Wie viel Überarbeitung steckt in euren Büchern?

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Wie oft überarbeitet ihr im Durchschnitt eure Texte?

Gar nicht. Alles ist gut, wie es beim ersten Hinschreiben steht.
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Annorra
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Wie viel Überarbeitung steckt in euren Büchern?

von Annorra (25.01.2010, 14:52)
Hallo,

mich würde interessieren, wie oft ihr eure Texte überarbeitet, ehe ihr sie dann als BoD herausbringt. Ich meine jetzt nicht das Layout, sondern nur den eigentlichen Text. Überarbeitet ihr sie überhaupt, vom Rechtschreibkorrekturlesen mal abgesehen? Oder empfindet ihr das einmal Aufgeschriebene meist als gut und fertig, wie es beim ersten Hinschreiben ist?

In diesem Zusammenhang würde mich auch interessieren, wie viele Schreibratgeber (Bücher oder Websites mit Schreibtipps) ihr so kennt.

Viele Grüße
Annorra

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Blanca Imboden
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Re:

von Blanca Imboden (25.01.2010, 15:13)
Mein BoD-Buch "Allein in Afrika" habe ich laufend und immerwieder überarbeitet. Wenn ich mal nicht geschrieben habe, dann überarbeitet.
Dann hat ein Chefredaktor Lektor gespielt, Satzstellungen und Wörter hinterfragt usw
Danach hat eine Zeitungs-Korrektorin das Ganze korrigiert.
Das ist meiner Meinung nach das Mindeste, was man für sein Buch tun kann.
Beim nächsten Buch habe ich dann sogar noch mehr Leute auf "Fehlersuche" geschickt.

Blanca
Mein BOD-Buch:
«Allein in Afrika», 2005
www.blancaimboden.ch

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (25.01.2010, 15:34)
Ich überarbeite meine Texte laufend. Bevor ich sie als Buch in gedruckter Form herausgebe, sicher mehr als fünfmal. Ich überarbeite ja jeden Beitrag hier fürs Forum schon mindestens zweimal.

Schreibratgeber kenne ich nur einen: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt. Das Buch habe ich sogar. Ich müßte es dann halt auch mal lesen.

Viele Grüße

Torsten
Heiteres Gartenlexikon - Heiteres Heimwerkerlexikon - Irgendwas mit Wuppertal - Im Dutzend witziger

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Amazon: http://tinyurl.com/tbuchheit

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (25.01.2010, 15:55)
Ich sitze auch in der Regel fünf bis fünzig mal an einem Text - abgesehen vom Korrekturlesen ... ;-)

Lohnt sich aber auch meist.

LG, Babs smart2

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (25.01.2010, 15:55)
Eigentlich ist mein Buch der beste Beweis dafür, wie ich an einem Text und einem Buch arbeite.

Die erste Version war im Internet veröffentlicht, täglich ein Beitrag. Inclusive Fehlern, die sich immer durch das Hochladen eingeschlichen haben (Ihr kennt das ja).

Dann die zweite Version als Buch, mindestens fünf Mal fehlergeprüft und dennoch weiterhin voller Merkmale besonderer Fehlaufmerksamkeit. GottSeiDank eine Selbstauflage im Eigenverlag. Hübsch verkauft, Fehler oft beschmunzelt und so weiter.

Dann die dritte Version des Buches. Jetzt von einem inhabergeführten Druckkostenzuschußverlag überprüft und frei von meinen Fehlern. Jedenfalls bis zum Erscheinen des völlig fehlerübersäten Buches. Katastrophale Änderungen ("Duden hat immer recht, ich weiß nicht, was du willst") und in der zweiten Auflage dieser Version noch mehr neue Fehler.

Danach kam nichts mehr. Über ein Jahr herrschte Ruhe im Karton und ich hatte keine Lust mehr. Rechtschreibprüfung war ein rotes Tuch, Verlage sowieso und mein Märchenbuch scheiterte an der Zeichnerin, die plötzlich Arbeit und damit keine Zeit mehr hatte.

Irgendwann begann ich wieder mit der Fehlerbeseitigung. Und legte es erneut weg, als sie gelaufen war. Dann der Gedanke der vierten Version und damit die Zusammenfassung der rasanten Kurzgeschichten und der liegengebliebenen Märchen.

