Leseprobe - ohne Titel -

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Maro33
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Registriert: 04.01.2010, 22:35

Leseprobe - ohne Titel -

von Maro33 (04.01.2010, 22:46)
Hallo zusammen,
wollte mal eine kleine Leseprobe von mir veröffentlichen,
ist das erste Mal, das ich mich an die "Öffentlichkeit" traue.
Bitte teilt mir Eure Meinungen und/oder Kritiken
mit, wäre auch für Ratschläge sehr dankbar.

Gruß Maro


Die alte rote Dampflok pflügte sich schnaufend durch die vertrocknete Landschaft.
Ihre dunklen Rauchschwaden schienen sich im unendlichen zu verlieren und färbten den rotglühenden Abendhimmel fast pechschwarz.
„Elly, in kürze geht’s über die alte Railroot Höhe, hol' nochmal tief Luft und mach ordentlich Dampf, ich hab keine Lust nochmal auf halber Strecke liegen zu bleiben, die Gegend da oben ist nämlich nicht gerade sehr einladend.“ sagte Boof.

Boof war der alte Lokomotivführer, der mit seiner roten Latzhose und dem Pausbackigen Gesicht mit Schnäuzer und blauer Schirmmütze eher wie ein Weihnachtsmann Abklatsch beim ausüben seines Ferienjobs als ein echter Lokführer aussah.
Boof sprach immer mit seiner Elly, der alten roten Dampflok, die angeblich 400 Jahre alt war und – so munkelte man jedenfalls im Siebental – keine gewöhnliche Lokomotive war.
Irgendetwas an Elly war anders, als wäre sie nicht nur eine Maschine, eine Konstruktion aus Eisen und Stahl sondern als wäre da noch etwas anderes in ihr,
- etwas menschliches.

Boof's Gesicht war Rot vor Hitze und glänzte vor Schweiß, der ihm in dünnen Rinnsaalen die Wangen herunterlief und von seinem unrasierten Kinn auf seine behaarte Brust tropfte.
Er öffnete die Gußeiserne Luke von Elly's Kessel und schaufelte eine kräftige Ladung neuer Kohlen in die Feuerbüchse.
Elly quittierte diese Aktion mit einem zufriedenen Pfiff aus ihrer Dampfpfeife und stieß zwei kraftvolle Rauchwolken aus ihrem Schornstein in die Abenddämmerung.

Sie waren soviele Kilometer zusammen gereist, Boof kam es wie ein ganzes Leben vor.
Er kannte seine Elly, jede ihrer Macken, all ihre Eigenarten. Sie war ihm vertraut wie eine alte Ehefrau, die er nie hatte. Er hing an ihr, hatte eine seltsame sentimentale Beziehung zu ihr aufgebaut und konnte sich ein Leben ohne seine gute alte Elly niemals vorstellen.
„Sollen die Leute doch quatschen was sie wollen! Wir beide wissen wo der Hase lang läuft. Wie oft hat man mich belächelt und verhöhnt. Hinter meinem Rücken reden sie über mich, sie tuscheln auf den Strassen, als ob ich sie nicht hören würde. Da ist er, der alte Boof. Mit seiner Lok spricht er, als wenn sie ihm antworten würde. Seinen Verstand verloren hat er. Zuviele Kilometer hat er gemacht
- alleine - da muß man ja verrückt werden!“
Aber das die alte Elly wirklich spricht, das wusste keiner – außer Boof.

Plötzlich stieß Elly einen erneuten, unerwarteten Pfiff aus, diesmal lang gezogen und warnend.
Auf den ersten folgten sogleich ein kurzer zweiter und ein erneut lang gezogener dritter Pfiff, der Boof zusehends beunruhigte.
„Was hast Du denn, mein Mädchen, was ist los?“ sagte er und schwang sich – mit einer Hand am Geländer festhaltend – halb aus dem Führerstand, um die Gleise sehen zu können.
Zum braun roten Ton der Landschaft gesellte sich die wabernde, fiebrige Luft der Abenddämmerung, die den Horizont zu verschlingen drohte, sodaß Boof nichts sah ausser flimmernde Hitze und vereinzelt Rauchschwaden die von Elly's Schornstein in sein Gesicht trafen.

