Die Guten und die Doofen

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


roland_lange

Die Guten und die Doofen

von roland_lange (24.07.2007, 07:16)
Hallo Dany, hallo Heinz,

ich greife an dieser Stelle mal eure Diskussion im Autorenportrait von dir, Dany, auf und möchte meinen Senf dazugeben zu der leidigen Diskussion über die guten Autoren (die bei einem "richtigen" Verlag verlegen) und die doofen Autoren (die eigentlich gar keine sind und daher ihren "Mist" per BOD in die Welt senden müssen)
Es ist leider immer noch ein verbreitetes Vorurteil, dass Bücher, die aus einem "richtigen" Verlag kommen, auch literarische, bzw. unterhaltende Qualität beinhalten, BOD-Bücher hingegen nicht. Fakt ist aber, dass in bekannten Verlagen ebenfalls äußerst viel Müll produziert wird. Man muss den Leuten nur lange genug einreden, wie toll ein Buch ist, dann glauben sie es irgendwann. Aber welcher BODie hat schon das Geld für derartige Werbekampagnen?
Klar, die Sache mit dem Verlags-Lektor, der ein gewisses Qualitätsniveau sichern sollte, ist unbestritten. Ebenso ist unbestritten, dass viele sogenannte "Schriftsteller" ihr Ego streicheln, indem sie per BOD etwas veröffentlichen, was besser nicht gedruckt worden wäre.
Aber: BOD entwickelt sich meines Erachtens immer mehr zu einer Möglichkeit, dort die Lücken zu füllen, wo die Kommerz-Verlage nicht hinreichen. Und ein verantwortungsvoller Schreiberling wird sein Werk ohnehin lektorieren lassen, bevor er es an eine (BOD-)Druckerei gibt.
Eigene Erfahrung:. Mein Kinderbuchmanuskript liegt 2 Jahre beim Verlag mit Veröffentlichungszusage (mündlich). Urteil der Lektorin: "Das Buch gefällt uns, wir machen es". Aber dann schoben sie es immer weiter raus, bis ich die Nase voll hatte und gesagt habe: "Jetzt mache ich es selbst." Und in dem Moment ist BOD die einzige Alternative (wegen des Geldes).
Okay, da gibt es dann immer noch das Argument, BOD-Bücher haben nicht die handwerkliche Qualität von "normalen" Büchern. Auch hier ist meine Erfahrung mittlerweile eine andere. Es kommt nicht darauf an, ob BOD (hier wird dann ja meist an Digitaldruck gedacht) oder richtige Druckerei (Offset, ab Auflage 1000). Vielmehr gibt es im einen wie im anderen Segment Qualitätsunterschiede und es bleibt letztendlich dem BODie überlassen, an welchen Druckdienstleister er sich wendet.
In diesem Zusammenhang wäre es vielleicht hilfreich, hier im Forum Tipps und Hinweise zu entsprechend guten BOD-Druckereien zu geben.

In diesem Sinne: Munter bleiben!
Roland

Susanne Henke

Re:

von Susanne Henke (24.07.2007, 10:58)
Hi Roland,

aber wir sollten doch endlich einsehen, dass der Skandal verhindert werden muss, dass sich ein BoD-Buch - vielleicht gar aufgrund seiner literarischen Qualität - besser verkauft als das eines "Guten" ;-))

danysahne

Re:

von danysahne (24.07.2007, 11:05)
Also, die Sache mit den Lücken seh ich ja auch so. Besonders, wenn ich so sehe, worüber mancher schreibt. Ich glaub hier war zum Beispiel was mit ner ganz bestimmten Hühnerrasse, bin aber jetzt zu faul zum Suchen. Gut, mich interessieren diese Hühner nicht. Aber sicher gibt es dort draussen einige, die das verdammt spannend und interessant finden. Ergo: Eine Lücke weniger. :)
Ich persönlich fülle mit meiner Schreiberei keine wirkliche Lücke. Aber deswegen bin ich nicht traurig ;)

Was die Qualität der Bücher angeht, hab ich ja schon Horrorgeschichten vom Feinsten gehört und bangte wie eine Verrückte um mein Buch. Doch ich muss sagen: Nach Erhalt des Buches war ich sehr zufrieden. Top-Qualität!