Das Resultat, die vierte Version von "Übernächtliches", enthält sicherlich noch immer Fehler. Doch andererseits hatte das Buch am Anfang nur 80 Seiten. Dann 100, später 130, 156 und nun 300 Seiten. Ich denke mal, mit der nächsten Version wird es 500 haben und zweibändig herauskommen. Und ganz sicher werden sich auch darin Fehler finden.

Ich reihe mich damit in die Schlangen der berühmten Autoren ein, die ich grad lese. Fehlerbehaftete Bücher. Inzwischen fällt es mir nämlich auf, wie unperfekt sie sind.

Gut für mein eigenes Buch ;-)

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ricochet
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Re:

von ricochet (25.01.2010, 16:18)
wie oft ihr eure Texte überarbeitet


unendlich , seufz ... unendlich ... Ich habe vor wenigen Wiochen bei BoD "Haikiki" herausgebracht. Die erste Version des Textes stammt aus 1989. Schon die erste "offizielle" Version, damals noch Eigenverlag, 2003, war einen Quantensprung weiter. Von der aktuellen gar nicht zu reden!
Meine Bücher wachsen mit mir. Ich habe stets ein Arbeitsexemplar, in das ich alle Korrekturen und Verbesserungen eintrage. Wenn das Buch wieder einmal produziert wird, dann in der verbesserten Version. Und so geht das dahin.
Die Version bei BoD ist mit der damaligen ersten Version nur mehr am Rande vergleichbar. Ich bin stolz auf dieses Werk und darauf, dass ich es durch sämtliche Kinderkrankheiten bis zu seiner Reife führen durfte.

wie viele Schreibratgeber (Bücher oder Websites mit Schreibtipps) ihr so kennt.


unendlich , seufz ... unendlich ... Als erstklassig sind (für mich!):

Fritz Gesing, Kreativ schreiben, Dumont

Ludwig Reiners, Stilfibel, dtv

Hans-Dieter Gelfert, Was ist gute Literatur?, beck'sche Reihe

Wolf Schneider, Deutsch für Profis

Das Internet ist eine wahre Schatztruhe und eine große Müllhalde zugleich. Hier ein paar der Seiten, auf denen ich mich gelegentlich herumtreibe:

http://www.literatur100.de/in.php?ID=1165183421

http://www.literra.info/index.php

http://www.leixoletti.de/

http://www.schriftsteller-werden.de/

http://www.suite101.de/schreiben_publizieren

Allerdings bin ich der Meinung, zuviel Theorie ist hinderlich. Es geht (für mich!) um die Waage zwischen Theorie und Praxis und letzten Endes um learning by doing.


ricochet
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ricci
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Re:

von ricci (25.01.2010, 16:33)
Ich ueberarbeite meine Texte staendig, so zwischen 5 - 50 Mal. Aber ich finde das lohnt sich, denn man merkt die Verbesserung.

Mein Ratgeber fuers Schreiben ist: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt. Ich habe auch versucht in meinem Reiseroman einen kleinen Spannungsbogen einzubauen - ob es mir gelungen ist, werden die Leser entscheiden.

Viele Gruesse

Ricci

Maxi
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Re:

von Maxi (25.01.2010, 16:35)
Manchmal sitze ich an einer Seite Stunden und lese mir sie durch, lese sie laut und lese sie leise. Vor allem achte ich darauf, dass man sich auch vorstellen kann, was man da so liest, ohne sich zu fragen, "was habe ich da eigentlich jetzt gelesen?"
Maxi

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Beckinsale
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Re:

von Beckinsale (25.01.2010, 18:19)
Unendlich reicht ja nicht mal, denke ich :)

Früher, als ich noch regelmäßig schrieb, ging das tabula rasa. Schreiben, Fehler korrigieren, fertig. Alle nachfolgenden Versionen waren Remixe. Mein Schreiben folgte Mendels Gesetzen :)

Heute komme ich nicht mehr zum Schreiben, dafür bin ich zu sehr mit den Texten anderer Autoren beschäftigt. Ich habe zwei, drei Bücher fast fertig in der Pipeline, und dieses "fast" ist vermutlich ihr Todesstoß. Ich wage nicht, mir auszumalen, was passiert, wenn ich in Rente gehen kann, endlich, endlich.

Dann wird aus dem "endlich" ein "unendlich". Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber ich weiß jetzt schon, daß dieses Leben verdammt viel zu kurz ausfallen wird. Auch unter dem Gesichtspunkt des Schreibens.

My.

