Welche Schrift liest sich am leichtesten?

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Positivdenker
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Welche Schrift liest sich am leichtesten?

von Positivdenker (29.07.2007, 04:27)
Hallo,

ich schreibe meine Texte immer mit der Schrift "Courier new".

Ein Verlag schreibt nun, er wünsche ein Manuskript in Times oder Arial. Mir persönlich gefallen diese Schriften gar nicht.

Gibt es eigentlich Studien oder Forschungen darüber, welche Schriften die Menschen (in diesem Fall Deutsche bzw. Personen mit Deutsch als Muttersprache) am besten und leichtesten lesen können?

Und in welcher Schrift werden die aktuellen Bücher geschrieben? Ich kann sie gut lesen, weiß aber nicht, welche Schriftart sie sind.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Herzliche Grüße

Heinrich
Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her ...

hwg
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Re:

von hwg (29.07.2007, 06:43)
Guten Morgen Heinrich!

Eine Faustregel gibt es nicht, deshalb wundert es mich, dass ein Verlag die Schriftart "vorschreibt" (wahrscheinlich handelt es sich dabei um ein Druckkostenzuschussunternehmen, wofür der Autor die druckreifen Unterlagen beizustellen hat).

In welcher Schrift das Typoskript gehalten ist, hat keinerlei Bedeutung, da jeder Verlag und auch jede Zeitschrift den Umbruch des Textes gemäß dem Layout selbst bestimmt. Ansonsten würde ja jedes Buch (jede Zeitung) schriftmäßig gleich aussehen.

Wichtig für einen ungefähren Überblick hinsichtlich des Textumfanges ist bloß die Anzahl der Anschläge (leicht zu errechnen mit einem Norm-Typoskript: 30 Zeilen a 60 Anschläge pro DIN A 4-Seite, 1 1/2 Zeilenabstand). Je einfacher die Schrift (schnörkellos, keinesfalls kursiv!), desto angenehmer für Lektor und Korrektor und schlussendlich für den Leser.

Gruß aus der Steiermark!

hwg
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Re:

von hwg (29.07.2007, 06:57)
Nochmals einen guten Morgen!

Habe mir soeben Deine Homepage angeguckt - jedenfalls sehr lesenswert, auch wenn ich, wie bei mir zu erwarten, nicht alle Ansichten, beispielsweise jene über Fatalisten, teile. :lol:

Da Du die christlichen Werte hervorhebst stellt sich mir die Frage, welcher Religionsgemeinschaft Du angehörst. Oder ist die Frage zu privat?

Freue mich auf Deine Antwort.

Gruß aus der Steiermark!

Miguel81
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Re:

von Miguel81 (29.07.2007, 08:50)
Arial empfinde ich sehr nüchtern und kalt, passend für Emails und Internetforen. Aber für Literatur öde.

Times New Roman ist angenehmer, aber eben Standard.

Mein erstes Buch habe ich in Garamond geschrieben. Diese Schriftart empfinde ich sehr angenehm, man kann sie mühelos und leicht lesen und gleichzeitig ist sie weich.

Jakob W.
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Re:

von Jakob W. (29.07.2007, 09:27)
Ich stimmte Miguel81 vollkommen zu.
Ich selbst versuche Fantasy Geschichten in Garamond oder Sylfaen zu gestalten. Thriller auch. Normale Kurzgeschichten und Gedichte, werden mit Times New Roman ergänzt.


Lieben Gruss,
Jakob
Beste Grüße
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hawepe
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Re: Welche Schrift liest sich am leichtesten?

von hawepe (29.07.2007, 12:23)
Hallo Heinrich,

Positivdenker hat geschrieben:
ich schreibe meine Texte immer mit der Schrift "Courier new".

Ein Verlag schreibt nun, er wünsche ein Manuskript in Times oder Arial. Mir persönlich gefallen diese Schriften gar nicht.


Wenn das Manuskript in Times oder Arial verlangt wird, heisst das nicht, es wird spaeter auch in dieser Schrift gedruckt.

Die meisten Verlage arbeiten mit Windows und die meisten Windowsprogramme verwenden per Voreinstellung Arial oder Times New Roman.

Die Vorgabe hat fuer den Verlag deshalb zwei Vorteile: erstens kann er sicher gehen, dass keine Schriften ersetzt werden muessen, was u.U. zu unangenehmen Nebeneffekten fuehren kann; zweitens haben die Mitarbeiter es ziemlich genau im Blick, wie lang ein Manuskript tatsaechlich ist.

Gibt es eigentlich Studien oder Forschungen darüber, welche Schriften die Menschen (in diesem Fall Deutsche bzw. Personen mit Deutsch als Muttersprache) am besten und leichtesten lesen können?


So pauschal laest sich die Frage nicht beantworten.