Ob guter Autor oder nicht - das sei mal dahin gestellt. Ich denke aber, man sollte jedem die Chance geben seine Werke zu veröffentlichen. Und wenn es keinem Leser gefällt - Pech gehabt. Aber man hat es versucht. Und hierfür ist das BoD-Verfahren eine gute Möglichkeit, preiswert noch dazu. Und so mancher BoD Autor wurde ja später von einem "normalen" Verlag unter Vertrag genommen. :)

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Bärentante
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Re:

von Bärentante (24.07.2007, 11:15)
Wie kommt ein Vorurteil zustande? Durch Überlieferung und eigene Erfahrung. Ich selbst habe mir bisher vier BoD-Bücher gekauft, die mir vom Thema her zugesagt haben. Die Leseproben waren hervorragend, ganz sicher vielfach überarbeitet, die Bücher leider nicht. Sie sind alle rasch in die große blaue Tonne gewandert. Leider kann man ja, außer auf Messen, und dann auch nur die aktuellsten, keinen Blick hineinwerfen.

Eine Verallgemeinerung wäre jetzt natürlich unfair. Ganz sicher gibt es einen großen Anteil, hoffentlich der Hauptanteil, an "guten" BoD-Büchern. Ich hatte ganz einfach Pech.

Es fängt schon hier mit den Vorstellungen an. Du hast beispielsweise einen individuellen Beitrag eingestellt, über Dich erzählt, die Beweggründe, Tätigkeiten in Sachen Schreiberei. Das ist der Idealfall. Wenn ich aber die aus der Homepage oder vom Buchcover kopierten Lebensläufe sehe, mag ich gar nicht weiterlesen. Traut man sich nicht, spontan einen Text zu schreiben? Kann derjenige es vielleicht überhaupt nicht?

Auf der anderen Seite: BoD ist ein Dienstleister, der gegen Bezahlung genau das ausführt, was man ihm aufträgt. Dass dort mittlerweile so viele Bücher veröffentlicht wurden, spricht für eine zwar nicht immer superschnelle, aber insgesamt korrekte Ausführung dieses Auftrages. Ich finde es gut, dass es für Leute, die nicht jahrelang auf Verlagssuche gehen wollen und dabei ständig frustriert ihr geliebtes und für sie einzigartiges Werk um die Ohren gehauen bekommen, eine Plattform gibt, "ihr Ego zu streicheln", wie Du es ausdrückst. Darf nicht jeder sein Hobby, seinen Traum ausleben, wenn er dafür bezahlt?

Unlogisches Fazit: Ich habe selbst bei BoD veröffentlicht, weil ich mein Buch für gut halte, kaufe mir aber keine anderen dort erschienen Werke mehr. :wink:
Liebe Grüße
Christel

hwg
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Re:

von hwg (24.07.2007, 11:34)
Da ich grundsätzlich dagegen bin, dass ein Autor für Veröffentlichungen etwas bezahlt anstatt ein Honorar für seine Arbeit zu bekommen, befasse ich mich mit Druckkostenzuschussunternehmen und BoD-Anbietern nur aus berufsbedingten Gründen.

Ich bekomme relativ viele Rezensionsexemplare von Autoren, welche sich dieser Produktionsmethoden bedienen, zugesandt. Manchmal denke ich mir nach der Lektüre eines Romans, hätte der Autor sein Werk einem herkömmlichen Verlag angeboten, wäre er sicher, eine gewisse Geduld und Ausdauer vorausgesetzt, damit "angekommen".

Ich sage stets, jeder Autor ist seines Glückes Schmied. Ein nicht zu kleines Problem mit DKZ- und BoD-Büchern ist die großteils vorhandene Ablehnung durch den Buchhandel - kein Wunder bei dem Überangebot.

Viele Leser, so wie ich auch, bevorzugen nun einmal den Einkauf in einer Buchhandlung, auch deswegen, weil man bereits vor dem Erwerb eines Buches darin schmökern kann und so einen Eindruck von der "Qualität", was immer das auch bedeuten mag, des Inhalts erhält.

