"Anleitung zum Engel werden" von Sam

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SamanthaCapule
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"Anleitung zum Engel werden" von Sam

von SamanthaCapule (19.11.2009, 18:20)
Hallo ihr Lieben :)

Ich melde mich leise zurück mit einem neuen Buchprojekt. Diesmal jedoch nicht mit Fantasy sondern mit einem realitätsnahem Projekt. Es würde mich sehr freuen wenn ihr mal rein schauen würdet angle:


Anleitung zum Engel werden

Es war der 5.03.1990, als ich das Licht der Welt erblickte. Heute erinnern nur noch verblasste Fotografien an den Tag, an dem für mich alles begann.
An fünf Stunden schmerzvolle Wehen meiner Mutter und ein kleines, aber gesundes Mädchen, das laut in die Welt hinaus schrie. Letztendlich bleiben nur noch verschwommene Erzählungen davon, den meine Erinnerungen waren längst verloschen.
Bis heute war viel Zeit verstrichen.
Das Leben hatte sich gewandelt und Gedanken waren zu Taten gereift. Einiges war gelungen, doch vieles war nicht nach Plan verlaufen, wie es im Leben üblich war. Ich weiß nicht genau, wann wir damit beginnen, ich nehme an das es einfach irgendwann von selbst geschieht. Bei den einen früher, bei anderen später. Wir Menschen sind unaufhörlich am Pläneschmieden, jeden Tag aufs Neue. Zuerst sind sie unklar und unrealistisch, doch mit der Zeit werden sie genauer, besser.
Wir wissen immer mehr und meinen immer schneller zu erkennen was richtig und was falsch ist. Dadurch ändern sich unsere Motivationen, den das Leben unterliegt nun ganz anderen Kriterien. Trieb uns anfänglich noch Spaß an der Sache voran, so wandelt es sich schnell in das streben nach Macht und Geld. Es bleibt ein natürlicher Wesenszug der Menschen, von dem sich niemand freisprechen kann.
Schon gar nicht ich. Und es blieb der natürliche Lauf des Lebens, das suchen und verlieren von Träumen.
Als kleines Mädchen habe ich den Sternen nachgesehen und mir gewünscht ich könnte bei ihnen sein. Damals war mein sehnlichster Wunsch Astronautin zu werden, um ferne, geheime Orte entdecken zu können. Später wollte ich Lehrerin werden, doch das Leben machte mir einen Strich durch die Rechnung. Am Ende wurde es etwas Bodenständiges, Krankenschwester. Der Weg bis dahin war lang und schwer und nur ungern sehe ich zurück auf diese Zeit der Traurigkeit.
Ich wusste hinter all meinen Taten, stand immer der Wunsch etwas Besonderes zu sein. Nichts Schlimmeres gab es für mich als einfach vergessen zu werden, durchschnitt zu sein.
Letztendlich kann ich nicht sagen, ob ich etwas Besonderes war, ich wusste nur das ich immer anders gewesen bin. Sicher war es nicht immer einfach und manchmal war der Wunsch, aufzugeben, übermächtig.
Trotzalledem hatte ich mir immer ein gewisses Maß an Lebensfreude erhalten, wie wusste ich heute selbst nicht mehr genau.
Das Erste, woran ich mich wirklich erinnern konnte, war meine Einschulung in der Losea- Grundschule. An die bunten Farben und die vielen fremden Gesichter, an die Nervosität. Ich hatte damals, nicht wie die anderen Kinder geweint, vielmehr hatte ich mich auf die Schule gefreut. Ich hatte mich in den folgenden Jahren oft so gefühlt wie an meinem ersten Schultag, als mir klar wurde, dass die Schule nichts Märchenhaftes an sich hatte. Als mir bewusst wurde, dass ich eine Außenseiterin war, ein Mädchen, das die anderen nicht mochten.
Meine Eltern sagten damals das es bald vorbei gehen würde, wir waren ja noch Kinder. Doch ich glaubte ihnen nicht. Meine Mutter hatte damals dieses seltsame Lächeln aufgesetzt, so hatte sie immer gelächelt, wenn sie nicht ganz die Wahrheit gesagt hatte. Meinen Vater hatte es nicht interessiert, warum auch.
