Leseprobe- Euer Urteil?

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Solamoon
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Leseprobe- Euer Urteil?

von Solamoon (01.11.2009, 00:31)
Hey meine Lieben,

ich wage es auch mal, in meine Schreibe blicken zu lassen. Bitte nicht zimperlich sein. Ich mag ehrliche Kritik. :lol:

Der Mensch ist von Natur aus faul. Logisch, dass mein zugegebenermaßen hochtrabend klingender Vorname im Laufe meiner Kindheit und Jugend bis hin ins Erwachsenenalter sämtliche Verunglimpfungen über sich ergehen lassen musste. Man glaubt gar nicht, wie viele Abkürzungen und Koseformen es von „Katharina“ gibt. Erstaunlicherweise schrumpften die Buchstaben mit zunehmendem Lebensalter dahin. Wie bei den zehn kleinen Negerlein. Katharinchen, Kathrinlein, Katjuscha, Kätchen, Katinka, Karina, Kathi, Kitty, Katta, Kat. Sollte mich irgendwann jemand K. nennen, werde ich mein Testament verfassen. Mir blieb aktuell und hoffentlich letztendlich „Katta“. So als hätte man aus einer Crème brulée einen schlichten Vanilleflan gemacht. Ich habe mich damit abgefunden.

Besagte Süßspeise gelangte reichlich unspektakulär zu ihrem Titel. Tatsächlich ist ihr Französisch jedoch reine Protzerei. Ihr Herkunftsland ist nicht Frankreich, sondern England. Nach einigen Quellen stammt die Speise aus Cambridge, wo sie angeblich im 17. Jahrhundert am Trinity College erfunden wurde und unprätentiös „burnt cream“ oder „trinity cream“ hieß. Irgendein Professor ließ seinen Nachtisch versehentlich anbrennen. Das ist auch schon alles.

Ich persönlich assoziiere mit Crème brulée wenig Schmackhaftes. Ich meine, für ein deutsches Ohr klingt das Ganze nach einem gepeinigten Pudding, der mit einem Bunsenbrenner gefoltert wird. So wie Haustüren unterschätzt werden, wird dieses Dessert eindeutig überschätzt.
Äußerst amüsant stellte sich folgendes Erlebnis in einem meiner Lieblingsrestaurants dar: Dort dinierte ich mit einem jungen Mann, der in meinem Leben so bedeutend war, dass ich seinen Namen vergessen habe. Der positive, rein äußerliche Ersteindruck überdauerte exakt fünf Minuten. Er redete unablässig. Von sich. Ausschließlich. Von seinem Job, seinem Auto, seinem Meistertitel im Karate sowie seinen Urlauben auf Sylt. Ich hätte mir eine Papiertüte über den Kopf stülpen können, vermutlich wäre ihm das nicht einmal aufgefallen. Mit gewichtiger Miene bestellte er den teuersten Wein auf der Karte, ohne mich um meine Meinung zu fragen. Zu meiner Fassungslosigkeit beraubte er mich weiterhin des einzigen Vergnügens des Abends - mir mein Essen selbst auszusuchen. Nach einem geistigen Haken hinter seiner Person begann ich jedoch, das Ganze lustig zu finden. Zuerst sah ich gebannt auf seine beginnende Halbglatze. Dann eine Weile scharf rechts an ihm vorbei. Da ich nicht die geringste Reaktion erhielt, senkte ich betont langsam den Blick und starrte auf seinen Schritt. Er palaverte ungerührt weiter. Schließlich betrachtete ich das Paar am Nebentisch und rührte demonstrativ gelangweilt in meinem Milchkaffee. Noch immer erklärte er mir die Welt. Ich überlegte gerade, ob ich laut schnarchend mit dem Kopf auf die Tischplatte knallen sollte, als mich der Kellner erlöste. Dieser fragte freundlich nach der Bestellung für das Dessert.
„Ich möchte einen Nachtisch mit zwei Löffeln bitte“, sagte mein Begleiter nebst einem süffisanten Lächeln in meine Richtung, noch während ich Luft holte, um ein Tiramisu zu ordern, „meine zauberhafte Gesellschaft achtet mit Sicherheit auf ihre Figur.“ Fassungslos sah ich den Kerl an. Spinnt der?! Der Kellner verzog keine Miene.
„Wir hätten also gerne einmal die Krähm Brülle.“
Jetzt brüllte ich. Vor Lachen. Und das ganze Restaurant schreckte auf.
Es liegt wohl auf der Hand, dass aus einem Date gleich zwei wurden: das Erste und auch das Letzte.

