Fragen zum Buchlayout

Buchblock, Cover, Print on Demand, E-Book-Konvertierung: Euer Forum rund um die Bucherstellung.


Hadley
Beiträge: 79
Registriert: 27.12.2009, 20:06
Wohnort: Niederstetten

Fragen zum Buchlayout

von Hadley (27.12.2009, 22:58)
Nachdem ich nun hier mein Kochbuch veröffentlicht habe, sozusagen als Probebuch, versuche ich mich an einem Sachbuch. Dazu habe ich Fragen bezüglich des Layouts.

1. Kann ich Flattersatz benutzen? Ich selbst mag einfach keinen Blocksatz, ich kann nicht sagen, warum das so ist. Es gefällt mir einfach nicht, wie die Linien auseinander gezogen werden.

2. In allen Büchern die ich habe, wirklich in allen, wird ein neuer Absatz nie mit einer leeren Zeile begonnen. Warum ist das so? Muss ich das auch so machen?

3. Ich habe mich für den Zeichensatz "Sylfaen" in Punkt 11 entscheiden, kann BOD den auch so drucken?

Sicher wurden diese Fragen schon tausendmal erörtert, dann verzeichen Sie mir bitte.
mfg
Hadley
----

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5937
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re: Fragen zum Buchlayout

von Siegfried (28.12.2009, 00:01)
Hadley hat geschrieben:
1. Kann ich Flattersatz benutzen? Ich selbst mag einfach keinen Blocksatz, ich kann nicht sagen, warum das so ist. Es gefällt mir einfach nicht, wie die Linien auseinander gezogen werden.


Natürlich!
Warum denn nicht?
Flattersatz sieht zwar unprofessionell aus, aber technisch gibt es da keine Beschränkungen.
Das verhasste Auseinanderziehen hängt oftmals mit fehlender oder falscher Worttrennung zusammen oder weil am Ende des Absatzes eine Zeilenschaltung fehlt.

Hadley hat geschrieben:
2. In allen Büchern die ich habe, wirklich in allen, wird ein neuer Absatz nie mit einer leeren Zeile begonnen. Warum ist das so? Muss ich das auch so machen?


Auch hier: Nein, musst du nicht so machen. Du bist der Chef im Ring und legst fest, welches Layout dein Buch hat. Im schlimmsten Fall könntest du auch ein Layout abliefern, wo auf jeder Seite nur ein Wort steht. Wer will dich daran hindern? cheezygrin

Leerzeilen zwischen Absätzen werden eigentlich nur dort gebraucht, wo es keinen Erstzeileneinzug gibt. Der Erstzeileneinzug ist eigentlich das bekannteste Mittel, einen neuen Absatz zu kennzeichnen (zumindest in der Belletristik).

Hadley hat geschrieben:
3. Ich habe mich für den Zeichensatz "Sylfaen" in Punkt 11 entscheiden, kann BOD den auch so drucken?


Wenn die Schrift sauber im Manuskript eingebettet ist bzw. im PDF-Dokument, sollte BOD damit klar kommen. Die Frage ist nur, ob diese Schrift für Veröffentlichungen freigegeben ist. Keine Ahnung, wie da die rechtliche Situation aussieht.

Grüße
Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Hadley
Beiträge: 79
Registriert: 27.12.2009, 20:06
Wohnort: Niederstetten

Re:

von Hadley (28.12.2009, 00:09)
Danke für die Antworten, da fühle ich mich gleich besser. Was die Schrift angeht, kann vielleicht einer der Moderatoren was dazu sagen?
mfg
Hadley
----

Benutzeravatar
Birgit Fabich
Beiträge: 1930
Registriert: 23.10.2007, 11:34
Wohnort: Füchtorf

Re:

von Birgit Fabich (28.12.2009, 10:06)
:wink: ich habe eine Schriftsetzerin, die sich darum kümmert
bin also keine Hilfe :cry:
Mimi und der große Brand
Geschichten für ....
www.blix-derneueselbstverlag.de
www.geschichtenfuer.blogspot.com

steffenkb
Beiträge: 75
Registriert: 12.02.2009, 15:21

Re:

von steffenkb (28.12.2009, 11:10)
...das Gute bei BOD ist, du kannst layoutmäßig alles so machen, wie es dir persönlich gefällt. Also auch immer eine Zeile Platz lassen. Wie es in der Buchszene ankommt, ist eine ganz andere Frage.