Dann verstrichen wieder einige Jahre.
Meine Mutter wurde noch einmal schwanger mit nunmehr 40 Jahren. Ich glaube nicht das es geplant war, allerdings war ich mir bei meinen Eltern nie sicher. In der neunten Woche ihrer Schwangerschaft verfiel sie in tiefe Depressionen und bald schon war meine Mutter nur noch ein schwaches Abbild ihrer Selbst.
Das Haus wurde leerer und über die Räume legte sich eine totenstille, die mir das Blut in den Adern gefrieren lies. Mein Vater, Gregor, war nur noch selten zu Hause, er hatte eine verantwortungsvolle Stellung erhalten. Währenddessen lag meine Mutter daheim auf der Couch und starrte in die Ferne. Die Müllberge türmten sich und meine Fehlzeiten in der Schule wurden immer mehr. Mein Vater behielt mich zuhause, um auf meine suizidgefährdete Mutter da zu sein.
Schon längst besuchte ich das Gymnasium, doch auch dort blieb ich eine Außenseiterin. In tiefer Depression gefangen war meine Mutter nicht fähig für sich und uns zu sorgen, also musste ich mich um alles kümmern. Keine Zeit für Freunde oder andere Interessen, nur die Sorge um die Menschen, die man liebte, blieb.
Gregor unterstützte sie in ihren Depressionen, indem er sie vor allem schützte, was in der Welt passierte. Ich nehme an er hatte gute Absichten, doch das änderte nichts daran, dass er ihr schadete.
Als meine kleine Schwester zur Welt kam, schienen die Wolken weiter zu ziehen. Für einen kleinen Moment wurde es hell um uns. Einige Wochen war alles ruhig und zum ersten Mal seit langen Schlief ich wieder ruhig. Dann, eines Nachts, wurde ich von unruhigen Händen geweckt und aus meinen Träumen gerissen.
Ich erinnere mich noch genau an die leeren Augen meiner Tante, als sie mir erzählte, dass meine kleine Schwester gestorben sei. Ein plötzliches Herzversagen, das sich keiner erklären konnte. Wenig später nahm meine Mutter eine Überdosis Tabletten, sie war innerhalb weniger Stunden tot. Ich hatte sie gefunden und den Rettungswagen gerufen, doch er kam zu spät. Mein Vater folgte ihr bald, tot durch Alkohol am Steuer. Als ich allein zurückblieb, wollte mich keiner haben, manchmal fragte ich mich ob meine Verwandten dachte es wäre ansteckend.
Das Jugendamt nahm sich meiner an und als beschlossen wurde, dass ich zu alt für eine Pflegefamilie sei, wurde ich in ein betreutes Wohnen gesteckt.
Als diese Zeit der Einsamkeit begann, wünschte ich mich oft in meine Kindheit zurück. Zurück zu jenen Tagen, als meine Mutter abends an meinem Bett gesessen hatte und mir von einem liebenden Gott und Engeln erzählt hatte. Sie hatte mich dann immer zärtlich angeblickt und mich ihren „kleinen Engel“ genannt. Mit einem Gutenacht-Kuss war sie dann wieder verschwunden, doch die Erinnerung blieb.
Als die Einsamkeit begann, sehnte ich mich nach nichts mehr als ein Engel zu sein, um meiner Mutter wieder nah sein zu können. Also begann meine Zeit der Suche, verbunden mit Enttäuschung, Leid und Schmerz, auf meinem Weg ein Engel zu werden.

Ist doch etwas mehr geworden als erwartet. book: Hoffe es gefällt euch :)

LG Sam
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

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AngelaB.
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Re:

von AngelaB. (19.11.2009, 18:44)
Sam, die Zeilen, die du geschrieben hast,
kommen tief aus deinem Herzen.
Man spürt es. Liest es. :(

Doch liest man zwischen den Zeilen, so hat
man das Gefühl, ein kleines Mädchen würde
verzweifelt versuchen, nach jedem Strohhalm
zu ziehen :(

All in all ist es wie immer einfach nur hammermäßig
geschrieben.

