terranischem Bevölkerung zustand.
Die beiden Sätze würde ich komplett umschreiben, ich halte den Einleitungssatz beginnend mit "Nicht dass ..." immer für etwas ungeschickt gewählt. Zudem kann der Leser im dritten Satz eine Ergänzung erwarten, die hier aber nicht eintrifft.
Delia blickte auf zum Horizont. In der Ferne konnte sie die spitz zulaufenden Türme und Zinnen der Kathedrale bereits erkennen.
Die meisten Relikte längst vergangener Zeiten waren schon vor langem abgerissen worden, sie hatten neueren und wichtigeren Gebäuden weichen müssen.
Welche wichtigen Gebäude? > Fortschritt
Doch was für die einen Fortschritt war, warf Kultur und Kunst eines ganzen Volkes um Jahrhunderte zurück. Es ließ alte Zeiten in den Nebel der Vergessenheit treten.
Natürlich stand es ihr, einer Sklavin, nicht zu über solche Entscheidungen zu urteilen. Delia wusste das viele, aus dem terranischem Adel, den Abriss der Kathedrale befürwortet hatten. Trotz alledem hatte die Regierung der Erde beschlossen dieses kleine Stück Geschichte zu erhalten, um an den wichtigsten Pakt zwischen Menschen und Antarern zu erinnern. Erhalten als Symbol, erhalten als Mahnmal für alle Menschen und Sklaven die auf der Erde lebten.
Fast ein Jahrhundert lang hatte zwischen der Erde und Antara Krieg geherrscht. Mit Flammen und Feuer hatten ihre Vorväter und die Vorväter der Terraner die ihnen bekannten Welten vernichtet.
Einmal Vorväter erwähnen reicht aus, vielleicht könntest du das umformulieren, um dem Lesefluss entgegenzukommen.
Vor ihren Augen fiel der Regen und es war als würde die Zeit für sie kurz inne halten, ihr einen Moment des Erinnerns gewähren.
Vorschlag: "Wie in Zeitlupe sah sie die Regentropfen fallen, und es schien, als schenke ihr das Schicksal einen Moment des Erinnerns." - Zudem könnte der Satz im Text besser plaziert sein, so wird die Rückblende unterbrochen.
Unerbitterlich waren beide Völker gewesen, in ihrem Drang Rache zu üben. Achtlos hatten sie zerstört, worauf einst ihre Zukunft hätte gründen sollen. Ohne einen Gedanken an den kommenden Morgen zu verschwenden. Einen Morgen, an dem, sich alles ändern würde, an dem dieser Krieg der Vergangenheit gehören würde.
Bald standen die Welten in Rauch und Asche, längst vergessen warum man sich so verbittert bekämpfte. Und jeder Sonnenaufgang brachte neue Früchte des unverhohlenen Hasses, der beiden Welten, hervor. Am Anfang stand man sich noch im Weltraum gegenüber, der Nachthimmel glühte unter den Schiffen die in Flammen aufgingen. Als es keine Schiffe mehr gab, kämpfte man an Land weiter. Als jede Verteidigung fiel, alle Munitionen geleert waren, kämpften sie dennoch weiter. Mann gegen Mann, Frau gegen Frau.
Die vorigen drei Sätze würde ich ebenfalls umformulieren; sie klingen etwas lapidar und wirken eher aufgelistet als erzählt.
Niemand wollte weichen, vorangetrieben von falschem Stolz und blinder Wut. Eine Wut, genährt von den unüberwindbaren Überlebensdrang der sie bis zum Äußersten gehen lies.
Man merkt, dass du diese Art von Kombinationssätzen gerne schreibst, da sie ja auch die Spannung heben. Allerdings solltets du im gesamten Buch darauf achten, sie nicht zu oft zu verwenden, sonst wirkt es auf den Leser langweilig und er gewöhnt sich daran.
Erst als Antara in Schutt und Asche lag, das Klagen der Antarer um ihre Toten zu laut wurde und der Staub, der Zerstörung, die Sonnen verfinsterte, erst in diesem furchtbaren Augenblick erkannten sie ihren abscheulichen Fehler.
Sie hatten viel riskiert für ihre Freiheit, heute fragte man sich ob es nicht zu viel war. Man berichtete sich noch in jenen Tagen, in aller Heimlichkeit, das die vier Oberhäupter Antaras an jenem Morgen der Erkenntnis zu Boden fielen und blutige Tränen weinten, je eine für jeden gefallenen Antarer.
Man schrieb das Jahr 2499, kurz bevor die Wende des Jahres eingeläutet wurde, als das Volk der Antarer kapitulierte. Es war eine geschlagene Welt die hier, in der Kathedrale von Sergosh, um Vergebung und Gnade bat. Sie hatten den Krieg verloren, sie hatten ihre Welt aufgegeben, aber vor allem hatten sie ihren Stolz eingebüßt. Die Antarer hatten alles, was ihnen Wert und Teuer war aufgegeben, für die schwache Hoffnung auf Frieden.
Den gesamten Abschnitt über den Krieg könntest du evtl. kürzen, mitunter sind manchmal andeutende Wiederholungen im Text. Nun stellt sich an dieser Stelle der Leser zwangsläufig die Frage: Was war der Auslöser des Krieges? Ich würde mir überlegen, ob ich das hier schon mit einbringe oder erst zu einem späteren Zeitpunkt - als separates Kapitel vielelicht.
Leise fielen die Regentropfen zu Boden und hinterließen ihre stummen Spuren in den Pfützen.
Hier kannst du den Satz in der Mitte des Textes aufgreifen und ausbauen, Vorschlag: "Ihr Moment des Erinnerns ging langsam vorrüber. Das Plätschern des Regens auf der Erde wurde deutlicher. [...]" Zudem dürfte es kaum stumm sein, wenn Wasser auf einer Oberfläche auftrifft.