Solltest du allerdings dein Buch normal veröffentlichen, dann halte wenigstens die grundsätzlichen Standards der Buchgestaltung ein. Einfach mal in den Buchladen gehen und anschauen wie die Bücher deines Sachgebietes gestaltet sind und dich inspirieren lassen.

Steffen

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re: Fragen zum Buchlayout

von hawepe (28.12.2009, 19:27)
Hallo Hadley,

Hadley hat geschrieben:
1. Kann ich Flattersatz benutzen?


Natürlich. Das Schöne am Book on Demand ist, dass man sich wirklich über sämtliche Regeln des Buchlayouts hinwegsetzen kann. Du bist der Kunde und bezahlst, also darfst du auch verlangen, was dir gefällt.

Ich selbst mag einfach keinen Blocksatz, ich kann nicht sagen, warum das so ist. Es gefällt mir einfach nicht, wie die Linien auseinander gezogen werden.


Wie gesagt, du bestimmst. Dass vermutlich viele potentielle Leser andere Vorstellungen haben werden, solltest du allerdings einkalkulieren.

2. In allen Büchern die ich habe, wirklich in allen, wird ein neuer Absatz nie mit einer leeren Zeile begonnen. Warum ist das so? Muss ich das auch so machen?


Du musst gar nichts. Lehrzeilen zerreißen allerdings den Text. Aber wem das gefällt ...

3. Ich habe mich für den Zeichensatz "Sylfaen" in Punkt 11 entscheiden, kann BOD den auch so drucken?


Wenn du einbettest, natürlich. Wenn du Schriften nicht einbettest, weißt BoD die Datei aber ohnehin zurück.

Beste Grüße,

Heinz.

Hadley
Beiträge: 79
Registriert: 27.12.2009, 20:06
Wohnort: Niederstetten

Re:

von Hadley (29.12.2009, 11:59)
Danke für Eure erschöpflichen Antworten. Hier wird man wenigstens nicht angemacht, wie es leider in einigen anderen Foren für "Amateur-Schriftsteller" sehr oft der Fall ist (siehe www.nensch.de).

Die Leerzeilen zwischen den einzelnen Absätzen haben, in meinem Buch, tatsächlich einen Zweck. Sie sollen den Leser kurz innehalten, verschnaufen lassen. Auch soll die Zeile gerne einen Anreiz geben, das Buch für eine Weile auf die Seite zu legen. Diese Möglichkeit ist bei vielen Büchern nur am Anfang eines neuen Kapitels gegeben und das finde ich sehr schade.

Außerdem bin ich der Meinung, dass diese Leerzeilen den Artikel auflockern, mir fällt es einfach leichter den Absatz zu lesen, da ich sein Ende bereits sehen kann. Ich kann mich also voll und ganz auf diesen einen Absatz einlassen, kann ihn bewusst "angehen", denn ich kann ihn komplett überblicken.

Zudem fängt bei einem neuen Absatz, ob mit oder ohne Leerzeile, immer auch ein neuer Abschnitt des Themas an. Dies kann doch durch eine Leerzeile wunderbar dargestellt werden, damit der Leser auch sieht, das es zwar weitergeht, aber eben mit einer anderen "Sache" oder einem leicht veränderten Thema.

Aber das ist nur meine Meinung, ich lese wirklich sehr viel (gerade die Biographie von Karl dem Großen) und da fällt es mir halt immer wieder auf's neue auf, dass der Blocksatz und die fehlende Absatzzeile dem Buch immer ein "da musst du jetzt durch" vermittelt.

