Selbstverlag oder ganz "ohne"

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Ankh
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Selbstverlag oder ganz "ohne"

von Ankh (25.11.2009, 23:04)
Hallo,
mein "habe ich alles selbst gemacht-Buch" muss jetzt "nur" noch getippt werden und da ich ohne BOD auch alles andere in die eigene Hand nehmen will, stellt sich mir jetzt folgende Alternative bzw. Frage:
Selbstverlag gründen oder nicht nicht mal das und ohne Gewerbe/Selbstverlag einfach nur drucken lassen?

Ich frage mich, wo die wesentlichen Unterschiede liegen. Die scheinen gar nicht so groß zu sein:

-ISBN und VLB-Aufnahme scheinen auch ohne Selbstverlag möglich zu sein, aber entscheidend ist die Aufnahme bei einem Barsortimenter und bei Amazon. Und das ist offenbar auch mit einem Selbstverlag schwierig. Der Buchhandel ist nicht so entscheidend für mich, aber völlig verbauen möchte ich mir das auch nicht und eine Verkaufsmöglichkeit bei Amazon wäre schon gut. Aber wenn es insoweit eh keinen Unterschied macht...

-Steuerlich läuft der Selbstverlag zwar zunächst mal naheliegenderweise unter Gewerbe, sprich Gewerbesteuer kann fällig werden. Da aber nur mein eigenes Buch verkauft wird und die Menge überschaubar bleiben wird, liegt faktisch wohl eher eine freiberufliche Tätigkeit vor. Selbst wenn es ein Gewerbe ist, werden die geringen Umsätze wohl kaum für relevante Gewerbesteuer reichen.
Ansonsten bin ich übrigens Freiberufler.

Sehe ich das soweit richtig und welche sonstigen Vorteile/Nachteile kann ein Selbstverlag gegenüber der "ohne"-Variante haben? Fällt euch noch irgendwas ein?

M.Hartmann

Re:

von M.Hartmann (26.11.2009, 06:32)
Moin,

Selbstverlag lohnt sich nur, wenn du tatsächlich in der Lage bist, genügend Leser/Käufer für dein Buch zu finden, und zwar auf Dauer.
Es ist richtig, dass du eine ISBN bekommen kannst, deine Daten bei VLB eintragen kann, und man so dein Buch im Buchhandel bekommen kann. Amazon übernimmt ebenfalls die Daten.
Allerdings mögen es "örtliche" Buchhändler nicht unter VLB dein Buch zu suchen, daher ist eine Barsortiment wie Libri wichtig. Aber auch hier gibt es die Möglichkeit gelistet zu werden, musst aber für reichlich Werbung und so wieder für Käufer sorgen, sonst flliegt es nach einem halben Jahr wieder raus.
Was die Umsatzsteuer betrifft, so kann man sich als Kleinunternehmer befreien lassen, da du eine bestimmte Umsatzgrenze wahrscheinlich nicht überschreiten wirst.

8) Gruß

Marc
Zuletzt geändert von M.Hartmann am 26.11.2009, 08:06, insgesamt 1-mal geändert.

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hawepe
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Re:

von hawepe (26.11.2009, 07:47)
M.Hartmann hat geschrieben:
Was die Steuer betrifft, so kann man sich als Kleinunternehmer befreien lassen, da du eine bestimmte Umsatzgrenze wahrscheinlich nicht überschreiten wirst. Nachteil: Man kann auch nichts geltend machen und damit nichts absetzen.


Ich habe ja Verständnis dafür, wenn man durch das ganze Steuerrecht nicht durchsteigt, aber vielleicht könnte man dann einfach mal auf ein Posting verzichten. Diese ständigen Steuermärchen hier nerven wirklich.

Niemand kann sich in D von der Steuerpflicht befreien lassen. Als Kleinunternehmer kann man sich lediglich von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Der Nachteil ist dann, dass man selbst beim Finanzamt keine Vorsteuer mehr geltend machen kann.

Seine Ausgaben kann man trotzdem weiterhin in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung geltend machen. Und die muss man ganz unabhängig von allen umsatzsteuerlichen Dingen machen.

Beste Grüße,

Heinz.

M.Hartmann

Re:

von M.Hartmann (26.11.2009, 08:02)
@Heinz,

Natürlich nur von der "Umsatz"steuer befreit werden, richtig Heinz.

Hier mal ein hilfreicher Link: http://www.foerderland.de/fachbeitraege/beitrag/Kleinunternehmer-wann-ein-Verzicht-auf-die-Umsatzsteuerbefreiung-sinnvoll-ist/34f92afed2/

8)

holz

Re:

von holz (26.11.2009, 08:57)
... immer diese diffuse Steuer-Angst.


hallo ankh,

- Buchtipp: M. Plinke, Mini-Verlag, Autorenhaus-Verlag

- Für die ISBN sind einmalig ca. 79 Euro, für den VLB-Eintrag jährlich 80 Euro einzuplanen, für den Strichcode auch noch einige Euro.
- Beim Barsortiment bedenken, ob nicht deren satte Rabatte deinen Buchpreis unattraktiv werden lassen (>50%).