Ein Mensch

„Was?“ fragte er.
Der Lärm der Lok und die schneidenden Geräusche des Fahrtwinds die in seinen Ohren tobten schienen sekündlich lauter zu werden. Hatter er Elly gehört?

Ein Mensch

Hatte sie etwas gesagt?
Ein erneutes aufheulen der Dampfpfeife, diesmal so schrill und laut, das Boof glaubte sein Trommelfell platzte.
Er schwang sich zurück ins Führerhaus hockte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden und presste beide Handflächen so stark gegen seine Ohren, das sein Kopf weh tat.

Mußt bremsen,

sofort!

Ein Mensch

Boof schaute auf, er wollte aufstehen, er wußte das er Elly richtig verstanden hatte, er mußte sofort die Feststellbremse betätigen.
Er schwang sich erneut aus dem Führerhaus, kniff die Augen zusammen und strengte sich an etwas zu sehen. Wenn seine Augen ihn nicht täuschten, erkannte er die verschwommenen Umrisse einer Gestalt auf den Schienen stehend.
Wenn diese Person tatsächlich so nah war wie es aussah, war jede Rettung zu spät. Er betätigte die Feststellbremse und leitete sofort eine Gegendampfbremse ein, indem er die Drehrichtung der Steuerung des Rundschiebers umkehrte und die Lok bei voller Fahrt voraus praktisch dazu veranlasste rückwärts zu fahren.

Elly's Kessel krachte und ächzte unter den enormen mechanischen Anstrengungen.
Kochend heißer Dampf trat aus sämtlichen Öffnungen und drang in das Führerhaus.
Flammenzungen traten aus den seitlichen Schlitzen der Befeuerungsluke.
Aus der Feuerbüchse kam ein beunruhigendes Brummen und Zischen und die Geräuschkulisse wurde stetig lauter.
Elly's Räder drehten durch und verursachten ein kreischendes, metallenes Geräusch, welches einem das Blut in den Adern gefrieren ließ.

„Oh heilige Scheiße...“ flüsterte Boof und als er die Augen zusammen kniff hörte er ein Schreien.
Dieses panische Schreien kam nicht von dem Menschen, welcher sich auf den Schienen vor Ihnen befand, dieses Geschrei, das war Elly.
Sie Schrie um ihr Leben, während sämtliche Nieten und Schrauben, Eisenplatten und Schweißnähte die Sie zusammen hielten zu platzen drohten.

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Annorra
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Re:

von Annorra (29.01.2010, 14:20)
Hallo Maro,

dafür, dass du dich das erste Mal an die Öffentlichkeit traust, ist deine Leseprobe gar nicht schlecht, im Gegenteil. Deine Sprache kann sich sehen lassen. Da gibt es Leute, die sind schon drei Jahre in Autorenforen unterwegs und schreiben schlechter. Das Thema ist ein wenig kurios gewagt, aber die Beziehung von der Lokomotive zum Zugführer gelingt dir doch überraschend gut. Du hast bereits vieles richtig gemacht.

Man könnte die Perspektive in den Anfangsabsätzen hier und da noch ein wenig näher an Boof ranrücken. Du hast anfangs einen eher erzählenden Erzähler, der ferner zu der Figur Boof ist, naher, wenn die "Action" kommt, bist du näher an ihm dran. Andrerseits erfüllt die anfangs erzählende Haltung hier auch einen Zweck.

Ich weiß nicht, was das Ganze werden soll, aber als Kurzgeschichte ganz tauglich.

Viele Grüße
Annorra
Macht, Liebe und Verrat in einer exotischen Fantasy Welt:
„Astarian – Das Universum der Ancris“
als Ebook bei Amazon und auf www.flyfiction-fantasy-verlag.de

Maxi
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Re:

von Maxi (29.01.2010, 14:49)
Es erinnert sehr an Jim Knopf..