Ach, ich könnte da stundenlang drüber referieren, denn auch das Buch vom Karl dem Großen versteht keine Sau. Jetzt mal ehrlich. müssen denn Sachbücher so beschissen trocken und verwirrend geschrieben sein? Ich habe die 300 Seiten bald durch und muss es nochmal lesen, weil ich echt nur die Hälfte verstanden habe. Ich habe keinen Schulabschluss und verstehe vielleicht deswegen ein paar Fremdwörter nicht, aber muss ich deswegen Dutzende davon auf jeder Seite ertragen? Für wen werden diese Bücher denn nur geschrieben! Meines habe ich aus der Grabbelkiste bei NETTO.

So, ich muss Essen kochen :-)
mfg
Hadley
----

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5937
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (29.12.2009, 15:11)
Hadley hat geschrieben:
Jetzt mal ehrlich. müssen denn Sachbücher so beschissen trocken und verwirrend geschrieben sein?


Definitiv ja! cheezygrin

Denn ein Sachbuch hat vor allem eine Zielgruppe: Die Fachleute zum entsprechenden Thema (und erst dann den "Normalleser").

Wer eine Biograhie über Karl den Großen schreibt, der möchte vor allem seinen Kollegen Historikern zeigen, was er da Neues an Erkentnissen über ein längst abgegrastes Thema gefunden hat. Würde ein seriöser Historiker leicht und locker über Karl den Großen schreiben, wären erst sein Buch und dann er selbst im Kollegenkreis unten durch. Deshalb muss ein Sachbuch - insbesondere eines, das wissenschaftlichen Ansprüchen genügen will (und Biographien sind solche Bücher) - so geschrieben werden, wie du es beklagst. Denn du als Leser bist nicht derjenige, mit dem sich der Autor später auf irgendwelchen Seminaren oder Konferenzen sachbuchmäßig herumschlagen muss.

Grüße
Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Hadley
Beiträge: 79
Registriert: 27.12.2009, 20:06
Wohnort: Niederstetten

Re:

von Hadley (29.12.2009, 15:36)
Ich schreibe nun ein Sachbuch über die katholische Kirche, möchte damit aber vor allem beim "nichtsachkundigen Leser" Eindruck schinden. Da ich kein Wissenschaftler bin, ist das Buch auch nicht an diese Zielgruppe ausgerichtet. Zumal alle Fakten in meinem Buch nicht von mir selbst stammen, sondern aus vielen Informationsquellen zusammengetragen wird.

Muss ich das Buch dann entsprechenden Kennzeichnen? Ich kann das ja schlecht "Sachbuch für Dummies" nennen, nur um meine Zielgruppe zu erreichen. Doch wie erreiche ich meine Zielgruppe dann?

mfg
Hadley
mfg
Hadley
----

dee
Beiträge: 4
Registriert: 19.01.2010, 17:11

Re:

von dee (19.01.2010, 18:19)
hallo,

dein Empfinden, was die Leerzeile zwischen zwei Absätzen anbetrifft, teile ich. Insbesondere bei Flattersatz ist sonst die Unterscheidung zweier Absätze oft schwierig, wenn die letzte Zeile gut gefüllt ist. Unschön wird es nur bei vielen kurzen aufeinanderfolgenden Absätzen, ansonsten sind Leerzeilen absolut legitim, gerade bei Sachbüchern.

Allerdings würde ich zu einer kleineren Schriftgröße raten, 11 Punkt ist doch arg groß... Im Buch- und Zeitschriftenlayout verwende ich 9 bis maximal 10 Punkt.