Über Amazon und ähnliche Anbieter bestelle ich mir nur mir bereits bekannte Bücher, die noch nicht in den Weg in meine ohnehin überfüllte Bibliothek gefunden haben. Ein BoD-Werk hat bei mir dann Chancen, bestellt zu werden, wenn mir der Autor als Person interessant erscheint. Dazu dienen auch Hinweise, wie sie in diesem Forum vorkommen.

Ich wünsche allen BoD-Autoren jedenfalls viel Erfolg bei ihren Bemühungen, die Bücher an den Leser zu bringen. Meine Unterstützung im Rahmen der mir gegebenen Möglichkeiten haben sie jedenfalls.

roland_lange

Der Autor als seines Glückes Schmied

von roland_lange (24.07.2007, 12:25)
Hallo Hans,

grundsätzlich stimme ich dir zu, was DKZ- und BOD-Unternehmen angeht. Allerdings steht DKZ-Verlag für mich immer noch für Abzocke, BOD hingegen eher für Dienstleister mit weitgehend klaren Preisstrukturen.
Wobei BOD ja nur ein Begriff ist, der von vielen Selbstverlegern auf das Norderstedter Unternehmen reduziert wird. Ich sehe BOD oder POD oder BAB als eine Möglichkeit, kleine Buchauflagen zu erschwinglichen Preisen herstellen zu lassen.
Die Krux liegt sicher in den nicht vorhandenen Vermarktungsmöglichkeiten eines einzelnen Autors gegenüber den Verlagen. Er wird in den Buchhandlungen nicht angenommen (du sagtest es bereits), er hat kein Geld, Anzeigen in überregionalen, auflagenstarken Zeitungen zu schalten, seine Rezensionsexemplare werden wohl sicher nicht wahrgenommen (aus bekannten Gründen).
Dazu kommt, dass der selbstverlegende Autor mit der kompletten Arbeit der Buchgestaltung allein dasteht, was, da er kein Profi ist, möglicherweise zu unbefriedigenden Ergebnissen führt, es sei denn, er beauftragt seinen Dienstleister gegen Bares, die Arbeiten zu übernehmen.

Mein Fazit: BOD macht Spaß, wenn man nicht auf die große Bestseller-Nummer aus ist, sondern sich zunächst in Auflagen- und Absatzbescheidenheit übt, sprich: seine Situation realistisch einschätzt. Und realistisch ist wenig Absatz, viel Arbeit (Buchproduktion, Klinkenputzen bei regionalen Buchhändlern - vielleicht hat ja einer Erbarmen), die Möglichkeiten des Internets ausreizen (siehe dieses Forum), Lesungen und auf deine Unterstützung hoffen :lol:
Als lupenreiner Schreiberling jedoch, der sich der selbstzerstörerischen Verlagsarbeit nicht lustvoll hingeben will, sollte man die Finger von BOD lassen.

Munter bleiben!
Roland

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hawepe
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Re: Die Guten und die Doofen

von hawepe (24.07.2007, 13:43)
Hallo Roland,

roland_lange hat geschrieben:
Es ist leider immer noch ein verbreitetes Vorurteil, dass Bücher, die aus einem "richtigen" Verlag kommen, auch literarische, bzw. unterhaltende Qualität beinhalten, BOD-Bücher hingegen nicht. Fakt ist aber, dass in bekannten Verlagen ebenfalls äußerst viel Müll produziert wird. Man muss den Leuten nur lange genug einreden, wie toll ein Buch ist, dann glauben sie es irgendwann.


Ja, auch in klassischen Verlagen erscheint vieles, auf das vielleicht (oder bestimmt) verzichtet werden koennte. Aber wer sich mehr mit Buechern beschaeftigt, weiss irgendwann ziemlich genau abzuschaetzen, was er von einem Titel zu erwarten hat, wenn er den Verlag weiss.

Bei Book on Demand kann man ueberhaupt nichts erwarten, es ist wirklich alles moeglich.

Aber welcher BODie hat schon das Geld für derartige Werbekampagnen?


Fuer die meisten Titel in klassischen Verlagen wird KEINE Werbung gemacht. Trotzdem verkaufen sie sich, weil sie z.B. auf den Neuheitentischen der Buchhandlungen liegen und dann vielleicht auch einige Zeit in den Buchregalen vorraetig sind.