Maro33
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Re:

von Maro33 (01.02.2010, 22:59)
Hallo Annorra,

danke erstmal für Deine -für mich- überraschend gute Kritik zu meinem Text, damit habe ich ehrlich nicht gerechnet. Das gibt natürlich extra Motivation am Ball zu bleiben und weiter an der Geschichte zu schreiben.

Hallo Maxi,

ja das stimmt, liest sich etwas wie Jim Knopf, die Geschichte soll aber mehr eine mystische Fantasy Story werden, welchen Umfang das Ganze bekommen wird, kann ich jetzt noch gar nicht abschätzen, kommt drauf an wie es fließt :wink: .
Würde gerne weitere Textpassagen aus der Geschichte posten, wenn Interesse besteht, wie es weiter geht.

Bitte weiter kommentieren und kritisieren, freue mich über jede Antwort.

Gruß Maro

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ricci
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Re:

von ricci (02.02.2010, 00:34)
Hallo Marco,

ich fand deine Leseprobe richtig toll. Ich mag deine Sprache und finde das Thema sehr interessant.

Mach weiter so!
Ich wuerde sehr gern noch mehr lesen.

thumbbup

Maro33
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Re:

von Maro33 (02.02.2010, 14:56)
Hallo ricci,

danke für Deine aufmunternden Worte thumbbup , ich freue mich sehr, das der Text so gut ankommt, poste deshalb hiermit nochmal den ersten Teil plus Fortsetzung:



I.

Die alte rote Dampflok pflügte sich schnaufend durch die vertrocknete Landschaft.
Ihre dunklen Rauchschwaden schienen sich im unendlichen zu verlieren und färbten den rotglühenden Abendhimmel fast pechschwarz.
„Elly, in kürze geht’s über die alte Railroot Höhe, hol' nochmal tief Luft und mach ordentlich Dampf, ich hab keine Lust nochmal auf halber Strecke liegen zu bleiben, die Gegend da oben ist nämlich nicht gerade sehr einladend.“ sagte Boof.

Boof war der alte Lokomotivführer, der mit seiner roten Latzhose und dem Pausbackigen Gesicht mit Schnäuzer und blauer Schirmmütze eher wie ein Weihnachtsmann Abklatsch beim ausüben seines Ferienjobs als ein echter Lokführer aussah.
Boof sprach immer mit seiner Elly, der alten roten Dampflok, die angeblich 400 Jahre alt war und – so munkelte man jedenfalls im Siebental – keine gewöhnliche Lokomotive war.
Irgendetwas an Elly war anders, als wäre sie nicht nur eine Maschine, eine Konstruktion aus Eisen und Stahl sondern als wäre da noch etwas anderes in ihr,
- etwas menschliches.

Boof's Gesicht war Rot vor Hitze und glänzte vor Schweiß, der ihm in dünnen Rinnsaalen die Wangen herunterlief und von seinem unrasierten Kinn auf seine behaarte Brust tropfte.
Er öffnete die Gußeiserne Luke von Elly's Kessel und schaufelte eine kräftige Ladung neuer Kohlen in die Feuerbüchse.
Elly quittierte diese Aktion mit einem zufriedenen Pfiff aus ihrer Dampfpfeife und stieß zwei kraftvolle Rauchwolken aus ihrem Schornstein in die Abenddämmerung.

Sie waren soviele Kilometer zusammen gereist, Boof kam es wie ein ganzes Leben vor.
Er kannte seine Elly, jede ihrer Macken, all ihre Eigenarten. Sie war ihm vertraut wie eine alte Ehefrau, die er nie hatte. Er hing an ihr, hatte eine seltsame sentimentale Beziehung zu ihr aufgebaut und konnte sich ein Leben ohne seine gute alte Elly niemals vorstellen.
„Sollen die Leute doch quatschen was sie wollen! Wir beide wissen wo der Hase lang läuft. Wie oft hat man mich belächelt und verhöhnt. Hinter meinem Rücken reden sie über mich, sie tuscheln auf den Strassen, als ob ich sie nicht hören würde. Da ist er, der alte Boof. Mit seiner Lok spricht er, als wenn sie ihm antworten würde. Seinen Verstand verloren hat er. Zuviele Kilometer hat er gemacht
- alleine - da muß man ja verrückt werden!“
Aber das die alte Elly wirklich spricht, das wusste keiner – außer Boof.