Creme Brulée

Man nehme: 250 ml. Sahne, 250 ml. Milch,
125 g. Zucker, eine halbe Vanilleschote, 6 Eigelbe.

Den Ofen auf 125 Grad vorheizen. Die Milch mit der Sahne vermischen und zum Kochen bringen, die Vanilleschote auskratzen und hinzugeben. Die Eigelbe mit Zucker vermischen, dann unter Rühren in den Topf geben. Die Vanille-Crème in eine feuerfeste Form füllen und im Wasserbad etwa eine halbe Stunde im Ofen lassen – bis die Oberschicht leicht fest geworden ist. Die Crème abkühlen lassen und mit Zucker bestreuen. Das Ganze nochmal kurz im Backofen bei Oberhitze karamellisieren oder mit einem kleinen Bunsenbrenner überkrusten.

Nochmals zur Erinnerung: Bei Crème brulée brüllt keiner. Außer, der Koch hat nicht raus, wie der Bunsenbrenner funktioniert …

Michael Abenath
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Re:

von Michael Abenath (01.11.2009, 01:17)
Hi Solamoon,

Liest sich gut.

Ist das ein Teil eines Romans, oder eines Kochbuchs mit kleinen Kurzgeschichten.
Wenn es ein Stück aus deinem Roman ist, was ist das Hauptthema.
Gibt es schon einen Titel und einen Klappentext?

Wünsche dir viel Erfolg thumbbup

Michael
Ein Video von mir zu Thema der Romane:
http://youtu.be/0mLicvseYyc

Worte und Klänge
http://www.dara-scope.jimdo.com

Solamoon
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Leseprobe- Euer Urteil?

von Solamoon (01.11.2009, 02:10)
Hi Michael,

ist Teil eines Romans:

Buch


„Sie essen gern? Sie lieben ein köstliches Mahl und das gemütliche Beisammensein mit netten Menschen? Sie interessieren sich für Kochsendungen und staunen Bauklötze, wie die Jungs das hinkriegen? Sie besitzen eine vollausgestattete Küche mit allen Gerätschaften, haben aber keine Ahnung, wofür die gut sind? Sie glauben, nicht kochen zu können? Ist das Ihr Ernst?!
Nun. Dann sind Sie reif für uns. Kommen Sie ins „Cook & Chill“, dem Kochbuchladen mit Bistro und Kochstudio. Lassen Sie sich von uns in kulinarische Welten entführen und in die Kunst des Kochens einweisen. Bereiten Sie ein fulminantes, mehrgängiges Menü, laden Sie ihre Freunde ein, genießen Sie das Leben. Sie haben keine Freunde? Tja. Im „Cook & Chill“ finden Sie welche. Darauf verwette ich meinen Allerwertesten.“

Die 28-jährige Katta könnte ein wenig Abwechslung gut gebrauchen. Ihr Job in einer Kölner Anwaltskanzlei ist öde, der übellaunige Chef eine Katastrophe - und ihr Liebesleben sowieso ein Fall für sich. Lediglich in kurzweiligen Kochgelagen mit ihrer besten Freundin Britta findet die Hobbyköchin Trost und Erfüllung. Als sie durch ein Missgeschick ihren Job verliert, beschließt sie in angesäuselter Stimmung, einen Kochbuchladen zu eröffnen und Kochseminare zu veranstalten.
Unversehens stellt sich Kattas Leben völlig auf den Kopf. Wer kann schließlich ahnen, dass der Kochbuchladen zur Begegnungsstätte allerlei menschlicher Kuriositäten wird? Bald schon tummeln sich exzentrische Kaffeeklatschdamen, ein Obdachloser, die zänkische Vermieterin, manch verschrobener Intellektuelle, diebische Elstern und schüchterne Vögelchen als Gäste oder Kochschüler im „Cook & Chill“. Die frischgebackene Unternehmerin bekommt es überdies nicht nur mit alten Bekannten zu tun, sondern muss sich ihren eigenen Unzulänglichkeiten im Hinblick auf die Männerwelt stellen.
Doch Katta wäre nicht Katta, hätte sie nicht für jede Lebenslage das passende Rezept. Mit Kochlöffel, Herzenswärme und ihrem ganz speziellen Humor hilft sie ihren Schützlingen auf die Sprünge. Und was den unwiderstehlichen Nachbarn im Fenster gegenüber angeht – der ist nicht nur aus der Ferne für manche Überraschung gut.

Tanzmaus
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Registriert: 02.11.2009, 17:41

Re:

von Tanzmaus (08.11.2009, 15:50)
heeey.

also ich finde, das hört sich richtig gut an und auch sehr lustig. :)
liest sich wirklich sehr flüssig.

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