Maxi
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Re: Selbstverlag oder ganz "ohne"

von Maxi (26.11.2009, 09:05)
[quote="Ankh"]Hallo,
Frage:
Selbstverlag gründen oder nicht nicht mal das und ohne Gewerbe/Selbstverlag einfach nur drucken lassen?

Du kannst sicher eine mini Firma dafür gründen. Früher gabs mal eine Ich AG (@Heinz, ich sagte früher :wink: )
Es gibt sicher möglichkeiten,das zutun.(Einzelunternehmen ) Aber nur wers auch braucht.

Frage:
Wie willst du ohne Druckerei dein Buch herstellen? Kartoffeldruck?
Nein, Spaß bei Seite.
Mehrfach Druck macht ein Drucker für den Hausgebrauch sicher nicht lange mit.
Wie viele Seiten hast du denn in deinem Buch?
Und wie machst du das mit der Bindung?
Neugierig ich nun bin. :wink:

Machst du: Layout, Satz, gleichmäßige Zeileneinrückung, Wortzwischenräumen kontrollen,( doppelten Leerzeichen)
Impressum, Gestaltung der Titelei und Covererstellung,alles selbst?
Ach ja hatte ich vergessen:Korrektur, Lektorat gehören auch dazu.


Der Buchhandel ist nicht so entscheidend für mich, aber völlig verbauen möchte ich mir das auch nicht und eine
Verkaufsmöglichkeit bei Amazon wäre schon gut.
Aber wenn es insoweit eh keinen Unterschied macht...


Bei Amazon gibt es Möglichkeiten dein Buch einzustellen:
http://advantage.amazon.de/gp/vendor/public/join

Schau es dir einfach mal an
Gruß Maxi

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Ankh
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Re:

von Ankh (26.11.2009, 15:48)
holz hat geschrieben:
... immer diese diffuse Steuer-Angst.


hallo ankh,

- Buchtipp: M. Plinke, Mini-Verlag, Autorenhaus-Verlag

- Für die ISBN sind einmalig ca. 79 Euro, für den VLB-Eintrag jährlich 80 Euro einzuplanen, für den Strichcode auch noch einige Euro.
- Beim Barsortiment bedenken, ob nicht deren satte Rabatte deinen Buchpreis unattraktiv werden lassen (>50%).


Hallo holz,
gehst du da jetzt von einem Selbstverlag aus oder "ohne" oder ist das in beiden Fällen gleich?

Danke für den Buchtipp, das Buch habe ich bereits, aber die Alternative ohne Selbstverlag bleibt da außen vor und genau darum geht es mir im Moment.

holz

Re:

von holz (26.11.2009, 16:09)
Ankh hat geschrieben:

gehst du da jetzt von einem Selbstverlag aus oder "ohne" oder ist das in beiden Fällen gleich?


Gleich, so wie auf der ISBN-Seite ( http://www.german-isbn.org/ ) zu lesen:

"(Selbst-)Verlage mit absehbar einmaliger Verlagsproduktion =
Dies sind Verlage ohne Gewerbeanmeldung/en, Handelsregister-Eintragung oder Vereinsregister-Eintragung, aber auch Körperschaften des öffentlichen Rechts. Diesen Verlagen wird für ihre einmalige Verlagsproduktion eine einzelne ISB-Nummer zur Verfügung gestellt."

Solltest du keine Buchhandelsanbindung benötigen, kannst du dir die Kosten auch sparen. Dann eben alles mit Bauchladen vertreiben :D

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Ankh
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Re: Selbstverlag oder ganz "ohne"

von Ankh (26.11.2009, 16:13)
Maxi hat geschrieben:

Frage:
Wie willst du ohne Druckerei dein Buch herstellen? Kartoffeldruck?

Machst du: Layout, Satz, gleichmäßige Zeileneinrückung, Wortzwischenräumen kontrollen,( doppelten Leerzeichen)
Impressum, Gestaltung der Titelei und Covererstellung,alles selbst?
Ach ja hatte ich vergessen:Korrektur, Lektorat gehören auch dazu.


Bei Amazon gibt es Möglichkeiten dein Buch einzustellen:
http://advantage.amazon.de/gp/vendor/public/join


Hallo Maxi,
wieso ohne Druckerei? Ohne Selbstverlag oder mit, das ist die Frage. Zum Drucken braucht jeder immer eine Druckerei. Kartoffeldruck... das weckt Kindheitserinnerungen.

Und ja, ich mache alles selbst.

Amazon habe ich mir angesehen. Klingt nicht schlecht, bin aber etwas überrascht, weil ich irgendwie schon mal zu lesen geglaubt habe, es brauche bei Amazon eine Listung bei einem Barsortimenter. Über BOD ist das automatisch dabei, bei mir nicht. Oder ging es da "nur" um die Verfügbarkeit?