Plötzlich stieß Elly einen erneuten, unerwarteten Pfiff aus, diesmal lang gezogen und warnend.
Auf den ersten folgten sogleich ein kurzer zweiter und ein erneut lang gezogener dritter Pfiff, der Boof zusehends beunruhigte.
„Was hast Du denn, mein Mädchen, was ist los?“ sagte er und schwang sich – mit einer Hand am Geländer festhaltend – halb aus dem Führerstand, um die Gleise sehen zu können.
Zum braun roten Ton der Landschaft gesellte sich die wabernde, fiebrige Luft der Abenddämmerung, die den Horizont zu verschlingen drohte, sodaß Boof nichts sah ausser flimmernde Hitze und vereinzelt Rauchschwaden die von Elly's Schornstein in sein Gesicht trafen.

Ein Mensch

„Was?“ fragte er.
Der Lärm der Lok und die schneidenden Geräusche des Fahrtwinds die in seinen Ohren tobten schienen sekündlich lauter zu werden. Hatter er Elly gehört?

Ein Mensch

Hatte sie etwas gesagt?
Ein erneutes aufheulen der Dampfpfeife, diesmal so schrill und laut, das Boof glaubte sein Trommelfell platzte.
Er schwang sich zurück ins den Führerstand hockte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden und presste beide Handflächen so stark gegen seine Ohren, das sein Kopf weh tat.

Mußt bremsen,

sofort!

Ein Mensch

Boof schaute auf, er wollte aufstehen, er wußte das er Elly richtig verstanden hatte, er mußte sofort die Feststellbremse betätigen.
Er schwang sich erneut aus dem Führerstand, kniff die Augen zusammen und strengte sich an etwas zu sehen. Wenn seine Augen ihn nicht täuschten, erkannte er die verschwommenen Umrisse einer Gestalt auf den Schienen stehend.
Wenn diese Person tatsächlich so nah war wie es aussah, war jede Rettung zu spät. Er betätigte die Feststellbremse und leitete sofort eine Gegendampfbremse ein, indem er die Drehrichtung der Steuerung des Rundschiebers umkehrte und die Lok bei voller Fahrt voraus praktisch dazu veranlasste rückwärts zu fahren.

Elly's Kessel krachte und ächzte unter den enormen mechanischen Anstrengungen.
Kochend heißer Dampf trat aus sämtlichen Öffnungen und drang in den Führerstand.
Flammenzungen traten aus den seitlichen Schlitzen der Befeuerungsluke.
Aus der Feuerbüchse kam ein beunruhigendes Brummen und Zischen und die Geräuschkulisse wurde stetig lauter.
Elly's Räder drehten durch und verursachten ein kreischendes, metallenes Geräusch, welches einem das Blut in den Adern gefrieren ließ.

„Oh heilige Scheiße...“ flüsterte Boof und als er die Augen zusammen kniff hörte er ein Schreien.
Dieses panische Schreien kam nicht von dem Menschen, welcher sich auf den Schienen vor Ihnen befand, dieses Geschrei, das war Elly.
Sie Schrie um ihr Leben, während sämtliche Nieten und Schrauben, Eisenplatten und Schweißnähte die Sie zusammen hielten zu platzen drohten.

