Umgang mit negativen Bewertungen auf Amazon

ISBN, VLB, Barsortiment, E-Book-Verleih und Buchhandel: Alles rund um den Buchvertrieb.


Benutzeravatar
DaniS.
Beiträge: 4
Registriert: 09.01.2017, 09:36

Umgang mit negativen Bewertungen auf Amazon

von DaniS. (29.01.2017, 11:26)
Hallo in die Runde!

Ich möchte vorweg schicken, dass ich mich nicht grundsätzlich auf negative Bewertungen beziehe. Negative Bewertungen haben durchaus Berechtigung - ein Buch wird nie Jedem gefallen - aus gerechtfertigter Kritik kann man lernen, sich verbessern, durchaus Positives daraus schöpfen.

Ich habe unlängst zwei 1-Stern-Bewertungen bekommen (die restlichen sieben sind alles 5-Stern-Bewertungen). Die Kritik an den Rechtschreib- und Satzfehlern ist durchaus berechtigt, hier habe ich insofern in einem Kommentar Stellung bezogen, indem ich Verständnis für den Ärger aufgebracht habe und Korrektur angekündigt habe. Das passiert auch aktuell.
Was mir sehr im Magen liegt ist, wenn der Kritiker (machen beide in dem Fall), sich über den Preis im Verhältnis zur Seitenzahl beschwert. Preis und Seitenzahl weiß der Kunde doch VOR dem Kauf, es ist also meines Erachtens seine freie Entscheidung zu diesen "Konditionen" zu kaufen, oder eben nicht. Abgesehen davon, sowohl der Preis als auch die Seitenzahl kann sich schlussendlich ändern.
Wie seht ihr das?

Eine Rezensionistin gibt zum Beispiel auch ein Zitat einer Textpassage falsch wieder, da es im Buch tatsächlich anders steht als zitiert. Auch wird eine (vermeintlich fachliche) Behauptung gemacht, die so schlicht weg leider nicht stimmt. Durch diese Äußerungen erweckt es den Eindruck, als seien hier fachliche Fehler. Doch dem ist nicht so.

Grundsätzlich ist das Feedback zu meinem Buch sehr gut. Viele Leser schreiben mir auf Facebook oder persönlich. Ich merke dann immer an, dass ich mich über eine Online-Rezension/Bewertung freuen würde, erkläre auch wie wichtig das für den Autor ist,- doch leider macht das im Endeffekt vielleicht 1 von 10 die mir persönlich geschrieben haben.

Ich glaube, selbst wenn man weiß, dass negative Stimmen kommen werden, wenn es dann soweit ist geht einem das schon nahe. Mir geht es wirklich nicht gut im Moment und ich würde mich freuen, mich hier ein Wenig austauschen zu können.
Wie betrachtet ihr meine "Angelegenheiten", habt Rat für mich damit umzugehen, wie geht ihr mit negativen Amazon Bewertungen um?

Danke schon mal für die Antworten

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3197
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (29.01.2017, 11:53)
Bis jetzt habe ich bei meinen eigenen Büchern keine praktische Erfahrung mit sehr schlechten Bewertungen bei Amazon. Negatives Feedback bekam ich zu meinem ersten Buch per E-Mail von zwei netten Kolleginnen, bei denen ich mich für die ehrlichen Worte bedankte. Ich habe mir fest vorgenommen, auf Amazon niemals zu antworten, und hoffe, dass ich mich im Fall der Fälle daran halte.

Die Fälle, die du beschreibst, gehören alle in den Bereich "persönliche Meinung", und die ist bei einer Rezi nun einmal gefragt. Damit müssen wir Autoren zähneknirschend leben. Etwas anderes sind Rezis, die Beleidigungen enthalten, sich auf ein anderes Produkt beziehen oder sich gar nicht mit dem Buch sondern z.B. mit der Verpackung oder der Lieferfrist beschäftigen. Die kann man melden, und mit viel Glück werden sie von Amazon entfernt. Allerdings gilt auch hier: Niemals antworten, sondern Amazon kontaktieren.

Ärgere dich nicht allzu lange über die schlechten Bewertungen, sondern freu dich über die guten. Kritik tut zwar sehr weh, aber sie hilft uns auch manchmal, immer besser zu werden.

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Benutzeravatar
Udo Ehrich
Beiträge: 218
Registriert: 11.02.2012, 12:05

Re:

von Udo Ehrich (29.01.2017, 12:34)
Du solltest Dir die Bewertungen bei Amazon nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Wenn die Bewertungen dann auch teils, wie Du schreibst, sachlich falsch sind, führe Dir vor Augen, daß dort jeder Dahergelaufene etwas schreiben kann und es zum Beispiel auch mal herauslassen kann, wenn er einen schlechten Tag hat. Über die Bewertungen schaut vielleicht nicht einmal jemand darüber bevor sie veröffentlicht werden.

Ich würde in dem Zusammenhang auch nicht die Worte Rezension oder Rezensent verwenden, weil eine Rezension die professionelle oder doch mindestens sachkundige Auseinandersetzung mit einem Werk bedeutet, während bei Amazon jeder alles schreiben kann, wozu er sich berufen fühlt.