Aber: BOD entwickelt sich meines Erachtens immer mehr zu einer Möglichkeit, dort die Lücken zu füllen, wo die Kommerz-Verlage nicht hinreichen.


Wer wollte dem widersprechen? Anderes habe ich auch nie behauptet.

Okay, da gibt es dann immer noch das Argument, BOD-Bücher haben nicht die handwerkliche Qualität von "normalen" Büchern. Auch hier ist meine Erfahrung mittlerweile eine andere. Es kommt nicht darauf an, ob BOD (hier wird dann ja meist an Digitaldruck gedacht) oder richtige Druckerei (Offset, ab Auflage 1000). Vielmehr gibt es im einen wie im anderen Segment Qualitätsunterschiede und es bleibt letztendlich dem BODie überlassen, an welchen Druckdienstleister er sich wendet.


Die Dienstleister sind mit Sicherheit auch nicht das Problem, sondern die Autoren, die sich ploetzlich um die Seite der Technik kuemmern muessen. Dass die meisten davon keine Ahnung haben, mache ich wirklich niemandem zum Vorwurf, bloss dem Kunden ist das voellig egal.

Fuer den Buchhandel gravierender sind nach meinen Erfahrungen aber die inhaltlichen Maengel. Natuerlich gibt es auch sehr gute Buecher bei Book on Demand, aber der Anteil ist leider sehr gering.

Ich habe mich in diesem Forum schon einige Male speziell zur Lyrik in Book on Demand geaeussert. Nur kurz zusammengefasst: Nur weil "Gedicht" druebersteht und der Text in kurze Zeilen zerhackt wurde, ist es noch lange keine Gedicht.

Okay, nun hat es die Lyrik ohnehin sehr schwer im Buchhandel, und dann soll ein Buchhaendler auch noch Lyrikbaende verkaufen, die vieles sein moegen, aber keine Lyrik? Oder er muss erst einmal
Dutzende Titel bestellen und selbst lesen. Und das, um vielleicht eine Perle zu entdecken, fuer die er zwei oder drei Kunden begeistern kann?

Natuerlich koennen die Autoren dieser Perlen nichts, aber wie so oft im Leben trifft es auch hier die Verkehrten.

Beste Gruesse,

Heinz.

Susanne Henke

Re:

von Susanne Henke (25.07.2007, 15:00)
Bei Book on Demand kann man ueberhaupt nichts erwarten, es ist wirklich alles moeglich.

wen das keine Werbeslogan ist ;-)

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Saskia V. Burmeister
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Re:

von Saskia V. Burmeister (09.08.2007, 19:42)
Ich habe auch schon viele Erfahrungen gesammelt. Obwohl eine Trilogie von mir in einem normalen Verlag erschien, gucken viele Leute auf Märkten etc. als hätte ich die Bücher in Handarbeit hergestellt. Für viele Menschen muss heutzutage ein Buch in einem großen Verlag erscheinen oder es muss ein bekannter Name darauf stehen.
Ich habe schon einen Ordner voller Absagen, vor allem weil man einige meiner Werke nicht in eine Schublade stecken kann. So zum Beispiel ein Weltraumabenteuer mit Fatasyelementen...
Es ist verflucht schwierig einen Verlag zu finden, wenn man keine Beziehungen hat oder irgendeine bekannte Person in seinem Umfelt oder selbst berühmt ist.
BoD ist eine gute Alternative, denke ich. Schließlich müssen die großen Verlage ja erst einmal merken, dass sie ein gutes Werk in Händen halten und das entgeht ihnen wohl in vielen Fällen.
Lesen heißt Spaß haben
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hwg
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Re:

von hwg (10.08.2007, 09:05)
Ein Autor, aber auch der Leser, muss nicht immer nach den "Großen" im Verlagswesen schielen. Es gibt im deutschsprachigen Raum viele Mittel- und Kleinverlage mit üblichen Autorenverträgen, darunter nicht wenige "Spartenverlage" für spezielle Themen.