Wozu brauchst du einen Lektor?? Die paar Fehler . . .

deine
Angi
Wenn ich am Himmelszelt mit den
Sternen schreiben könnte, dann würde
ich deinen Namen als erstes schreiben wollen.

Maxi
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Re:

von Maxi (19.11.2009, 18:47)
Liebe Sam,
das ist klasse und man kann spüren, dass es aus tiefster Seele kommt.
Toll geschrieben, bitte mach weiter so..
Maxi

patrick
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Re:

von patrick (19.11.2009, 18:51)
Eine grosse Menge Selbstoffenbarung.In meinen Augen ein zeichen von ganz viel Mut.

Wünsche dir viel Erfolg.

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (19.11.2009, 19:29)
Hallo ihr Drei!

Mit soviel positiver Rückmeldung hatte ich nicht gerechnet, umso mehr freut es mich das mein neues Projekt anklang findet. Das ermutigt mich weiter zu machen. Danke!

LG Sam
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

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Aston Skovgaard
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Re:

von Aston Skovgaard (19.11.2009, 21:36)
Hi Sami !

Also ich bin total platt. Wie so eine junge Frau wie Du soviel Courage zeigen kann ist einfach bewundernswert...

Da kann sich so manche Person mal eine riesige Scheibe von abschneiden !

Phantastisch - echt !!!

LG Aston :?

Bela
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Re:

von Bela (20.11.2009, 10:04)
Sam,

an deiner Geschichte sehe ich wieder einmal, dass wir wirklich unterschiedliche Menschen sind. Jeder hat seinen Weg, nur viele gehen in den ausgetretenen Pfaden ihrer Vorgänger.
Und es gibt Menschen, die von Anfang an ihre eigenen Gedanken und Gefühle haben, und diese leben. Auch wenn es noch so schmerzt.

Ich habe vollsten Respekt vor deinem Mut, dich zu öffnen und uns dein Innerstes zu zeigen.

Sam, danke.

Liebe Grüße

Bela
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man schönes bauen. J.W. v. Goethe

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Ruth
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Wohnort: Münsterland

Re:

von Ruth (20.11.2009, 11:37)
Auch mich rührt die Geschichte ...

@ Angela: Die paar Fehler? Wozu brauchst du einen Lektor? Ich weiß nicht, ob du dir den Text gründlich durchgelesen hast, aber der Text wimmelt nur so von Fehlern. Sowohl Rechtschreib- als auch Zeichensetzungsfehler, da wäre ein Lektor oder jemand, der sich auskennt, auf jeden Fall angebracht.

Mehr dazu in einer PN an die Autorin ...

Diese Kritik soll aber nur anregen, keinesfalls böse klingen! An der Geschichte gibt es so nichts zu rütteln.

Ruth
Meine Bücher bei BoD:

- Herzklopfen und Sachertorte
- Wenn du jetzt gehst

www.ruthelisabethmeisner.de

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (20.11.2009, 14:35)
Hallo ihr Drei!

Ich danke für die herzlichen Worte. Mit so viel Feedback hätte ich wahrlich nicht gerechnet.
Was meine Fehlerchen angeht, so hat sich meine Rechtschreibschwäche leider noch nicht gebessert, aber ich tue was ich kann angle:
Daher empfinde ich deinen Kommentar, Ruth, nicht als Angriff, sondern eher als berechtigten Einwand. Nur durch Kritik kann ich besser werden :)
In dem Sinne

LG Sam
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oliver
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Re:

von oliver (20.11.2009, 15:19)
Hallo Sam,

also ich weiß gar nicht was ich sagen soll...außer meinen Respekt kann ich dir nichts aussprechen. Nach deinen Zeilen musste ich das erst einmal sacken lassen. Denn das ganze hat mich etwas nachdenklich und traurig gestimmt. :(
Das ist nicht nur voll von Emotionen sonder zeigt enorme Stärke! thumbbup
Und ich weiß das es schwer ist seine Gefühle offen zu legen. Denn auch ich arbeite an einem sehr persönlichen Projekt.
Und Außenseiterin...eine so junge, starke und hübsche Frau wie du kann keine Außenseiterin sein!