Zum einen haengt es auch von der Leseerfahrung der Leser (Leseanfaenger, Seltenleser, Akademiker) ab.

Zum anderen und eher entscheidend sind das Zusammenspiel von Schrift, Schriftgroesse, Zeilenabstand, Zeilenlaenge und Papier.

Und in welcher Schrift werden die aktuellen Bücher geschrieben? Ich kann sie gut lesen, weiß aber nicht, welche Schriftart sie sind.


Es gibt nicht DIE Schrift. Haeufig benutzt wird die Garamond, mit der man nicht viel falsch machen kann, ausser die falsche Garamond zu benutzen. Von der Garamond gibt es zahlreiche Interpretationen, die teilweise sehr grosse Unterschiede aufweisen.

Fuer Kinderbuecher wird haeufig die Palatino benutzt, mit der man auch kaum etwas verkehrt machen kann.

Wenn du verschiedene Buecher aus verschiedenen Verlagen vergleichst, wirst du vermutlich feststellen, dass recht viele Schriften zum Einsatz kommen. So pauschal laesst sich deine Frage also nicht wirklich beantworten.

Beste Gruesse,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (29.07.2007, 12:41)
Hallo

Miguel81 hat geschrieben:
Arial empfinde ich sehr nüchtern und kalt, passend für Emails und Internetforen. Aber für Literatur öde.


Es ist nun einmal eine fuer den Bildschirm optimierte Schrift. Zudem hat sie einen schweren Designfehler: das schliessende Anfuehrungszeichen ist in die verkehrte Richtung geneigt. statt der deutschen Anfuehrungszeichen muss man also die franzoesischen Guillemets benutzen.

Times New Roman ist angenehmer, aber eben Standard.


Und vor allem viel zu eng laufend. Die Times wurde fuer den Zeitungssatz mit seinen schmalen Spalten geschaffen und nicht fuer den Buchdruck. Wenn sollte man schon die Times Ten einsetzen. Aber ich wuerde keine Times-Variante fuer ein Buch verwenden.

Mein erstes Buch habe ich in Garamond geschrieben. Diese Schriftart empfinde ich sehr angenehm, man kann sie mühelos und leicht lesen und gleichzeitig ist sie weich.


Die Garamond mag ich auch sehr, wobei man aber beachten muss, dass es DIE Garamond nicht gibt, sondern verschiedene Garamond-Interpretionen. Sehr angenehm finde ich z.B. die URW-Garamond und die Stempel-Garamond. Die ITC-Garamond dagegen kommt sehr schwergewichtig daher und laesst fuer mein Gefuehl jede Eleganz vermissen.

Schriften sind schon ein interessantes Thema. Man braeuchte viel mehr Zeit (und Geld), um sich mit ihnen intensiver beschaeftigen zu koennen.

Beste Gruesse,

Heinz.

Positivdenker
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Re:

von Positivdenker (30.07.2007, 05:05)
Hallo,

meine Homepage erstelle ich gerade neu. Das religiöse will ich herausnehmen und die "Prophezeiungen" entschärfen. Denn es ist nicht meine Absicht, - mir fehlen jetzt die Worte - jedenfalls möchte ich den Glauben an das Gute fördern und nicht schlechtes über Religionen schreiben.

Ich war evangelisch, bin jedoch ausgetreten. Der alte ägyptische Glauben ist der Wahrheit viel näher als alle anderen Religionen. Näheres kann man dann in meinen Büchern nachlesen.

Habe den Eindruck, die meisten Sachbücher sind in Courier oder einer ähnlichen Schrift geschrieben. Kennt jemand "The Secret - das Geheimnis" oder die Bücher von Dr. Joseph Murphy? Die empfinde ich als leicht lesbar.

Eure Antworten haben mich zufrieden gestellt, vielen Dank an euch alle!

Herzliche Grüße

Heinrich
Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her ...

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Re:

von hawepe (30.07.2007, 08:57)
Hallo Heinrich,

Positivdenker hat geschrieben:
Habe den Eindruck, die meisten Sachbücher sind in Courier oder einer ähnlichen Schrift geschrieben.


Ich kenne kein einziges Buch, das in Courier oder einer aehnlichen Schrift gesetzt ist.

Courier ist eine dicktengleiche Schrift (auch monospaced oder nichtproportional genannt), bei der alle Buchstaben die gleiche Breite besitzen. Entwickelt wurden sie im Zusammenhang mit der Schreibmaschine, die technisch bedingt nur mit diesen Schriften ausgestattet werden konnte.

Aber wenn du wissen willst, welche Schrift irgendwo verwendet wird, schau einfach mal auf http://www.identifont.com.

Beste Gruesse,

Heinz.

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jola
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Re:

von jola (01.11.2007, 20:54)
Welche Schriftarten verwendet Ihr sonst noch? Für ein Sachbuch bzw. Ratgeber etc.?