Etliche dieser Verlage bedienen sich bereits ebenfalls der BoD-Produktionsmöglichkeiten, damit sie sich die teure Lagerhaltung ersparen. Diese Vorgangsweise hat keinerlei Auswirkungen auf den Autor (hinsichtlich Buchgestaltung oder gar Kostenbeteiligung), die Bücher erscheinen unter dem Verlagslabel und werden auch von Buchhandel voll akzeptiert.

Zwar leiden auch Klein- und Mittelverlage nicht an Manuskriptemangel, doch sind die Chancen für den Autor, dass sein Werk angenommen und er auch individueller betreut wird, ungleich höher als bei einem Verlagskonzern. Und es wird professionell ausgewählt, so dass der Buchkäufer doch mit einer gewissen Qualität (hinsichtlich Buchinhalt als auch Ausstattung) rechnen kann.

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struppel
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Re: Die Guten und die Doofen

von struppel (10.08.2007, 11:35)
roland_lange hat geschrieben:
...zu der leidigen Diskussion über die guten Autoren (die bei einem "richtigen" Verlag verlegen) und die doofen Autoren (die eigentlich gar keine sind und daher ihren "Mist" per BOD in die Welt senden müssen)...


Mir kommt die Situation aus einem anderen Teil der Kunstwelt sehr bekannt vor: Ich betreibe die beiden Kunstportale www.kuenstler-im-web.de und www.kunst-und-kuenstler.de, meine Frau selbst ist bildende Künstlerin (Objektkunst) und wir arbeiten ernsthaft daran ihr eine funktionierende Basis zu schaffen, um Kunst finanzierbar zu machen und irgendwann auch mal etwas Plus zu haben.

In dem Bereich Kunstmarkt sind die Galeristen die Verleger und es gibt auch deutliche Unterschiede in den Arbeitsweisen. Die Galeristen nun unterscheiden gern zwischen "Hobbykünstlern" und "professionellen Künstlern", ein Unterschied, den sie an der Arbeitsweise festmachen. Der Hobbykünstler betreibt seine Kunst nach der Arbeit, der Profi darf bald nichts anderes machen. Das der Hobbykünstler aber vielleicht das bessere Bild malt, weil er sich mehr Zeit für das vielleicht einzige Werk im Jahr genommen hat, geht bei dieser Bewertung einfach verloren. Genauso kann anders herum nicht jeder Studierte automatisch gute Kunstwerke schaffen...

Letztendlich denke ich, daß die Teilung des Marktes in Hobby und Profi bzw. in BoD und herkömmlicher Verlag, den Anbietern eine Krücke ist, um in dem nicht vollständig überschaubaren Angebot eine Vorauswahl zu treffen, die Zeit und Personal spart. Mit Sicherheit weiß man, daß man damit dem einen oder anderen Unrecht tut, aber das wird man billigend in Kauf nehmen.

Ich selbst würde mich in dem obigen Schema als Hobbyautor verstehen. Schon weil ich meine Brötchen mit dem Destillieren von Rohöl verdiene und nicht als Buchautor. Und, bevor ich es vergesse, auf meinen Kunstportalen sind mir alle Künstler willkommen, denn, da halte ich es ganz mit Beuys: "In jedem steckt ein Künstler"

Gruß aus Kölle

Sven

In Jedem steckt ein Künstler.
Mein Buch: "November 89" - Meine Wortbilder

roland_lange

Re:

von roland_lange (10.08.2007, 11:43)
Hallo,
letztendlich wird es ein unbekannter Autor immer schwer haben, seine Werke unters Volk zu bringen. Dabei spielt es nach meiner Erfahrung keine Rolle, ob man sein Werk per BoD veröffentlicht hat, oder in einem "richtigen" Verlag. Entscheidend ist, was Verlag oder Autor nach Erscheinen in ihr Werk investieren.
Aber grundsätzlich gilt auch hier, wie überall: "Was der Bauer nicht kenn, frisst er nicht." Und es ist ein verdammt steiniger Weg, bis der Name des Futtererzeugers allein schon Grund genug ist, das Futter zu kaufen. Dabei spielt es dann auch nicht mehr eine sooo große Rolle, wie gut das Futter schmeckt.
Das Problem der BoDies sind meiner Ansicht nach (bezogen auf die Herstellungsweise des Buches) weniger die Leser, sondern mehr die Buchhändler. Natürlich gehe ich bei dieser Behauptung davon aus, dass ein Buch optisch einen vernünftigen Eindruck macht. Was drinsteht, erfährt man sowieso erst hinterher.