Ganz Liebe Grüße, Olli

patrick
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Re:

von patrick (14.01.2010, 18:33)
Hallo Sam gibt es den auch hier fortschritte?
mfg

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (14.01.2010, 18:58)
Hallo patrick!

Ich bin hart am Arbeiten an meinem neuen Werk, ich hoffe das ich es in den nächsten Monaten vollenden kann und nach einer ordentlichen korrektur [von meiner kleinen Rechtschreibschwäche] habe ich vor es mit bod zu veröffentlichen. Genaueres gebe ich rechtzeitig bekannt angle:

LG Sam
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

Tanzmaus
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Wow :)

von Tanzmaus (14.01.2010, 19:10)
Hallo Sam ...

... ich habe den Text gerade erst gelesen
und war echt gerührt, weil ich einige Dinge
selbst nachvollziehen kann.
Aber das ist nur ein kleiner Teil, warum
ich so überwältigt war.

Es ist einfach die Art, wie es geschrieben ist.
Natürlich gibt es hier und da Fehler, Zeichen-
setzung und so, aber der
Text berührt einen einfach zutiefst.

Ich danke dir, dass du so tolle Texte hier
hineinstellst.

Das ist echt Hammer!

Würde mich auf mehr seeeeehr freuen!

Liebe Grüße,
Nici

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tirol
Beiträge: 56
Registriert: 21.09.2009, 20:38

Re:

von tirol (14.01.2010, 20:40)
Ruth hat geschrieben:
aber der Text wimmelt nur so von Fehlern. Sowohl Rechtschreib- als auch Zeichensetzungsfehler, da wäre ein Lektor oder jemand, der sich auskennt, auf jeden Fall angebracht.

Ruth


Im Leben gibt es so viele Regel die von Menschen aufgestellt wurden.
Je mehr man solche Regeln hat umso mehr werden "gute Geschichten" einfach nicht geschrieben, vor Angst, da man in Rechtschreibung nicht so gut ist.
Ich habe den Text gelesen und mich haben die Worte bewegt! Ob mann jetzt dass oder daß (als Beispiel) schreibt ist doch "gaga" Mir sind die Fehler nicht aufgefallen - für mich war es sehr berührent und ich würde sofort diese Buch kaufen!

Es ist gut, dass es Regeln gibt, aber es ist auch gut wenn es "Autoren" gibt, die ihren Traum wahr machen und so etwas "schönes" erzählen aucvh wenn sie keine Rechtschreibprofis sind.

Ich bin dafür, dass mehr Menschen den Mut finden ihre Gedanken zu schreiben - wer es sich Leisten kann, soll dann einen Lektor nehmen, die anderen kann ich nur sagen: Wenn ihr und eure Familie/Feunde etc. den Text gut findet und keine auffälligen Fehler sind und gesehen werden, dann veröffentlicht es!
Denn wenn mehrere Leute die Texte gut finden und die Texte lesen konnten und dann noch berührt sind, wird das Buch auch gut und gekauft werden.

JA - ich bin auch kein Rechtschreibprofi - na und! Ich habe aber meine Träume wahr gemacht und das Buch verkauft sich und die Bewertungen sind gut! smart2

LEBE DEINE AUGENBLICKE IM LEBEN!
www.andreas-felder.info/buch
"Den Menschen die Augenblicke des Lebens zeigen"

patrick
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Registriert: 23.10.2009, 17:39

Re:

von patrick (14.01.2010, 21:54)
@Tirol,
finde es super von dir das du für alle nicht Rechtschreibprofis in die Presche springst.
Es ist zwar richtig und wichtig das man auch ein feedback bekommt und das dann auch annimmt aber es sollte der Autor nicht nur auf seine fehler reduziert werden"Soziale Kompetenz".
Danke
mfg

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