Auf der Startseite ist vom Autor im Selbstverlag die Rede, vielleicht gibt es dann ohne Selbstverlag doch einen Haken? Bei den Teilnahmebedingungen habe ich allerdings keinen gesehen, sofern ISBN, EAN, VLB alles ohne Selbstverlag flutscht.

Ergibt das Ganze dann einen ganz normalen Eintrag bei Amazon, so wie ihn die Bücher von BOD und die von Buchverlagen herausgegebenen Bücher haben, also mit Rezensionsmöglichkeit ect.?

holz

Re: Selbstverlag oder ganz "ohne"

von holz (26.11.2009, 16:19)
Ankh hat geschrieben:

Ergibt das Ganze dann einen ganz normalen Eintrag bei Amazon, so wie ihn die Bücher von BOD und die von Buchverlagen herausgegebenen Bücher haben, also mit Rezensionsmöglichkeit ect.?


ja.
und vom kaufpreis bleiben ca. 60% bei amazon (teilnahmegebühr, lagerhaltung, rabatt).

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Ankh
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Re:

von Ankh (26.11.2009, 16:29)
holz hat geschrieben:
Gleich, so wie auf der ISBN-Seite ( http://www.german-isbn.org/ ) zu lesen:

"(Selbst-)Verlage mit absehbar einmaliger Verlagsproduktion =
Dies sind Verlage ohne Gewerbeanmeldung/en, Handelsregister-Eintragung oder Vereinsregister-Eintragung, aber auch Körperschaften des öffentlichen Rechts. Diesen Verlagen wird für ihre einmalige Verlagsproduktion eine einzelne ISB-Nummer zur Verfügung gestellt."

Solltest du keine Buchhandelsanbindung benötigen, kannst du dir die Kosten auch sparen. Dann eben alles mit Bauchladen vertreiben :D


"Verlage ohne Gewerbeanmeldung" meint meinen möglichen Fall, dass ich faktisch wie ein Verlag handle, aber formal keinen Verlag gründe (Gewerbeanmeldung), also die ohne-Variante?
Der Text bei german-isbn klingt etwas verwirrend für mich so, als ob man einen richtigen Selbstverlag auch ohne Gewerbeanmeldung gründen könnte.

Ganz verzichten möchte ich auf die Buchhandelsanbindung nicht. Wer weiß, wie sich die Dinge entwickeln, vielleicht wird es noch mal wichtiger asl es im Moment aussieht.


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Ankh
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Re:

von Ankh (28.11.2009, 01:15)
holz hat geschrieben:


Danke, das sind gute Links, die bestimmt auch anderen helfen.

Für mich bleibt insbesondere noch die Frage offen, inwieweit die Gewerbeanmeldung eines Selbstverlages, also ein "richtiger", offizieller Selbstverlag, das Vorliegen der grundsätzlich freiberuflichen Tätigkeit (geringer Umfang) "umbiegt".

Das Finanzamt bekommt von der Gewerbeanmeldung eine Kopie, aber meine Einnahmen sind gemäß der Rechtsprechung eigentlich noch kein Gewerbe, weil zu gering. Gewerbe oder freiberuflich? Gewerbe heißt ja immerhin "mit langfristiger Gewinnerzielungsabsicht".

Na ja, sollte ich wohl am besten das Finanzamt selbst fragen.

Alles in allem sehe ich momentan keine Vorteile durch einen formal-offiziellen Selbstverlag mit Gewerbeanmeldung (aber faktisch auch keine Nachteile in meinem Fall).

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UrsulaD
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Re:

von UrsulaD (11.12.2009, 13:22)
Ein Link zu Selbstverlag und Gewerbeschein.

http://mediafon.net/meldung_volltext.ph ... si=&lang=1

Und wen es interessiert: Der Unterschied Selbstverlag zu Kleinverlag:

http://www.bjoernjagnow.de/index.php?ti ... nverlag%3F
"Sohn der Nacht" - Düster-atmosphärischer Vampirroman vor der Kulisse des Venedigs des Rokoko
www.ursula-donner.de

steffenkb
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Registriert: 12.02.2009, 15:21

Zusatz bei Selbstverlag N.N. ?

von steffenkb (26.12.2009, 12:50)
Hallo

Kann ich bei meinen selbstgemachten Buch mit ISBN (BOD- Classik) im Impressum neben dem Vermerk "Selbstverlag- N-N." auch einen Zusatz angeben, ohne einen Verlag gegründet zu haben?
Bsp: "Holzbaubuch- Selbstverlag- N.N."

Ist das Wort "Verlag" an sich irgendwie geschützt? Wahrscheinlich nicht, denn wenn jeder sein selbstgemachtes Buch mit BOD ( mit oder ohne ISBN) "Selbstverlag-N.N" nennen kann, dann wohl nicht. Oder irre ich mich da?

Dann braucht es auch keine Gewerbeanmeldung und die Umsatzsteuerbefreiung nach § 19 reicht aus, wenn man nur sehr geringe Umsätze hat.

Gruß Steffen

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