Viele Erfolg weiterhin

Benutzeravatar
Manu
Beiträge: 1099
Registriert: 08.12.2009, 17:35
Wohnort: die Mords-Eifel

Re:

von Manu (20.01.2010, 08:19)
Hadley hat geschrieben:
... Doch wie erreiche ich meine Zielgruppe dann?

mfg
Hadley


Kurz und knapp: Werbung machen! Überlege dir, wie du deine Zielgruppe erreichst. Wo ist das Thema angesiedelt? Gibt es in dem Bereich Zeitschriften/Fachzeitschriften, denen du ein Buch zur Rezension zuschicken kannst (aber besser vorher anfragen, damit es nicht in der Schublade verschwindet) Kannst du Büchereien ansprechen, ob sie an einer Lesung interessiert sind? Hast du eine Homepage, wo etwas mehr über dein Buch und dich zu lesen ist? etc. Überlege dir ein Werbekonzept. Das ist nicht wenig Arbeit und ich wünsche dir viel Erfolg dazu.

Benutzeravatar
Beckinsale
Beiträge: 218
Registriert: 25.12.2009, 12:00
Wohnort: Murnau am Staffelsee

Re:

von Beckinsale (21.01.2010, 06:42)
Zu 1.:
Natürlich geht Flattersatz. Allerdings ist die Frage, ob er gut aussieht, abhängig von der Textart. Einen langen Roman oder eine Novelle würde ich nicht im Flattersatz lesen wollen.
Darüberhinaus gehört zu jedem Satz - auch einem Flattersatz - ein ordentlicher, ggf. von Hand gemachter Zeilenumbruch (wozu auch Trennungen resp. Trennvorschläge gehören). Texte, in die große Lücken in die Zeilen gerissen sind, weisen auf einen oberflächlichen (oder unerfahrenen ... oder uninteressierten?) Layouter hin.

Zu 2.:
Flattersatz und Leerzeilen passen gut zusammen.
Blocksatz und Leerzeilen nicht.
Übrigens kann man auch im Flattersatz die Absätze 2 ff. eines Textblocks einrücken.

Zu 3.:
Dokument mit der Schrift formatieren, PDF-Datei schreiben ("drucken"), PDF öffnen, Dateieigenschaften anschauen. Wenn unter "Schriften" eine "eingebettete Untergruppe" für die Schrift angegeben ist, kann und wird BoD diese auch drucken.

My.

Bello
Beiträge: 103
Registriert: 16.09.2009, 20:51

Re:

von Bello (21.01.2010, 07:02)
Blocksabsatz ist Standard!

Flatterabsatz ungewöhnlich und extrem selten. Ich persönlich kenne überhaupt kein Buch, das so geschrieben wurde.

Eine Diskussion sollte daher überflüssig sein.

Tipp: Ein im Flatterabsatz gesetztes Buch wir mit hoher Wahrscheinlichikeit den ein oder anderen Käufer abschrecken. Wenn das gewünscht ist, kann der Flatterabsatz gewählt werden.

Gruß Bello

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5683
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (21.01.2010, 09:16)
Die Blocksatz/Flattersatz-Diskussion kommt nur dadurch auf, dass der Buchblock in Word geschrieben wird und Word ein denkbar ungeeignetes Programm dafür ist, denn es hat z.B. keine Absatzsicherheit, keinen Zeilenausgleich und nur bedingte Gestaltungsmöglichkeiten.

Flattersatz ist bei Büchern in meinen Augen ein "No-Go", während er z.B. bei Flyern oder Broschüren als gestalterisches, grafisches Element eingesetzt werden kann.

julia07
Beiträge: 2315
Registriert: 22.05.2007, 17:23
Wohnort: 87700 Memmingen

Re:

von julia07 (22.01.2010, 13:12)
Bei Büchern geht meiner Meinung nach Flattersatz dann, wenn er nur partiell verwendet wird. Das kann z. B. ein Brief sein, der üblicherweise auch nie in Blocksatz geschrieben wird - jedenfalls habe ich das so gelernt.

Ein ganzes Buch in Flattersatz - nein Danke. Davon bekommt man ja Augenkrebs cheezygrin

@ Matthias
Wie schön, dass Du hier wieder eingekehrt bist thumbbup

LG, Julia

Zurück zu „Buchgestaltung und -herstellung“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.