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hawepe
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Re:

von hawepe (01.11.2007, 22:43)
Hallo Jola,

jola hat geschrieben:
Welche Schriftarten verwendet Ihr sonst noch? Für ein Sachbuch bzw. Ratgeber etc.?


Die Excelsior, Melior, Sabon (eine meiner Lieblingsschriften), Garamond, Trump Mediäval, Stempel-Schneidler, Charter, Charis und Cambria als Serifenschriften,

die Frutiger, Calibri, Optima und News Gothic als Serifenlose.

Teilweise handelt es sich um Windows-Systemschriften, teilweise um Freefonts und teilweise sind es CorelDraw-Schriften.

Beste Gruesse,

Heinz.

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (02.11.2007, 00:37)
hawepe hat geschrieben:
Teilweise handelt es sich um Windows-Systemschriften, teilweise um Freefonts und teilweise sind es CorelDraw-Schriften.


Und da geht genau das Problem los. Schriften, die für Windows den einen Namen haben, haben für Apple einen anderen - und umgekehrt.

Es gibt keine Pauschalempfehlungen für Schriften. Man kann mit einer bestimmten Schriftart auch eine bestimmte Emotion 'rüberbringen. Wesentlich ist, dass sie lesbar ist und dass der Durchschuss (der Zeilenabstand) nicht zu eng, sondern lieber etwas größer gewählt wird.

Übrigens werden Antiqua-Schriften (also die mit Serifen oder "Füßchen") gerne für Fließ- oder "Brottext" (längere Textpassagen) verwendet, weil die Serifen eine fast unsichtbare Hilfslinie - und damit eine Lesehilfe - bilden.

Bei der riesigen Auswahl an Schriften muss man aber immer auch sehen, dass man die Schrift selber mag. Ich habe für mein Buch die Clearface genommen - aber das war eine reine Geschmacksentscheidung...

Beste Grüße
Matthias

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Re:

von jola (02.11.2007, 00:57)
Mir gefällt Garamond an sich recht gut. Das Problem ist, dass wahrscheinlich ein Großteil der LeserInnen eher ältere bis alte Semester sein werden. Da sollte der Fließtext, der von der Breite her ohnehin recht schmal gehalten wird, klar und leicht lesbar sowie nicht allzu klein sein. Andererseits sollen jüngere LeserInnen von einer zu großen Schriftgröße nicht abgeschreckt werden.

Bin jetzt bei Adobe Garamond Pro Regular 12Punkt angelangt, alles andere kommt mir zu klein bzw. für einen Teil der Zielgruppe zu schwierig lesbar vor.

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hawepe
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Re:

von hawepe (02.11.2007, 09:24)
Hallo Matthias,

matthiasgerschwitz hat geschrieben:
hawepe hat geschrieben:
Teilweise handelt es sich um Windows-Systemschriften, teilweise um Freefonts und teilweise sind es CorelDraw-Schriften.


Und da geht genau das Problem los. Schriften, die für Windows den einen Namen haben, haben für Apple einen anderen - und umgekehrt.


U.a. deshalb habe ich bewusst die Originalnamen angegeben. Man kann sich diese Schriften also z.B. bei fontshop anschauen und gucken, ob sie einem zusagen koennten.

Den Rest kann man sich ergooglen, aber ich nenne bei Bedarf auch gerne die Namen z.B. der Bitstream-Klones aus CorelDraw.

Es gibt keine Pauschalempfehlungen für Schriften. Man kann mit einer bestimmten Schriftart auch eine bestimmte Emotion 'rüberbringen. Wesentlich ist, dass sie lesbar ist und dass der Durchschuss (der Zeilenabstand) nicht zu eng, sondern lieber etwas größer gewählt wird.


Trotzdem erleichtert es die Suche, wenn man schon mal ein paar Anhaltspunkte hat.

Bewusst habe ich auch nur Schriften genannt, die sich auch rechts leicht setzen lassen, aber keine Bodoni, Plantin, Constantia oder Futura.

Bei der riesigen Auswahl an Schriften muss man aber immer auch sehen, dass man die Schrift selber mag.


Dann erscheint mein naechstes Buch in der Alten Schwabacher :-)

Beste Gruesse,

Heinz.

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Re:

von hawepe (02.11.2007, 09:35)
Hallo Jola,

jola hat geschrieben:
Bin jetzt bei Adobe Garamond Pro Regular 12Punkt angelangt, alles andere kommt mir zu klein bzw. für einen Teil der Zielgruppe zu schwierig lesbar vor.


Ist doch eine gute Wahl. Eine schöne leichte Garamond mit geringer x-Hoehe. Wenn jemand DIE nicht lesen kann, hat er mit anderen Schriften vermutlich noch mehr Probleme.

Beste Gruesse,

Heinz.

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