Vergleich Amazon Advantage und Marketplace

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Ankh
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Vergleich Amazon Advantage und Marketplace

von Ankh (11.02.2010, 01:35)
Hallo,
ich frage mich gerade, nach welchem System ich mein Buch (kein BOD-Buch) über Amazon verkaufen soll, Advantage oder Marketplace (oder beides)?

Bei Marketplace zahlen die Kunden Porto, was vielleicht einige abschreckt, dafür verdiene ich mehr am Buch. Bei Advantage ist es umgekehrt.

Bei Advantage muss ich eine USt-ID-Nummer beantragen, obwohl mir deren Sinn und Konsequenzen schleierhaft sind.

Fällt jemand noch etwas ein, was für oder gegen das eine bzw. andere spricht?

Und noch was: Was würde Amazon wohl sagen, wenn ich irgendwo im Text beim Marketplace darauf hinweise, dass man das Buch auch auf der Homepage blabla kaufen kann? Findet Amazon wohl nicht so gut... verstehe ich auch. Ist irgendwie nicht fair, Amazon als Kundenfang zu nutzen, um dann außerhalb davon zu verkaufen.

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Beckinsale
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Re:

von Beckinsale (11.02.2010, 06:52)
Eine UStID (auch VAT ID) ist kostenlos. Ihr Sinn entsteht aus dem europäischen Binnenmarkt. Die Bedeutung relativiert sich ein wenig, seitdem sich die USt-Sätze in den EU-Ländern angleichen. (Aber nicht immer: Beispiel 7 % auf Bücher in Deutschland!)

Kaufst du als Deutscher Ware in Frankreich und hast keine VAT ID, berechnet dir der Franzose französische Umsatzsteuer.
Hast du eine deutsche VAT ID, berechnet er dir das Netto; du mußt in Deutschland über eine Meldung an Saarlouis (bzw. an dein Finanzamt) deutsche Umsatzsteuer veranschlagen (lassen).
Relevant ist das für dich nur, wenn du Gewerbetreibender oder Freiberufler bist. Als 0815-Privatkunde kannst du zwar eine VAT ID bekommen (und behalten), aber steuerlich wird die Berücksichtigungsfähigkeit im Beispielfall 2 in Deutschland ein wenig schwierig :)

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Ankh
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Re:

von Ankh (11.02.2010, 14:49)
Als hauptberuflich umsatzsteuerbefreiter Freiberufler habe ich bislang nichts mit USt am Hut.

Wenn ich nun ab 2010 über Amazon Advantage das eine Buch verkaufe und da evtl. mal ne Omi aus Österreich dabei ist, dann ist das doch eine private Endkundin. Es ist keine "Transaktion zwischen Geschäftspartners innerhalb Europas", für die die UST-Id-Nr. gedacht ist. Verlangt Amazon die Nr. nur, weil in einigen wenigen Fällen solche Geschäfte vorliegen und theoretisch auch bei mir vorliegen könnten? Sieht so aus.

Ich werde mit den Umsätzen unter die Kleinunternehmer-Regelung fallen und daher auch zukünftig weiterhin keinerlei USt bezahlen bzw. verlangen. Ich muss mich nach meinen Informationen aber für die sog. Erwerbsbesteuerung entscheiden. Darin sehe ich kein Problem, weil ich eh nichts aus dem Ausland kaufe bzw. nur mal privat Vereinzeltes.

Fazit: Ich würde zukünftig als "grundsätzlich USt-Pflichtiger" bei meinem Finanzamt geführt, aber faktisch nach wie vor nichts mit USt am Hut haben. Ich würde wie bisher eine fast leere USt-Erklärung ausfüllen, auf der neben dem bisherigen Kreuzchen für die USt-Befreiung meiner Haupttätigkeit ein weiteres für die Kleinunternehmer-Regelung ist.
Die Anlage G für Gwerbe kommt dazu und das eine Kreuzchen, ansonsten ist das alles für mich eigentlich überflüssig.

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Beckinsale
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Re:

von Beckinsale (11.02.2010, 15:46)
Ich verstehe. Ich muß zugeben, daß ich meine VAT ID eigentlich auch nicht mehr aktiv benutze. Wenn ich Sachen ausm Ausland kaufe, dann eh meist für meinen Arbeitgeber :) Insofern ...
Du könntest allerdings mal in Saarlouis nachhören, ob die Zuteilung einer VAT ID direkt und unweigerlich mit einer Vorsteuerabzugsberechtigung (der § 19 UStG, glaube ich) verbunden ist. Wenn nicht, kannst du dir eine VAT ID geben lassen, sie an Amazon weitergeben, wenn dann darüber nichts passiert, mußt du ja auch nichts unternehmen.

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Ankh
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Re:

von Ankh (12.02.2010, 18:21)
Falls es dich oder andere interessiert:
In einem Steuerforum wurde mir eben erklärt, es ginge Amazon um deren Provision und die USt darauf! Ich müsste dann mit UIN 19% USt auf deren Provisionen ans FA abführen, ohne als Kleinunternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt zu sein. Da die Provision 50 % beträgt, wäre das gar nicht so wenig. Und den Papierkram mit der USt gegenüber dem Finanzamt hätte ich dann auch.

Dann doch lieber den Amazon Marketplace - auch wenn das Buch potentiellen Kunden, die die Suchfunktion für Schlagworte benutzen, dann häufiger verborgen bleiben wird.

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