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Steffi71
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Re:

von Steffi71 (25.01.2010, 19:35)
Nun habe ich mein 1. Buch veröffentlicht.

Wie oft ich es durchgelesen, umgeschrieben, umformuliert und korrekturgelesen habe, kann ich gar nicht sagen. book: Ich fand es immer wieder erschreckend, dass ich, obwohl ich meinte, nun sei alles ok, ich IMMER noch irgendwelche Kleinigkeiten gefunden habe *ggrrrrr* blink3 .

Ich habe öfters das Rechtschreibprogramm durchlaufen lassen und mir die Kommaregeln noch einmal zu Gemüte geführt. Dazu kam immer wieder das sinngemäße Lesen, ob vielleicht zwar Wörter richtig geschrieben, aber trotzdem im gesamten Zusammenhang "falsch" sind.

Er werden bestimmt noch Fehler zu finden sein. :( Da muss ich einfach von ausgehen, aber die Kosten für professionelle Korrekturen sind leider nicht drin. Also mache ich mich nicht weiter verrückt und sage mir:

"Ich bin nur ein Mensch und welcher Mensch ist schon perfekt?"

Also sage ich: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten! thumbbup Ich habe mein Möglichstes getan.

Euch allen einen schönen Abend noch,

eure Steffi
Verlange und warte nie auf ein "mehr",
sondern genieße die Sekunde oder Stunde,
die für dich von größter Bedeutung ist.
Denn wer auf ein "mehr" im Leben wartet,
wird nie glücklich sein.

www.stefanie-eichler.de

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (26.01.2010, 07:53)
Ich nutze keine Schreibratgeber.

Ich lese Bücher und lerne daraus. Eigentlich fresse ich sie geistig und ernähre meine Seele davon. Oder so.

Ratgeber machen mich müde, agressiv und depressiv, weil ich dann den Eindruck habe, ich wäre so unendlich weit weg von alledem, an das ich glaube.

Maxi
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Re:

von Maxi (26.01.2010, 08:47)
CeKaDo hat geschrieben:
Ich nutze keine Schreibratgeber.

Ich lese Bücher und lerne daraus. Eigentlich fresse ich sie geistig und ernähre meine Seele davon. Oder so.

Ratgeber machen mich müde, agressiv und depressiv, weil ich dann den Eindruck habe, ich wäre so unendlich weit weg von alledem, an das ich glaube.


Was bin ich jetzt so froh, das es mir da nicht alleine so geht :roll:
Ich dachte schon, ich wär da völlig alleine mit meiner Meinung. Da alle immer sagen, "Ja hast du da was gelernt? Da muss man doch in Kurse."

Flüsterschalter ein: Manchmal, denke ich, wenn ich einen Roman von bekannten Autoren lese, da könnte man aber noch etwas verbessern. Flüsterschalter aus.
Maxi

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Blanca Imboden
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Re:

von Blanca Imboden (26.01.2010, 08:53)
@Maxi: Klar, man kann auch bei gewissen Büchern lernen, wie man es NICHT machen soll.

Schreibratgeber: Sie können helfen, anregen, aber auch blockieren. Wenn man zu viele davon konsumiert, und alles ernst nimmt, kann man bald keinen Satz mehr frei schreiben. Ich lese gerne in Schreibratgebern, kaufe auch immer wieder welche. Aber ich mache dann doch was ich will.

Blanca
Mein BOD-Buch:

«Allein in Afrika», 2005

www.blancaimboden.ch

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SonjaTsch
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Re:

von SonjaTsch (26.01.2010, 09:25)
Ganz ehrlich? Mindestens 3 x war es beim jetzigen Ratgeber.

Einmal runtergetippselt, dann nochmal überarbeitet.
Dann nach dem Querlesen von zwei Personen nochmal überarbeitet
und dann, als das FUN-Projekt ankam und ich es durchlas nochmal einige Absätze umgeschrieben.
Liebe Grüße
Sonja

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Beckinsale
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Re:

von Beckinsale (26.01.2010, 09:32)
Ich hab mal so einen Ratgeber für einen Autoren (und Verlegerkollegen: Jürgen Müller) layoutet und via BoD veröffentlicht (auf seinen Account). Klein und knackig, gefällig geschrieben. Aber ich habe inzwischen alles vergessen, was drin stand, obwohl ich ihn sicher mehr als 5mal gelesen habe (bei Korrekturen und Layout) :)

My.

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