Tosendes quietschen, schrecklicher Lärm, Metall auf Metall.
Rauch, Dampf und Hitze. Überall um Boof herum tobten die Gewalten.
Er war davon überzeugt das alles mit einem fürchterlichen Knall zu Ende ging und ihre Reise hier und jetzt beendet war. Elly's Räder glitten nun unkontrolliert über die Schienen. Der Führerstand wackelte wie bei einem Erdbeben. Die Dampfpfeife ertönte pausenlos. Boof wurde zu Boden geschleudert, er hatte keine Kontrolle mehr, weder über Elly, noch über sich selbst.
„Das war's.“

Plötzliche Stille.

Alles war still. Keine Geräusche waren mehr zu hören, kein knacken oder knarzen der Mechanik, kein zischen oder pfeifen des Kessels.
War alles schon vorbei? Sah so das Ende aus, ohne Übergang, ohne Schnitt?
Boof wollte die Augen öffnen, er traute sich nicht.
Zusammen gekauert saß er am Boden des Führerstandes, die Arme um die Knie geschlungen und zitterte am ganzen Körper. Er wimmerte leise, ohne es selbst zu bemerken.

Vorbei

Diese Ruhe war gespenstisch.

Alles

Wer hatte das gesagt?

Vorbei

War das etwa...Elly?

Er riß die Augen auf und konnte dennoch nichts sehen.
Dampf und Rauch füllten den Führerstand, es herrschte eine unerträgliche Hitze.
Kohlebriketts lagen haufenweise verteilt herum.

Es ist alles vorbei

Das war Elly definitiv, dachte Boof. Während er mit erneut geschlossenen Augen versuchte sich den
Weg nach draußen zu ertasten, kam Hoffnung in ihm auf.
„Alles gut, es ist alles gut.“ flüsterte er sich selbst Mut zu.
Er wischte sich mit dem behaarten Unterarm den Schweiß von der Stirn und öffnete die Tür nach draußen.


II.


Langsam tastete ein abgemagerter Finger, der keinen Nagel hatte, nach dem Verschluss der Konservendose. Zittrige Hände versuchten sie ruhig zu halten. Das Lagerfeuer loderte vor sich hin, es gab kaum noch Hitze ab, zum aufwärmen einer Dose Bohnen sollte es jedoch noch reichen.
„Blöde Kauerei“ murmelte Flo.
„Mama hat's immer gesagt- kau nicht an den Fingernägeln.“ flüsterte er zu sich selbst.
„Sogar Pepperonisauce hat sie draufgeschmiert, damit ich aufhöre. Hat nix gebracht, wie man sieht.“
Er gab es auf, den Verschluss mit den Fingern auf zu bekommen und hob seinen schmutzigen Rucksack auf, der neben ihm auf dem staubigen Boden lag.
„Irgendwo hier...“

er rührte mit dem Unterarm im Rucksack wie ein Druide mit einem überdimensionalen Kochlöffel in einem Kessel. Seine Zungenspitze lugte dabei diebisch aus einem der zusammengepressten Mundwinkel.
„...verdammt nochmal, er muss doch hier irgendwo...“

aus dem Inneren der Tasche schepperte und klimperte es, Flo rammte den rührenden Arm bis zum knochigen Schultergelenk in den Kompott aus Trödel und Lumpen, zog die Augenbrauen in fröhlicher Erwartung hoch, bis er so plötzlich Inne hielt, als hätte ihn der Schlag getroffen.