Kurz gesprochen: Es lohnt sich nicht, sich über die Bewertungen schlaflose Nächte zu machen. Natürlich ist es unerfreulich, wenn so etwas da steht, aber andererseits solltest Du auch ein wenig darauf vertrauen, daß Deine positiven Bewertungen das ausgleichen.

Benutzeravatar
Anke Höhl-Kayser
Beiträge: 4950
Registriert: 18.04.2010, 00:08
Wohnort: Wuppertal

Re:

von Anke Höhl-Kayser (29.01.2017, 14:02)
Hallo DaniS.,

ich glaube, jeder Autor kann deine Situation nachvollziehen und weiß, wie deprimiert man sich fühlt, wenn das eigene Werk, in das man viel Herzblut gesteckt hat, negativ beurteilt wird. Schlimmer noch, wenn in der Rezension Kritikpunkte nicht stimmen oder Fakten falsch wiedergegeben werden.
Das haben die allermeisten Autoren ganz sicher schon erlebt.

Vielleicht hilft es dir, dir klarzumachen, dass jeder Künstler, der irgendwie an die Öffentlichkeit tritt, mit einer kritischen Beurteilung seines Werkes rechnen muss. "Gerechtigkeit" gibt es bei Rezensionen nicht, da sie immer die Meinung des Kritikers ausdrücken. Was dem einen Leser gefällt, findet der andere ganz scheußlich. Damit muss man sich leider abfinden.

Und es gibt auch keine Richtlinien dafür, keine "Etiquette" zum Verfassen autorenseelenschonender Rezensionen. :wink: Je besser sich ein Buch verkauft, je mehr Gegenwind wird es erhalten. Einer meiner Lektoratskunden ist SP-Bestsellerautor. Er erhält täglich (!) zu jedem seiner vielen Bücher rund fünf Rezensionen, darunter sind etliche Jubelrezis, aber auch Aussagen wie: "Ich hoffe, dieser Autor schreibt nie wieder ein Buch." - "Das Schlechteste, was ich jemals gelesen habe.". Das geht komplett unter die Gürtellinie, denn es ist keine konstruktive Kritik, anhand derer man sich weiterentwickeln könnte. Aber auch so was muss man wegstecken lernen.

Wenn man sich die Autoren aus den Großverlagen ansieht, erkennt man, dass die niemals auf eine schlechte Rezension antworten. Ein solcher Kommentar zeigt, dass man sich als Autor persönlich getroffen fühlt - ich würde das vermeiden. Vor allem, weil ja damit meist nicht Schluss ist. Dann antwortet der Rezensent wieder, und es mündet in einen endlosen unbefriedigenden Dialog. Schenk dir das.

Gönne deinen Kritikern das Recht auf ihre eigene Meinung, entnimm der Kritik so viel Positives für dein weiteres Schreiben, wie es möglich ist, und versuche ansonsten, dir ein dickes Fell anzutrainieren.

Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Buch!

Viele Grüße aus Wuppertal,

Anke

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5485
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (29.01.2017, 18:01)
Ich zitiere da gerne mal einen meiner Lehrer, der sagte: »Immer nur Einser ist langweilig und nicht aussagekräftig. Eine Sechs dazwischen, und schon strahlen die Einser umso heller.«

Benutzeravatar
Nicolas Fayé
Beiträge: 1480
Registriert: 15.11.2009, 15:56
Wohnort: Aix-la-Chapelle

Re:

von Nicolas Fayé (30.01.2017, 08:45)
Ignoriere die Negativbewertungen. Tödlich ist allerdings eine eigene 5-Sterne-Bewertung für das eigene Buch. Das sollte man niemals machen.
Viele Grüße von Nicolas

Geduld ist eine Tugend
http://www.romanzeit.de
---------------------------------------------------

Sir Adrian Fish
Beiträge: 425
Registriert: 30.09.2007, 19:23
Wohnort: Hamburg

Re:

von Sir Adrian Fish (30.01.2017, 13:59)
Wenn ich bei Amazon nach Artikeln, egal aus welchem Bereich, suche, dann fällt mein erster Blick auf die "negativen" Rezensionen (1 - 3 Sterne), des jeweiligen Produktes und lese mich dann von den schlechten, zu den guten Bewertungen, nach oben.

Insbesondere bei den negativen Rezensionen trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen und es wird deutlich, wer sich mit dem eigentlichen Produkt, oder dem Drum-Herum auseinandersetzt (Packet, nicht oder zu spät ausgeliefert, DHL-Fahrer hatte schlechte Laune, Amazon ist doof...).

Ich habe mir auch schon Produkte, die überproportional negativ bewertet wurden gekauft, da diese genannten Kriterien, nicht meinen Kaufkriterien entsprachen mit das Produkt umso mehr gereizt hat.

Ich würde mir daher nicht zu sehr den Kopf darüber zerbrechen.

Zurück zu „Buchhandel und Vertrieb“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.