Ich hoffe ich erschlage euch nicht book:

LG Sam

Dito. :lol:

Herzliche Grüße,
Thorsten

P.S.: Habe meine Kommentare aus Zeitgründen nicht mehr kontrolliert, bitte sieh/seht mir eventuelle Tippfehler nach.

Bela
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Re:

von Bela (21.09.2009, 20:28)
Hallo Sam,

ich bin platt. :roll:

Eine toller Anfang für eine sehr gute Geschichte.

Klar würde auch ich noch etwas daran herumfeilen, aber die meisten Punkte
haben ja schon meine Vorschreiber angeschrieben.

Also, das will ich mal lesen wenns fertig ist. book:

LG

Bela
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man schönes bauen. J.W. v. Goethe

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (21.09.2009, 22:37)
Danke, danke Thorsten für deine ausführliche Kritik, ich werde es aufgreifen und verbessern :)
Bela du machst ich verlegen und auch dir danke ich für dein Urteil angle:

LG Sam
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (22.09.2009, 09:36)
Bela hat geschrieben:
Also, das will ich mal lesen wenns fertig ist. book:

Dem schließe ich mich an, und dass, wo ich doch bei Sci-Fi/Fantasy-Romanen sehr wählerisch bin. thumbbup

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (22.09.2009, 12:31)
:shock:: Da tipp ich doch gleich noch ne runde schneller Thorsten angle:
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

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Bücherwurm
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Re:

von Bücherwurm (22.09.2009, 22:38)
Sie ging mit der Masse und verschwand darin.. Nicht mehr als ein Schatten zwischen all den Menschen, unscheinbar, unbemerkt. Der Wind wehte schon lange nicht mehr, die Luft war eisig und stechend. Der Regen fiel kalt und durchdringend auf sie herab. Jeder Tropfen schien wie ein Nadelstich, der sich gierig unter ihre Haut fraß. Sie zog den Schal enger um ihren Mund und versuchte im Gedränge niemanden zu berühren. Mit gesenkten Kopf und kleinen Schritten, wie sie es von Klein auf gelernt hatte, lief sie schnell ihrem Ziel entgegen. In der Ferne konnte sie bereits die große Kathedrale sehen, und leise erscholl der tiefe Klang einer uralten Glocke.
Sie war dankbar hier in Sergosh leben zu dürfen, die Götter waren ihr gnädig gesonnen. Denn es war die einzige Stadt auf ganz Terra, die noch eine der uralten Kathedralen besaß. Nicht, dass sie als antarische Sklavin, das Recht besessen hätte, sie zu betreten. Dies war ein Privileg, das ausschließlich dem Adel der terranischem Bevölkerung zustand. Delia blickte auf zum Horizont. In der Ferne konnte sie die spitz zulaufenden Türme und Zinnen der Kathedrale bereits erkennen.
Die meisten Relikte längst vergangener Zeiten waren schon vor langem abgerissen worden, sie hatten neueren und wichtigeren Gebäuden weichen müssen. Doch was für die Einen Fortschritt war, warf Kultur und Kunst eines ganzen Volkes um Jahrhunderte zurück. Es ließ alte Zeiten in den Nebel der Vergessenheit treten.
Natürlich stand es ihr, einer Sklavin, nicht zu, über solche Entscheidungen zu urteilen. Delia wusste, dass viele aus dem terranischem Adel den Abriss der Kathedrale befürwortet hatten. Trotz alledem hatte die Regierung der Erde beschlossen, dieses kleine Stück Geschichte zu erhalten, um an den wichtigsten Pakt zwischen Menschen und Antarern zu erinnern. Erhalten als Symbol, erhalten als Mahnmal für alle Menschen und Sklaven die auf der Erde lebten.
Fast ein Jahrhundert lang hatte zwischen der Erde und Antara Krieg geherrscht. Mit Flammen und Feuer hatten ihre Vorväter und die Vorväter der Terraner die ihnen bekannten Welten vernichtet.
Vor ihren Augen fiel der Regen und es war als würde die Zeit für sie kurz inne halten, ihr einen Moment des Erinnerns gewähren.
Unerbitterlich waren beide Völker gewesen, in ihrem Drang Rache zu üben. Achtlos hatten sie zerstört, worauf sie einst ihre Zukunft hätte gründen sollen. Ohne einen Gedanken an den kommenden Morgen zu verschwenden. Einen Morgen, an dem sich alles ändern würde, an dem dieser Krieg der Vergangenheit gehören würde.
Bald standen die Welten in Rauch und Asche, längst war vergessen, warum man sich so verbittert bekämpfte. Und jeder Sonnenaufgang brachte neue Früchte des unverhohlenen Hasses der beiden Welten hervor. Am Anfang stand man sich noch im Weltraum gegenüber, der Nachthimmel glühte unter den Schiffen wegen der Schiffe, die in Flammen aufgingen. Als es keine Schiffe mehr gab, kämpfte man an Land weiter. Als jede Verteidigung fiel, alle Munition geleert verschossen war, kämpften sie dennoch weiter. Mann gegen Mann, Frau gegen Frau.
Niemand wollte weichen, vorangetrieben von falschem Stolz und blinder Wut. Eine Wut, genährt von dem unüberwindbaren Überlebensdrang, der sie bis zum Äußersten gehen ließ. Erst als Antara in Schutt und Asche lag, das Klagen der Antarer um ihre Toten zu laut wurde und der Staub der Zerstörung die Sonnen verfinsterte, erst in diesem furchtbaren Augenblick erkannten sie ihren abscheulichen Fehler.
Sie hatten viel riskiert für ihre Freiheit, heute fragte man (wer?) sich ob es nicht zu viel gewesen war. Man berichtete sich noch in jenen Tagen in aller Heimlichkeit, dass die vier Oberhäupter Antaras an jenem Morgen der Erkenntnis zu Boden fielen und blutige Tränen ? weinten, je eine für jeden gefallenen Antarer.
Man schrieb das Jahr 2499, kurz bevor die Wende des Jahres eingeläutet wurde, als das Volk der Antarer kapitulierte. Es war eine geschlagene Welt die hier, in der Kathedrale von Sergosh, um Vergebung und Gnade bat. Sie hatten den Krieg verloren, sie hatten ihre Welt aufgegeben, aber vor allem hatten sie ihren Stolz eingebüßt. Die Antarer hatten alles, was ihnen Wert und Teuer gewesen war aufgegeben, für die schwache Hoffnung auf Frieden.
Leise fielen die Regentropfen zu Boden und hinterließen ihre stummen Spuren in den Pfützen.

Ich hoffe ich erschlage euch nicht

LG Sam

Hallo Sam,

Ich habe ein paar Kommata entfernt oder eingesetzt und einige Fehler korrigiert. Ein Tipp: Achte bitte darauf, nicht zu viele Adjektive zu verwenden. Die nehmen deinem Text das Tempo und die Spannung. Und wert und teuer schreibt man glaub ich klein. Bin aber nicht ganz sicher.

Liebe Grüße, Gabi

Zuletzt bearbeitet von SamanthaCapule am 18.09.2009, 15:42, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.
Titel bei BoD:
Hunger auf Leben - Ein Mädchen kämpft gegen den Krebs
Anna und das Traumland
Kinderbuch

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (22.09.2009, 22:50)
Hallo Gabi ;)

Danke für deine Tipps und die viele Arbeit die du dir gemacht hast. Das ist sehr hilfreich thumbbup

LG Sam
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (22.09.2009, 22:50)
Hallo Gabi ;)

Danke für deine Tipps und die viele Arbeit die du dir gemacht hast. Das ist sehr hilfreich thumbbup

LG Sam
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