„Aaaaaaahhhhaaaaaaaaa! Taattaaa!“

er riss den Arm aus dem staubigen Beutel mit einer Wucht in die Höhe, das man das knacken seiner Gelenke hören konnte. Eine Staubschwade umgab ihn. Seine Faust reckte er triumphierend in die Abenddämmerung, die knochigen Finger umklammerten einen Gegenstand, der rostig im Lodern des Lagerfeuers schimmerte.
Erst auf den zweiten Blick war dieser Gegenstand als eine Art Löffel zu erkennen.
Flo's Gesicht war zu einer Grimasse verzerrt. Seine Augen starrten wie wahnsinnig auf das Metallteil in seiner Faust, Speichelfäden bedeckten sein Kinn.
Plötzlich fing er in dieser starren Pose an mit dem Kopf zu nicken, ohne seinen Blick von dem Löffel zu lassen. Seine zusammengedrückten Lippen verzogen sich zu einem schelmischen Grinsen.
„Na, wer sagt's denn!“ schrie er seine Faust an.
„Da ist er ja!“ jetzt hielt er den rostigen Gegenstand in zwei Handflächen wie eine Hostie.
Er leckte sich mit der Zunge den Speichel von den Lippen.
Wie Besessen starrte er immer noch auf den Löffel in seinen Händen, die so nah vor seiner Rattenförmigen Nasenspitze waren, das er schielte.
„Ich wußte doch, das Du da irgendwo sein musst.“

Im flackernden Licht der Feuerstelle hatte sein Gesichtsausdruck etwas Irres an sich,
etwas Angst einflößendes.

Wie abgeschnitten wandte er sich wieder der Dose Bohnen zu.
Als hätte diese groteske Szene niemals stattgefunden, hob er die Konservendose vom sandigen Boden auf.
Sogleich bearbeitete er emsig den Aufreißdeckel der Büchse mit dem Griffende des Löffels.
Immer wieder hebelte er das stumpfe, verrottete Ende des Stils unter den Verschluß, immer wieder packte es nicht richtig und rutschte darunter weg.
Flo's Zähne machten mittlerweile ein knirschendes Geräusch, wie Gesteinsbrocken, die durch Naturgewalten aneinander gerieben werden. Seine Augen glichen Vulkanen, deren Lava brodelte und kurz vor der Eruption waren. Er war verrückt vor Hunger, vor Wut über diese „VERDAMMTE SCHEISS BÜCHSE DUUUUUU!“, er stocherte mit dem Löffelgriff unkontrolliert auf die Dose ein.

Der Löffel brach.

Kurz hielt er Inne, um ungläubig und verwirrt nach dem Rest seines Stocherwerkzeugs in der geballten Faust zu schauen.
Wutentbrannt schleuderte er den abgebrochenen Stumpf in den Wüstensand, packte die Dose wie ein Barkeeper seinen Cocktailshaker zwischen beide Hände und schüttelte sie über seinem Kopf wie ein Besessener.
Seine kochende Wut hatte sich mittlerweile in brennende Verzweiflung gewandelt, er spürte wie der Kloß der Panik in seinem Hals immer größer und fester wurde, er musste etwas essen!


Ich hoffe es gefällt Euch und warte weiterhin auf Kommentare, Kritik und Ratschläge,

viele Grüße

Maro
Zuletzt geändert von Maro33 am 03.02.2010, 14:38, insgesamt 2-mal geändert.

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Sandra.M.
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Re:

von Sandra.M. (02.02.2010, 15:26)
Das liest sich recht interessant. Mach ruhig weiter :wink: .

Kleiner Tipp: In dem Text befinden sich sehr viele Schreibfehler (Gross- und Kleinschreibung und diverse Kleinigkeiten mehr in Sachen Punkt, Komma, "das" und "dass", und ganz sicher hat der arme Boof auch keine Toilette im Hals, sondern einen Kloß), auf jeden Fall ein Rechtschreibprogramm drüber laufen lassen, wenn du die Geschichte veröffentlichen möchtest, und möglichst wen zum Korrektur lesen anheuern.

Ansonsten liest es sich wirklich gut.

Liebe Grüsse,

Sandra
Ich wünsche allen die mich kennen das Doppelte von dem, was sie mir gönnen

Maro33
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Re:

von Maro33 (03.02.2010, 14:02)
Hallo Sandra M.,

danke für Deinen Tipp mit den Toiletten cheezygrin ,
hab ich sofort korrigiert, war natürlich "Kloß" gemeint.

Danke auch für den Tipp mit dem Korrektur lesen, blöde Frage,
aber kann man sowas in professionelle Hände geben und wenn ja, wie
findet man solche Korrektur Leser?