Bis bald
Roland

hwg
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Re:

von hwg (10.08.2007, 15:06)
Servus Roland!

"Was drinnensteht, erfährt man sowieso erst hinterher" ist klar, allerdings haben "richtige" Verlage auf ihr Image (sofern sie eines haben :lol: ) zu achten, während Druckereien, so auch BoD, jeden Auftrag erfüllen, wenn
"die Kasse stimmt". Da halte ich mich lieber an einen relativ kleinen Verlag mit Profil, auch wenn dessen Bekanntheitsgrad nur unter "Liebhabern" zu Buche schlägt.

Herzlichen Gruß!

franziska rechperg
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Re:

von franziska rechperg (10.08.2007, 17:07)
Zu diesem Thema möchte ich jetzt doch auch etwas sagen, nachdem ich jetzt schon lange die Diskussion hierüber verfolgt habe.
Ich bin auch der Meinung, dass die großen Verlage fast nur Autoren annehmen, die sich schon einen Namen gemacht haben. Aber nicht nur das. Der Standardsatz "passt nicht in unser Verlagsprogramm", der immer wieder zitiert wird, kommt daher, dass die großen Verlage tatsächlich ihre Themen festlegen, und dann ihre Autoren, die bei ihnen unter Vertrag stehen, beauftragen, zu diesen Themen ein Buch zu schreiben. Am liebsten ist es ihnen, wenn der Autor ein bereits druckfähiges Manuskript vorlegt. Der Lektor muss dann nur noch kurz die Vorlage nach evtl. Schreib- oder Grammatikfehlern abklopfen, und die Produktion kann beginnen. Dass der Autor damit bereits in Vorleistung tritt und evtl. selber jemand beauftragt, der ihm die Druckvorlage erstellt, wird wohlweislich verschwiegen... Das habe ich heute brühwarm von einem renommierten Autoren erfahren, der einschlägige Erfahrung im Verlagsgeschäft hat und wie selbstverständlich davon ausgeht, dass ich Anfängerdummie ohnehin kein Layout erstellen kann. Also braucht man gar nicht erst versuchen, ein wie auch immer geartetes Manuskript an so einen Verlag zu schicken. Mir hat diese Aussage die letzte Illusion genommen. Mag sein, dass kleine Verlage (noch) eine andere Politik verfolgen. Ich für meinen Teil werde zweigleisig fahren und nach einer noch vertretbaren Wartezeit bei Nichtantwort wieder BOD beauftragen. Da weiß ich wenigstens, woran ich bin nach dem Grundsatz: Geld gegen Dienstleistung. :twisted:
Franziska Rechperg
www.franziskas-buchwelt.de

roland_lange

Re:

von roland_lange (10.08.2007, 17:58)
Hallo, da bin ich wieder;-)

@ hwg
Also, trotz all meiner Vorreden (s.o.) werde ich immer einem "richtigen", auch kleinen, Verlag mein Manuskript übergeben, wenn er es nur will. Ich kann das mit meinen bescheidenen Mitteln nicht leisten, wozu ein Verlag in der Lage ist. Aber "richtiger Verlag" und BoD stehen m.E. nicht im Widerspruch. Halt alles da, wo es seinen Platz hat.

@ franziska
Ich habe ja nun schon einige Bücher in Verlagen untergebracht. Die Wünsche nach einer druckfertigen Vorlage waren dabei jedoch nie Gesprächs- bzw. Verhandlungsgrundlage. Was die Damen und Herren sich allerdings heimlich wünschen, haben sie mir verschwiegen ...
Also, ich denke, dass da die Verlagswirklichkeit eventuell doch nicht ganz den Verlagswünschen entspricht. Ein genormtes Manuskript - okay, aber gleich eine fertige Druckvorlage???
Gibt es da Erfahrungen von anderen hier im Forum?

Gruß
Roland

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