Viele Grüße
Maro

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Re:

von ricci (03.02.2010, 14:21)
Ich finde es immer noch Klasse und ich habe keinerlei Kritik anzumerken.

Das mit den Rechtschreibfehlern hat Sandra ja schon erwaehnt! Lass es einfach von einem Rechtschreibprogramm pruefen, gibt es jemanden in deinem Freundeskreis, der auch mal darueber liest oder such dir einen Korrekturleser.

Ich finde es wirklich sehr lesenswert und sehr spannend. Schreib unbedingt weiter, kann ich dir nur empfehlen.

thumbbup

PS: Es gibt keine bloeden Fragen:-)
Und dein neuer Freund Google weiss bestimmt immer eine Antwort :lol:

Bei mir hat mein bester Freund und eine Freundin Korrektur gelesen und dann habe ich noch einmal ein Rechtschreibprogramm darueber gejagt:-)

Mein Buch war auch mal im Lektorat aber das ist eine ganz andere Geschichte LOL:-)

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Re:

von Maro33 (03.02.2010, 14:37)
Hallo ricci,

danke für Deine schnelle Antwort, freut mich sehr, das Dir meine Geschichte bis jetzt so gut gefällt, ich werde auf jeden Fall weiterschreiben und bei Gelegenheit noch ein paar Auszüge posten!

Viele Grüße,

Maro

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Re:

von ricci (03.02.2010, 14:51)
Genau schreib erst einmal in Ruhe deine Geschichte zu Ende. Danach kannst du dich immer noch um die Rechtschreibfehler kuemmern:-)

Ich wuerde mich auf jeden Fall freuen, noch mehr zu lesen.

Du kannst sehr gut schreiben und die Geschichte ist sehr spannend.

Weiter so smart2 - Es macht mir Spass gute Geschichten zu lesen.

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Patricia Kay Parker
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Re:

von Patricia Kay Parker (03.02.2010, 17:04)
Maro33 hat geschrieben:

Danke auch für den Tipp mit dem Korrektur lesen, blöde Frage,
aber kann man sowas in professionelle Hände geben und wenn ja, wie
findet man solche Korrektur Leser?


Hallo Maro,

klar kannst du ... und ich finde das sogar wichtig ... es in professionelle Hände zu geben.
Da gibt es ja das "Lektorat" (Rechtschreibung und Stil) und das "Korrektorat". Wenn du am Stil etc nichts ändern möchtest, so solltest du dir ein "Korrektorat" suchen. Findest du im Internet. Mehrere anschreiben (mit Projekt, Seitenzahl, Zeichenanzahl etc) und Kostenvoranschlag machen lassen. Der ganze Vorgang geht meist online. Du schickst z.B. deine Word-Datei und sie wird dir korrigiert mit Anmerkungen zu den Korrekturen zurückgeschickt.

Lieben Gruß
Patricia
Lesen macht sexy!
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Re:

von hawepe (03.02.2010, 17:35)
Hallo Maro,

Maro33 hat geschrieben:
und wenn ja, wie
findet man solche Korrektur Leser?


Die gibt es auch im Autorenpool. Es sind etliche Autorinnen und Autoren, die diese Leistung anbieten, z.B. auch ich book:

Beste Grüße,

Heinz.

Maro33
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Re:

von Maro33 (03.02.2010, 17:37)
Hallo Patricia,

danke für Deine Antwort, wenn es soweit ist, werde ich dann mal über Google nach einigen Korrektoraten in meiner Umgebung suchen und es so machen wie Du mir geraten hast.

Liebe Grüße

Maro

Maxi
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Re:

von Maxi (03.02.2010, 17:51)
Maro33 hat geschrieben:
Hallo Patricia,

danke für Deine Antwort, wenn es soweit ist, werde ich dann mal über Google nach einigen Korrektoraten in meiner Umgebung suchen und es so machen wie Du mir geraten hast.

Liebe Grüße

Maro


Hallo Marco
wie viele Seiten hat dein Buch denn?

Maxi

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